Dienstrad: Das müssen Sie beim Fahrradleasing beachten

Das Dienstrad als Benefit für die Beschäftigten wird immer beliebter. Kein Wunder, ist das Fahrradleasing über die Firma doch steuerlich äußerst attraktiv. Wir zeigen Ihnen in diesem Beitrag, welche Steuerspielregeln Sie dabei beachten müssen.

Steuerliche Behandlung von Diensträdern

Im Zuge der Klimaschutz-Debatte und zunehmender Verkehrsprobleme in den Innenstädten hat die Politik neue gesetzliche Rahmenbedingungen für die steuerliche Behandlung von Diensträdern beschlossen. Eine wichtige Unterscheidung hierbei ist, ob das Dienstfahrrad

  1. aus einer Gehaltsumwandlung – also z. B. statt Barlohn – gewährt und finanziert oder
  2. zusätzlich zum vertraglich vereinbarten Gehalt

zur dienstlichen und privaten Nutzung überlassen wird.

Regelung für das Dienstrad, das aus einer Gehaltsumwandlung gewährt wird

Seit 1. Januar 2020 versteuert der Mitarbeiter bzw. die Mitarbeiterin in dieser Variante den geldwerten Vorteil für die private Nutzung des Dienstrads mit 0,25 Prozent der auf volle 100 EUR abgerundeten Kaufpreisempfehlung (UVP) (0,25 Prozent-Regel). Bei einer Überlassung zwischen dem 1. Januar 2019 und dem 31. Dezember 2019 musste das Dienstrad noch mit 0,5 Prozent der abgerundeten Preisempfehlung versteuert werden. 

Diese steuerliche Regelung gilt für Fahrräder, Pedelecs (also E-Bikes mit Motorunterstützung bis 25 km/h) und S-Pedelecs mit einer Geschwindigkeit von bis zu 45 km/h.

Beispiel: Die GmbH überlässt einem Mitarbeiter ein E-Bike als Dienstrad zum Kaufpreis von 2.000 EUR. Der Arbeitnehmer muss lediglich für 5 EUR (vor 2019: 20 EUR) zusätzliche Lohnsteuer für die private Nutzung zahlen. Die GmbH kann die Umsatzsteuer, die anteilige AfA und die Betriebskosten (Wartung, Versicherung) als Betriebsausgaben absetzen.

Regelung für das Dienstfahrrad, das zusätzlich zum Gehalt gewährt wird:

Seit 2019 sind zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn vom arbeitgebenden Unternehmen gewährte Vorteile für die Überlassung eines betrieblichen Fahrrads steuerfrei (§ 3 Nr. 37 EStG). Die Steuerbefreiung gilt auch für Elektrofahrräder. Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass die Befreiung bis 2030 gilt. Aber Achtung: Diese Regelung gilt zwar für Fahrräder und Pedelecs, nicht jedoch für S-Pedelecs (für diese gilt auch in diesem Fall die 0,25 Prozent-Regel).

Tipp

Steuervorteil für S-Pedelecs

Für S-Pedelecs kann aber zusätzlich für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte pro Entfernungskilometer eine Pauschale von 0,03 Prozent als Werbungskosten angesetzt werden.

Überlassung des Firmenrads an die Beschäftigten

Will der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin – etwa nach Ablauf der AfA – das Dienstrad vom Unternehmen erwerben, gilt das steuerlich als geldwerter Vorteil. Seit 2020 hat das arbeitgebende Unternehmen die Möglichkeit, geldwerte Vorteile aus der unentgeltlichen oder verbilligten Übereignung von betrieblichen Fahrrädern an den Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin pauschal mit 25 Prozent Lohnsteuer (zzgl. Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer) zu besteuern. Die Pauschalierung führt zur Beitragsfreiheit in der Sozialversicherung.

Aufladen des Dienst-E-Bikes

Lädt ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin das zur Privatnutzung überlassene Firmenrad regelmäßig am Arbeitsplatz auf, entsteht daraus für ihn bzw. sie daraus kein steuerpflichtiger geldwerter Vorteil, der zusätzlich zu versteuern wäre (BMF, Schreiben v. 29. 9.2020, IV C 5 - S 2334/19/10009:004). Achtung: Gibt das Unternehmen aber einen Zuschuss zu den Stromkosten für das Aufladen zu Hause, handelt es sich um einen steuerpflichtigen Zuschuss.  

Dienstrad und Firmenwagen schließen sich nicht aus

Unternehmen, die ihre Betriebsstätte in zentralen Lagen ohne gute Nahverkehrsangebote haben, können mit dem geleasten Dienstrad gerade auch jungen Beschäftigten ein attraktives Zusatzangebot machen, das den Arbeitsplatz noch weiter aufwertet und damit die Firmenbindung stärkt. Gerade auch kleine Unternehmen können sich hierdurch einen Vorteil im Wettbewerb um Fachkräfte verschaffen. Ihnen kommt dabei auch zugute, dass es inzwischen Dienstleister wie z. B. JobRad oder EuroRad gibt, die sich auf das Leasing von Diensträdern spezialisiert haben und die einen Fullservice rund ums Fahrradleasing anbieten, von der Wartung, über die Finanzierung bis zur Versicherung.

Und für alle, die mit sich hadern, ob ein Dienstrad das Richtige für Sie ist: Das Dienstrad schließt den Firmenwagen natürlich nicht aus! Geschäftsführer:innen und Beschäftigte dürfen beides nutzen und steuerlich abschreiben. Dann müssen allerdings sowohl Firmenwagen als auch Dienstrad jeweils mit der 1 Prozent- bzw. 0,5 / 0,25 Prozent-Regel versteuert werden.

Mögliche Ergänzung zum Dienstrad: Das steuerfreie Jobticket

Zuschüsse des Arbeitgebers zu den Aufwendungen von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen für Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln im Linienverkehr zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte sowie Fahrten zu einem weiträumigen Tätigkeitsgebiet oder zu einem vom Arbeitgeber dauerhaft festgelegten Sammelpunkt, sind steuerfrei. Die Bedingung dafür ist, dass diese Zuschüsse bzw. das Jobticket zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn geleistet werden (§ 3 Nr. 15 EStG).

Das Gleiche gilt für die unentgeltliche oder verbilligte Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs. Wird das Jobticket aus eine Gehaltsumwandlung gewährt, handelt es sich um eine steuerpflichtige Sachzuwendung, die nur im Rahmen der 44-EUR-Freigrenze steuerfrei ist.