Digitale Geschäftsmodelle

Netflix, Spotify, Amazon und Co. – in unserer inzwischen stark digitalisierten Welt ist heutzutage alles nur noch einen Klick entfernt. Digitale Geschäftsmodelle sind keine Ausnahmeerscheinungen mehr, sondern haben Einzug in die Mitte der Gesellschaft gefunden. Wie sie funktionieren, welche Arten es gibt und welche Erfolgsfaktoren Sie als Unternehmer kennen müssen, lesen Sie in diesem Beitrag.

Hinweis: Gendergerechte Sprache ist uns wichtig. Daher verwenden wir auf diesem Portal, wann immer möglich, genderneutrale Bezeichnungen. Daneben weichen wir auf das generische Maskulinum aus. Hiermit sind ausdrücklich alle Geschlechter (m/w/d) mitgemeint. Diese Vorgehensweise hat lediglich redaktionelle Gründe und beinhaltet keinerlei Wertung.

Was sind digitale Geschäftsmodelle und wie funktionieren sie?

Tipp

Digitale Businessmodelle in der Praxis

Digitale Businessmodelle können ihr Angebot entweder online vermarkten oder es auch gleichzeitig auf diese Weise bereitstellen. Praxisbeispiele finden sich bei Streaming-Diensten wie Spotify und Netflix oder Online-Plattformen wie Amazon und Etsy: Bei Letzteren wird die Leistung in Form der Paketzustellung physisch erbracht.

Merkmale digitaler Geschäftsprozesse

Digitale Geschäftsmodelle gibt es inzwischen in fast allen Industrien: Ganz gleich, ob im Immobilien- oder Versicherungssektor – digitale Geschäftsprozesse verfolgen meist ein bestimmtes Muster mit drei zentralen Merkmalen:

  • Digitale Innovationen mit hohem Kundennutzen: Bei neuen Geschäftsmodellen, die durch Digitalisierung entstehen, spielt nicht nur der Umsatz eines Unternehmens, sondern auch der Mehrwert für Kunden eine elementare Rolle: Apps wie die von Amazon geben Nutzern die Möglichkeit, flexibel und unkompliziert einzukaufen. Dabei erhalten sie personalisierte Vorschläge, die auf ihrem Kaufverhalten basieren.
  • Nutzung digitaler Technologien für die Kundenansprache: Alle digitalen Geschäftsmodelle haben gemeinsam, dass sie ihre potenziellen Kunden auf ihr Marktangebot über digitale Kanäle aufmerksam machen: Dafür nutzen sie unter anderem Social-Media-Anzeigen auf Plattformen wie Facebook und Instagram oder ihre eigenen Apps.
  • Digitaler Wertschöpfungsprozess: Schließlich ist die Wertschöpfung, die auf digitalen Technologien basiert, charakteristisch: Künstliche Intelligenz und virtuelle Realität sind nur zwei Beispiele aus der Technologiewelt.

Info

Gut zu wissen: Digitale Geschäftsmodelle verändern die Gesellschaft

Instant-Messaging-Dienste wie WhatsApp zeigen, wie digitale Geschäftsmodelle auch die Gesellschaft verändern. Durch das Senden von Nachrichten in Echtzeit verlangen Menschen auch von ihrer Umgebung eine ständige Erreichbarkeit. Zum einen ermöglicht das einen schnellen und effizienten Austausch, beeinflusst zum anderen aber auch die zwischenmenschliche Erwartungshaltung und psychische Belastung.

