Steueränderungen 2021: Das Wichtigste im Überblick

Aufgrund der Corona-Pandemie müssen Unternehmer und Arbeitnehmer sich mit zahlreichen Steueränderungen 2021 auseinandersetzen. Die gute Nachricht: Es handelt sich hauptsächlich um Steuererleichterungen und Vergünstigungen. Schließlich sollen die Änderungen dazu führen, dass Unternehmer weniger Steuern zahlen müssen und so die Corona-Krise finanziell überstehen können. Hier finden Sie die interessantesten Steueränderungen 2021 im Überblick.

Alle Steueränderungen 2021 im Überblick

Wir haben die wichtigsten Steueränderungen im Jahr 2021 für Sie kompakt zusammengefasst und auf dieser Seite aufgelistet. Springen Sie ganz einfach zur entsprechenden Änderung:

Steueränderungen 2021 beim Investitionsabzugsbetrag

Planen Sie in den nächsten Jahren Investitionen ins bewegliche Anlagevermögen, profitieren Sie vielleicht erstmals vom Investitionsabzugsbetrag nach § 7g Abs. 1 EStG. Hier dürfen Sie bereits im Jahr der Investitionsplanung 50 Prozent der voraussichtlichen Investitionskosten (bisher 40 Prozent) als Betriebsausgaben vom Gewinn abziehen.

Die Steueränderungen 2021 bringen hier auch neue – günstigere – Voraussetzungen: Der 50-prozentige Investitionsabzugsbetrag ist abziehbar, wenn Ihr Gewinn vor Abzug nicht über 200.000 Euro liegt. Diese neue Gewinngröße gilt für Einnahmen-Überschussrechner und Bilanzierer gleichermaßen. Bisher wurde der Investitionsabzugsbetrag nur dann nicht rückwirkend gekippt, wenn der Investitionsgegenstand im Jahr der Anschaffung und im Folgejahr zu mindestens 90 Prozent im Betrieb genutzt wurde. Neuerdings ist es auch unschädlich, wenn der Gegenstand vermietet wird.

Tipp

Investitionsabzugsbetrag

Beim Investitionsabzugsbetrag handelt es sich übrigens nicht um reine Steueränderungen. Diese vorteilhaften Neuregelungen greifen bereits rückwirkend ab 1.1.2020. Bei der Gewinnermittlung 2020 können Sie also prüfen, ob ein Abzug für geplante Investitionen (erstmals) in Betracht kommt.

Umsatzsteuersätze: Steueränderungen 2021 mit Salto rückwärts

Pünktlich zum 1.1.2021 müssen Unternehmer wieder die „alten“ Umsatzsteuersätze in ihren Rechnungen ausweisen. Das bedeutet einen Regelsteuersatz in 2021 von 19 Prozent und einen ermäßigten Steuersatz von 7 Prozent. Eine Verlängerung der zeitlich vom 1.7.2020 bis 31.12.2020 beschränkten Mehrwertsteuersenkung konnte trotz der anhaltenden Corona-Krise nicht durchgesetzt werden.

Steueränderungen 2021 aufgrund von Heimarbeit und Homeoffice

Arbeitnehmer, die wegen der Corona-Krise viel zu Hause arbeiten müssen, aber kein Arbeitszimmer nutzen, sondern Arbeiten am Küchentisch oder in einer Arbeitsecke im Wohnzimmer erledigen, können sich freuen. Sie profitieren von der neu eingeführten Homeoffice-Pauschale. Abziehbar sind 5 Euro pro Tag, maximal 600 Euro im Jahr. Das Finanzamt erwartet keinen Nachweis für die Kosten. Doch es muss eine Voraussetzung erfüllt sein: Die Homeoffice-Pauschale gibt es nur für Tage, an denen Arbeitnehmer ausschließlich im Homeoffice arbeiten.

Tipp

Homeoffice

Nach dem Wortlaut in § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Satz 4 EStG profitieren von der Homeoffice-Pauschale von maximal 600 Euro nicht nur Arbeitnehmer, sondern auch Unternehmer. Im Gesetz ist nämlich von „Steuerpflichtigen“ die Rede. Weitere gute Nachricht: Diese neue Abzugsvariante gilt nicht nur für die Steueränderungen 2021, sondern rückwirkend bereits ab 2020.

