Abschreibung

Mit Hilfe der Abschreibung werden im Rechnungswesen Wertminderungen bei Gegenständen des Anlage- und Umlaufvermögens erfasst. Von Wertminderung (z.B. durch Abnutzung) betroffen sind vor allem Investitionsgüter wie Fahrzeuge, Gebäude, Maschinen oder Werkzeuge.

Abschreibung

Nach dem Handelsgesetzbuch (HGB) besteht eine Abschreibungspflicht. Diese legt fest, dass die Wertminderung von betrieblichen Produktionsfaktoren (Grundstücke, Maschinen, Fahrzeuge, Büroausstattung etc.) und immateriellen Betriebsmitteln (Konzessionen, Lizenzen) in der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) berücksichtigt werden müssen. Dies geschieht, damit das Rechnungswesen die tatsächlichen Wertverhältnisse des Unternehmens widerspiegelt.

Die Ermittlung der Höhe der Abschreibung eines Wirtschaftsguts erfolgt nach strengen rechtlichen Vorschriften. Dabei sind neben Anschaffungs- und Herstellungskosten auch Material-, Fertigungs- und Verwaltungsgemeinkosten einzubeziehen.

Die Dauer der Abschreibung ergibt sich (für die meisten Wirtschaftsgüter) aus einer AfA-Tabelle des Bundesfinanzministeriums, in der alle gängigen Anlagegüter mit ihrer jeweiligen Nutzungsdauer aufgelistet sind. Diese Liste ist sehr detailliert. Aus ihr ergibt sich beispielsweise, dass ein Firmenwagen über eine Dauer von 6 Jahren abzuschreiben ist.

Die Abschreibung ist grundsätzlich solange in der Bilanz und GuV vorzunehmen, bis das Wirtschaftsgut aus dem Betrieb ausscheidet (durch Verkauf, Verlust oder Verschrottung) oder die Abschreibungsfrist abgelaufen ist. Wenn das Wirtschaftsgut - nachdem es vollständig abgeschrieben ist - weiter im Unternehmen genutzt wird, kann ein sogenannter Erinnerungswert in den Büchern fortgeführt werden.

Während handelsrechtlich betrachtet jede Wertminderung als Abschreibung bezeichnet wird, kennt das Steuerrecht die folgenden Varianten:

  • Die handelsrechtlich planmäßig angesetzte Abschreibung heißt im Steuerrecht Absetzung für Abnutzung (AfA)
  • Die außerplanmäßigen Abschreibungen auf das Anlagevermögen entsprechen der steuerlichen Absetzung für außergewöhnliche Abnutzung (AfaA)
  • Die außerplanmäßigen Abschreibungen auf das Umlaufvermögen entsprechen der steuerlichen Teilwertabschreibung
  • Die Sammel- bzw. Sofortabschreibungen betreffen die Abschreibung von Geringwertigen Wirtschaftsgütern (GWG)
  • Sonderformen der steuerrechtlichen Absetzung für Abnutzung, beispielsweise die erhöhte Abschreibung

Darüber hinaus gibt es verschiedene Abschreibungsmethoden. Mit Blick auf die Steuerbilanz sind vor allem die folgenden relevant:

  • die lineare Abschreibung (für abnutzbare Wirtschaftsgüter)
  • die geometrisch-degressive Abschreibung (für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens)
  • die arithmetisch-degressive Abschreibung (nur bei Gebäuden)
  • die gebrochene Abschreibung (für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens)
  • die Leistungsabschreibung (für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens)
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