Arten von digitalen Geschäftsmodellen

Beispiele für neue digitale Geschäftsmodelle gibt es zahlreiche: Airbnb, PayPal und Uber werden die meisten kennen. Zudem lassen sie sich in verschiedene Arten kategorisieren, die sich in ihrer Vorgehensweise vorrangig in der Monetarisierung unterscheiden. Für ein besseres Verständnis haben wir Ihnen eine Übersicht von digitalen Geschäftsmodellen zusammengetragen. Es gibt noch viele weitere Modelle, die folgenden sind aber die gängigsten:

  • Free-Modell: Beim Free-Modell nutzen Kunden Produkte oder Dienstleistungen kostenlos – Beispiele für solche digitale Geschäftsmodelle sind Google, Facebook oder andere soziale Netzwerke. Hier werden die Kunden selbst zum Produkt, indem der Anbieter wertvolle Daten sammelt. Meist generieren diese Unternehmen darüber Einnahmen, dass andere Firmen ihre Anzeigen auf dieser Plattform schalten.
  • Freemium-Modell: Die Idee hinter digitalen Geschäftsmodellen im Freemium-Bereich ist, dass Nutzer einen kostenlosen Zugang zu einer Spieleapp oder anderen Software erhalten. Für die Freischaltung weiterer Funktionen ist die kostenpflichtige Premiumversion nötig.
  • On-Demand-Modell: Bei On-Demand-Modellen besitzen die Kunden kein Produkt, sondern können ein digitales Angebot nach Bedarf abrufen. Dieses Modell finden Sie beispielsweise bei Netflix und Amazon Prime Video oder bei Freelancer-Portalen wie Fiverr.
  • E-Commerce-Modell: Das E-Commerce-Modell hat sein Erfolgspotenzial bereits bei bekannten Onlineshops wie Amazon, Otto oder Zalando bewiesen. Start-ups, mittelständische Unternehmen sowie Konzerne nutzen dieses einseitige Verkaufsmodell gerne, um einen Warenbestand an bestimmte Zielgruppen zu verkaufen.

Marktplatz-Modell: Schließlich sind Marktplatz-Modelle wie eBay Kleinanzeigen, bei denen die Nutzer sowohl Käufer als auch Verkäufer sein können, sehr beliebt. Dieses Modell ist ein gutes Beispiel für die digitale Transformation von Geschäftsmodellen wie dem klassischen Flohmarkt.

Welches digitale Geschäftsmodell eignet sich für Ihr Unternehmen?

Sie fragen sich, wie Sie aus Ihrer Selbstständigkeit ein digitales Geschäftsmodell entwickeln können? Entscheidend ist, welches Kundenproblem Sie adressieren möchten.

  • Sie wollen den Fachkräftemangel in einem bestimmten Industriesektor beheben? In diesem Fall könnte die Etablierung einer Onlineschule helfen.
  • Ihr Ziel ist es, die Umweltbelastung zu reduzieren? Versuchen Sie es mit einer Plattform, die Produkte zum Mieten anbietet.
  • Sie finden, dass mobile Fortbewegungsmittel zu teuer im Unterhalt sind? Lassen Sie sich von erfolgreichen Carsharing-Projekten inspirieren.

Um herauszufinden, welches digitale Geschäftsmodell sich für Ihr Unternehmen eignet, müssen Sie sich mit zentralen Problemfragen Ihrer Zielgruppe auseinandersetzen und Lösungen dafür finden. Das bildet die Ausgangslage für ein digitales Geschäftskonzept mit einem umfassenden Wertversprechen.

Tipp

Digitale Geschäftsmodelle können mehrere Varianten vereinen

Besonders innovative Geschäftsmodelle schaffen es, mehrere Varianten miteinander zu kombinieren: Beispielsweise ist Instagram längst nicht mehr nur ein Free-Modell mit kostenlosem Zugang und kostenpflichtigen Anzeigen für Unternehmen. Inzwischen hat es sich auch zu einem E-Commerce-Modell etabliert, auf dem Firmen ihre Produkte verkaufen.

Digitale Geschäftsmodelle: Das sind die wichtigsten Erfolgsfaktoren

Angesichts des massiven Erfolgs von digitalen Giganten wie Amazon und Apple möchten immer mehr Unternehmen ihre eigenen Digitalisierungsprojekte umsetzen. Damit das erfolgreich funktioniert, hilft ein Blick auf die wichtigsten Erfolgsfaktoren der digitalen Transformation:

Skalierbarkeit

Typisch für skalierbare Geschäftsmodelle ist ein hoher Automatisierungsgrad sowie die Fähigkeit, den Umsatz ohne beachtlich größere Fixkosten zu steigern. Das funktioniert insbesondere bei Software gut: Wurde das Programm und die Vermarktungsstrategie erarbeitet, sind dem Absatz keine Grenzen gesetzt.