Steueränderungen 2021 betreffen auch die steuerfreie Corona-Prämie

Als Arbeitgeber durften Sie 2020 von der Corona-Krise betroffene Arbeitnehmer mit einer steuerfreien Corona-Prämie von bis zu 1.500 Euro überraschen. Voraussetzungen unter anderem: Die Zahlung muss zusätzlich zum geschuldeten Arbeitslohn erfolgen und die Zahlung musste zwischen dem 1. März 2020 und dem 31. Dezember 2020 erfolgen.

Haben Sie es 2020 nicht mehr geschafft, Ihre Mitarbeiter mit dieser steuerfreien Corona-Prämie nach § 3 Nr. 11a EStG zu überraschen, haben Sie aufgrund der im Jahressteuergesetz 2020 beschlossenen Steueränderungen noch ein bisschen Zeit. Der Zeitraum für die Auszahlung der steuerfreien Prämie wurde bis zum 30. Juni 2021 verlängert.

Achtung

Beachten Sie bei der Corona-Prämie!

Es bleiben insgesamt nur 1.500 Euro steuerfrei. Diese Steueränderung 2021 bedeutet also nicht, dass Sie 2020 bis zu 1.500 Euro steuerfrei auszahlen dürfen und 2021 erneut bis zu 1.500 Euro.

Übungsleiterfreibetrag und Ehrenamtspauschale

Engagieren Sie sich ehrenamtlich, bringen Ihnen die Steueränderungen 2021 eine weitere Entlastung. Einnahmen aus einer nebenberuflichen Tätigkeit als Übungsleiter, Ausbilder, Erzieher, Betreuer oder aus einer vergleichbaren nebenberuflichen Tätigkeit waren bislang bis zu einem Betrag von 2.400 Euro pro Jahr steuerfrei. Dieser steuerfreie Übungsleiterfreibetrag nach § 3 Nr. 26 EStG erhöht sich ab 2021 auf 3.000 Euro pro Jahr. Die Ehrenamtspauschale nach § 3 Nr. 26a EStG klettert im Jahr 2021 von bisher 720 Euro auf 840 Euro.

Steueränderungen 2021 bringen Klarstellung zu Gehaltsextras

Bei vielen steuerfreien oder steuerbegünstigten Gehaltsextras ist Voraussetzung, dass diese zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn geleistet werden müssen. Verzichtet ein Arbeitnehmer also auf Gehalt, um beispielsweise eine steuerfreie Corona-Prämie zu beziehen, kippt die Steuerfreiheit. Aufgrund steuerzahlerfreundlicher Urteile des Bundesfinanzhofs, die der Auffassung der Finanzämter widersprachen, wurde im Jahressteuergesetz 2020 nun verschärfend definiert, wann eine Arbeitgeberleistung als „zusätzlich zum Arbeitslohn geleistet“ einzustufen ist. Das ist der Fall, wenn

  • die Leistung nicht auf den Anspruch auf Arbeitslohn angerechnet wird,
  • der Anspruch auf Arbeitslohn nicht zugunsten der Leistung herabgesetzt wird,
  • die verwendungs- oder zweckgebundene Leistung nicht anstelle einer bereits vereinbarten künftigen Erhöhung des Arbeitslohns gewährt wird und
  • bei Wegfall der Leistung der Arbeitslohn nicht erhöht wird.

Tipp

Richten Sie im Zweifel eine Anrufungsauskunft ans Finanzamt

Diese mit den Steueränderungen 2021 im Jahressteuergesetz verabschiedete Neuregelung gilt für Gehaltsextras, die einem Arbeitnehmer nach dem 31.12.2019 zugeflossen sind. Sollten aktuell oder im Rahmen einer Lohnsteuerprüfung Unsicherheiten zur Auslegung dieser Definition bestehen, empfiehlt es sich, entweder eine Anrufungsauskunft nach § 42e EStG an das Finanzamt zu richten oder Sie wenden sich mit der Bitte um Stellungnahme an die übergeordnete Behörde (Oberfinanzdirektion, Landesamt für Steuern).

