Urheberrecht einfach erklärt: Worauf Unternehmen achten sollten

Wer einer kreativen Tätigkeit nachgeht und zum Beispiel als Komponist:in oder Texter:in geistige, wissenschaftliche oder künstlerische Werke kreiert, den schützt in Deutschland das Urheberrecht. Dieses legt fest, dass Dritte jenes geistige Eigentum nicht einfach für eigene Zwecke ausgeben, übernehmen bzw. kopieren dürfen. Wer das ohne Zustimmung des Urhebers oder der Urheberin tut, dem drohen Abmahnungen und Geldstrafen wegen Verstoßes gegen das Urheberrecht.

Hinweis: Gendergerechte Sprache ist uns wichtig. Daher verwenden wir auf diesem Portal, wann immer möglich, genderneutrale Bezeichnungen. Daneben weichen wir auf das generische Maskulinum aus. Hiermit sind ausdrücklich alle Geschlechter (m/w/d) mitgemeint. Diese Vorgehensweise hat lediglich redaktionelle Gründe und beinhaltet keinerlei Wertung.

Dieses Recht erlischt auch nach dem Tod des Urhebers oder der Urheberin nicht. Erst 70 Jahre danach können Dritte das Werk ohne Genehmigung nutzen oder modifizieren. Voraussetzung ist, dass es zu diesem Zeitpunkt keine Erb:innen gibt, die über das Werk weiter bestimmen können. Für Unternehmer:innen wie Sie stellen sich in diesem Kontext einige Fragen: Wie entsteht das Urheberrecht eigentlich? Welche Ideen oder Dienstleistungen sind durch das Urheberrecht geschützt und welche Folgen ergeben sich, wenn Sie sich selbst mit dem Vermerk des Copyrights konfrontiert sehen? Antworten auf alle wichtigen Fragen liefern wir in diesen Beitrag.

Was ist das Urheberrecht?

Vielleicht fallen Ihnen zum Thema Urheberrecht erst einmal die Medien mit Werbeslogans oder Filmproduktionen ein. Tatsächlich umfasst das Urheberrecht per Definition aber den Schutz eines weitaus größeren Bereichs geistigen Eigentums. Mit Werken im Sinne des Urheberrechtsgesetzes (UrhG) sind alle persönlichen geistigen Schöpfungen gemeint. Dazu zählen:

  • Bücher
  • Artikel und Texte
  • künstlerische Kreationen wie Bilder, Fotos und Filme

Auch gewisse technische und wissenschaftliche Ideen im Vorfeld vieler Werke sind in Deutschland urheberrechtlich geschützt. Wichtig ist zu wissen: Das Urheberrecht ist grundsätzlich nicht übertragbar. Nur per Testament kann ein:e Urheber:in seinen Erben:innen jene Rechte übertragen. Alternativ kann er oder sie lediglich sogenannte Nutzungsrechte per Rechtsgeschäft an Dritte verkaufen.

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Das sagt das Urheberrecht grundsätzlich aus

Der Gesetzestext des UrhG umfasst somit alle Regeln zum Schutz und zur Verwertung geistigen Eigentums. Mit dem übergeordneten Ziel eines kulturellen Rechtsschutzes werden Rechte und Pflichten von Urheber:innen und Nutzer:innen festgelegt. Dabei geht es auch um eine angemessene Vergütung für die Verwertung von Werken. Um sich als Unternehmer:in abzusichern, ist es deshalb sinnvoll, sich mit grundlegenden Fragen auseinanderzusetzen.

Wie entsteht ein Urheberrecht?

Im Gegensatz zum Patentrecht muss der gesetzliche Schutz durch das Urheberrecht nicht angemeldet beziehungsweise beantragt werden. Das Urheberrecht entsteht immer dann, wenn ein Werk – beispielsweise ein Text oder ein Bild – entstanden ist. Hierin liegt der Unterschied zum Patent- und Markenrecht. Erfindungen bzw. Markenschutz müssen vor Registrierung stets beim Deutschen Patent- oder Markenamt angemeldet und geprüft werden. Erst dann werden diese in einem Register erfasst und schützen die Leistungen ihrer Erfinder:innen. Im Zusammenhang mit geistigem Eigentum sowie Urheberschaft gibt es kein offizielles Urheberrechtsregister.

