EÜR: Alles zur Einnahmen-Überschuss-Rechnung

Die Einnahmen-Überschuss-Rechnung – oder kurz EÜR – ist eine vereinfachte Form der Gewinnermittlung für Selbstständige, Freiberufler und Kleinunternehmer. Die EÜR ist meist einfacher und weniger zeitintensiv zu erstellen als ein „normaler“ Jahresabschluss mit Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung. Das Finanzamt erkennt die Gewinnermittlung nach EÜR an, wenn es keine Bilanzierungspflicht für den Steuerpflichtigen gibt. Die Einnahmen-Überschuss-Rechnung kann man selbst erstellen oder diese Aufgabe von einem Steuerberater erledigen lassen. Für die Erstellung der gibt es in der Steuererklärung eine separate Anlage EÜR.

Definition

Definition: Was ist die Einnahmen-Überschuss-Rechnung?

Hierbei handelt es sich um die Methode der Gewinnermittlung bei der nur eine einfache Buchhaltung gefordert ist. Im Gegensatz zur doppelten Buchführung muss jeder Geschäftsvorfall daher nur auf einem Konto erfasst werden, entweder als Einnahme oder als Ausgabe. Vereinfacht ausgedrückt: Der Gewinn nach EÜR ergibt sich in der Buchhaltung also, indem von den Einnahmen alle Ausgaben einer Periode abgezogen werden. In der Praxis wird die Einnahmen-Überschuss-Rechnung daher auch als Einnahmen-Ausgaben-Rechnung bezeichnet. Für die Erstellung wird bei der Abgabe der Steuererklärung ein separates Formular benötigt, die so genannte Anlage EÜR. 

In einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung werden grundsätzlich alle Einnahmen und Ausgaben dem Geschäftsjahr zugeordnet, in dem der Geldfluss stattgefunden hat bzw. stattfindet:

  • Bei EC- oder Kreditkartenzahlung der Tag der Zahlung bzw. Abbuchung
  • Bei Überweisungen der Tag der Abbuchung oder Gutschrift

Abgrenzungsbuchungen oder Rückstellungen dürfen, anders als bei der klassischen Bilanzierung, grundsätzlich nicht vorgenommen werden.

Nur wenige Ausnahmen zulässig

Vom Prinzip der tatsächlichen Zahlung dürfen Sie bei der Einnahmen-Überschuss-Rechnung nur in wenigen Fällen abweichen:

  • Kreditkarten: Hier gilt, dass die Zahlung bzw. der Geldabfluss mit der Unterzeichnung des Zahlungsbelegs erfolgt. Das heißt, dass Käufe mittels Kreditkarte im Dezember noch im Dezember als Aufwendungen berücksichtigt werden, auch wenn die Kreditkartenabrechnung mit der Abbuchung vom Konto erst im Januar des Folgejahres erfolgt.
  • Regelmäßig fällige Ein- oder Auszahlungen: z.B. Mieten, Telefon, Darlehenszinsen, Versicherungen, die 10 Tage vor oder nach dem Geschäftsjahresende gezahlt werden, ordnen Sie dem Jahr zu, in die Ausgaben entstanden sind. Wird etwa die Telefonrechnung für Dezember noch im gleichen Monat oder bis zum 10.1 des Folgejahres bezahlt, wird die Zahlung dem laufenden Geschäftsjahr zugeordnet, ansonsten dem nächsten Jahr.
  • Abschreibungen: Hier kommt es auf den Anschaffungszeitpunkt und die tatsächliche Verfügbarkeit des Wirtschaftsguts an. Wird z.B. ein PKW kurz vor Jahresende geliefert und der Rechnungsbetrag erst Anfang Januar bezahlt, kann die Abschreibung trotzdem im alten Jahr anteilig angesetzt werden, da als Anschaffungsdatum der Liefertermin gilt. In § 4 Abs. 3 Satz 4 EStG finden sich weitere Ausnahmen bei der EÜR, die für viele kleine Unternehmen häufig aber weniger wichtig sind.

