Businessplan erstellen: So überzeugen Sie Ihren Banker

Er ist das Herzstück der Gründungsvorbereitung und der Unternehmenspräsentation: Ein guter Businessplan ist nicht nur die Voraussetzung für eine erfolgreiche Firmengründung, sondern auch für die Erweiterung von bestehenden Unternehmen. Er dient vor allem dazu, die Bank oder Investoren von Ihrer Geschäftsidee zu überzeugen und für eine Finanzierung zu gewinnen. Die Daten müssen daher unbedingt stimmig, nachvollziehbar und vollständig sein. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie einen Businessplan erstellen.

Definition: Was ist ein Businessplan?

Beim Businessplan handelt es sich um einen Geschäftsplan, der alle relevanten Informationen rund um Ihre Geschäftsidee beinhaltet. In ihm werden alle Rahmenbedingungen näher erläutert, die für Ihre Strategien, Maßnahmen und Ziele relevant sind. Wenn Sie einen Businessplan schreiben, testen Sie beispielsweise die Durchführbarkeit einer Idee vor der Existenzgründung. Er ist ein Handbuch, um potenzielle Investoren von einem Unternehmen, einem Produkt oder einer Dienstleistung zu überzeugen.

Wozu braucht man einen Businessplan?

Der häufigste Grund für die Erstellung eines Businessplans ist die Kapitalbeschaffung – sei es zur Unternehmensgründung, zur Realisierung von Expansionsplänen, für Modernisierungsmaßnahmen oder für andere Investitionen. Der Businessplan dient dazu, das eigene Unternehmen möglichst umfassend zu präsentieren, sein Geschäftsmodell anhand von Zahlen verständlich zu machen sowie Umsatz- und Ertragschancen übersichtlich darzustellen.
Neben dem eigentlichen Ziel der Kapitalbeschaffung gibt es dabei auch weitere Situationen, in denen ein Businessplan sinnvoll ist:

  • Nachfolge (Sie wollen Ihr Geschäft an eine andere Person abgeben)
  • Verkauf Ihres Unternehmens
  • Neuausrichtung Ihres Betriebs
  • Einführung von neuen Produkten
  • Kauf neuer Maschinen (Investitionen)
  • Antrag von Erweiterungskrediten bei der Bank

In allen Fällen interessiert sich Ihr Banker – oder auch ein möglicher Investor – primär für Fakten, weniger für Visionen. Daher sollte der Fokus auf dem Unternehmer und dessen Erfahrungen, auf Marktrecherchen sowie seriösen und nachvollziehbaren Kosten- und Erlöszahlen liegen. Konzentrieren Sie sich auf die „harten Fakten“, also auf die Zahlen und sonstige greifbare Ergebnisse Ihrer Recherchen. Zwar kann es durchaus interessant sein, die eigene Vision hinter einer Unternehmung zu erläutern. Doch potentielle Geldgeber sind in erster Linie an Zahlen und Fakten interessiert, die ihnen helfen, das Vorhaben besser zu beurteilen sowie Chancen und Risiken abzuschätzen.

Businessplan für die Bank

Für Kapitalgeber wie Banken und Sparkassen ist er ein äußerst wichtiges Entscheidungsinstrument bei der Vergabe eines Kredits. Oft werden beim Gespräch die Annahmen des Businessplans mit Ihnen als möglichen Kreditnehmer intensiv diskutiert. Wenn Sie einen Businessplan für einen Bankkredit vorlegen, wird Ihr Gegenüber versuchen, auszuloten, wie gut Sie sich mit dem Markt (Positionierung, Wettbewerber, Preisfindung etc.) auseinandergesetzt haben und wie fundiert damit Ihr Geschäftsmodell ist.

Tipp

Finanzplanung nimmt für Gründer einen hohen Stellenwert ein

Selbstverständlich gibt es Schöneres, als sich im Vorfeld mit Zahlen zu beschäftigen, Tabellen auszufüllen und Kalkulationen zu erstellen. Dennoch ist es zwingend notwendig, dass Sie sich innerhalb Ihres Businessplans mit den Finanzen – z. B. für einen Bankkredit – beschäftigen.