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Auch nicht veröffentlichte Werke sind geschützt

Dazu kommt, dass Werke auch dann urheberrechtlich geschützt sind, wenn sie nicht veröffentlicht wurden. Beispiel: Auch ein Manuskript für eine Buch-Idee, ein Theaterstück oder die Skizze eines Künstlers oder einer Künstlerin, die in der Schublade ihrer Urheber:innen liegen, sind per Gesetz vor Nachahmung oder Nutzung Dritter geschützt.

Was genau ist ein:e Urheber:in?

Die Antwort findet sich in Paragraph 1des UrhG:
Als Urheber:in gilt, wer eigene Werke in den Bereichen Kunst, Literatur und Wissenschaft kreiert und somit das Urheberrecht beispielsweise für Bild, Text, Bücher oder für ein Logo geltend machen kann.

Dabei muss es sich beim Urheber oder bei der Urheberin um eine natürliche Person handeln. Das UrhG listet dabei die folgenden Werkarten als schutzfähige Beispiele von Urheber:innen auf:

  • Sprachwerke: dazu zählen zum Beispiel Reden oder Computerprogramme
  • Schriftwerke: gemeint sind z. B. Artikel, Bücher und Werbetexte
  • Werke der Musik und pantomimische Werke
  • Werke der Tanzkunst
  • Werke der Baukünste: in der Architektur und Innenarchitektur
  • Werke der bildenden Künste: zum Beispiel Skulpturen
  • Fotografie- sowie Filmwerke
  • Darstellungen wissenschaftlicher und technischer Art: gemeint sind Skizzen, technische Zeichnungen, Kartierungen
  • Auch neuartige Werkformen, die sich aus der Digitalisierung ergeben, können schützenswert sein: zum Beispiel Webauftritte, Blogs oder digitale Datenbanken

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Diese Werke sind nicht urheberrechtlich geschützt

Gesetzliche Verordnungen, Bekanntmachungen oder amtliche Entscheidungen sowie Gesetzestexte fallen nicht unter das Urheberrecht. Sie gelten als „gemeinfrei“ und können von jedem genutzt werden.

Was verlangt das Urheberrecht vom Urheber oder der Urheberin?

Kreative Werke sind gemäß UrhG immer dann schützenswert, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Eine Kreation muss laut Urheberrecht als Leistung konkret umgesetzt sein: Die reine Idee dazu zählt nicht als Werk.
  • Ein Werk muss das Ergebnis menschlichen Schaffens sein und sich auf eine natürliche Person zurückführen lassen.
  • Kreative Werke im Sinne des Urheberrechts müssen durch den oder die Urheber:in und seine oder ihre Person stark geprägt sein
  • Das Werk eines Urhebers oder einer Urheberin muss in seiner Form sinnlich wahrnehmbar sein. Dabei muss die Absicht des Urhebers erkennbar sein.

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Entstehung des Urheberrechts

Das Urheberrecht ist ein relativ junges Gesetz und nicht wie andere Gesetze auf Regelwerke aus dem römischen Reich zurückzuführen. Es war vor allem der Buchdruck, der im Mittelalter Kreationen zur massenhaften Herstellung von Schriftstücken lostrat und zu Streit über geistiges Eigentum führte. Damals entstanden die sogenannten Druckerprivilegien als erste Form des heute vorliegenden Copyrights. Danach vergingen noch viele Jahrhunderte bis in Deutschland einheitlich geltende Schutzrechte beschlossen wurden.

Was wird durch das Urheberrecht geschützt?

Der oder die Urheber:in eines Werkes, das können eine Person oder mehrere Personen sein, die eine Kreation gemeinsam geschaffen haben. Letztere gelten per UrhG dann als Miturheber:innen. In diesem Fall teilen sich alle die Pflichten und Rechte, die im Urheberrecht festgelegt sind. Welche Rechte Ihnen als Unternehmer:in geläufig sein sollten, zeigen wir Ihnen im Folgenden.

