Zielgruppe definieren: Mehr Gewinn durch die Ansprache der richtigen Kunden

Kannst du in wenigen Sätzen beschreiben, wie deine Zielgruppen aussehen, an welche Kunden du deine Produkte verkaufen willst? Kennst du deren Bedürfnisse? Und welche Probleme löst du für deine Kunden? Wenn du diese Fragen nicht mit Sicherheit beantworten kannst, solltest du dich mit der Markt- und Kundensegmentierung für deine Produkte befassen. Denn ein Großteil deines langfristigen Erfolgs hängt von der richtigen Erfassung und Beschreibung deiner Interessenten ab. Erfahre, wie du deine Zielgruppe definierst, damit dein Produkt oder deine Dienstleistung bei den richtigen Konsumenten ankommt.

Zuletzt aktualisiert am 20.02.2026
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Sinn und Zweck der Zielgruppendefinition

Sicher willst du deine Produkte möglichst vielen Menschen verkaufen. Aber einfach alle Menschen in einem bestimmten Umkreis um deinen Betrieb als potenzielle Kunden zu betrachten, ist meist zu oberflächlich. Denn in diesem Einzugsgebiet befinden sich viele Personengruppen, die deine Produkte gar nicht benötigen oder wollen. Nur wenn du genau weißt, welche Kunden du vor allem ansprechen willst, kannst du dein Angebot mit folgenden Intentionen gestalten:

  • Du bist in der Lage wirklich interessierten Kunden maßgeschneiderte Lösungen anzubieten.
  • Du weißt, wodurch du dich von der Konkurrenz abhebst.
  • Du kannst deine Verkaufsaussichten erheblich steigern.

Du musst dich also fragen, wer warum in dein Geschäft kommt beziehungsweise deine Produkte kauft. Diese Personen haben konkrete Wünsche, Bedürfnisse oder Probleme und gehen davon aus, dass du diese lösen kannst. Natürlich sind die Gründe für eine Marktsegmentierung auch in deinem Interesse als Unternehmer. Je besser du deine Zielgruppen definierst , desto …

  • genauer kannst du dein Angebot ausrichten.
  • besser erreichst du die Kunden.
  • stärker ist die Kaufentscheidung.
  • höher ist der Umsatz, den du erzielst.

Oder anders ausgedrückt: Vernachlässigst du die Zielgruppenbeschreibung, hat das mittelfristig auch negative Folgen für deinen Gewinn.

Tipp

Starte bei dir

Das bedeutet nicht, dass du von dir selbst und deinen eigenen Bedürfnissen und Vorlieben ausgehen sollst. Ganz und gar nicht. Das ist sogar einer der häufigsten Fehler. Starte bei dir bedeutet: Starte bei deinem Produkt, Angebot oder deiner Dienstleistung.

  • Wofür stehst du als Unternehmen?
  • Worin hast du besondere Erfahrung/Kompetenz?
  • Was kannst du / dein Angebot besser als andere?
  • Welchen konkreten Nutzen lieferst du?

Mit diesen Informationen kannst du deine Zielgruppe schon einmal etwas einschränken. Ein Beispiel: Wenn du als Unternehmen für technologische Innovation und Umweltbewusstsein stehst, hat auch deine Zielgruppe eine entsprechende Affinität. Sie wird eher jung sein als alt. Eher die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, Carsharing in Anspruch nehmen oder Radfahren. Schließe von deinem Angebot auf deine potenziellen Kunden.

Checkliste: In 6 Schritten deine Zielgruppe definieren

Viele Wege führen nach Rom – dies gilt auch in der Markt- und Kundensegmentierung. Wir zeigen dir, wie du in 6 Phasen deineInteressenteneingrenzen und deine Zielgruppen beschreiben kannst. Falls möglich, bindest du deine Mitarbeiter ein. So profitierst du von unterschiedlichen Sichtweisen und erzielst noch bessere Ergebnisse. Und ganz nebenbei lernen auch deine Mitarbeiter ihre Kunden noch besser kennen. Meistere mit unseren Tipps die Herausforderung, deine Marketing-Zielgruppe zu definieren und minimiere so Streuverluste bei der Kundenakquise.

