Versteuerung von Elektro-Firmenwagen: So profitieren Sie von Kaufprämien und Steuervorteilen

Die Elektromobilität hält auch in den Fuhrparks vieler deutscher Firmen immer mehr Einzug. Attraktiv wird der Umstieg auf Firmenwagen mit Elektro- oder Hybridantrieb durch staatliche Kaufanreize, Steuervorteile und nicht zuletzt die hohen Preise an der Zapfsäule. Was für eine elektrische „Verkehrswende“ in der Firmenwagenflotte spricht und von welchen Fördermaßnahmen Sie bei der Versteuerung Ihres Elektro-Dienstwagens profitieren, lesen Sie in diesem Artikel.

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Mann lädt seinen Elektro-Firmenwagen
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Kaufprämien für Elektro- und Hybrid-Autos

Die Anschaffung von Elektroautos wird von Bund und Automobilherstellern derzeit über einen Umweltbonus und eine Innovationsprämie von bis zu 9.000 € gefördert - diese Förderung gilt noch bis Ende 2022 und erstreckt sich sowohl auf Privatpersonen als auch auf Unternehmen. Bei Leasingfahrzeugen bemisst sich die Höhe der Förderung an der Leasingdauer, ab einer Laufzeit über 23 Monate gilt die ungekürzte Förderung, bei kürzeren Vertragslaufzeiten fällt die Prämie geringer aus.

Wer sich ein Plug-in-Hybridfahrzeug anschafft, kann derzeit noch eine Förderung von maximal 6.750 EUR beanspruchen.

Achtung

Ab 2023: Geringere Kaufprämien und das geplante Ende der Förderung von Hybrid-Dienstwagen

Ab 2023 soll sich die staatliche Förderung stärker an einer positiven Klimawirkung der Fahrzeuge orientieren. Elektroautos sollen dann nur noch mit maximal 4.000 EUR (2023) bzw. 3.000 EUR (2024 und 2025) gefördert werden. Die neue Bundesregierung plant, die Förderung nur noch für Fahrzeuge zu gewähren, die über einen hohen elektrischen Fahranteil und eine elektrische Mindestreichweite verfügen (ab 1.8.2023: 80 Kilometer).

Bundeswirtschaftsminister Habeck ließ außerdem verlauten, dass die staatlichen Zuschüsse für Plug-in-Hybrid-Autos zum Ende des Jahres 2022 auslaufen sollen.

Wer die Kaufprämien in Anspruch nehmen will, sollte wissen, dass es für die Förderung auf das Datum der Zulassung und den Zeitpunkt der Antragstellung beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ankommt. Besonders wichtig: Der Online-Antrag kann erst gestellt werden, nachdem das Fahrzeug erworben und zugelassen worden ist.

Steuerliche Förderung bei Elektro- und Hybrid-Dienstwagen

Da Elektro- oder Hybridelektrofahrzeuge häufig noch teurer als herkömmliche Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor sind, war deren Einsatz in Dienstwagenflotten früher aus steuerlicher Sicht eher unattraktiv, da der höhere Listenpreis eine teurere private Nutzungsversteuerung nach sich zog. Der Gesetzgeber ist diesem Wettbewerbsnachteil mittlerweile entgegengetreten und begünstigt sowohl Elektroautos als auch extern aufladbare Hybridelektrofahrzeuge bei der Versteuerung der Privatnutzung.

Während die private (Mit-)Nutzung eines herkömmlichen „Verbrenners“ in der Regel mit monatlich 1 % des (ungekürzten) inländischen Bruttolistenpreises im Zeitpunkt der Erstzulassung versteuert werden muss, darf der anzusetzende Bruttolistenpreis bei privat (mit-)genutzten Elektrofahrzeugen und Plug-in-Hybridfahrzeugen entweder pauschal um die Batteriekosten gemindert oder von Vornherein nur anteilig angesetzt werden.

Versteuerung von Elektro-Dienstwagen bis 60.000 EUR

Für Elektrofahrzeuge mit einem Bruttolistenpreis bis 60.000 EUR, die in der Zeit vom 1.1.2019 bis 31.12.2030 angeschafft werden, existieren die großzügigsten Regelungen: Bei ihnen darf gemäß dem sogenannten Bruchteilsansatz für Zwecke der Nutzungsversteuerung nur ein Viertel des Bruttolistenpreises angesetzt werden.

