Blaue Karte EU: So profitieren Sie als Kleinunternehmer:in

Die „Blaue Karte EU“ ist ein Dokument, mit dem die Angehörigen eines Nicht-EU-Mitgliedsstaates in der Europäischen Union (EU) leben und arbeiten dürfen. Mithilfe der Blauen Karte sollen vor allem hochqualifizierte Fachkräfte für den Arbeitsmarkt in EU-Ländern – in diesem Fall Deutschland – gewonnen werden. Hier erfahren Sie mehr zu den Voraussetzungen.

Sterne der EU-Flagge vor blauem Hintergrund mit Diagrammen
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EU-Bluecard: Fachkräfte sichern

Grundlage der allgemein als EU-Bluecard bezeichneten Regelung ist die Richtlinie 2009/50/EG  zur Blauen Karte. Mit ihr soll dem in den kommenden Jahren erwarteten Fachkräftemangel begegnet werden. Die Regelungen bieten auch kleinen Unternehmen in Deutschland eine Chance, an dringend benötigtes Personal zu gelangen, wenn qualifizierte deutsche Bewerber:innen fehlen. Die Regelung ist seit August 2012 in Kraft.

Antragsvoraussetzungen für die blaue Karte

Die Karte kann von Ausländer:innen, die nicht Angehörige eines EU-Staates sind, beantragt werden. Voraussetzung ist, dass diese einen deutschen oder einen anerkannten ausländischen Hochschulabschluss haben. Außerdem muss ein Arbeitsvertrag mit einem Bruttojahresgehalt von derzeit mindestens 56.800 EUR (2021) vorliegen.

In sogenannten Mangelberufen, z. B. Ingenieur:innen, IT-Fachkräfte, Ärzt:innen oder Naturwissenschaftler:innen, genügt ein Bruttojahresgehalt von aktuell 44.304 EUR. Der Antrag für eine Blaue Karte muss vor der Einreise bei der jeweiligen deutschen Auslandsvertretung gestellt werden und bedarf der Zustimmung der Agentur für Arbeit.

Reform der Blauen Karte EU

Damit es in Zukunft leichter wird, hochqualifizierte Fachkräfte aus nicht EU-Ländern zu beschäftigen, hat das EU-Parlament im Oktober 2021 die Reform der Blue-Card-Richtlinie beschlossen. Das ändert sich durch die Reform:

  • Derzeit ist für die Blaue Karte EU ein Arbeitsvertrag für die Dauer von mindestens 12 Monaten nötig. In Zukunft reicht ein gültiger Arbeitsvertrag oder ein verbindliches sechsmonatiges Jobangebot aus.
  • Das Mindestgehalt, das für Bewerber:innen nötig ist, um eine Blue Card zu beantragen, sinkt. Die Gehaltsgrenze wird auf das 1 bis 1,6-fache des durchschnittlichen Bruttojahresgehalts gesenkt.
  • Inhaber:innen einer Blauen Karte EU dürfen statt nach anderthalb Jahren zukünftig nach 12 Monaten in ein anderes EU-Land umziehen.
  • Die Familienzusammenführung für Besitzer:innen der Blue Card soll beschleunigt werden und die Familienangehörigen Zugang zum Arbeitsmarkt erhalten.
  • Bestimmte berufliche Qualifikationen z. B. im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie sollen künftig nicht mehr nur allein durch Bildungsabschlüsse nachgewiesen werden können, sondern auch durch einschlägige Berufserfahrung.
  • Personen mit internationalem Schutzstatus können auch in einem anderen Staat eine Blue Card beantragen als dem, in dem sie ihren Schutzstatus beantragt haben.

Mit der Veröffentlichung im Amtsblatt wird die Richtlinie in Kraft treten. Um die nationale Gesetzgebung an die Richtlinie anzupassen, haben die Mitgliedsstaaten dann zwei Jahre Zeit.

Gültigkeitsdauer und andere Rahmenbedingungen der Blauen Karte EU

Die maximale Gültigkeitsdauer der Karte beträgt 4 Jahre. Ist das Arbeitsverhältnis kürzer, gilt die Blaue Karte entsprechend der Beschäftigungsdauer plus 3 Monate. Die Aufenthaltsdauer kann aber verlängert werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, einen Antrag auf Niederlassungserlaubnis (Daueraufenthalt in Deutschland) zu stellen. Ausländer:innen mit einer Blauen Karte können – abhängig von ihren Sprachkenntnissen – nach 21 bis 33 Monaten einen Daueraufenthalt in Deutschland beantragen.

Blaue Karte EU: Weitere Infos

Interessierte Arbeitnehmer:innen und Arbeitgeber:innen können sich hier umfassend über das „Netzwerk Blaue Karte EU“ informieren: http://www.apply.eu/de/.