Der goldene Handschlag: Abfindungen sind steuerpflichtig /fileadmin/_processed_/f/8/csm_Goldener_Handschlag_6c566bdac6.jpg 2016-05-23 Lexware

Der goldene Handschlag: Abfindungen sind steuerpflichtig

Führungskraft legt Mitarbeiter Abfindungsvertrag zur Unterschrift vor
Von Lexware-Redaktion
Aktualisiert am: 23.05.2016

Es gibt das Wort vom "goldenen Handschlag". Die Bezeichnung meint nichts anderes, als dass einem Beschäftigten der Abschied von einem Unternehmen erleichtert wird, indem er eine Abfindung erhält. Solche Abfindungen zahlen Unternehmen immer dann gerne, wenn sie beispielsweise die Zahl der Beschäftigten reduzieren möchten, ohne betriebsbedingt kündigen zu müssen. Ein anderer Grund für Abfindungen ist häufig auch, wenn sich der Arbeitgeber aus einem außertariflich geschlossenen Vertrag vorzeitig freikaufen möchte.

Kein gesetzlicher Anspruch auf Abfindung

Einen generellen Anspruch auf die Zahlung von Abfindungen gibt es nicht, sie muss immer im Einzelfall ausgehandelt werden. Viele Unternehmen haben jedoch so genannte Abfindungsrichtlinien für den internen Gebrauch. Sie kommen zur Anwendung, wenn innerhalb einer bestimmten Zeit Arbeitnehmer die Firma verlassen und einen solchen Anspruch geltend machen. Solche Richtlinien setzen sich meist zusammen aus einer Kombination von Lebensalter und Betriebs- bzw. Berufsjahren. Gelegentlich haben Firmen einen Vorbehalt eingebaut, so dass die Abfindung nur dann gezahlt wird, wenn der Abschied des Arbeitnehmers im beiderseitigen Interesse erfolgt. In solchen Fällen wird oft ein Aufhebungsvertrag ausgearbeitet.

Steuerliche Behandlung der Abfindung

Abfindungen sind generell steuerpflichtig, Steuerfreibeträge existieren inzwischen nicht mehr. Da die Besteuerung einer Abfindung in einem Jahr aber zu einer enormen Steuerlast führen würde, gibt es die Möglichkeit der so genannten Fünftelregelung. Praktisch heißt das, dass die Steuer so angerechnet wird, als sei die Abfindung über 5 Jahre verteilt gezahlt worden. Durch diese Steuermäßigung sinkt damit auch die Steuerlast für Arbeitnehmer. Allerdings ist zu beachten, dass der steuermäßigende Effekt mit dem Jahreseinkommen abnimmt. Wer als Alleinstehender ein Jahreseinkommen von 55.000 EUR und mehr (bei Verheirateten 110.000 EUR und mehr) hat, erhält praktisch keine Steuervorteile mehr. Weitere Informationen zur Abfindung sowie einen Abbfindungsrechner finden Sie unter www.steuern.de.

Anrechnung der Abfindung auf Arbeitslosengeld

Sozialversicherungsbeiträge entfallen auf Abfindungen nicht. Die Anrechnung auf mögliche Bezüge als Arbeitsloser ist dagegen kompliziert. Eine Anrechnung der Abfindung auf das Arbeitslosengeld ist durch die Bundesagentur für Arbeit nur dann statthaft, wenn die für den Arbeitgeber verbindliche Kündigungsfrist bei der Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses nicht eingehalten wurde. Unter Umständen entsteht dann eine so genannte Sperrfrist, in der der Arbeitnehmer von der Bundesagentur keine Bezüge erhält. Dies sollte aber im Einzelfall bei einer Beratung mit der Bundesagentur besprochen werden.

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