Was Sie bei der Beschäftigung von Sommer-Aushilfen beachten sollten

Wenn Sie Sommer-Aushilfen und Ferienjobber einstellen müssen Sie bestimmte Regelungen beachten.
Aktualisiert am: 17.04.2018

Jedes Jahr werden insbesondere in der Sommerferienzeit in vielen Unternehmen Aushilfskräfte eingesetzt, um die Urlaubszeit zu überbrücken. Egal ob Sie mit Schülern, Studenten oder Minijobbern planen: Wichtig ist, dass Sie dabei die Vorgaben aus dem Arbeits-, Sozial- und Steuerrecht beachten.

Arbeitsrecht: Die Regeln für Aushilfen

Kinder, die das 15. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, dürfen keine regulären Jobs ausüben. Kinder über 13 Jahre dürfen aber – mit Zustimmung der Eltern – zwei Stunden pro Tag leichte Tätigkeiten (z.B. das Austragen von Zeitungen oder Babysitten) übernehmen.

Jugendliche können einen richtigen Ferienjob annehmen, wenn sie mindestens 15 Jahre alt sind und die Zustimmung der Eltern haben. Unterliegen die Schüler noch der Vollzeitschulpflicht, darf während der Ferien höchstens 4 Wochen pro Jahr gearbeitet werden. Für Schüler der höheren Klassen ist die Dauer der Ferienarbeitszeit nicht begrenzt. Sie dürfen täglich bis zu 7 Stunden, wöchentlich maximal 35 Stunden beschäftigt werden. Nacht- und Schichtarbeit, oder auch das Arbeiten an Wochenenden und Feiertagen, ist für Jugendliche unter 18 Jahren verboten. Schulpflichtige dürfen zudem nur zwischen 6 und 20 Uhr arbeiten. Ausnahmen von dieser Regel gelten für Bäckereien, Krankenhäuser, Gaststätten und für landwirtschaftliche Betriebe.

Sozialabgaben: Ferienjobs sind meist sozialversicherungsfrei

Kurzfristige Ferienjobs sind sozialversicherungsfrei, unabhängig von der Höhe des Verdienstes. Solange ein Schüler nicht mehr als 3 Monate oder 70 Arbeitstage im Jahr arbeitet, fallen keine Abgaben für die Sozialversicherung an. Auch Studenten können in den Semesterferien versicherungsfrei verdienen. Voraussetzung: Der Jobber war vor den Ferien gar nicht oder nicht mehr als 20 Stunden pro Woche beschäftigt. Generell fallen erst ab dem 51. Arbeitstag Sozialversicherungsbeiträge an. Studierende müssen allerdings auch während der Ferien Krankenversicherungsbeiträge bezahlen.

Auch Aushilfen sind lohnsteuerpflichtig

Ferienjobs sind lohnsteuerpflichtig. Arbeitgeber können die Lohnsteuer mit pauschal 25 Prozent übernehmen. Allerdings darf die Tätigkeit dann maximal an 18 Tagen im Monat ausgeübt werden, das Entgelt nicht über 72 € pro Tag liegen und der durchschnittliche Stundenlohn nicht über 12 €. Für Mini-Jobber bis 450 €/Monat fällt in den meisten Fällen außer der 2%-Pauschalsteuer kein Lohnsteuer an. Verdient ein Ferienarbeiter mehr als 450 € im Monat, behält der Arbeitgeber die Lohn- und Kirchensteuer sowie den Solidaritätszuschlag ein. Sofern der Jobber den steuerlichen Grundfreibetrag von 9.000 € (+ 1.000 € Werbungskostenpauschale) nicht überschreitet, bekommt er die abgeführten Abzüge über den Lohnsteuerjahresausgleich zurück.

Aushilfen bei Arbeitsunfällen automatisch versichert

Wie alle anderen Arbeitnehmer sind Schüler und Studierende während eines Ferienjobs bei Arbeitsunfällen gesetzlich versichert. Der Versicherungsschutz ist für die Versicherten beitragsfrei. Die Kosten trägt alleine der Arbeitgeber. Vorsicht ist jedoch für Grenzgänger und Jobber im Ausland geboten. Der Versicherungsschutz gilt in der Regel nur für Deutschland.

Achtung: Der Mindestlohn gilt auch für Aushilfen! Auch geringfügig Beschäftigte, kurzfristig Beschäftigte, Werkstudenten und Teilzeitkräfte aller Art haben einen Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn. Bei Praktikanten ist zu unterscheiden, welcher Art das Praktikum ist und wie lange es dauert. Praktikanten, die nach Abschluss einer Berufsausbildung, insbesondere einer Hochschulausbildung, ein Praktikum leisten, gelten als Arbeitnehmer und haben Anspruch auf den Mindestlohn.


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