Änderungen auch bei Weiterbildungs- und Beratungsleistungen

Mussten Sie einen Arbeitnehmer kündigen und bezahlen ihm Beratungsleistungen (Outplacement-Beratung oder Newplacement-Beratung), damit sich die ausscheidenden Mitarbeiter am Arbeitsmarkt besser anbieten können, sind solche Zahlungen des Arbeitgebers für Beratungsleistungen neuerdings nach § 3 Nr. 19 EStG steuerfrei.

Tipp

Die Regelung gilt rückwirkend

Diese Regelung wurde mit dem Jahressteuergesetz 2020 beschlossen. Sie gilt jedoch auch rückwirkend für bereits bezahlte Beratungsleistungen im Jahr 2020.

Steueränderungen auch bei Brexit zu beachten

Aufgrund der Einigung zwischen der EU und Großbritannien im Streit um den Brexit kurz vor Ende der Übergangsfrist in 2020 ist doch noch ein geregelter Brexit erreicht worden. In Deutschland ansässige Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen zu Großbritannien und Nordirland müssen aufgrund des Brexit zahlreiche umsatzsteuerliche Steueränderungen in 2021 beachten. Denn diese Staaten sind ab 1.1.2021 aus umsatzsteuerlicher Sicht grundsätzlich Drittstaaten.

Tipp

Änderungen im BMF-Schreiben nachlesen

Zahlreiche umsatzsteuerliche Änderungen aufgrund des geregelten Brexit finden Unternehmer in einem aktuellen Schreiben des Bundesfinanzministeriums (BMF, Schreiben v. 10.12.2020, Az. III C 1 – S 7050/19/10001:002).

Steueränderungen 2021 beim Sonderausgabenabzug

Zahlen Sie als Selbständiger Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung oder einen Basis-Vertrag (auch als Rürup-Rentenvertrag bezeichnet), dürfen Sie im Jahr 2021 grundsätzlich 92 Prozent dieser Beitragszahlungen als Sonderausgaben geltend machen. Beachten Sie jedoch, dass bestimmte Höchstbeträge gelten. Als Sonderausgaben abziehbar sind 2021 maximal 23.724 Euro / 47.448 Euro (Ledige / Zusammenveranlagung). Es werden 2021 als maximale Beitragszahlungen von 25.787 Euro / 51.574 (Ledige / Zusammenveranlagung) steuerlich gefördert.

Weitere interessante Steueränderungen 2021 im Kurzüberblick

Grundfreibetrag

Der Grundfreibetrag, bis zu dessen Höhe keine Steuern bezahlt werden müssen, beträgt im Jahr 2021 für Ledige 9.744 Euro und für zusammenveranlagte Steuerzahler 19.488 Euro

Reichensteuer

Normalerweise gilt in Deutschland ein Spitzensteuersatz von 42 Prozent. Nur Spitzenverdiener müssen ab einem bestimmten zu versteuernden Einkommen drei Prozentpunkte mehr Steuern bezahlen (sog. Reichensteuer). Im Jahr 2021 muss dieser Steuerzuschlag ab einem Einkommen von 274.613 Euro / 549.225 Euro (Ledige / Zusammenveranlagung) bezahlt werden.

Betriebliche Altersvorsorge

Bei einer Gehaltsumwandlung zu Gunsten von Beiträgen in eine betriebliche Altersvorsorge in Form einer Direktversicherung, einer Pensionskasse oder eines Pensionsfonds bleiben im Jahr 2021 Beiträge bis zu einer Höhe von 6.816 Euro steuerfrei.

Umsatzsteuervoranmeldung

Für Gründer fällt ab 2021 die Verpflichtung zur monatlichen Abgabe von Umsatzsteuervoranmeldungen weg. Ob die Voranmeldungen monatlich oder vierteljährlich abgegeben werden müssen oder ob eine Jahresumsatzsteuererklärung ausreicht, hängt von der Umsatzsteuerzahllast des Vorjahrs oder von der voraussichtlichen Zahllast im Jahr der Gründung ab.

Fazit

Steueränderungen 2021 vorteilhaft

Die Steueränderungen 2021 sind zwar zahlreich, jedoch aufgrund der Corona-Krise meist vorteilhaft für Unternehmer. Die Aufzählung in diesem Praxisbeitrag bietet natürlich nur einen kleinen Ausschnitt über die interessantesten Steueränderungen 2021