Schritt 1: Erfasse alle potenziellen Zielgruppen

Bei einer Zielgruppendefinition geht es in der ersten Phase darum, das Gesamtbild zu betrachten. Liste zuerst alle möglichen Kundengruppen auf, die dir einfallen. Besonders für Gründer, die mit einem geeigneten Branding ihre Marke etablieren wollen, ist dies ein wichtiger Schritt! Das Ergebnis ist eine erste, grobe Übersicht, auf der du aufbauen kannst. Danach streichst du  alle Zielgruppen, die du bewusst nicht aktiv ansprechen willst oder bei denen die Erfolgsaussicht gering ist. Bietest du z. B. als kleine Schreinerei die Erstellung individueller Betriebsmöbel an, gehören zu deinen potenziellen Kunden zwar auch Großbetriebe. Die Wahrscheinlichkeit, dass du diese erreichst, ist aber gering. Natürlich wirst du niemanden wegschicken, der dich um ein Angebot bittet. Allerdings solltest du dir sehr genau überlegen, ob sich die Kosten (z. B. für Werbemittel) in diesem Kundensegment lohnen. Besser ist es, sich auf kleine Unternehmen zu konzentrieren. Nach der groben Sichtung solltest du, je nach Branche, etwa 3-6 Zielgruppen definieren, für die du schon aktiv bist oder dies werden willst.

Info

Das sind die Merkmale einer Zielgruppe

Die klassischen Kriterien, um eine Zielgruppe zu beschreiben, sind demografische sowie sozioökonomische Merkmale. Aber auch die Sinus-Milieus, in denen sich deine Zielgruppe bewegt liefern interessante Informationen. 

  • Alter
  • Familienstand
  • Bildung
  • Beruf
  • Einkommen
  • Wohnort
  • Geschlecht
  • Haushaltsgröße

Oder wenn sich dein Angebot nicht an Endverbraucher (B2C), sondern an andere Unternehmen richtet (B2B):

  • Unternehmensgröße
  • Branche
  • Finanzen

Diese Aspekte sagen allerdings noch nichts über den Menschen oder das Unternehmen selbst aus. Hier sind die sogenannten psychografischen Merkmale sowie Aspekte des Kaufverhaltens interessant:

  • Motivation
  • Meinungen
  • Wünsche
  • Werte
  • Hobbys
  • Lebensstil
  • Kaufverhalten
  • Mediennutzung

Schritt 2: Verfeinere die Zielgruppenliste

Sieh dir an, welche deiner Geschäftskunden bereits langjährige Stammkunden sind. Versuche, diese den Zielgruppen zuzuordnen. Frag dich dann, welche Wünsche, Bedürfnisse oder Probleme die Kunden in diesem Segment haben. Trage die Ergebnisse in eine Übersicht ein (Abb. 1).

Zielgruppe
Zielgruppe Stammkunden Wünsche, Bedürfnisse, Probleme Ergänzungen
Werbeagenturen Höfer, Meier, Müller Individuelle, kreative Büroausstattungen

Abb. 1:  Muster Zielgruppen-/Stammkundenübersicht


Wahrscheinlich wirst du merken, dass du diese Frage oft nicht vollständig beantworten kannst. Befrage deine Stammkunden daher, welche Wünsche diese haben und warum sie glauben, dass du ihnen diese am besten erfüllst. Bei der Definition deiner Zielgruppe geht es darum, deine Kunden zu kategorisieren. Entwirf und nutze hierfür einen Fragebogen und achte darauf, dass du die Befragung in wenigen Minuten durchführen kannst, um den Aufwand – auch für deine Kunden – gering zu halten. Abbildung 2 zeigt eine Auswahl möglicher Fragen. Erscheinen dir Fragen weniger geeignet oder fehlen Aspekte, nimm Veränderungen vor. Notiere die Antworten und halte fest, wenn es Verbesserungswünsche/Ergänzungen gibt. Wenn du deine Zielgruppe definierst, solltest du – wo möglich – auch Daten wie Alter, Geschlecht, Kaufhäufigkeit oder Einkommensklasse festhalten.

