Werbung für Kleinunternehmer: Als Kleingewerbe richtig promoten

Für kleinere Unternehmen gibt es zahlreiche Werbemöglichkeiten. Von klassischen Inseraten in Branchenbüchern über Zeitungsanzeigen und Flyer-Aktionen bis hin zu Social Media. Doch reicht dafür auch das kleine Budget? Mit Kreativität können Sie einiges erreichen – ohne dass es viel kostet. Erfahren Sie, worauf es bei der Werbung als Kleinunternehmer ankommt, damit Ihr Kleingewerbe neue Bekanntheit erreicht.

Hinweis: Gendergerechte Sprache ist uns wichtig. Daher verwenden wir auf diesem Portal, wann immer möglich, genderneutrale Bezeichnungen. Daneben weichen wir auf das generische Maskulinum aus. Hiermit sind ausdrücklich alle Geschlechter (m/w/d) mitgemeint. Diese Vorgehensweise hat lediglich redaktionelle Gründe und beinhaltet keinerlei Wertung.

Ein Junger Mann mit Tablet in der Hand
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3 Grundregeln für die Werbung als Kleinunternehmer

Ganz gleich, ob Sie als Dienstleister tätig sind oder ein Produkt vertreiben: Wenn Sie für Ihr Kleingewerbe geeignete Werbung starten wollen, sollten Sie nicht einfach versuchen, die nächstbeste Idee umzusetzen. Gehen Sie strukturiert vor und gestalten Sie einen Leitfaden. Die folgenden 3 Grundregeln sollten Sie in Ihrem Marketingplan berücksichtigen.

1. Selektieren Sie genau

Wie bei vielen Dingen kommt es auch bei der Medienpräsenz auf eine gute Analyse im Vorfeld an. Wenn Sie nach Werbemöglichkeiten für Ihr Kleinunternehmen suchen, sollten Sie sich zu Beginn die verschiedenen Maßnahmen vor Augen halten.

Nicht alle Medien kommen infrage, um sich und das eigene Angebot zu bewerben. Neben dem Preis sollten Sie Streuverluste beachten:

  • Statt in überregionalen Tageszeitungen zu inserieren, kann es ratsam sein, eine Anzeige im örtlichen Wochenblatt zu buchen.
  • Von Schaltungen in reinen Adressverzeichnissen ist abzuraten. Sie bringen in der Regel wenig bis nichts.
  • Auch die Verteilung von  Werbung in Hausbriefkästen wird nicht empfohlen: Der überwiegende Teil landet ungelesen im Müll.
  • Je nach Branche funktionieren dagegen Einträge in (Online-)Stadt- und Szenemagazinen bzw. Seiten und Blogs sehr gut.
  • Analysieren Sie Ihre Zielgruppe. Auch die Werbeideen für Kleinbetriebe sollten sich daran orientieren, welche Interessenten bzw. Auftraggeber Sie erreichen wollen.
  • Ermitteln Sie in einer finanziellen Aufstellung, welchen Umfang die Ausgaben für Ihre Werbung annehmen können.
  • Falls noch nicht vorhanden, sollten Sie ein kleines Marketing-Team zusammenstellen. Wenn Sie als Kleingewerbe Werbung machen wollen, sollten Sie hiermit auch am Ball bleiben. Gerade das Marketing sollte nicht halbherzig nebenherlaufen oder Entscheidungen zwischen Tür und Angel gefällt werden.

2. Nutzen Sie Netzwerke

Damit Ihre Werbung als Kleinunternehmer möglichst viele Interessenten erreicht, ist ein breitgefächertes Netzwerk hilfreich. Interagieren  Sie mit anderen Menschen – sowohl persönlich als auch virtuell. Infrage kommen Unternehmer, Geschäftspartner und Institutionen vom regionalen Marketing-Club (Details: Deutscher Marketing-Verband, Düsseldorf) bis zur örtlichen IHK sowie (potenzielle) Kunden.

Daneben empfiehlt sich die Einrichtung von Online-Nutzerprofilen auf seriösen Plattformen (z. B. Xing, LinkedIn).

Praxis-Tipp: Die Grundfunktionen sind jeweils gratis und reichen in aller Regel aus.

3. Aktivieren Sie zufriedene Kunden

Effektive Werbung für Kleinunternehmen sind Empfehlungen. Waren Kunden mit Ihrer Leistung zufrieden, bitten Sie diese, positive Kommentare entweder direkt zu Ihrem Brancheneintrag bei Google oder in entsprechenden Online-Communitys zu schreiben (Branchen, sehr starker lokaler Bezug) auch branchenbezogene Bewertungsportalen wie Tripadvisor (für die Hotellerie) kommen natürlich in Frage.

Belohnen Sie dieses Engagement Ihrer Kunden. Bieten Sie zum Beispiel beim nächsten Besuch Rabatte oder besondere Vergünstigungen. Der Vorteil dieser virtuellen Mundpropaganda liegt in der Tatsache, dass sie gegenüber offline ausgesprochenen Empfehlungen deutlich mehr Interessenten erreicht. Unterschätzen Sie die Kundenzufriedenheit nicht. Glückliche Bestandskunden bedeuten für Sie auch immer neue Auftragsgeber.