Das Urheberpersönlichkeitsrecht

Die Paragraphen 12 bis 14 des UrhG erklären und behandeln die Inhalte zum Veröffentlichungsrecht, zur Entstellung des Werkes und zur Anerkennung der Urheberschaft. Dabei geht es stets um die Beziehung des Urhebers oder der Urheberin zu seinem oder ihrem Werk bzw. um den Schutz desselben. Diese Gesetzesinhalte sollten Sie kennen:

  • Veröffentlichungsrecht (§ 12 UrhG): Nur der oder die Urheber:in darf entscheiden, ob und in welcher Form seine oder ihre Kreation veröffentlich wird. Dies bezieht sich auf die Erstveröffentlichung, die Werk oder Leistung der Öffentlichkeit vorstellen.
  • Anerkennung Urheberschaft (§ 13 UrhG): Ob zum Beispiel das Gemälde mit einer Urheberbezeichnung gekennzeichnet wird, bleibt dem oder der Urheber:in ebenso überlassen wie die Art und Weise der Darstellung seiner oder ihrer Urheberschaft. Letzteres kann mithilfe von Initialen, einem Pseudonym oder dem realen Namen erfolgen.
  • Entstellung des Werkes (§ 14 UrhG): Zur Absicherung seines oder ihres geistigen Eigentums kann ein:e Urheber:in zudem die „Entstellung des Werkes“ untersagen. Auch eine Abwertung oder Verschlechterung seiner oder ihrer Kreation darf er oder sie laut UrhG verbieten. Hier gilt die Auffassung, dass der oder die Urheber:in sein oder ihr Werk bereits optimal dargestellt hat und somit jede Änderung einer Beeinträchtigung gleichkommt.

Die Verwertungsrechte

Nur Urheber:innen dürfen darüber entscheiden, ob und wie ihre Werke wirtschaftlich verwertet werden. Im Fokus der rechtlich verankerten Verwertungsrechte stehen dabei stets die materiellen Interessen des Urhebers oder der Urheberin.

Beachten Sie, dass Richtlinien des Urheberrechts dabei zwischen körperlicher und unkörperlicher Form der Verwertung unterscheiden. Folgendes regeln die Paragraphen des UrhG im Rahmen der sogenannten körperlichen Verwertungsform:

  • Vervielfältigungsrecht (§ 16)
  • Verbreitungsrecht (§ 17)
  • Ausstellungsrecht (§ 18)
  • Recht zu Vortrag, Aufführung oder Vorführung (§ 19)
  • Recht auf öffentliche Zugänglichmachung (§ 19a)
  • Senderecht (§ 20):
  • Wiedergaberecht durch Bild- und Tonträger (§ 21)

Achtung

Vorsicht bei der Verwertung von Inhalten Dritter!

Das Urheberrecht ist keine Einbahnstraße. Auch Unternehmen müssen beispielsweise bei der Gestaltung der eigenen Website das Urheberrecht beachten. So kann etwa die Einbindung von Stadtplänen als Wegbeschreibung zu Ihrer Firma schnell teuer werden, wenn Sie vorher nicht nachgefragt haben.

Nutzungsrechte: Was sieht das Urheberrecht vor?

Besitzen Urheber:innen nicht die finanziellen Mittel, um eigene Kreationen wirtschaftlich zu verwerten, können sie einem Dritten per Vertrag eine sogenannte einfache Nutzungsrechtseinräumung zusagen. Hierin wird die Art der Verwertung festgeschrieben. Gleichzeitig ist es dem oder der Urheber:in gestattet, selbst eine Verwertung seines oder ihres Werkes umzusetzen oder weiteren Verwertern Nutzungsrechte einzuräumen.

Ein Beispiel:
Letzteres ist der Fall, wenn ein:e Fotograf:in die Nutzungsrechte für ein Bild gleich mehreren Firmen für deren Werbe- oder Gestaltungszwecke verkauft. Räumt ein:e Urheber:in jedoch einem Dritten das alleinige Nutzungsrecht ein, zum Beispiel für ein Bild, dann dürfen weder er oder sie noch weitere Verwerter dieses veröffentlichen. Laut Urheberrechtshinweis darf ein:e Urheber:in zu seiner oder ihrer eigenen Absicherung Nutzungsrechte zeitlich, inhaltlich oder räumlich beschränken.