Frage
Frage Kundenantwort Ergänzungen
Was hat dir beim letzten Kauf besonders gefallen?
Welche konkreten Wünsche haben wir erfüllen können?
Welche Erwartungen hast du, wenn du bei uns kaufst?
Können wir diese immer erfüllen oder gibt es Dinge, die dir fehlen?
Gab es in der Vergangenheit Dinge, die dich besonders gestört haben?
Ist unser Angebot aus deiner Sicht vollständig? Vermisst du Produkte/Leistungen?
Welche Kriterien sind für dich kaufentscheidend (warum kaufst du bei uns)?
Wirst du durch unsere Werbung angesprochen?
Wirst du über die richtigen Vertriebskanäle (Laden, Internet) beliefert? Hast du hier Änderungswünsche?
Kannst du dir vorstellen, dass unser Angebot durch Wettbewerber ersetzt wird (Wen)?
Wie zufrieden bist du mit dem Angebot? Gibt es Änderungswünsche?

Abb. 2: Beispiel für einen Kundenfragebogen


Es ist vollkommen ausreichend, wenn du 20-30 Kunden einer Zielgruppe befragst und analysierst.  Erfahrungsgemäß werden sich die Antworten ähneln. Verfeinere anschließend die Zielgruppendarstellung aus Abbildung 1.

Info

Käufer und Beeinflusser

Manchmal ist die Person, die dein Produkt oder Angebot kaufen soll, nicht die, die letztlich über den Kauf entscheidet. Ein klassisches Beispiel hierfür ist das Ü-Ei. Mama ist zwar Käuferin, die Kaufentscheidung wird allerdings maßgeblich vom Kind beeinflusst. Die Zielgruppe ist damit in erster Linie das Kind.

Schritt 3: Bestimme die Haupt-Zielgruppen

Im nächsten Schritt deiner Zielgruppenbestimmung geht es um die Festlegung  deiner 2-3 Haupt-Zielgruppen. Mehr sollten es nicht sein, da sonst die Gefahr besteht, sich mit dem Angebot zu verzetteln. Um die  primären Zielgruppen zu definieren, solltest du aus den Bögen deiner Kundenbefragungen folgende Aspekte beantworten:

  • Welchem Kundenkreis  kannst du den größten Nutzen (im Sinne einer Problemlösung) bieten?
  • Was sind deine größten Stärken, die zur Nutzengenerierung beitragen?
  • Was kannst du besser als deine Wettbewerber?
  • Welche Zielgruppe ist dir am liebsten, etwa aufgrund ähnlicher Interessen oder weil du schon lange mit dieser Gruppe zusammenarbeitest (besonders wichtig, da du mit den Zielgruppen über Jahre zusammenarbeiten musst)?
  • Welche Konsumenten benötigen deine Leistungen am ehesten? Wo kannst du in besonderem Maß Wünsche erfüllen oder Probleme lösen?
  • Bei welchem Kundensegment beobachtest du ein intensives Kaufverhalten?
  • Mit welchen Zielgruppen kannst du hohe Gewinne erzielen?

Info

Achte auf DSGVO-konforme Kundenbefragungen:

Bei der Erhebung von Kundendaten musst du folgende Punkte beachten:

  • Einwilligung einholen – Kunden müssen zustimmen (Opt-in)
  • Datenschutzerklärung bereitstellen – Was speicherst du, wofür, wie lange?
  • Anonymisierung prüfen – Wenn möglich, arbeitest du mit anonymisierten Daten
  • Auskunftsrecht beachten – Kunden können Einsicht in ihre Daten verlangen
  • Löschpflicht – Nicht mehr benötigte Daten löschen

Bei Online-Umfragen nutzt du Tools, die DSGVO-konform sind und Server in der EU haben (z.B. Google Forms mit EU-Einstellungen, Typeform EU).