Effizienz

Digitale Transformation muss das Potenzial haben, einen Prozess für Unternehmen oder Kunden effizienter zu gestalten: Beispielsweise können Menschen durch Online-Shopping Zeit sparen und mithilfe von Aufgabenverwaltungstools produktiver arbeiten.

Kundenorientiertes Werteversprechen

In Zeiten des Überangebots und der ständigen Verfügbarkeit müssen digitale Geschäftsmodelle den Kundennutzen priorisieren: Produkte und Dienstleistungen sollten das Leben des Kunden vereinfachen und ihre individuellen Bedürfnisse stillen. Diese erfüllen beispielsweise Smart Home Systeme wie Alexa, die Tätigkeiten vom Schreiben einer Nachricht bis hin zum Online-Shopping mit einem Sprachbefehl ausführen.

Gute Wettbewerbsfähigkeit

Schätzen Sie zunächst die Überlebens- und Wachstumschancen Ihres digitalen Geschäftsmodells realistisch ein. Statt sich neben den Big Playern einzureihen, könnten Sie versuchen, eine bestimmte Nische zu bedienen: Attraktive Preise und eine rentable Kostenstruktur sind zwei wichtige Faktoren der Wettbewerbsfähigkeit.

Ausweitung des bisherigen Geschäftsfeldes auf die digitale Ebene

Nicht immer müssen Sie für den Erfolg das Rad neu erfinden. Weiten Sie Ihre bereits erfolgreichen Geschäftsfelder schnell auf die digitale Ebene aus, um bestehende Kunden zu halten und neue dazuzugewinnen.

Info

Was bedeutet digitale Transformation?

Bei der digitalen Transformation von Geschäftsmodellen geht es um smarte und digitale Lösungen für Kundenprobleme – durch die Entstehung und Weiterentwicklung digitaler Technologien setzt ein Wandel in der Unternehmenswelt und Gesellschaft ein. Das Fundament der digitalen Transformation bildete die Digitalisierung von Geschäftsmodellen: Analoge Prozesse wurden erstmals digital abgewickelt, wie es unter anderem beim Schreiben von E-Mails anstellen von Briefen der Fall war.

Projekt Digitalisierung: Vier Schritte für die erfolgreiche Umsetzung

Damit auch Sie mit einem digitalen Geschäftsmodell Ihre Erfolgsgeschichte schreiben, sollten Sie sich an diesen vier Schritten für die erfolgreiche Umsetzung eines Digitalisierungsprojekts orientieren:

  1. Problemlösung steht immer im Vordergrund: Zunächst führen Sie am besten eine interne Unternehmensanalyse durch. Digitalisieren Sie nicht nur des Digitalisierens willen, sondern stellen Sie sich die Frage, welches Problem Sie mit Ihrer digitalen Lösung angehen möchten. Schließlich zahlen Kunden nicht für die großartigen Attribute eines Produktes oder einer Dienstleistung, sondern für den Mehrwert.
  2. Auf Einfachheit des Angebots setzen: Kunden springen schnell ab, sobald sie etwas nicht verstehen oder intuitiv bedienen können. Ihr Angebot sollte für Ihre Zielgruppe einfach und unkompliziert sein.
  3. Technisches Know-how forcieren: Sofern es Ihnen an technischem Know-how fehlt, holen Sie sich für Entwicklung Ihrer App oder Plattform Fachleute an Bord. Ein technisch einwandfreies Produkt ist bei einem digitalen Geschäftsmodell Grundvoraussetzung.
  4. Kontinuierlich optimieren: Möchten Sie nachhaltige Erfolge erzielen, müssen Sie im ständigen Austausch mit Ihren Kunden bleiben. Bringen Sie in Erfahrung, wie Sie Ihre Anwendungen optimieren und welche neuen Funktionen einen wichtigen Mehrwert bieten könnten.