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Seit 2008 gilt:

Der oder die Urheber:in kann sogar die Nutzungsrechte für noch nicht bekannte Nutzungsarten an Dritte übertragen. Damit trägt der Gesetzgeber der technischen Entwicklung bzw. Digitalisierung Rechnung. Folglich wird eine Verwertung im Rahmen einer neuen, noch unbekannten Nutzungsart eine zusätzliche Vergütung nach sich ziehen. Wichtig: Der oder die Urheber:in muss über diese Verwertung informiert werden, sodass er oder sie innerhalb von drei Monaten in der Lage ist, die erteilten Rechte hierfür zu widerrufen.

Das Urheberrecht im Internet

Digitalisierung war und ist ein rasend schnell fortschreitender Prozess, der auch das Urheberrecht immer wieder vor neue Herausforderungen stellt. Denn gesetzliche Regelwerke können oft nicht mit der technischen Veränderung von Medien mithalten. Deshalb hält das UrhG beispielsweise Nutzungs- und Werk-Arten offen, so dass auch neue Verfahren und Technologien urheberrechtlich Berücksichtigung finden können. Auch die Anonymität des Internets sorgt für Fallstricke, weil sie ihre Nutzer:innen oftmals zum Verstoß gegen das Urheberrecht verführt. Mitunter geschieht das ohne böse Absicht. Lädt ein:e Nutzer:in zum Beispiel in den sozialen Medien Figuren wie Donald Duck als Profilbild hoch, verletzt er oder sie bereits urheberrechtliche Bestimmungen. Wer sich fremde Texteoder Bilder aus dem Internet herunterlädt, macht sich ebenfalls strafbar, wenn er oder sie diese anschließend auf der eigenen Website oder im Blog veröffentlicht.

Social Media als Kommunikationsform ist auch für Unternehmen nicht mehr wegzudenken, denn die Verbreitung digitaler Inhalte ist eine populäre Marketingmethode des E-Commerce. Aber Vorsicht: Beim Liken, Posten und Teilen können Sie schnell Urheberrecht oder Persönlichkeitsrechte Dritter verletzen. Deshalb sollten Sie am besten darauf verzichten, Texte, Fotos oder Videos zu verbreiten, die nicht von Ihnen selbst stammen.

Tipp

Beachten Sie bei der Verwendung von Bildern auf Ihrer Website

Wenn Sie auf Ihrer Website urheberrechtsfreie Bilder verwenden möchten, um Kosten zu sparen, ist dies ein legitimer Wunsch, doch im Ergebnis nicht immer zweifelsfrei umzusetzen. Erst wenn der Schutz des Urheberrechts verjährt, gelten Bilder als urheberrechtsfrei oder gemeinfrei. Um zu entscheiden, ob es sich bei favorisierten Bildern tatsächlich um ein gemeinfreies Angebot handelt, tun sich Nutzer:innen in der Regel schwer. Juristen:innen raten deshalb, eigene Bilder zu verwenden oder für Nutzungsrechte zu bezahlen.

Urheberrechtsschutz und seine Schranken

Wenn Sie urheberrechtlich geschütztes Material verwenden möchten, müssen Sie sich Nutzungsrechte sichern, wie es das Urheberrecht verlangt. Nur dann können Sie eine Abmahnung vermeiden. Verstöße gegen das Urheberrecht führen schlimmstenfalls sogar zu einer Schadensersatzklage vor Gericht. Es gibt allerdings Schranken des Urheberrechts, die die Verwertung des Werkes einräumen, wenn ein berechtigtes Interesse der Allgemeinheit im Vordergrund steht. Folgendes ist gemeint:

  • Zitatrecht innerhalb des Urheberrechts: Nach § 51 UrhG darf das Werk eines anderen genutzt werden, wenn ein besonderer Zweck vorliegt. Damit ist z. B. die Verwendung von Zitaten für eine wissenschaftliche Arbeit oder die Verwendung von Teilen eines Musikwerks in einem eigenen Musikwerk gemeint. Voraussetzung ist, dass das zitierte Werk bereits veröffentlicht ist und als Quelle angegeben wird.
  • Privatkopie: Laut § 53 UrhG ist es ausdrücklich erlaubt, dass natürliche Personen eine einzelne Vervielfältigung zum privaten Gebrauch nutzen dürfen. Ausgeschlossen ist die berufliche oder gewerbliche Nutzung der Kopie sowie deren öffentliche Verbreitung, zum Beispiel in einem Blog.
  • Öffentliche Plätze: Die öffentliche Wiedergabe von Werken sowie deren Vervielfältigung und Verbreitung auf öffentlichen Plätzen ist nach § 59 UrhG auch ohne die Erlaubnis des Urhebers oder der Urheberin gestattet. Hier greift der Begriff „Panoramafreiheit“, der sich auch auf urheberrechtlich geschützte Bauwerke oder frei zugängliche Skulpturen oder Ähnliches bezieht.

