Firmierung: So wählen Sie den richtigen Namen für Ihr Unternehmen

Geschäftserfolg durch Firmierung: So geht's
Aktualisiert am: 20.06.2017

Die Firmierung ist der Name des Unternehmens. Daran erkennt der Kunde Ihr Unternehmen, er kann sich seinen Geschäftspartner gut merken und findet Sie schnell wieder. Die richtige Firmierung entscheidet also auch über den Geschäftserfolg Ihres neu gegründeten Betriebs. Aber nicht jeder Name ist zugelassen. Dieser Beitrag zeigt, was Sie bei der Auswahl der Firmierung im Rahmen Ihrer Gründung beachten müssen und wie Sie Ihre Firma schützen.

Grundregel und Grundsatz der Firmierung

Die Überlegungen zur Firmierung sind grundlegend bei der Existenzgründung. Die Firma soll und muss ein Unternehmen eindeutig identifizieren und von anderen Unternehmen unterscheiden.

Für das Marketing ist die Firma ein wichtiger Bestandteil der Außendarstellung des Unternehmens. Unter der Firma wirbt das Unternehmen um Kunden und baut sich einen Ruf auf. Die Firma besteht aus mehreren Teilen: einer Sach-, Personen- oder einer Fantasiebeschreibung, dem Rechtsformzusatz und eventuell noch anderen Zusatzbezeichnungen. Gleich ob Einzelunternehmen oder Gesellschaft, natürliche oder juristische Person - es gelten dieselben Vorschriften für alle im Handelsregister eingetragenen Unternehmen. Das heißt: Die Firma muss zur Kennzeichnung des Kaufmanns geeignet sein und "Unterscheidungskraft besitzen".

Diese Namen sind in der Firmierung zulässig

  • Die Personenfirma/Namensfirma leitet sich aus den Namen der Gesellschafter ab (Beispiel: Hans Muster GmbH). Als Gesellschafter dürfen aber namentlich nur Personen genannt werden, die tatsächlich Gesellschafter Ihrer GmbH sind. Ausnahme: Die Namen der Gründungsgesellschafter dürfen weitergeführt werden.
  • Die Sachfirma leitet sich aus dem Gegenstand des Unternehmens ab. Das ist zulässig, wenn sie nach ihrer konkreten Ausgestaltung Namensfunktion besitzt, d. h. über die reine Beschreibung einer Tätigkeit oder eines Geschäftsgegenstands hinausgeht (Beispiel: Prima Baugesellschaft mbH, Die Durstlöscher OHG, Wollknäuel e. Kfr.).
  • Die Fantasiefirma ist eine reine Fantasiebezeichnung (Beispiel: happy team GmbH). Die Firmierung darf auch aus einer Buchstabenkombination ohne Wort-Charakter bestehen. Einzige Voraussetzung: Die Firma muss "aussprechbar" sein.
  • Auch die Kombination unterschiedlicher Firmenbezeichnungen ist möglich (Beispiel: Hans Muster happy team GmbH).
  • Auch Marken und Produktnamen dürfen Sie als Bestandteil Ihrer Firma verwenden. Firmengründer, deren Unternehmen nur ein Produkt anbietet (z. B. eine Spezial-Software für Architekten) oder nur eine Produktserie vermarktet (z. B. Modelabel), sollten dies bereits bei der Auswahl ihres Firmennamens bedenken.

Vorsicht: Die Verwendung eines Produktnamens in der Firma kann "einengen" und zwar dann, wenn das Unternehmen das Produktportfolio erweitert. Das kann dazu führen, dass andere Produkte nicht wahrgenommen werden, denn man vermutet diese Produkte nicht in Ihrem Sortiment. Zahlreiche Tipps und Hilfestellungen für Gründer finden Sie im eBook Existenzgründung.

Die Rechtsform ist zwingender Bestandteil der Firmierung

Die Firma muss einen Zusatz enthalten, der die Rechtsform des Unternehmens und etwaige Haftungsbeschränkungen erkennen lässt. Gebräuchliche Abkürzungen wie "GmbH" sind dabei ebenso zulässig wie die ganz oder teilweise ausgeschriebene Form der Rechtsform (Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Gesellschaft mbH).

Eine Sonderregelung zur Firmierung gilt für die Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt), also die GmbH, die mit weniger als 25.000 EUR Stammkapital gegründet wird. Diese Mini-GmbH muss offiziell als Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) oder UG (haftungsbeschränkt) firmieren (Beispiel: Erwin Meier UG (haftungsbeschränkt)).