Überprüfung auf Durchführbarkeit

Im Businessplan führen Sie Ihre Überlegungen und Annahmen zum Markt zusammen und erarbeiten Szenarien, wie und wohin sich Ihr Unternehmen entwickeln kann. Ein wichtiger Zusatznutzen für viele Unternehmer besteht in der Tatsache, dass durch die Strukturierung und das schriftliche Dokumentieren der Businessplan zur eigenen Klärung von Überlegungen und damit zur Entscheidungsfindung beiträgt.

Was zählt, sind die richtigen Antworten

Egal, ob Sie einen Businessplan für sich selbst erstellen oder damit Investoren von sich überzeugen wollen, er sollte auf jeden Fall folgende Fragen fundiert beantworten:

  • Was kann ich – wer bin ich? (Unternehmerpersönlichkeit)
  • Was sind meine Kernkompetenzen?
  • Wie kann ich mich, meine Idee bzw. mein Angebot verkaufen?

Wer sollte einen Businessplan erstellen?

Zumindest in der Theorie ist niemand gesetzlich dazu verpflichtet, einen Businessplan zu schreiben. Trotzdem ist es sinnvoll, dies zu tun. Gerade bei einer Existenzgründung lohnt sich ein Businessplan dahingehend, dass Sie Ihr Unternehmenskonzept auf Herz und Nieren prüfen können, bevor Sie es beispielsweise einer Bank vorlegen. Neben den bekannten Geldgebern ist oft die Agentur für Arbeit an einem Kapitalbedarfsplan interessiert, sofern Sie einen Existenzgründerzuschuss beantragen wollen. Daher gilt: Ein Businessplan ist für Start-ups Pflicht, wenn sie auf der Suche nach einer externen Finanzierung sind und um die eigene Geschäftsidee auf Durchführbarkeit zu prüfen.

Achtung

Denken Sie an die Tragfähigkeitsbescheinigung!

Eine Vorlage dieser Bescheinigung ist seit November 2004 gesetzlich vorgeschrieben, wenn Sie bei der Bundesagentur für Arbeit Gelder beantragen wollen. Das Dokument erhalten Sie zum Beispiel bei einem Steuerberater, der IHK oder einem Unternehmensberater. Voraussetzung dafür ist meist ein Businessplan. Denn nur mit diesem können Sie alle relevanten Informationen bezüglich Ihres künftigen Unternehmens detailliert liefern. Gerade Gründer sollten daher niemals auf einen Businessplan verzichten.

Was gehört in einen Businessplan?

Es gibt keine gesetzlichen Vorschriften für einen Geschäfts- oder Businessplan. Sowohl Gliederung als auch Inhalt bleiben Ihnen selbst überlassen. Trotzdem sollte er einige wichtige (und typische) Bestandteile und im Geschäftsleben anerkannte Mindestanforderungen für einen Businessplan enthalten. In der Rohfassung werden üblicherweise von Ihnen folgende Kapitel erwartet:

  • Beschreibung der Geschäftsidee
  • Markteinschätzung
  • Marketingstrategie
  • Kapitalbedarfsplanung
  • Umsatzplanung
  • Liquiditätsplanung
  • Lebenslauf

Die Planungsrechnungen erscheinen bereits in der Rohfassung, da sie die Basis für die weiteren Schritte der Finanzierung bilden.

Umfang und Aufbau eines Businessplans

Sie sollten Ihren Businessplan ansprechend gestalten, weil er die Funktion einer inhaltlichen Visitenkarte des Unternehmens hat. Als Umfang hat sich eine Seitenzahl von ca. 25 bis 40 Seiten bewährt. Dies reicht in der Regel aus, um das Geschäftsmodell und Ihre Markteinschätzung schlüssig darzustellen und die sich hieraus ergebenen Planzahlen nachvollziehbar zu entwickeln. Bedenken Sie aber: Je nach Rechtsform kann der Umfang durchaus variieren. Bringen Sie die Fakten kurz und knapp zusammen. Achten Sie auf die Sichtweise der Leser. Während der Banker eher auf die Rentabilitätsvorschau sieht, interessiert den Venture Capitalist eher der Markt und die Zielgruppe. Um Glaubwürdigkeit und Stringenz zu erreichen, sollten Sie möglichst konkrete Aussagen treffen und verständlich, präzise und sachlich formulieren.
Nach dem Aufbau einer Rohfassung gilt es, die einzelnen Komponenten des Businessplans zu hinterfragen:

  • Hat die Geschäftsidee eine realistische Chance?
  • Wie sieht es mit dem Zusammenspiel von Marketingstrategie, Standort, Markt- und Branchengeschehen aus?
  • Wie hoch ist Ihre eigene Haupt-Qualifikation?
  • Welche weiteren Fähigkeiten und Neigungen können Sie einbringen?

