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Private Steuerprüfung: Wer aufpassen muss und was geprüft wird

Was auf Sie zukommt und wie Sie sich vorbereiten: Die Private Steuerprüfung
Von Lothar Volkelt
Aktualisiert am: 06.08.2015

Mit dem Steuerhinterziehungsbekämpfungsgesetz hat der Finanzminister seit 2010 ein Instrument geschaffen, das auch systematische Steuerprüfungen bei privaten Steuerzahlern möglich macht. Und zwar dann, wenn der Steuerzahler mehr als 500.000 EUR positives Einkommen im Jahr zu versteuern hat – ohne Anrechnung und Abzug von Verlusten.

Eine besondere Begründung – also ein bestimmter Prüfungsanlass – ist nicht notwendig. Alleine der Tatbestand des Gutverdienens rechtfertigt den staatlichen Einblick in private Sphären.

Achtung: Wähnen Sie sich nicht zu früh auf der sicheren Seite
Wenn Sie einmal die Grenze überschritten haben und später wieder unter 500.000 EUR sinken, streicht das Finanzamt Sie nicht sofort vom Prüfungsplan. Eine Außenprüfung ist in den folgenden fünf Jahren noch möglich. Diese Frist verlängert sich auf 10 Jahre, falls Sie Steuern hinterzogen haben.

Eine Steuerprüfung in den Ihren Privaträumen bzw. zu Ihren privaten Besteuerungsunterlagen ist aber auch dann möglich, wenn ein „begründeter“ Verdacht für einen Steuerstrafbestand vorliegt, z.B. wenn es Hinweise darauf gibt, dass Sie Steuern hinterzogen haben und die Behörden sicher stellen wollen, dass steuerrelevante Unterlagen nicht beiseite geschafft werden. Spektakulärster Fall in dieser Hinsicht war die Durchsuchung des Privathauses des Ex-Postchefs Zumwinkel, dessen private Räume in den frühen Morgenstunden und unter den Augen der Presse durchsucht wurden.

Es gilt also, vorbeugend zu handeln. z.B. bei den Belegen. Gutverdienende müssen alle privaten Belege, die für die steuerliche Beurteilung von Bedeutung sind, über 6 Jahre aufbewahren. Mehr noch: Weisen Sie z.B.  keine (steigenden)  Zinseinkünfte aus, müssen Sie belegen können, dass Sie Ihr Einkommen anderweitig ausgegeben haben –   z.B. auf Reisen (Belege aufbewahren). Anschlussprüfungen sind möglich.

Praxis-Tipp: Sichern Sie Ihren PC/Notebook gegen den Prüfer
Für die Außenprüfung können auch elektronische Daten herangezogen werden. Im Klartext: Der Prüfer hat Zugang zu Ihrem privaten PC oder Notebook bzw. kann die Herausgabe von elektronischen Daten verlangen – und juristisch durchsetzen. Stellen Sie sicher, dass finanzamtsrelevante Informationen und andere private Daten auf dem PC deutlich getrennt werden – zu den privaten Daten hat der Betriebsprüfer nämlich keinen Zugang.

Besondere Vorsicht ist angesagt, wenn Ihre Steuerbescheide für Jahre, die für Sie steuerlich abgehakt sind, vom Finanzamt lediglich „unter dem Vorbehalt der Nachprüfung“ ergangen sind. Diese sind noch nicht rechtskräftig. Sie sind also gut beraten, Unterlagen aus diesen Steuerjahren auch weiterhin aufzubewahren, um Ihre steuerlichen Verhältnisse auch später noch beweisen zu können.

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