Künstliche Intelligenz wird zum Partner für Deutschlands Kleinstunternehmen

Deutschlands Selbstständige setzen auf die Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI). Das ergibt eine Online-Befragung von Lexware, dem führenden Anbieter für kaufmännische Software in Deutschland, unter Kleinstunternehmen (0 bis 9 Mitarbeitende) vom Mai dieses Jahres. Jedes dritte Unternehmen (34 Prozent) automatisiert nach eigenen Angaben zumindest Teilprozesse mithilfe von KI. Mehr als jedes zweite (56 Prozent) der 2.924 befragten Unternehmen mit bis zu neun Mitarbeitenden wäre grundsätzlich bereit dazu, KI-Systeme eigenständig einen ganzen Aufgabenbereich übernehmen zu lassen. Aber: Nur ein sehr geringer Teil der Befragten (15 Prozent) arbeitet nach einer ausformulierten KI-Strategie.

Zuletzt aktualisiert am 21.08.2026

Unternehmen in der Größenordnung der Kleinstunternehmen machen mehr als 80 Prozent der deutschen Unternehmenslandschaft aus. Will Deutschland also zu einer KI-Nation werden, so ist der Entwicklungsstand dieser Unternehmen hinsichtlich Künstlicher Intelligenz von großer Bedeutung. „Deutschlands Kleinstunternehmen erkennen die Chancen von KI", fasst Christian Steiger, Geschäftsführer von Lexware, die Ergebnisse der Umfrage zusammen. „Gerade für Unternehmen mit wenigen Mitarbeitenden oder für Solo-Selbstständige bietet KI großes Potenzial. Technisch ist die KI schon so weit, dass sie künftig als KI-Co-CEO ganze Aufgaben zuverlässig übernehmen kann. Kleinstunternehmer sollten sich jetzt damit befassen. Sonst laufen sie Gefahr, abgehängt zu werden."

Vom Textassistenten zur Unternehmensführung

Künstliche Intelligenz ist noch immer vor allem für Texterstellung im Einsatz (79 Prozent der Befragten) und wird vor allem für Aufgaben im Marketing genutzt (64 Prozent). Im Vergleich zu einer ähnlichen Befragung von Lexware im September 2025 ist allerdings der Anteil derjenigen, die KI in der Geschäftsführung für beispielsweise Marktrecherche, Trendanalyse und Entscheidungsfindung einsetzen, von 28 Prozent auf 34 Prozent signifikant gestiegen. Dazu passt, dass sich der Anteil der Befragten, die KI bereits zur Automatisierung von Teilprozessen einsetzen, von 16 Prozent im September 2025 auf 34 Prozent im Mai 2026 mehr als verdoppelt hat. Dabei folgen die befragten Kleinstunternehmer vor allem pragmatischen, taktischen Überlegungen. 85 Prozent haben keine KI-Strategie in Form von Guidelines zur KI-Nutzung, KI-Prinzipien, einem übergeordneten Ziel, das sie mit KI erreichen wollen, oder Ähnlichem definiert.

Insgesamt ist das Vertrauen in KI hoch. Das zeigt sich zum Beispiel in der Nutzungsfrequenz: 41 Prozent der Befragten nutzen KI täglich. 24 Prozent immerhin mehrmals pro Woche. Das ist im Vergleich zur Nutzungsfrequenz vor einem Jahr schon ein merklicher Anstieg. Im September 2025 nutzten nur 33 Prozent täglich KI. 40 Prozent sehen außerdem keine Gründe, die dagegen sprechen, KI zu benutzen. Wer Gründe sieht, führt vor allem Sorge um die Qualität der Ergebnisse (35 Prozent), Datenschutzbedenken (31 Prozent) oder rechtliche Unsicherheiten (26 Prozent) an.

ChatGPT ist dabei das mit Abstand am weitesten verbreitete Tool unter Kleinstunternehmen. 81 Prozent der Befragten haben das Tool im Einsatz, gefolgt von Google Gemini (49 Prozent), Claude (37 Prozent), Microsoft Copilot (24 Prozent) (Mehrfachauswahl war möglich).

Künstliche Intelligenz ist gekommen, um zu bleiben

62 Prozent der befragten Unternehmen sehen mindestens einen „eher hohen" Nutzen für ihr Unternehmen. Und sie rechnen auch damit, dass sich das fortsetzt. 49 Prozent der Befragten rechnen damit, dass die Nutzung generativer KI für ihre betrieblichen Zwecke in den kommenden sechs bis zwölf Monaten eher zunehmen wird, jeder Fünfte rechnet mit einer starken Zunahme (20 Prozent).

Für ein Drittel der Befragten (35 Prozent) stellt generative KI einen starken Einflussfaktor auf ihren Unternehmenserfolg in den kommenden zwei Jahren dar. 34 Prozent rechnen mit mäßigem Einfluss der Technologie.

Allerdings gibt fast jedes zweite (48 Prozent) Unternehmen an, in den kommenden zwölf Monaten nicht damit zu planen, die Ausgaben für auf generativer KI basierende Tools zu erhöhen. Für Schulungen zur Nutzung wird bisher kaum investiert, und das soll für die meisten Unternehmen auch so bleiben (62 Prozent), ein Viertel ist sich unsicher (25 Prozent).

Um KI noch mehr und besser zu nutzen, fehlt es am Ende für viele Kleinstunternehmer an Zeit, sich intensiv mit ihr zu befassen (40 Prozent) und an Klarheit über rechtliche Rahmenbedingungen wie den EU AI Act oder Datenschutzanforderungen (44 Prozent). Auch die Kosten spielen für viele eine Rolle (46 Prozent), genauso wie die Möglichkeit, bestehende Softwarelösungen nutzen zu können, indem KI-Tools in sie integriert werden (42 Prozent).

Steiger stellt fest: „Unternehmer sind das Fundament und der Motor deutscher Wirtschaftskraft. Unsere Befragung zeigt, dass sie Potenzial im Einsatz von KI sehen. Wir müssen daran arbeiten, es ihnen möglichst einfach zu machen, KI in ihre bestehenden Prozesse zu integrieren. So wird KI für Deutschlands Kleinstunternehmer zum Partner. Sie sind dafür bereit."

Tiefergehende Informationen zur Befragung finden Sie in unserem Whitepaper

Methodik:

Die Befragung wurde vom Softwareunternehmen Lexware im Zeitraum vom 19. bis 22. Mai 2026 unter 2.924 Selbstständigen und Inhabern oder Geschäftsführenden von kleinen Unternehmen mit bis zu neun Mitarbeitenden per Online-Fragebogen durchgeführt. Die Befragten sind alle Nutzer der Cloudlösung Lexware Office. Ein Update der Befragung ist für das Frühjahr 2027 geplant.

Über Lexware:

Lexware macht Unternehmertum einfach, für Selbstständige, Existenzgründungen, Kleinunternehmen und Startups. Als All-in-One-Lösung automatisiert das Unternehmen Geschäftsprozesse von der Buchhaltung bis zur Warenwirtschaft. Damit ist Lexware mit über 600.000 Kunden Marktführer. Weitere Informationen unter www.lexware.de.

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