Branding: Das Alleinstellungsmerkmal jedes Unternehmens

Firmen verkaufen ihre Produkte und Leistungen am effizientesten mithilfe von Emotionen. Um diese zu wecken, brauchen Kund:innen ein Image, mit dem sie ihre Gefühle verbinden können. Als Grundlage dient im Marketing dafür die eigene Identität. Diese zu formen und nach außen zu tragen, kostet Zeit und einen guten Plan. Wir zeigen Ihnen, wie es Ihnen durch Branding gelingt, in den Köpfen der Menschen genau das Bild zu platzieren, welches Sie haben möchten.

Hinweis: Gendergerechte Sprache ist uns wichtig. Daher verwenden wir auf diesem Portal, wann immer möglich, genderneutrale Bezeichnungen. Daneben weichen wir auf das generische Maskulinum aus. Hiermit sind ausdrücklich alle Geschlechter (m/w/d) mitgemeint. Diese Vorgehensweise hat lediglich redaktionelle Gründe und beinhaltet keinerlei Wertung.

Definition: Was ist Branding?

Beim Branding handelt es sich um den gezielten Aufbau einer Marke mit dem Ziel, ein USP (Unique Selling Proposition) zu schaffen. Mit diesem Alleinstellungsmerkmal grenzen Sie sich von der Konkurrenz ab und bleiben bei Kund:innen und Konsument:innen im Gedächtnis. Als Ergebnis soll es bestimmte Assoziationen hervorrufen, die eine Bindung schaffen und Sie von Ihren Wettbewerbern hervorhebt. Diese Inhalte erreichen Sie nur mit viel Zeit, da es sich hierbei um eine langfristige Entwicklung handelt.

Der Begriff „Branding“ stammt laut Definition ursprünglich aus der Viehzucht. Auf Deutsch heißt Branding „Brandmarken“: Viehbesitzer:innen brannten ihre Zeichen als Erkennungsmerkmal wortwörtlich in die Haut der Tiere.

Die gezielten Marketingmaßnahmen sollen ebenfalls den Wiedererkennungswert des gebrandmarkten Produktes steigern.

Ziel des Brand Managements ist es, Ihre Verkäufe zu verbessern und Ihre Kund:innen zufriedenzustellen. Dies erreichen Sie durch:

  • Markenimage, also das Bild, das vor dem inneren Auge der Kund:innen erscheint, wenn sie nur den Namen hören. Diese Markenidentität, auch Brand Identity genannt, besteht aus allen Merkmalen einer Marke.
  • Bestimmte Botschaften, welche Emotionen hervorrufen. Das führt dazu, dass sich die Konsument:innen mit Ihrer Marke identifizieren und ihr aufgrund ihres Mehrwerts vertrauen. Das nennen Marketingexperten auch Brand Trust (im Deutschen: Markenvertrauen). Dadurch binden Sie effektiv Ihre Kund:innen.

Wie unterscheidet sich Branding von Marketing?

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Branding
BrandingMarketing
Vision Businessplan
Mission Werbung
Werte Verkauf

Marketing ist für die Maßnahmen zuständig, die Sie aktiv ausführen. Es ist kein Synonym für Branding, stattdessen bezeichnet es die Ausführung der Idee. Die beiden Begriffe haben eine große Bedeutung füreinander, da sie einander brauchen.

Voraussetzungen für Branding

Für das Branding muss eine Idee bestehen. Was zur Marke werden kann, ist das bei völlig losgelöst von der Sache an sich. Sie können folgende Dinge branden:

  • ein kaufbares Produkt
  • eine Dienstleistung
  • eine Person
  • einen geografischen Ort
  • ein Unternehmen

Welche Arten von Branding gibt es?

In der Fachsprache gibt es folgende Unterscheidungen beim Branding:

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Begriff
BegriffErklärung
Product Branding Branding eines speziellen Produkts
Corporate Branding Branding des gesamten Unternehmens. Es geht hierbei nicht nur um ein spezielles Produkt, sondern um die Firma an sich -> Weiterentwicklung der Corporate Identity
Employer Branding Branding als Arbeitgeber:in um Mitarbeitende zu gewinnen & zu binden
Personal Branding Selbstvermarktung einer natürlichen Person
Geographic Branding Branding eines Orts, einer Region oder eines ganzen Landes
Retail Branding Branding von Händlern, nicht von deren Produkten -> Beispiel: Amazon
Co-Branding Strategische Partnerschaft: Mindestens zwei Marken arbeiten zusammen: -> Häufig in Zusammenarbeit mit Personal Branding, d.h. bekannte Künstler:innen/Sportler:inenn werben für ein Produkt

Wie funktioniert Branding?

Unabhängig vom Produkt sollen die Konsument:innen automatisch bestimmte Eigenschaften damit assoziieren. Dadurch entsteht ein Bild im Kopf der Kund:innen. Dieses sorgt dafür, dass sie sich besonders gut an das Branding erinnern. Um das zu erreichen, nutzen Sie sowohl visuelle als auch auditive Merkmale wie:

  • Visual Branding: Design, Logo, Farben, Name
  • Voice-Branding: Slogan, Jingle, einheitliche Kommunikationssprache

Brand Awareness erwecken Sie nur mit einem einheitlichen Marketing. Die Assoziation der Kund:innen muss automatisch erfolgen, ohne dass sich diese stark mit der Marke auseinandersetzen. Dies geschieht nur dank einheitlicher Branding-Maßnahmen wie einheitlichen Farben oder klare Botschaften.