Rechtsgrundlagen der Einnahmen-Überschuss-Rechnung

Wesentliche Rechts- bzw. Gesetzesgrundlagen für die Erstellung einer EÜR sind u.a.:

  • § 4 Abs. 3 Satz 1 EStG (Einkommensteuergesetz): Regelung, dass alle, die nicht zur Buchführung verpflichtet sind, von der EÜR Gebrauch machen dürfen. 
  • § 4 Abs. 4 EstG (Einkommensteuergesetz): Hier wird definiert, was Betriebsausgaben bzw. betrieblich veranlasste Ausgaben sind. 
  • § 60 Abs. 4 EStDV (Einkommensteuer-Durchführungsverordnung): Hier ist geregelt, dass die EÜR grundsätzlich elektronisch dem Finanzamt zu übermitteln ist.
  • § 12 EstG (Einkommensteuergesetz): Hier sind in den Nummern 1 bis 5 die Einkunftsarten aufgeführt, die nicht vom Einkommen nicht abgesetzt werden dürfen. Damit wird geregelt, was zu den privaten und betrieblich veranlassten Ausgaben gehört.
  • § 141 AO (Abgabenordnung): Hier ist geregelt, wer zur Buchführung  verpflichtet ist und eine Bilanzierung erstellen muss.

Wer muss die EÜR abgeben?

Folgende Berufsgruppen müssen jährlich ermitteln, welchen Gewinn oder Verlust sie erwirtschaftet haben. Das kann entweder mittels Jahresabschlusses mit Bilanz und GuV oder mit einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) geschehen.

  • Kleinunternehmer / Kleingewerbe
  • Freiberufler
  • Einzelunternehmer

Voraussetzung für eine Gewinnermittlung via Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) bei Freiberuflern und Kleinunternehmern ist meist die Kleinunternehmerregelung. 

Wer darf eine EÜR erstellen?

  • Einzelkaufmann mit Eintrag im Handelsregister: Voraussetzung: Sie erzielen in zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren höchstens 600.000 Euro Umsatz und höchstens 60.000 Euro Gewinn. Überschreiten Sie die Umsatz- oder Gewinngrenze, müssen Sie eine Bilanz erstellen. Das teilt Ihnen das Finanzamt mit.

Tipp

Diese Rechtsformen müssen eine Bilanz erstellen

Kapitalgesellschaften (z. B. GmbH, UG) oder Personengesellschaften (OHG und KG) sind immer im Handelsregister eingetragen und müssen immer eine Bilanz erstellen.

  • Unternehmen ohne Handelsregistereintrag: Voraussetzung: Sie haben höchstens 600.000 Euro Umsatz und höchstens 60.000 Euro Gewinn pro Jahr.
  • Freiberufler: Sie dürfen Ihren Gewinn immer nach den Regeln der Einnahmen-Überschuss-Rechnung ermitteln, unabhängig von Umsatz und Gewinn. Sie sind Freiberufler, wenn Sie im wissenschaftlichen, künstlerischen, schriftstellerischen, unterrichtenden oder erzieherischen Bereich selbstständig sind. Dies sind z. B. Ärzte, Architekten, Ingenieure, beratende Betriebs- oder Volkswirte, Softwareentwickler, Fotografen, Künstler.

Info

Welche Tätigkeiten gelten als freiberuflich?

Eine genaue Liste der anerkannten freiberuflichen Tätigkeiten finden Sie in § 18 des Einkommensteuergesetzes. Sollten Sie Ihre Tätigkeit oder eine ähnliche nicht in dieser Liste finden, können Sie ein Sachverständigengutachten einholen.

EÜR erstellen: Wie geht das?

Um die EÜR richtig und Finanzamt-sicher auszufüllen, müssen auch bei Selbstständigen und Co. alle Belege lückenlos gesammelt und archiviert werden, aus denen ihre Einnahmen und Ausgaben hervorgehen. Dazu gehören u.a. 

  • Ausgangs- und Eingangsrechnungen
  • Quittungen
  • Kontoauszüge
  • Verträge

Sie müssen diese in der Regel nicht beim Finanzamt einreichen, müssen sie aber auf Verlangen der Behörde vorweisen. Außerdem sind bestimmte Aufzeichnungspflichten bei der Einnahmen-Überschuss-Rechnung zu erfüllen, wenn auch nicht in der strengen Form, die für die Erstellung einer Bilanz und GuV notwendig sind.

