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Aufnahme neuer Gesellschafter in die GmbH: Das ist zu beachten

Aufnahme eines neuen Gesellschafters in die GmbH
Von Dr. Ingeborg Haas
Aktualisiert am: 08.03.2017

Im Laufe des Lebens einer GmbH stellt sich möglicherweise irgendwann die Frage, ob ein oder mehrere Gesellschafter in die GmbH aufgenommen werden sollen. Regelmäßig dürfte das Thema altersbedingt auftreten, wenn sich nämlich der bisherigen Inhaber mit dem Gedanken trägt, aus der aktiven Tätigkeit auszuscheiden. Bei mittelständigen GmbHs ist dies dann im Normalfall damit verbunden, dass auf der Ebene der Gesellschafter Veränderungen herbeigeführt werden, um die Personen, die das Geschäft operativ führen, auch an das Unternehmen zu binden. Welche Fallen lauern bei der Aufnahme neuer Gesellschafter?

Aufnahme neuer Gesellschafter in die GmbH: Die 3 häufigsten Fallen


1. Die Aufnahme weiterer Gesellschafter erfolgt zu spät


Um in einem kleinen, bzw. mittelständigen Unternehmen, dessen Hauptgesellschafter auch der Geschäftsführer ist, eine adäquate Nachfolge zu installieren, ist u.U. ein Prozess erforderlich, der über mehrere Jahre laufen kann. Der Nachfolger muss unter mehreren in Betracht kommenden Nachfolgern ausgewählt werden, er muss sich in die Materie und in die spezielle Unternehmensstruktur und –kultur einarbeiten, möglicherweise muss die vorgefundene Ausbildung noch ergänzt werden und dann kann das Projekt auf der Zielgeraden immer noch, aus den unterschiedlichsten Gründen, scheitern. All dies braucht Zeit, was dazu führt, dass die Nachfolge, wenn sie aus Zeitmangel überhastet stattfindet, möglicherweise nicht das gewünschte Ergebnis bringt.

2. Die Neuaufnahme von Gesellschaftern erfolgt zu schnell

Genauso risikobehaftet ist es, zu schnell neue Gesellschafter in die GmbH aufzunehmen. Es ist zu beobachten, dass sich inzwischen auch in den kleinen und mittelständigen Unternehmen eine Struktur gebildet hat, in der es üblich ist, junge potente Mitarbeiter frühzeitig am Unternehmen zu beteiligen.

Achtung:  Auch wenn das Interesse, die Mitarbeiter in dieser Form zu binden und am Unternehmenserfolg zu beteiligen, nachvollziehbar ist, ist bei der GmbH aber zu beachten, dass die Macht eines Gesellschafters, mag er auch eine Minderheitsbeteiligung haben, in der GmbH ungleich größer ist, als dies in den Aktiengesellschaften der Fall ist.

Daher sind Beteiligungen in GmbHs nicht ohne Weiteres mit Beteiligungen in AGs vergleichbar. Umso sorgfältiger muss in der Rechtsform der GmbH abgewogen werden, ob tatsächlich eine gesellschaftsrechtliche Beteiligung gewünscht und auch notwendig ist oder ob nicht alternative Gestaltungen, wie z. B. stille Beteiligungen oder Anleihen, in Betracht kommen.

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3. Notwendige vertragliche Anpassungen werden bei der Aufnahme neuer Gesellschafter nicht berücksichtigt

Die Aufnahme eines neuen Gesellschafters vollzieht sich grundsätzlich ohne dass der Gesellschaftsvertrag tangiert wird. Es ist lediglich eine Übertragung eines GmbH-Anteils auf den neuen Gesellschafter erforderlich.

Tipp: Wichtig ist aber in diesem Zusammenhang, dass die bisherigen Gesellschafter den Gesellschaftsvertrag sehr sorgfältig dahingehend überprüfen, ob die Regelungen, die man u. U. vor Jahren getroffen hat, auch noch in der neuen Situation Gültigkeit haben. Prüfen Sie, ob eine Änderung des Gesellschaftsvertrag nötig/sinnvoll ist.

Beispiel: Wenn bisher im Gesellschaftsvertrag eine 3/4-Mehrheit vorgesehen war und die 3 vorhandenen Gesellschafter jeweils 1/3 hielten, waren damit die betreffenden Beschlüsse nur einstimmig zu fassen. Tritt nun ein weiterer Gesellschafter bei, mit der Folge, dass von den nun 4 Gesellschaftern jeder 25 % der Anteile hält, können sich plötzlich Mehrheiten bilden, so dass ein Gesellschafter überstimmt werden kann. Wenn also auch nach dem Beitritt für bestimmte Abstimmungen faktisch eine einstimmige Entscheidung erforderlich ist, muss der Gesellschaftsvertrag in diesem Punkt abgeändert werden.

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