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Fußball-EM und Olympiade: Stellen Sie die betrieblichen Regeln klar

Konstruktive Lösung von Zielkonflikten für Fußball-Fan und Ihren Betrieb
Von Lothar Volkelt
Aktualisiert am: 17.05.2016

Noch sind es gerade einmal etwas über 3 Wochen bis zum Start der Fußball-Europameisterschaft 2016 in Frankreich (10.6. bis 10.7.2016). Die echten Fans haben bereits Urlaub eingereicht. Erfahrungsgemäß lassen sich aber auch die im Betrieb verbliebenen Mitarbeiter schnell von der Euphorie anstecken, so dass Sie gut daran tun, darauf hinzuweisen, welche Rechtslage gilt und welche Regeln in Ihrem Betrieb gelten.

Die meisten Spiele der EM finden am Nachmittag (15 Uhr), am späten Nachmittag (18 Uhr) oder abends (21 Uhr) statt. Branchen und Betriebe mit Schichtarbeit sind besonders betroffen. Was sagt das Arbeitsrecht? Wie lösen Sie Zielkonflikte konstruktiv für den Betrieb und den Fußball-Fan? Gleich im Anschluss finden die Olympischen Sommerspiele in Brasilien statt (5.8.2016 bis 21.8.2016). Hier einige Hinweise zum Handling:

Betriebliche Regeln für Fernsehen im Betrieb

Arbeitnehmer dürfen ohne Erlaubnis des Arbeitgebers in der Regel während der Arbeitszeit keine EM-Spiele im Fernsehen verfolgen. Denn wer Fernsehen schaut, wird durch den optischen Reiz so stark abgelenkt, dass er sich nicht mehr auf seine Tätigkeit konzentrieren kann.

Praxis-Tipp: Ausnahmen sind möglich

Eine Ausnahme kann für Arbeitnehmer gelten, bei denen auch vor der EM am Arbeitsplatz ein Fernseher eingeschaltet ist. In solchen Fällen ist davon auszugehen, dass das Fernsehen auch während der Weltmeisterschaft erlaubt ist. Der Arbeitgeber darf allerdings zu den Fußball-Übertragungen „nein“ sagen. Wer beispielsweise aus beruflichen Gründen während der Arbeitszeit die Nachrichten verfolgen muss, darf nicht einfach zu den EM-Spielen umschalten.

Radio am Arbeitsplatz bei EM und WM

Beim Radiohören ist je nach Tätigkeit vorstellbar, dass man einerseits zuhören und andererseits weiterarbeiten kann. Deshalb hat das BAG (Beschluss vom 14.1.1986) entschieden, dass Radiohören am Arbeitsplatz erlaubt ist, vorausgesetzt, der Arbeitnehmer erledigt seine Aufgaben konzentriert, zügig und fehlerfrei, und stört mit den Radiogeräuschen weder Kollegen noch Kunden.

Praxis-Tipp: Alles im Rahmen

Der Arbeitgeber kann das Radiohören dennoch verbieten. Er muss allerdings das Mitbestimmungsrecht des Betriebsrats nach § 87 Abs. 1 Nr. 1 BetrVG beachten, denn die Frage, ob im Betrieb während der Arbeitszeit Radio gehört werden darf, betrifft die Ordnung des Betriebes und das Verhalten der Arbeitnehmer im Betrieb. Ein ohne Zustimmung des Betriebsrats ausgesprochenes Verbot ist unwirksam.

Die betrieblichen Regelungen zur Internetnutzung

Die private Internet- und E-Mail-Nutzung am Arbeitsplatz stellt nach der Rechtsprechung des BAG eine Verletzung arbeitsvertraglicher Pflichten dar – insbesondere, wenn Sie Ihren Arbeitnehmer die private Nutzung ausdrücklich untersagt haben.

Praxis-Tipp: Immer mit Fingerspitzengefühl

Unseres Erachtens sollten Sie von diesen bewährten Regeln nicht abweichen. Aber wenn Ihr Mitarbeiter nur den „Zwischenstand einer Begegnung“ wissen will, sollten Sie (großzügig) beide Augen zudrücken.

Immer alle Dienstzeiten im Griff

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Arbeits- und Urlaubszeiten bei Olympia

Es gelten die üblichen Urlaubsverpflichtungen – also nur mit Genehmigung und betrieblicher Abstimmung. Ist ein Kollege am folgenden Tag krank, sollten Sie genauer hinschauen und sofort ansprechen, dass Sie im Wiederholungsfall nicht tatenlos zuschauen werden.

Praxis-Tipp: Gleiten, Tauschen, Nacharbeiten

Weisen Sie Ihre Mitarbeiter auf die „legalen“ Möglichkeiten hin, bei der Sport-Ereignissen dabei zu sein. Das sind: Gleiten, Abbau von Überstunden, Schichttausch mit weniger Fußball-interessierten Kollegen, Nacharbeiten. 


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