Oft genügen handschriftliche oder mit dem PC erstellte Listen. Die Aufzeichnungen dienen dazu, die Geschäftsfälle besser voneinander zu trennen und nachvollziehbarer zu gestalten. Alternativ können die Geschäftsfälle auch auf Konten verbucht werden. Die Verbuchung auf getrennte Konten ist in der Praxis wegen der höheren Transparenz in jedem Fall günstiger und sollte daher unbedingt genutzt werden. Und natürlich gilt auch für die EÜR: Keine Buchung ohne Beleg.

Tipp

EÜR mit Buchhaltungssoftware selbst erledigen

Wenn Sie sich viel Aufwand sparen möchten und die EÜR mit wenigen Klicks selbst erstellen wollen, dann hilft eine Buchhaltungssoftware weiter. Dank hilfreicher Funktionen und einfacher Bedienung können Sie Ihre Belege schnell zuordnen und automatisch verbuchen. So gelingt auch die EÜR mit wenig Zeitaufwand.

Vorgehensweise

Separat müssen Sie in einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung folgende Posten aufzeichnen: 

  • Einnahmen getrennt nach Umsatzsteuersätzen.
  • Erhaltene Umsatzsteuer
  • Private KfZ-Nutzung
  • Abschreibungen und Sonderabschreibungen, die für Wirtschaftsgüter in Anspruch genommen werden
  • Kosten für geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG), mehr als 250 – 80 Euro netto.
  • Beschränkt abziehbare Betriebsausgaben, z. B. Bewirtungen von und Geschenke an Geschäftsfreunde, häusliches Arbeitszimmer.
  • Kosten für das Anlagevermögen, sowie ggf. für Gesellschaftsanteile, Wertpapiere und Immobilien, mit denen gehandelt wird (Anlageverzeichnis).
  • Entnahmen und Einlagen, wenn man mehr als 2.050 Euro Schuldzinsen für Kredite ansetzen will, die nicht zur Finanzierung von Anlagevermögen dienen. Hierzu muss die Anlage SVE genutzt werden. 

Der Gewinn ergibt sich aus der Differenz von der Summe der Einnahmen und Ausgaben inklusive Abschreibungen.

EÜR-Vorlagen nutzen

Die Einnahmen-Überschuss-Rechnung lässt sich mit einer Vorlage in Excel, einem Vordruck oder einer Software erledigen. Ein Excel-Muster ist jedoch eher für den Anfang oder wenn Sie Ihre Buchhaltung von einem Steuerberater erledigen lassen, zu empfehlen. Ein Formular für die Einnahmen-Überschuss-Rechnung können Sie dann ausgefüllt, zusammen mit Ihren Buchhaltungsdaten, an ihren Steuerberater übermitteln bzw. in die Anlage EÜR des Finanzamts übertragen. Das heißt, der Aufwand ist tendenziell höher, als bei Anwendung einer einschlägigen EÜR-Software.

Tipp

Nutzen Sie unseren EÜR-Rechner

Wenn Sie noch keine Erfahrungen mit der EÜR haben, können Sie auch einen EÜR-Rechner nutzen, um die ersten Schritte ganz einfach und verständlich durchzuführen. 

EÜR online selber machen mit einem Programm

Besonders einfach erledigen Sie die Einnahmen-Überschuss-Rechnung mit einem EÜR-Rechner, einer Buchhaltungs- oder speziellen EÜR-Software. So behalten Sie mit wenigen Klicks Ihre Finanzen immer tagesaktuell im Blick. Viele Buchhaltungsprogramme haben eine EÜR-Software auch schon direkt im Programm integriert.

Anlage EÜR: Die Steuererklärung per ELSTER

Die elektronische Einnahmen-Überschuss-Rechnung ist Bestandteil der Steuererklärung und man findet sie in den Unterlagen unter dem Namen „Anlage EÜR“. Der Unternehmer muss ein Konto bei Elster besitzen und kann die Anlage EÜR nach Anmeldung und Zertifizierung ausfüllen sowie elektronisch mit der Steuererklärung versenden. Das Formular zur Anlage EÜR für das benötigte Steuerjahr kann nach Anmeldung und Zertifizierung hier ebenfalls herunterladen werden. Zudem finden sich auch weitere Erklärungen und Erläuterungen zum Ausfüllen der Einnahmen-Überschuss-Rechnung-Formulare.

