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Verkauf von GmbH-Anteilen: Wie hoch ist die Steuerlast?

Von Bernhard Köstler
Aktualisiert am: 25.02.2019

Auch wenn ein Gesellschafter den Verkauf seiner GmbH-Beteiligung in naher Zukunft nicht plant, sollte er für den Tag X vorbereitet sein und wissen, wie das Finanzamt den Verkauf der GmbH-Anteile besteuert und welche Besonderheiten zu beachten sind.

Steuerlast beim Verkauf von GmbH-Anteile: Besteuerungsgrundlagen

In folgenden Passagen werden Verkäufe von GmbH-Anteilen steuerlich beleuchtet, die beim GmbH-Gesellschafter zum Privatvermögen gehören. Ja nachdem, wie hoch die Beteiligungsquote innerhalb der letzten Jahre war, besteuert das Finanzamt den Verkauf eines GmbH-Anteils folgendermaßen:

Beteiligung mindestens 1% innerhalb der letzten 5 Jahre Beteiligung unter 1 % innerhalb der letzten 5 Jahre
Besteuerung des Veräußerungsgewinns Besteuerung nach § 17 Abs. 1 EStG Besteuerung nach § 20 Abs. 2 EStG
Besonderheiten Persönlicher Steuersatz, jedoch Teileinkünfteverfahren: 40 % steuerfrei, 60 % steuerpflichtig Abgeltungsteuer mit 25 % oder auf Antrag mit persönlichem Steuersatz unter 25 %

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Besteuerung nach § 17 EStG bei Verkäufen von GmbH-Anteilen

Der häufigere Fall in der Praxis wird wohl der Fall sein, dass ein GmbH-Gesellschafter Anteile an einer GmbH verkauft, an der er innerhalb der letzten 5 Jahre am Stammkapital der GmbH mit mindestens 1% beteiligt war. Die Gewinne aus dem Verkauf sind nach § 17 EStG steuerpflichtig.

Achtung: Bei Schenkung oder Erbe eines GmbH-Anteils wird die Beteiligungsquote des Schenkers bzw. des Verstorbenen innerhalb der letzten 5 Jahre betrachtet (§ 17 Abs. 1 Satz 4 EStG). Beispiel: Sie erben einen Anteil an einer GmbH von 0,5 % und veräußern diesen sofort. War der Verstorbene innerhalb der letzten 5 Jahre zu mindestens 1% beteiligt, ist der Verkaufsgewinn zu versteuern.

  • Gewerbesteuer: Obwohl die Besteuerung nach § 17 EStG gewerbliche Einkünfte unterstellt, wird durch den Verkauf keine Gewerbesteuer fällig (Richtlinie n7.1 Abs. 3 Satz 1 GewStR).
  • Freibetrag: Nach § 17 Abs. 3 EStG kann ein Freibetrag von 9.060 EUR abgezogen werden. Doch diese 9.060 EUR gibt es nur bei einer 100 %-Beteiligung. Bei einer 20 %-Beteiligung beträgt der Freibetrag nur 1.812 EUR. Der Freibetrag mindert sich um den Betrag, um den der Veräußerungsgewinn den Teil von 36.100 EUR übersteigt. Auch die 36.100 EUR gelten nur für eine 100 %-Beteiligung.

Übrigens: Weitere Tipps und Infos rund um das Management einer GmbH finden Sie in unserem Lexware GmbH wissen.

Verkauf von GmbH-Anteilen - ein Beispiel aus Praxis

Frau Huber ist zu 50 % an der XY-GmbH beteiligt. Sie verkauft ihren Anteil an der XY-GmbH für 48.000 EUR (frühere Anschaffungskosten 10.000 EUR). Veräußerungskosten fallen in Höhe von 3.000 EUR an. Folge: Der Verkauf der Anteile ist nach § 17 EStG steuerpflichtig.

Mit diesen 3 Berechnungsschritten können Sie kalkulieren, wie viel das Finanzamt beim Verkauf Ihrer im Privatvermögen gehaltenen GmbH-Beteiligung mit mehr als 1% Beteiligung am Stammkapital letztlich besteuert.

Schritt 1: Ermittlung des steuerpflichtigen Veräußerungsgewinns vor Abzug des Freibetrags

Berechnung
Berechnung EUR
Verkaufserlös für die Anteile der XY-GmbH 48.000 EUR
abzgl. Anschaffungskosten der XY-GmbH - 10.000 EUR
abzgl. Veräußerungskosten - 3.000 EUR
= Veräußerungsgewinn vor Abzug des Freibetrags 35.000 EUR
Davon steuerpflichtig nach § 3c EStG 60% (Teileinkünfteverfahren) 21.000 EUR
Schritt 2: Ermittlung des Freibetrags nach § 17 Abs. 3 EStG
Berechnung
Berechnung EUR
Freibetrag § 17 Abs.3 EStG: 50 % v. 9.060 EUR,
da 50%-Beteiligung
4.530 EUR
Veräußerungsgewinn aus Schritt 1 21.000 EUR
abzgl. 50 % v. 36.000 EUR,
da 50%-Beteiligung
-18.050 EUR
= Ermäßigung Freibetrag 2.950 EUR -2.950 EUR
Zu berücksichtigender Freibetrag 1.580 EUR
Schritt 3: Ermittlung des verbleibenden Veräußerungsgewinns, der nach § 17 EStG besteuert wird
Berechnung
Berechnung EUR
Steuerpflichtiger Veräußerungsgewinn nach Schritt 1 21.000 EUR
abzgl. Freibetrag nach Schritt 2 -1.580 EUR
= zu versteuernder Veräußerungsgewinn nach § 17 EStG 19.420 EUR

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