Durch die Globalisierung und digitale Technologien verbreiten sich Werke aller Arten international. Um Urheber:innen und ihr geistiges Eigentum zu schützen, gelten in vielen Ländern weltweit ähnliche Rechtsstandards.

Das Copyright ist dabei das populärste Rechtsmittel. Es konkretisiert, wer ein Werk wirtschaftlich verwerten darf, das heißt, wer das „right to copy“ besitzt. Der Begriff Copyright ist häufig auch im Internet anzutreffen. Trotzdem müssen Sie diesen genau hinterfragen, denn er ist kein Synonym für das deutsche Wort „Urheberrecht“.

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Ist ein Copyright-Vermerk nötig?

Wenn es um Rechte für Urheber:innen geht, spielt innerhalb des deutschen Urheberrechts ein Copyright-Vermerk keine Rolle. Begründung: Die Kreation eines Werkes führt laut UrhG automatisch zum Schutz der Urheberschaft.  Andererseits könnte ein Copyright-Vermerk als Hinweis auf bestehendes Urheberrecht gewertet werden. Besonders im Internet könnte dies hilfreich sein, Nutzer:innen dafür zu sensibilisieren.

Urheberrechtsverletzung: Strafe und Kosten

Eine Urheberrechtsverletzung nach UrhG liegt immer dann vor, wenn die Rechte eines Urhebers oder einer Urheberin durch Dritte beeinträchtigt werden und es sich ausdrücklich nicht um Beschränkungen des Urheberrechtsschutzes handelt. Häufig geht es um Verstöße gegen die Richtlinien des Urheberpersönlichkeitsrechts sowie des Verwertungsrechts, die Strafen bzw. Kosten nach sich ziehen. In solchen Fällen können Urheber:innen juristische Maßnahmen zum Beispiel mithilfe eines Anwalts oder einer Anwältin für Urheberrecht ergreifen. Folgendes kann er oder sie verlangen:

  • Unterlassung der Urheberrechtsverletzung
  • Beseitigung
  • Rückruf
  • Vernichtung
  • Überlassung
  • Schadensersatz

Ob die angemeldeten Ansprüche rechtens sind, wird vom Gericht genau überprüft. Folgende Fragen müssen eindeutig geklärt sein:

  • Ist das Werk tatsächlich urheberrechtlich geschützt?
  • Liegt eine Verletzung der Urheberrechte vor?
  • Handelt es sich wirklich um eine Rechtsverletzung?

Tipp

Was tun, wenn Ihre Produktbilder oder -texte auf fremden Websites verwendet werden?

Wenn Sie als Unternehmer:in Logo oder Fotos Ihrer Produkte bzw. Produktbeschreibungen auf fremden Websites entdecken, können Sie laut Urheber- und Markenrecht Unterlassungs- und Schadensersatzansprüche stellen. Der oder die widerrechtliche Nutzer:in sollte – gegebenenfalls mit anwaltlicher Hilfe – aufgefordert werden, die Fotos etc. aus dem Netz zu entfernen und jede Veröffentlichung zu unterlassen. Bleibt so ein Schreiben ohne befriedigende Antwort, kann und sollte gerichtliche Hilfe in Anspruch genommen werden.

Urheberrechtsreform

2019 hat die EU eine Reform des Urheberrechts beschlossen und das obwohl Kritiker:innen befürchten, dass neue Regeln die Freiheit im Internetbehindern. Die EU-Reform sieht beispielsweise vor, dass Verlage Urheberrechte im Internet besser als bisher einfordern können. Außerdem sollen große Social-Media-Plattformen für die Beachtung des Urheberrechts verantwortlich sein, sobald sie fremde Texte verwerten. Als nächster Schritt müssen diese neuen EU-Richtlinien zum Urheberrecht in den Mitgliedsstaaten der EU in Gesetze umgewandelt werden.