Die Auswahl eines Steuerberaters: So finden Sie den Richtigen

Mittels dieser Auswahlkriterien wird die Suche nach einem Steuerberater zum Erfolg
Aktualisiert am: 16.02.2016

Sind Sie auf der Suche nach einem Steuerberater? Für Unternehmer kann es ab einer bestimmten Unternehmensgröße sinnvoll sein einen Steuerberater für die Steuererklärung zu beauftragen. In unserer Suche finden Sie den passenden Steuerberater in Ihrer Stadt oder Region für Ihr Unternehmen mit wenigen Klicks. Da die passende Wahl trotz überregionaler Suche nicht immer einfach ist, haben wir in unserem Artikel Kriterien für die Wahl eines guten Steuerberaters zusammengestellt. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Suche!

Finden Sie den passenden Steuerberater für Ihr Unternehmen

Das macht einen guten Steuerberater aus

Wenn Sie einen Steuerberater mit der Betreuung Ihres Unternehmens beauftragen, sollten Sie sehr genau beobachten, wie er sich verhält. Folgende Anhaltspunkte sprechen für eine gute Beratung:

  • Der Steuerberater nimmt sich Zeit. Präsentiert Ihnen der Steuerberater den ermittelten Gewinn, ohne Ihnen auch nur eine Frage gestellt zu haben, hat er diesen Gewinn allein aus Ihrer Buchhaltung beziehungsweise aus den ihm vorgelegten Belegen errechnet. Ihre individuellen Bedürfnisse oder Wahlrechte können hier nicht ausreichend einbezogen worden sein. Ein guter Steuerberater hakt nach und befragt Sie nach Ihren individuellen Zielsetzungen.

  • Der Steuerberater spricht kein Fachchinesisch. Ein guter Steuerberater versucht nicht, mit unverständlichen Fachbegriffen zu punkten; stattdessen erklärt er Ihnen genau, worum es bei einzelnen Fragestellungen und Wahlrechten geht.

  • Der Steuerberater informiert Sie kostenlos. Ein Steuerberater, bei dem Sie gut aufgehoben sind, informiert Sie mindestens 1-mal im Monat entweder über sein Internet-Portal oder über ein Mandantenschreiben über die aktuelle Rechtsprechung, neue Steuertrends oder Verwaltungsanweisungen.

  • Der Steuerberater kommt auf Sie zu. Ein engagierter Steuerberater wartet nicht, bis Sie seinen Rat suchen; er informiert Sie, wenn sich steuerliche Änderungen oder steuerliche Möglichkeiten für Ihr Unternehmen ergeben.

  • Nicht jede Minute wird abgerechnet. Im Leben gibt es zwar nichts geschenkt. Doch ein Steuerberater, der für jedes kurze Telefonat ein Honorar abrechnet und sich ansonsten wenig engagiert, ist wohl eher an seinem Verdienst als an Ihrem steuerlichen Wohlergehen interessiert. Gerade für eine Erstberatung und ein 1. Kennenlernen sollte kein Honorar anfallen.

  • Der Steuerberater stellt keine überzogenen Rechnungen. Sollen Sie auf einmal deutlich mehr Honorar für dieselben Leistungen bezahlen oder rechnet der Berater ein sehr hohes Honorar für die Umsetzung gesetzlicher Neuerungen ab (z. B. wegen Abweichungen zwischen Handels- und Steuerbilanz, die wegen des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes notwendig sind), sollten Sie bei einem anderen Steuerberater ein Vergleichsangebot einholen.

  • Die Chemie muss stimmen. Der beste Steuerberater kann Sie nicht optimal beraten, wenn er Ihnen unsympathisch ist. Denn in diesem Fall sind offene und konstruktive Gespräche so gut wie ausgeschlossen.


Fühlen Sie sich bei Ihrem derzeitigen Steuerberater unwohl, sollten Sie sich bei Geschäftspartnern umhören, ob diese mit ihrer Beratung zufrieden sind. Testen Sie den neuen Berater, indem Sie Ihrem derzeitigen und diesem neuen Steuerberater dieselbe steuerliche Problematik schildern. Vergleichen Sie, wer sich mehr engagiert, Ihnen die verständlichere und günstigere Antwort gibt und wer zurückhaltender abrechnet. Bleiben Sie trotzdem bei Ihrem bisherigen Steuerberater, sprechen Sie an, was Ihnen nicht gefällt. Weisen Sie ihn offen darauf hin, dass Sie sich auch von einem anderen Steuerberater haben betreuen lassen. Meist steigert der Steuerberater dadurch sein Engagement für Sie, um Sie von seinen Leistungen zu überzeugen.

Die Vorteile der Zusammenarbeit

Es hat einige Vorteile, einen Steuerberater zu beschäftigen. Sogar wenn Sie Ihren Gewinn nach der einfachen Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) ermitteln oder einen Buchhalter beschäftigen, der Buchungen und Bilanzerstellung bestens im Griff hat: Spätestens mit Blick auf das Finanzamt bringt ein Steuerberater Sie weiter. Aus folgenden Gründen:

  • Ihre Angaben wirken glaubwürdiger. Ist auf der Steuererklärung vermerkt, dass ein Steuerberater mitgewirkt hat, ist mit deutlich weniger Rückfragen zur Steuererklärung zu rechnen. Die Angaben wirken glaubwürdiger.

  • Automatische Fristverlängerung. Haben Sie für die Ermittlung Ihres Gewinns und für das Ausfüllen der Steuererklärungen einen Steuerberater beauftragt, müssen Sie Ihre Steuererklärungen nicht bis spätestens 31. Mai des Folgejahrs beim Finanzamt einreichen; sie haben automatisch Zeit bis zum 31. Dezember des Folgejahres.

    Achtung:
    Damit Sie in den Genuss der automatischen Fristverlängerung kommen, müssen Sie dem Finanzamt die erstmalige Vertretung durch einen Steuerberater schriftlich mitteilen. So vermeiden Sie eine Mahnung und schlimmstenfalls eine Schätzung der Besteuerungsunterlagen.
  • Weniger Änderungen ohne Nachfragen. Häufig ändern die Sachbearbeiter der Finanzämter die in der Steuererklärung angegebenen Daten einfach ab und begründen das lapidar im Kleingedruckten zum Steuerbescheid (z. B. die Kürzung der Betriebsausgaben). Das kommt kaum vor, wenn Sie ein Steuerberater berät.

  • Geringere Steuernachzahlung bei Prüfungen. Wer sich steuerlich beraten lässt, muss auch bei Betriebs-, Lohn- oder Umsatzsteuerprüfungen geringere Steuernachzahlungen fürchten. Denn die Angaben des Steuerberaters werden seltener infrage gestellt als die Angaben eines Unternehmers, der seine steuerlichen Angelegenheiten selbst regelt.

Kosten als Betriebsausgaben verbuchen

Die Einschränkungen zum steuerlichen Abzug betreffen nur die privaten Steuerberatungskosten. Diese sind seit dem Jahr 2006 nicht mehr als Sonderausgaben abziehbar. Die Steuerberatungskosten für die betriebliche Betreuung können Sie dagegen weiterhin als Gewinn mindernde Betriebsausgabe verbuchen. Um diesen Anteil nicht schätzen zu müssen, sollten Sie Ihren Steuerberater um eine detailliert aufgeschlüsselte Rechnung bitten, in der klar ausgewiesen ist, welche Kosten betrieblich veranlasst waren.

Jetzt Newsletter abonnieren
Jetzt Newsletter abonnieren


War dieser Beitrag hilfreich?
Bitte tragen Sie einen Kommentar ein.