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Unzulässige Firmenbezeichnungen

Die Grenzen der zulässigen Firmenbildung sind erreicht, wenn die Kennzeichnungs- oder Unterscheidungskraft nicht gegeben sind. Dann ist eine Eintragung in das Handelsregister ausgeschlossen. Das ist der Fall, wenn die Firmierung

  • ausschließlich Allgemeinbegriffe enthält (Beispiel: Sport GmbH, Software GmbH),
  • lediglich aus einer Abkürzung besteht (Beispiel: AAA GmbH, e. V. GmbH),
  • aus einer Reihe unverständlicher Buchstabenzusammensetzungen besteht (Beispiel: RBBu24xyz GmbH),
  • ein gleiches Klangbild wie ein bereits bestehendes Unternehmen hat (Meier GmbH, Maier-GmbH),
  • Zahlen verwendet werden, die zu einer Verwechslung bzw. Assoziation führen (Beispiele: 4711 GmbH bzw. 4811 GmbH),
  • sich ausschließlich aus dem Unternehmensgegenstand ableitet (Beispiel: Stahl GmbH, Großhandel GmbH).

Die Firma darf auch "keine Angaben enthalten, die geeignet sind, über geschäftliche Verhältnisse, die für die angesprochenen Verkehrskreise wesentlich sind, irrezuführen" (§ 18 Satz 2 HGB).

Wettbewerbsrechtliche Einschränkungen

Neben den firmenrechtlichen Vorgaben unterliegen Firmen dem allgemeinen Wettbewerbsrecht. Deshalb kann sich ein Abwehr- bzw. Unterlassungsanspruch des Konkurrenten gegen die Führung einer Firma im geschäftlichen Verkehr auch aus den Missbrauchs- und Irreführungstatbeständen des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) herleiten.

Die unterschiedliche Auslegung des Irreführungsbegriffs einerseits und das Verbot unlauterer geschäftlicher Handlungen andererseits sowie der formell begrenzte Prüfungsumfang des Handelsregisters können dazu führen, dass eine Firma firmen- bzw. registerrechtlich zugelassen und deshalb in das Handelsregister eingetragen, später aber wettbewerbsrechtlich mit Erfolg beanstandet wird.

Kennzeichenrechtliche Abwehransprüche der Inhaber Prioritäts- bzw. älterer Marken und anderer Kennzeichenrechte können einen Anspruch auf die Löschung einer an sich – das heißt nach firmenrechtlichen Grundsätzen – eintragungsfähigen Firma begründen. Ein Prozess um die Firma ist aufwendig und meist langwierig. Prüfen Sie daher vor der Anmeldung beim Handelsregister, ob Ihre Firma zulässig ist bzw. ob Sie sich mit einem Wettbewerber anlegen wollen. Hier helfen z. B. Internet-Recherchen, eine Anfrage bei der örtlichen IHK oder Sie beauftragen einen Berater.

So schützen Sie Ihre Firma

Wenn Sie der Auffassung sind, dass eine neu gegründete, in der Tageszeitung bekannt gemachte Firma Ihrer Firma zum Verwechseln ähnlich ist, können Sie dagegen Rechtsmittel einlegen, wie z. B. Unterlassungserklärung im Firmenmissbrauchsverfahren oder Amtslöschungsverfahren. Außerdem können Sie Schadensersatzansprüche geltend machen. Keinen Rechtsschutz haben Sie jedoch, wenn einer Ihrer Konkurrenten eine Firma mit verwechslungsähnlicher Firma im Ausland gründet. Das gilt natürlich auch umgekehrt: Wenn Sie im Ausland eine ähnliche Firma verwenden wie die Ihres Konkurrenten in Deutschland, können Ihnen die deutschen Behörden dies nicht untersagen.

Beispiele für "irreführende" Firmierungen

  • Irreführend wäre etwa die Firma eines Unternehmens "XY Internationale Transporte e. K.", dessen Inhaber (amtsbekannt) ohne abhängig Beschäftigte mit einem einzigen Pkw örtliche Kurierdienste ausführt.
  • Irreführend wäre auch eine "ProNatur Biosäfte AG", die nach ihrem Gesellschaftszweck Getränke aus Wasser und künstlichen Aromen produziert.
  • Nicht zulässig ist die Nutzung eines fiktiven Personennamens, wenn es eine (bekannte) Person dieses Namens gibt, die aber kein Gesellschafter der GmbH ist bzw. keine Genehmigung für die Verwendung des Namens erteilt hat, z. B. Claudia Schiffer Kosmetik GmbH.
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