Lohnerhöhung oder Gewinnausschüttung: Was ist günstiger?

Eine Lohnerhöhung des GmbH Gesellschafters-Geschäftsführers kann steuerlich günstig sein
Aktualisiert am: 11.08.2015

Es stellt sich die Frage, ob die GmbH durch hohe Lohnaufwendungen für den Gesellschafter-Geschäftsführer ihren Gewinn mindern sollen oder ob es steuerlich günstiger ist, den Gewinn möglichst hoch zu halten, um ihn dann bei der GmbH zu versteuern und auf etwaige Ausschüttungen Abgeltungsteuer zu zahlen bzw. das Teileinkünfteverfahren anzuwenden.

Lohnerhöhung oder Gewinnausschüttung: Vorgaben für den Vergleich

  • Die Gewerbesteuer der GmbH reduziert sich um die Höhe des Lohnaufwandes. Denn dadurch verringert sich der Gewinn, auf den Gewerbesteuer zu zahlen ist. Die faktische Freistellung des Lohns von der Gewerbesteuer ist der Grund, weshalb GmbHs im Gegensatz zu anderen Gewerbebetrieben und gewerblich tätigen Personengesellschaften den  gewerbesteuerlichen Freibetrag nach § 11 Abs. 1 Ziff. 1 GewStG in Höhe von 24.500 EUR nicht erhalten. Denn bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften unterliegt auch der Mitunternehmerlohn der Gewerbesteuer. Hier wird durch den Freibetrag ein Ausgleich, wenn auch nur ein geringer, herbeigeführt.

  • Für Gehaltszahlungen an Geschäftsführer, die steuerlich als Arbeitnehmer gelten, muss die GmbH für die Lohnzahlungen entsprechend der ihr vom Geschäftsführer vorgelegten Lohnsteuerkarte Lohnsteuern an das Finanzamt abführen.

  • Sozialversicherungsbeiträge fallen bei beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführern nicht an, da sie in der Regel sozialversicherungsrechtlich nicht als Arbeitnehmer gelten.

  • Da es sich bei der Lohnsteuer nur um eine vorläufige Steuer – eine Art Steuervorauszahlung – des Geschäftsführers handelt, ist für den Vergleich zwischen der steuerlichen Belastung von ausgeschütteten Gewinnen und Lohnbezug nicht die Lohnsteuer entscheidend, sondern die auf den Lohn später zu zahlende Einkommensteuer. Und die Einkommensteuer richtet sich nach dem beim Gesellschafter individuell zu berechnenden Steuersatz:

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Lohnerhöhung oder Gewinnausschüttung: Berechnungsbeispiel

Die A ist zu 100 % an der A-GmbH beteiligt. Es ist zu erwarten, dass die GmbH im Jahr 2012 einen Gewinn von 20.000 EUR erzielen wird. Da A bislang noch ein recht geringes Gehalt gezahlt wird, kann ihr Gehalt entsprechend erhöht werden, ohne dass sie damit Gefahr läuft, eine verdeckte Gewinnausschüttung auszulösen. Für die Gewerbesteuer gilt ein Hebesatz von 450 %. Würde das Gehalt von A in 2012 um 20.000 EUR erhöht werden, würde diese Erhöhung bei ihr mit 42 % Einkommensteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag besteuert werden.Ist es für A günstiger, ihr Gehalt zu erhöhen, oder ist es günstiger, diesen Betrag der Körperschaft- und Gewerbesteuer zu unterwerfen und danach auszuschütten?

Ergebnis: Nach Berücksichtigung sämtlicher Steuern ist es am besten, den Lohn des Geschäftsführers statt den Gewinn zu erhöhen. Bewusst wurde das Beispiel so gewählt, dass der Berechnung der allgemeine Spitzensteuersatz von derzeit 42 % zugrunde gelegt wurde. Nur in den Fällen der sog. Reichensteuer, bei denen ein Spitzensteuersatz von 45 % ab einem Einkommen von 250.731 EUR zur Anwendung kommt, kommt ein höherer Steuersatz in Betracht.

Selbst bei Anwendung eines Spitzensteuersatzes ist die "Gehaltsvariante" steuerlich die günstigste. Liegt der Spitzensteuersatz des betreffenden Geschäftsführers niedriger als 42 %, etwa, weil das Einkommen des Geschäftsführers mit Verlusten des Ehepartners verrechnet wird, ist die Lohnvariante steuerlich noch günstiger.

Steuerliche Gestaltungen sollten domiz daher stets dahin gehen, bis zur Grenze der verdeckten Gewinnausschüttung das Gehalt des Geschäftsführers zu erhöhen und den Gewinn der GmbH möglichst niedrig zu halten.

Ist der Geschäftsführer sozialversicherungspflichtig?

Diese Grundsätze gelten nur, solange der Geschäftsführer nicht sozialversicherungspflichtig ist. Das ist insbesondere bei Gesellschafter-Geschäftsführern der Fall. Demgegenüber sind Fremdgeschäftsführer oder in vielen Fällen auch Geschäftsführer, die zu einem geringen Teil an der GmbH beteiligt sind, sozialversicherungspflichtig. Die Beiträge zur Sozialversicherung betragen ca. 40 % des Lohns, wovon der Mitarbeiter ca. 20 % und die GmbH ca. 20 % zu tragen hat.

Achtung: Bei allen Entscheidungen sind unbedingt die gesellschaftsrechtlichen und wirtschaftlichen Folgen einer solchen Gestaltung mit zu berücksichtigen. Ausführliche Informationen, Arbeitshilfen und die aktuelle Rechtsprechung finden Sie im Lexware gmbh wissen.

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