Wie vorteilhaft diese Regelung ist, zeigt folgendes Beispiel:

Arbeitnehmer A und B nutzen ihre in 2022 erstmals überlassenen Dienstwagen auch für private Fahrten. Während A noch einen herkömmlichen Verbrenner fährt (Bruttolistenpreis von 40.000 EUR), nutzt B bereits ein reines Elektrofahrzeug (Bruttolistenpreis von 50.000 EUR). Der zu versteuernde geldwerte Vorteil errechnet sich wie folgt:

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Antriebsart
Antriebsart Anzusetzender Bruttolistenpreis 1-%-Nutzungsvorteil pro Jahr
Verbrenner 40.000 EUR 40.000 x 1 % x 12 = 4.800 EUR
Elektro 12.500 EUR (¼ von 50.000 EUR) 12.500 x 1 % x 12 = 1.500 EUR

Obwohl Arbeitnehmer B einen teureren PKW als A fährt, muss B einen erheblich geringeren Nutzungsvorteil versteuern. Legt man einen Grenzsteuersatz von 30 % zugrunde, fällt die Lohnsteuerbelastung bei B pro Jahr um 990 EUR geringer aus als bei A.

Versteuerung von Elektro-Firmenwagen ab 60.000 EUR

Ist das Elektroauto teurer als 60.000 EUR, zeigt sich der Steuergesetzgeber etwas weniger großzügig. In diesem Fall darf der Bruttolistenpreis gemäß dem Bruchteilsansatz immerhin noch um die Hälfte reduziert werden. Die Anschaffung muss hierfür ebenfalls in der Zeit vom 1.1.2019 bis 31.12.2030 erfolgen.

Versteuerung von Plug-in-Hybriden nach dem Bruchteilsansatz

Bei extern aufladbaren Hybridelektrofahrzeugen kann der Bruttolistenpreis zur Hälfte angesetzt werden, wenn das Fahrzeug eine Kohlendioxidemission von höchstens 50 Gramm pro Kilometer hat oder über folgende Mindestreichweiten verfügt:

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Anschaffungszeitraum
Anschaffungszeitraum Mindestreichweite
01.01.2019 bis 31.12.2021 40 km
01.01.2022 bis 31.12.2024 60 km
01.01.2025 bis 31.12.2030 80 km

Wichtig zu wissen: Die Kohlendioxidemissionen und die elektrische Mindestreichweite ergeben sich aus der sogenannten EU-Konformitätsbescheinigung zum Fahrzeug.

Achtung

Bundesregierung plant Verschärfung der Versteuerung von Hybrid-Dienstwagen

Wie bereits erwähnt, will die Bundesregierung die Voraussetzungen für die lohn- und einkommensteuerliche Bevorzugung von Hybrid-Dienstwagen weiter verschärfen:

  1. Die Halbierung der geldwerten Vorteile soll zukünftig nur noch gelten, wenn das Fahrzeug überwiegend im rein elektrischen Fahrantrieb betrieben wird - also mehr als 50 Prozent. Ansonsten gilt die Regelbesteuerung.
  2. Die elektrische Mindestreichweite der Fahrzeuge soll bereits ab dem 1.8.2023 auf 80 Kilometer angehoben werden.

Ob diese angekündigten Maßnahmen aber tatsächlich so umgesetzt werden, bleibt jedoch abzuwarten.

Steuerliche Förderung durch Nachteilsausgleich

Sofern die Bruttolistenpreise von Elektrofahrzeugen oder Plug-In-Hybriden nicht über die vorgenannten Bruchteilsansätze gemindert werden können, gilt eine Auffangregelung - der sogenannte Nachteilsausgleich. Dieser sieht vor, dass der Bruttolistenpreis zumindest pauschal um die darin enthaltenen Kosten für das Batteriesystem gemindert werden kann. Dies gilt, sofern das Fahrzeug vor dem 1.1.2023 angeschafft worden ist.

Wie viel vom Listenpreis abgezogen werden kann, zeigt die folgende Tabelle:

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Anschaffungsjahr/Jahr der Erstzulassung
Anschaffungsjahr/Jahr der Erstzulassung Minderungsbetrag je Kilowattstunde (kWh) der Batteriekapazität* Höchstbetrag
2013 und früher 500 EUR 10.000 EUR
2014 450 EUR 9.500 EUR
2015 400 EUR 9.000 EUR
2016 350 EUR 8.500 EUR
2017 300 EUR 8.000 EUR
2018 250 EUR 7.500 EUR
2019 200 EUR 7.000 EUR
2020 150 EUR 6.500 EUR
2021 100 EUR 6.000 EUR
2022 50 EUR 5.500 EUR

*Die Batteriekapazität eines Fahrzeugs ist im Fahrzeugschein in Feld 22 ablesbar.

Beispiel: Versteuerung des Elektro-Dienstwagens via Nachteilsausgleich

Arbeitnehmer A hat in 2018 ein Elektrofahrzeug mit einer Batteriekapazität von 25,4 kWh erworben, der nicht unter die Bruchteilsregelungen fällt; der Bruttolistenpreis beträgt 45.000 EUR und kann pauschal um 6.350 EUR (25,4 kWh x 250 EUR) gekürzt werden, sodass für die Nutzungsversteuerung nur noch (abgerundet) 38.600 EUR zu Grunde gelegt werden müssen.