Schritt 4: Erstelle Kundenprofile aus den Haupt-Zielgruppen

Hast du deine Haupt-Zielgruppen definiert, solltest du Kundenprofile anlegen. Diese helfen dir, Kunden, Hintergründe und Bedürfnisse noch besser kennenzulernen. Meist ist es nicht möglich, das Profil sofort vollständig zu erstellen. Versuche in jedem Kundengespräch, fehlende Dinge in Erfahrung zu bringen, und ergänze diese. Kannst du keine exakten Daten erheben, nimmst du Schätzungen vor, z. B. beim Einkommen. Abbildung 3 zeigt, wie ein Benutzerprofil aussehen kann. Bei der Liste der Merkmale kannst du Ergänzungen vornehmen.

Profilpunkt
Profilpunkt Kundenangaben Ergänzungen
Kunde
Adresse, Kontaktdaten
Beruf
Alter
Geschlecht
Familienstand
Einkommen
Wünsche
Bedürfnisse
Probleme
Besondere Interessen
Kaufhäufigkeiten
Umsatz
Gekaufte Produkte/Leistungen
Bevorzugte Ansprache (Werbung)
Bevorzugter Vertriebskanal
Besondere Wünsche (noch nicht angebotene Produkte/Leistungen)
Sonstiges

Abb. 3 : Beispiel Kundenprofil


Hast du sehr viele Kunden, musst du nicht für jeden einzelnen ein Profil erstellen. Es genügt, wenn du das für die 10-15 Prozent der größten Kunden je Zielgruppe tust. Hieraus kannst du i. d. R. Rückschlüsse für das  gesamte Kundensegment ableiten und dein Angebot ausrichten.

Tipp

Erstelle Personas

Wenn du deine Zielgruppe definierst, geht es darum, deinen Kundenstamm zu verstehen und greifbarer zu machen. Nach Phase 4 der Zielgruppenanalyse kannst du sogenannte Personas entwickeln. Hierbei handelt es sich um ein fiktives Individuum, das genau die ermittelten Eigenschaften widerspiegelt. Durch die Persona werden die ermittelten Daten für alle Mitarbeiter greifbarer. Die Persona wird weiterhin in der Umsetzung von Marketing-Maßnahmen wichtig. Auch die Kundenansprache muss im Sinne der Zielgruppe sein.

Tipp

Mit diesen Tools definierst du deine Zielgruppe und erfährst mehr über deine Kunden

  • Kundenumfragen

‍Befrage deinen Kundenstamm – entweder persönlich oder online. Mit freien Tools wie beispielsweise Google Forms kannst du Umfragen erstellen und diese einfach in deine Webseite oder deinen Newsletter einbinden.  

  • Offenes Ohr  

‍Nutze Kundengespräche und Briefings, um deine Kunden genauer kennenzulernen. Höre genau zu, wenn es um ihre Interessen, Herausforderungen Erfolge und Misserfolge geht. So bekommst du ein immer klareres Bild von deiner Zielgruppe.

  • Social Media  

‍Werte Kommentare auf deinen Kanälen regelmäßig aus und verfolge themenspezifische Gruppen. So weißt du immer, welche Themen deine Zielgruppe aktuell bewegen und welche Lösungen gut ankommen.

  • Online-Recherche

‍Eine gute Ergänzung ist die klassische Online-Recherche. Vertrauenswürdige Quellen sind allerdings rar. Verwertbare Daten findest du bei Statista oder auf der Seite des Statistischen Bundesamts.

  • Google Analytics

‍Man muss kein Fachmann im Umgang mit dem Analyse-/Tracking-Tool des Suchmaschinengiganten sein, um einige interessante Daten zu erhalten. Angaben zu Alter und Geschlecht von Seitenbesucher sind doch schon mal ganz interessant. 