Weitere Strategien für die Werbung als Kleingewerbe

Abgesehen von diesen 3 Grundregeln gibt es noch weitere Möglichkeiten, wie Sie als Kleinunternehmer Werbung für Ihr Gewerbe promoten können.

  • Seien Sie Sponsor von regionalen Vereinen. Gerade bei lokalen Sportvereinen funktioniert Sponsoring gut als Marketing für Kleinunternehmer. Das Logo Ihrer Firma erscheint dann beispielsweise auf Trikots oder an Spielfeldern sowie in Turnhallen.
  • Organisieren Sie einen Stand am lokalen Weihnachtsmarkt oder der Kirmes: Werbung für Kleinbetriebe ergibt sich durch die Präsenz vor Ort. Mit einem Essens- oder Getränkestand an regionalen Festen können Sie sich mit Ihrem Kleingewerbe einen Namen machen.
  • Nehmen Sie an Messen teil. Gerade bei lokalen Veranstaltungen sind viele regionale Besucher zugegen, die zu potenziellen Kunden werden. Fangen Sie rechtzeitig an, Ihren Messebesuch zu planen.
  • Auch Fachkonferenzen sind ein geeigneter Weg Ihr Kleinunternehmen bekannt zu machen. Im Rahmen eines Vortrags überzeugen Sie mit Ihrer fachlichen Kompetenz und können so mögliche Neukunden gewinnen.
  • Auch Radiowerbung beim lokalen Sender ist für Kleinunternehmer eine Option, da hier die richtige Zielgruppe im Hinblick auf die Regionalität erreicht werden kann.

Online-Marketing für Kleinunternehmer

Neben den genannten Optionen ist dank der fortschreitenden Digitalisierung der Auftritt in den zahlreichen Online-Kanälen für Kleinunternehmer essenziell. Die wichtigsten Werbe- und Verkaufskanäle erläutern wir ausführlicher in weiterführenden Artikeln:

Achtung

Achtung: Aktualität als Schlüsselelement

Die Werbung für Kleingewerbe über Social Media sollte am Puls der Zeit sein und den Interessenten zeigen, welche Entwicklungen oder Meilensteine sich zum momentanen Zeitpunkt in Ihrer Firma ereignen. Daher gilt für alle Accounts: Halten Sie die Inhalte aktuell und laden Sie Posts zu regelmäßigen Zeiten hoch.

Kostenpunkte für die Werbung als Kleinunternehmer & Kleingewerbe

Darstellung von Tabellen auf Desktop besser lesbar

Medium
MediumKostenEmpfehlung für Kleinunternehmen
Tageszeitung/Magazin Abhängig von Reichweite und Qualität eines Titels (online sind jeweils aktuelle Mediadaten abrufbar); für die 1/2 Seite in einer Tageszeitung muss mit 10.000 EUR aufwärts kalkuliert werden, beim Magazin liegt der Anzeigenpreis mind. im 4-stelligen Bereich. Ist grundsätzlich nur dann sinnvoll, wenn regelmäßig ein adäquater Etat zur Verfügung steht; für Kleinunternehmer (v.a. mit nur einem Standort) wenig geeignet (ausgenommen Stadt-/Szenemagazine), da mit zu großen Streuverlusten verbunden.
Radio Abhängig von Senderreichweite, Tag und Sendezeit; der Preis pro ausgestrahlter Sekunde liegt zwischen 5 und über 60 EUR, im Einzelfall auch deutlich höher; für eine gute Kampagne, die genug Frequenzen erreicht, sind im Schnitt rund 20.000 EUR zu kalkulieren. Als Werbeträger zu empfehlen, weil Spots regional aussteuerbar sind; Kleinunternehmer sollten aber darauf verzichten, zur besten Sendezeit oder mit exklusiver Platzierung zu werben; die Sender helfen bei der Spotkonzeption, viele übernehmen zudem die Herstellungskosten.
Außenwerbung Variiert je nach Ortsgröße, Werbeträger und Qualität; so kostet eine beleuchtete Großfläche in Kerpen pro Tag im Schnitt knapp 10 EUR, in Bonn um die 12 EURm in Hamburg 17 EUR, zzgl. Gestaltungskosten/Agentur sowie Druckkosten/Plakat von mind. 40 EUr. Eignet sich für Kleinunternehmer eher im Falle mehrerer Geschäfte, die Plakatstandorte müssen in der Regel für mind. 10 Tage gebucht werden; Vorteil: im Preis sind Ersatzmengen für beschädigte Plakate einkalkuliert.
Internetauftritt und Internetaktivitäten Abhängig von Größe, Tiefe, Content Management System und technologischem Ansatz/Software-Aufwand (plain html, html 5, flash etc.). Die Kosten liegen zwischen 20.000 EUR und 200.000 EUR exkl. der monatlichen Hosting- und Update-Kosten (Richtwert pro Monat 1.000 bis 2.000 EUR bei geringen Updates). Für Kleinunternehmer lohnt sich meistens keine "echte" Website, sondern es können bestehende Templates (z.B. Wordpress) zur Gestaltung einer selbst pflegbaren Seite genutzt werden. Initialkosten hier: 2.000 bis 5.000 EUR. Hosting-Kosten sind vernachlässigbar.