Info

So planen Sie Ihr Branding

Um in die Marketingmaßnahmen einzusteigen, müssen Sie sich im Vorfeld über wichtige Aspekte im Klaren sein:

  • Wer sind Sie? → Identifikation
  • Was ist Ihre Zielgruppe?
  • Was möchten Sie branden?
  • Was ist der USP Ihres Produkts? → Vision
  • Warum stellen Sie Ihr Produkt her? → Mission

Wann ist der richtige Zeitpunkt fürs Branding?

Branding beginnt am besten zeitgleich mit Ihrer Gründung. Bereits zu diesem Zeitpunkt sollten Sie neben einer Markt- und Wettbewerbsanalyse Ihre Branding-Strategie festlegen und Kampagnen ausarbeiten, damit Ihre Kund:innen wissen, was Sie anbieten und wer Sie sind.

Tipp

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Besonders zu Beginn können Sie sich eine Branding-Agentur ins Boot holen. Diese hilft Ihnen dabei, eine entsprechende Strategie zu formen. Dies gilt auch, wenn es um die Neueinführung eines Produktes geht und Sie sich auf professionelle Unterstützung verlassen möchten.

Anleitung: Branding braucht seine Zeit

  1. Um eine Marke aufzubauen, müssen Sie herausfinden, was Sie einzigartig macht. Überdenken Sie diesen wichtigen Schritt nicht alleine, sondern beraten Sie sich mit Kolleg:innen oder einer Agentur.
  2. Haben Sie dies festgelegt, geht es um den Namen. Nachträgliche Änderungen sind in der ersten Zeit noch möglich, allerdings ist der Branding-Name das wichtigste für Ihr Image.
  3. Entscheiden Sie sich für ein Corporate Design, mit welchem Sie sich identifizieren. Marketing ist hierbei stark involviert, da es vor allem um die visuellen Aspekte sowie die Werbung geht.
  4. Arbeiten Sie immer wieder an der Identität Ihrer Marke. Branding ist kein starres Konstrukt, daher müssen Sie dies kontinuierlich weiterentwickeln. Die Wahrnehmung der Menschen ändert sich, weshalb Sie immer wieder das Branding auf neue Reaktionen und Geschehnisse anpassen sollten.

Warum sollten Unternehmen Branding nutzen?

Unabhängig davon, ob Sie kurz vor der Gründung stehen oder schon viele Jahre erfolgreich arbeiten – dank Branding festigen und steigern Sie den Erfolg Ihrer Firma. Es hilft Ihnen zudem, klare Marketing-Maßnahmen zu planen und umzusetzen, mit denen Sie im direkten Vergleich aus den Mitbewerbern hervorstechen. Der Zweck des Brandings ist, langfristig loyale Kund:innen zu erhalten, sodass Sie weniger Zeit und Geld in die Neukundenakquise stecken müssen.

Konsument:innen sollen durch das Branding bestimmte Qualitäten mit Ihrem Unternehmen in Verbindung bringen, wie:

  • Positive Emotionen
  • Assoziationen
  • Kompetenzen

Das führt zu einem emotionalen Bezug durch:

  • Identifikation
  • Gewöhnung

Branding-Variationen

Das Marketingfeld ist groß, weshalb es auch beim Branding an sich unterschiedliche Variationen, Arten sowie Schwerpunkte gibt. Wir haben Ihnen eine kleine Auswahl zusammengestellt.

Rebranding: Neue Chancen ergreifen

Ein Rebranding kann in vielen Phasen nützlich sein:

  • Ihr Betrieb ist schnell gewachsen und Ihre Zielgruppe hat sich dementsprechend geändert.
  • Technologische Neuerungen haben Ihre Branche verändert, weshalb Sie für Ihr etabliertes Produkt ein neues Image brauchen.

Beim Rebranding sollten Sie Ihre bisherigen Kund:innen und Partner:innen nicht außer Acht lassen. Alle Änderungen müssen Sie allumfassend nach außen und innen kommunizieren. Ansonsten entsteht Verwirrung, was dazu führen kann, dass sich die Kund:innen von Ihnen abwenden, da sich die bestehenden Bilder im Kopf nicht mehr mit dem neuen Branding decken.

Was ist Micro-Branding?

Mithilfe von Micro-Branding können Sie das Tool Branding nutzen, auch wenn Sie bereits ein bestehendes Produkt haben. Der Umfang der Maßnahmen ist dabei geringer, da Sie nachträglich das Branding anpassen.

Microbrands Marken hingegen bedienen eine kleine Nische. Das bedeutet, dass nur Kund:innen aus einer bestimmten Region oder Branche angesprochen werden.

In der Digitalisierung unerlässlich: Social Branding

In unserem Zeitalter sollte jedes Unternehmen in seine Branding-Strategie Social Branding integrieren. Dank der Social-Media-Kanäle können Sie schnell und effektiv viele potenzielle Kund:innen auf einmal erreichen und daher stark dazu beitragen, Ihre Marke zu stärken. Um die Konsument:innen jederzeit abzuholen brauchen Sie dafür zum Beispiel:

  • interessanten Content
  • ansprechende Bilder
  • regelmäßige Aktivitäten

Was kostet Branding?

Branding ist ein umfassender Prozess, der vor den meist kostenschwereren Marketingmaßnahmen abgeschlossen ist. Ideen sind nicht so leicht greifbar, weshalb es für Branding an sich keinen pauschalen Preis gibt.

Es kommt zudem darauf an, zu welchem Zeitpunkt Sie mit dem Branding starten und wie umfassend die Maßnahmen sind. Für folgende Faktoren können Gebühren entstehen:

  • Branding-Agentur: Wie umfassend soll das Branding ablaufen, ist externe Hilfe notwendig?
  • Markenname: Rechtliche Aspekte prüfen
  • Corporate Design: Die vollständige visuelle Gestaltung
  • Interne Maßnahmen: Schulungen bzw. interne Kommunikation