Definition

Anlage EÜR

Alle Unternehmen, die ihren Gewinn durch Einnahmen-Überschuss-Rechnung ermitteln, sind grundsätzlich dazu verpflichtet, die standardisierte Anlage EÜR in ihrer Steuererklärung elektronisch an das Finanzamt zu übermitteln. In dieser sind detaillierte Angaben zu Einnahmen und Ausgaben zu machen. Zusätzlich gehört zur Anlage EÜR noch die Anlage AVEÜR bei Einzelunternehmen.

Die Anlage AVEÜR ist nichts anderes als ein Verzeichnis, in dem alle Vermögensgegenstände, Anlage- und Umlaufvermögen, erfasst werden. Das Anlageverzeichnis dient dabei nicht nur zur Erfassung und Darstellung des Vermögens, sondern auch zur Berechnung der AfA (Abschreibung). Auch die geringwertigen Wirtschaftsgüter (GWG) werden in der Anlage AVEÜR erfasst.

Außerdem gibt es noch eine Anlage SZE, in der nicht bzw. begrenzt abzugsfähige Zinsen erfasst werden müssen, wenn diese einen Betrag von 2.050 Euro pro Jahr übersteigen. Zinsaufwendungen werden nur dann unbegrenzt anerkannt, wenn sie mit betrieblichen Investitionen zusammenhängen, wenn also ein Kredit zur Anschaffung von Anlagevermögen aufgenommen wurde. Begrenzt abzugsfähig sind Zinsen dann, wenn sie durch Überziehung des Girokontos entstehen und nicht mit einer Investition zusammenhängen. In der Anlage zur Einnahmen-Überschuss-Rechnung sind zunächst alle Zinsen einzutragen. Die nicht abzugsfähigen Schuldzinsen werden dem Gewinn später hinzugerechnet.

Anlage EÜR richtig ausfüllen

Im Folgenden wird in den zentralen Punkten skizziert, wie sich das EÜR-Formular für ELSTER ausfüllen lässt. Basis ist das Formular für 2018, es kann geringfügige Änderungen zur aktuellen Version geben.

  • Auf der ersten Seite des Formulars werden die persönlichen Daten eingetragen, z.B. Name, Steuernummer und Betriebsart. 
  • Dann folgen die Zahlen zur Gewinnermittlung, also zunächst die Betriebseinnahmen (Zeilen 11-22). Die Zeilen zu den Betriebseinnahmen der EÜR-Vorlage als Kleinunternehmer werden mit Brutto-Beträgen eingegeben, wenn man nicht umsatzsteuerpflichtig ist. Andernfalls werden in den folgenden Feldern die umsatzsteuerpflichtigen und ggf. umsatzsteuerfreien Netto-Umsätze eingetragen. Hinzu kommen weitere Einnahmen, z.B. die vereinnahmte Umsatzsteuer, die Privatnutzung des PKW oder des Telefons, Verkaufserlöse aus Anlagevermögen oder vom Finanzamt erstattete Umsatzsteuer. 
  • Dann folgen die Betriebsausgaben. Von der Umsatzsteuer befreite Kleinunternehmer geben Bruttobeträge an, alle anderen Unternehmer und Selbstständige führen Netto-Werte auf. Zunächst werden die uneingeschränkt abzugsfähigen Betriebsausgaben eingegeben, z.B. Waren, Fremdleistungen, Personal, Abschreibungen, Raumkosten, Bewirtung, Reise, Beratung oder gezahlte Vorsteuerbeträge. In der EÜR finden sich weitere Positionen, so dass keine Aufwendungen vergessen werden können (Zeilen 23-51). 
  • Sind alle uneingeschränkt abzugsfähigen Betriebsausgaben eingegeben, kommen die eingeschränkt abzugsfähigen Betriebsausgaben an die Reihe, u.a. Geschenke aus geschäftlichem Anlass für Geschäftspartner (max. 35 Euro Person/Jahr), Bewirtungsaufwendungen (70% der Nettosumme, 100% der Umsatzsteuer sind abzugsfähig!), Verpflegungsmehraufwendungen, ein evtl. häusliches Arbeitszimmer und andere Positionen wie z.B. Sponsoring. (Zeilen 52-57). 
  • Dann folgen KFZ- und anderen Fahrtkosten. Der separate Ausweis soll u.a. verhindern, dass man als Selbstständiger für Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb höhere Ausgaben ansetzt als nicht selbstständige Arbeitnehmer. Daher ist zunächst eine Erfassung der betrieblichen KFZ-Kosten (u.a. Leasing, Benzin, Wartung, Reparaturen, Versicherungen, Steuern, Maut) und sonstigen Kosten für Geschäftsreisen (u.a. Kosten für öffentliche Verkehrsmittel, Flugtickets) erforderlich. Abschreibungen und Zinsen werden hier nicht aufgeführt, da diese schon vorher berücksichtigt wurden. Fallen Fahrten zwischen Privatwohnung und Betrieb an, müssen diese separat angesetzt und von den KFZ-Kosten abgezogen werden. (Zeilen 58-63).
  • Aus der Differenz aller Betriebseinnahmen (Zeile 22) und –ausgaben (Zeile 65) innerhalb der EÜR ergibt sich der steuerpflichtige Gewinn/Verlust, der im Geschäftsjahr erzielt wurde (Zeile 85). 