Der Nutzungsvorteil nach der 1-%-Methode beträgt somit 386 EUR pro Monat (statt ungekürzt 450 EUR).

Versteuerung des Elektro-Dienstwagens nach der Fahrtenbuchmethode

Der private Nutzungsvorteil eines Dienstwagens kann auch bei Elektrofahrzeugen und Plug-in-Hybriden nur dann pauschal mit 1 Prozent des Bruttolistenpreises pro Monat versteuert werden, wenn das Fahrzeug zu mehr als 50 % betrieblich genutzt wird. Als alternative Methode steht die sogenannte Fahrtenbuchmethode zur Verfügung. Hierbei muss der Fahrer seine dienstlichen und privat zurückgelegten Fahrtstrecken laufend und lückenlos aufzeichnen.

Als Nutzungsvorteil muss er dann den Anteil an den jährlichen Gesamtkosten des Fahrzeugs (z. B. Kosten für Benzin, Versicherung, Reparatur, Abschreibung) versteuern, der auf seine privaten Fahrten entfällt. Das bedeutet: Je höher der Anteil der Privatfahrten und die Gesamtkosten des Fahrzeugs ausfallen, desto höher sind Nutzungsvorteil und Steuerlast.

Wird der private Nutzungsvorteil nach der Fahrtenbuchmethode ermittelt, können die Gesamtkosten des Fahrzeugs bei Elekroautos und Hybriden wie folgt gemindert werden:

  • Bei Anwendung des Nachteilsausgleichs dürfen die Kosten für das Batteriesystem aus den Gesamtkosten des Fahrzeugs herausgerechnet werden (durch Abzug der pauschalen kWh-Abschläge von der Bemessungsgrundlage der Fahrzeugabschreibung).
  • Bei Anwendung der Bruchteilsregelungen kann als Bemessungsgrundlage für die Fahrzeugabschreibung direkt der jeweils gültige Bruchteil angesetzt werden, sodass die Gesamtkosten des Fahrzeugs geringer ausfallen.

Steuerfreie Erstattung von privaten Stromkosten durch den Arbeitgeber

Zahlt der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer einen Geldbetrag dafür, dass der Dienstwagen zuhause „privat“ aufgeladen wird, darf dieser Auslagenersatz bis zu pauschalen Höchstbeträgen steuerfrei fließen. Sofern eine zusätzliche Lademöglichkeit beim Arbeitgeber vorhanden ist, gelten folgende erhöhte Pauschalen seit 2021 und bis Ende 2030:

  • 30 EUR monatlich für Elektrofahrzeuge (bis 2020: 20 EUR)
  • 15 EUR monatlich für Hybridelektrofahrzeuge (bis 2020: 10 EUR)

Existiert keine zusätzliche Lademöglichkeit beim Arbeitgeber, gelten folgende erhöhte Pauschalen seit 2021 und bis Ende 2030:

  • 70 EUR für Elektrofahrzeuge (bis 2020: 50 EUR)
  • 35 EUR für Hybridelektrofahrzeuge (bis 2020: 25 EUR)

"Aufladevorteile" durch den Arbeitgeber bleiben steuerfrei

Kann ein Arbeitnehmer sein privates oder dienstliches Elektro- oder Hybridelektrofahrzeug im Betrieb des Arbeitgebers oder eines verbundenen Unternehmens kostenlos oder verbilligt aufladen, ist dieser „Aufladevorteil“ seit 2017 (lohn-)steuerfrei. Der Arbeitgeber kann dem Arbeitnehmer alternativ auch eine betriebliche Ladevorrichtung lohnsteuerfrei zur privaten Nutzung für zuhause überlassen (aber nicht endgültig übereignen). Diese Steuerfreiheit gilt für „Aufladevorteile“, die der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer in den Jahren 2017 bis 2030 zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt.

Info

Pauschale Versteuerung einer vom Arbeitgeber überlassenen Ladevorrichtung

Sofern der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer eine Ladevorrichtung für Elektro- oder Hybridelektrofahrzeuge verbilligt oder kostenlos schenkt, kann der daraus erwachsene Vorteil pauschal mit 25 Prozent (lohn-)versteuert werden.

Keine Kfz-Steuer auf neu zugelassene Elektro-Dienstwagen

Für neu zugelassene Elektrofahrzeuge muss nach den derzeitigen Regelungen zehn Jahre nach Erstzulassung keine Kfz-Steuer gezahlt werden; diese Befreiung gilt noch bis zum 31.12.2030. Plug-in-Hybride sind hingegen nicht befreit, bei ihnen berechnet sich die Steuer - wie bei Verbrennern üblich - nach dem Hubraum und den CO2-Emissionen.