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Einlagekonto: Das müssen GmbH-Geschäftsführer beachten

Das riskiert der GmbH-Geschäftsfüher, wenn Einlagenkonto nicht geführt wird
Von Bernhard Köstler
Aktualisiert am: 10.10.2017

Selbst steuerlich interessierte GmbH-Gesellschafter-Geschäftsführer winken genervt ab, wenn man sie auf das steuerliche Einlagekonto nach § 27 KStG anspricht. Die häufigste Aussage: "Die Eintragungen zum Einlagekonto haben sowieso keine Auswirkung auf das zu versteuernde Einkommen der GmbH! Deshalb spare ich mir die Abgabe des Formulars KSt 1 F einfach!“ Aber Achtung: Das kann teuer werden.

Das Einlagekonto nach § 27 KStG


Hört man Konto, denkt man automatisch an Buchungskonten. Doch das Einlagekonto hat nichts mit der Buchhaltung zu tun. Es sollen lediglich im Formular KSt 1 F die Anfangsbestände von in der Vergangenheit geleisteten Gesellschaftereinlagen, deren Entwicklung und deren Endbestand festgehalten werden – quasi wie in einem Konto.

Tipp: Das aktuelle amtliche Formular KSt 1 F für 2012 finden Sie im Formular-Management-System der Bundesfinanzverwaltung im Menüpunkt "Formularcenter" > Steuerformulare > Körperschaftsteuer > Körperschaftsteuer 2015 > Formular 050 - Erklärung zur gesonderten Feststellung - KSt 1 F 2015.

Folgen, wenn das Einlagekonto nicht geführt wird

Wird das Einlagekonto nicht geführt, drohen bei Ausschüttungen fatale Steuernachteile. Denn im Einlagekonto werden Zahlungen des Gesellschafters festgehalten, die das Einkommen der GmbH nicht erhöht haben. Das sind beispielsweise ein Agio bei einer Kapitalerhöhung oder eine verdeckte Einlage. Durch die Aufzeichnungen im Einlagekonto soll sichergestellt werden, dass die Rückzahlung dieser steuerlich neutralen Einlagen steuerfrei ist. Zuführungen in das Einlagekonto und Auszahlungen aus dem Einlagekonto werden im Formular KSt 1 F zur Körperschaftsteuererklärung erfasst. Das Finanzamt erlässt neben einem Körperschaftsteuerbescheid einen extra Bescheid zur Entwicklung des Einlagekontos.

Achtung: Wird für die GmbH das Formular KSt 1 F trotz geleisteter steuerneutraler Einlagen nicht beim Finanzamt eingereicht, stellt das Finanzamt das Einlagekonto meist automatisch mit 0 EUR fest. Kommt es später zur Rückzahlung dieser Einlagen an den Gesellschafter, ist diese wegen der Null-Stellung des Einlagekontos voll steuerpflichtig. Der Gesellschafter muss also Kapitalerträge versteuern, die eigentlich gar keine sind.

Praxis-Tipp: Um zu verhindern, dass Steuern für die Rückzahlung erfolgsneutraler Einlagen fällig werden, sollten GmbH-Gesellschafter darauf achten, dass bei Zahlungen in das Einlagekonto stets das Formular KSt 1 F ausgefüllt wird.

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