Investitionsabzugsbeträge in der Anlage EÜR und die Anlage SZE

Denn wer noch Investitionsabzugsbeträge bilden oder auflösen muss, muss der Gewinn korrigieren (Zeile 81). Und wer Schuldzinsen, etwa für einen Kontokorrent- oder Betriebsmittelkredit, von mehr als 2.050 Euro geltend machen will, muss prüfen, ob und ggf. wie hoch der Anteil der nicht absetzbaren Schuldzinsen ist. Um diesen Betrag zu berechnen, wird die Anlage SZE benötigt. Da diese Berechnungen in der Praxis bei kleineren Betrieben nicht so oft vorkommen, wird hier auf weitergehende Erläuterungen verzichtet. Die Ausfüllanweisungen können bei Bedarf der zur Anlage der Einnahmen-Überschuss-Rechnung gehörenden Ausfüllhilfe entnommen werden. 

Rücklagen und stille Reserven

Zudem kann es vorkommen, dass Rücklagen oder stille Reserven entstehen. Wenn man ein Wirtschaftsgut, z.B. ein KfZ mit Gewinn verkauft, besteht die Möglichkeit, eine Rücklage zu bilden (Näheres s. auch Ausfüllhilfe). Man muss den Verkaufserlös erst als Betriebseinnahme in Zeile 18 verbuchen und den Restbuchwert in Zeile 35 erfassen. Das Thema Rücklagen ist komplex und sollte möglichst nicht ohne Hilfe, z.B. eines EÜR-Programms oder des Steuerberaters gelöst werden. Eine Rücklage muss innerhalb von vier Jahren (bei Gebäuden sechs Jahre) in Anspruch genommen werden. Ansonsten ist sie zu verzinsen und gewinnerhöhend aufzulösen. 

Tipp

Erste EÜR (besser) mit Steuerberater

Wer seine EÜR grundsätzlich selbst erstellen möchte, sollte dennoch überlegen, sie beim ersten Mal gemeinsam mit dem Steuerberater zu erarbeiten. Er kennt die wichtigsten Punkte, kann Tipps zur schnelleren und richtigen Erstellung geben und vor allem beim Ausfüllen der Anlagen AVEÜR und SZE helfen sowie Fragen zu evtl. Rücklagen beantworten. Insbesondere die Anlage SZE stellt für wenig erfahrende Unternehmer oft ein Hindernis dar und das Einlesen in die Thematik ist häufig aufwändiger und teurer als die Dienstleistung eines Steuerberaters (einmalig) in Anspruch zu nehmen. Alternativ bietet es sich an, eine professionelle Steuersoftware zu nutzen, die einen zeilenweise bei der Erstellung der EÜR inkl. zusätzliche Anlagen führt. Das ist auch deshalb wichtig, weil sich die Anlagen bzw. Formulare zur Einnahmen-Überschuss-Rechnung in der Regel jährlich zumindest in Teilen ändern.