Schritt 5: Prüfe dein Produktangebot

Wenn du deine Zielgruppen definiert hast und dich regelmäßig mit deren Wünschen befasst, wirst du binnen kurzer Zeit in der Lage sein, sich anbahnende Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Etwa aus Gesprächen oder Befragungen findest du heraus, was bei der Zielgruppe noch genauso gut ankommt oder welche Aspekte nicht mehr im Trend sind. Du kannst dann z. B. schneller als Wettbewerber reagieren und dein Angebot ändern oder ausbauen; beispielsweise indem du aktuelle Produkte modifizierst oder neue Produkte und nützliche Serviceleistungen entwickelst. So erreichst du einen Vorsprung gegenüber Konkurrenten, schärfst dein Profil und wirst von Stammkunden häufiger empfohlen. Was kurzfristig mit höheren Kosten und Zeitaufwand verbunden ist, schlägt sich für dich mittelfristig in höheren Gewinnen nieder.

Abgesehen von der Zielgruppenbeschreibung solltest du darüber hinaus auch eine Markt- und Wettbewerbsanalyse durchführen, um deine Position im Vergleich zur Konkurrenz zu kennen.

Schritt 6: Wiederhole die Zielgruppenbestimmung

Da sich Kundenwünsche, Technologien und gesellschaftliche Rahmenbedingungen heute sehr schnell ändern, musst du regelmäßig prüfen, ob du mit deinem Angebot weiterhin die richtigen Kunden ansprichst. Wiederhole den gesamten Prozess etwa einmal pro Jahr. Du wirst merken: Der Aufwand, um die Zielgruppe zu definieren, sinkt kontinuierlich, weil du bereits sehr viele Daten erhoben hast, dich ständig mit Kunden austauschst und die Profile pflegst.

Beispiel aus der Praxis

Peter Müller, früher Amateur-Radrennfahrer, betreibt ein Fahrradgeschäft und bietet neben Alltagsfahrrädern für Männer, Frauen und Kinder auch Rennräder und Mountainbikes an. Sein Angebot richtet sich also an „alle und jeden“; er muss meist preiswerte Ware verkaufen und häufig hohe Rabatte gewähren. Daher sinkt sein Gewinn seit einiger Zeit. Er möchte das ändern und sich stärker auf wenige Zielgruppen konzentrieren, für die er ein besonders attraktives Angebot erstellen kann; er verspricht sich davon, dass er dann auch höhere Preise und Gewinne durchsetzen kann. Um das zu erreichen, erstellt er zunächst eine Übersicht der aktuellen Zielgruppen. Hierzu gehören Männer, Frauen, Kinder, ambitionierte Freizeit- und Amateur-Rennrad- sowie Mountainbike-Fahrer. Zu jeder Zielgruppe befragt er Kunden, um festzustellen, welche Bedürfnisse diese haben. Es zeigt sich, dass „normale“ Nutzer Wert auf billige Räder legen und einen guten Service zu geringen Preisen erwarten. Folgegeschäfte, z. B. in Form von Zubehörverkäufen, sind kaum zu erwarten.

Anders die ambitionierten Freizeit-Rennrad- und Mountainbike-Fahrer: Diese sind bereit, mehr Geld auszugeben, wenn Qualität, Service und Betreuung stimmen, z. B. bei Reparaturen und im Zubehörverkauf. Um seine Zielgruppe zu definieren, muss Peter Müller herausfinden, auf wen diese Kriterien und diese Kaufverhalten zutreffen. Für seine Marktsegmentierung erstellt Müller 60 Kundenprofile dieses Kundensegments. Er stellt fest, dass er künftig v. a. gutverdienende Männer zwischen 20 und 55 Jahren ansprechen muss. Gleichzeitig müssen diese sportlich sein und Zeit zum Fahren haben. Müller fühlt sich als Sportler dieser Zielgruppe besonders verbunden und entschließt sich zu einem Schnitt: Er stellt sein Sortiment um, trennt sich von Massenware und konzentriert sich auf Qualitätsräder. Außerdem bietet er dreimal wöchentlich eine geführte, dreistündige Ausfahrt für Rennradfahrer an, bei der er entweder selbst mitfährt oder einen seiner studentischen Aushilfsverkäufer mitschickt. Nach wenigen Monaten hat er – vor allem durch Weiterempfehlungen aus seiner neuen Trainingsgruppe – zahlreiche neue Kunden. Nach 18 Monaten liegen Umsatz und Gewinn gut 30 Prozent höher als vor der Umstellung.