Arbeiten Sie Ihren Plan immer wieder durch und ergänzen Sie die Lücken.

Tipp

Businessplan prüfen lassen

Bevor Sie den Businessplan an Kooperationspartner oder gar Kapitalgeber herausgeben, sollten Sie ihn prüfen lassen. Dafür gibt es einerseits Fachleute (Steuerberater, Berater der Kammern), die prüfen können, ob das Zahlenwerk mit Ihren Ausführungen zusammenpasst und die Darstellung schlüssig und realistisch ist. Was Ihre eigenen Qualifikationen und Fähigkeiten angeht, kann auch die kritische Prüfung durch Freunde oder Familienangehörige sinnvoll sein.

Vorstellung von Person und Unternehmen

Starten Sie zunächst mit einer Zusammenfassung Ihres Businessplans. Anschließend stellen Sie Ihre Unternehmensziele und Ihr Unternehmensprofil vor. Dazu zählen unter anderem:

  • Vorstellung Ihrer Person
  • Vorstellung Ihres Unternehmens
  • Wer steckt hinter dem Gründer?
  • Was zeichnet Sie aus?
  • Welche Fähigkeiten und Kenntnisse gehen aus Ihrem Lebenslauf hervor?
  • Bringen Sie die nötigen betriebswirtschaftlichen und kaufmännischen Kenntnisse mit?
  • Besitzen Sie die nötige Erfahrung?

Beschreibung der Geschäftsidee

Ein zentraler Punkt in Ihrem Businessplan ist natürlich die Geschäftsidee. Stellen Sie sowohl diese als auch Ihre Produktidee inklusive Kundennutzen vor. Beschreiben Sie zudem die Problemlösung, die Sie anbieten. Gehen Sie dabei aber technisch nicht zu weit ins Detail. Weitere wichtige Punkte sind:

  • Zielgruppe
  • Geschäftspotenzial

Gehen Sie auf die praktische Umsetzung Ihrer Idee ein und welche Vorstellungen Sie haben.

Tipp

Was steckt hinter Ihrer Idee?

Leistungen, Funktionen, Einsatz- und Einzugsgebiete – das alles sind Fakten, die im Businessplan wichtig sind. Auf diese dürfen Sie nicht verzichten. Im Beitrag unserer Lexware Förderinitiative für Gründer LEXROCKET, lernen Sie, was Sie wissen müssen, um Ihre Gründungsidee zu beschreiben.

Wettbewerbsanalyse und Marktbetrachtung

Innerhalb des Businessplans untersuchen Sie Ihr Entwicklungspotenzial mittels Markt- und Wettbewerbsanalyse. Wer Sind die Kunden, wer Ihre Konkurrenz? Geben Sie auch die Quellen zu Ihrer Marktanalyse an. Recherchieren Sie im Internet, bei Verbänden oder Marktforschungsinstituten. Alternativ können Sie die Auskünfte auch über die statistischen Bundes- und Landesämter einholen. 

Beide Analysen sind wichtig, um herauszufinden, wie die Konkurrenz am präferierten Standort agiert. Dadurch finden Sie schnell heraus, welche Maßnahmen Sie ergreifen müssen. Gleichzeitig können Sie sich einen Überblick darüber verschaffen, wie Mitbewerber auf dem Markt agieren und wie diese die Zielgruppe erreichen.

Tipp

Nutzen Sie das kostenlose Businessplan-Tool!

Mit dem Tool unserer Gründer- und Förderinitiative LEXROCKET geht die Erstellung Ihres Businessplans schnell und leicht von der Hand. Die Software führt Sie Schritt für Schritt durch die notwendigen Punkte und erleichtert es Ihnen, den Überblick zu behalten. Mit wenigen Klicks drucken oder verschicken Sie Ihren fertigen Businessplan anschließend im PDF-Format.

Finanzplanung

Die Bestandteile des Businessplans sollten parallel zur Entwicklung Ihres Geschäftsmodells stets weitergeführt und aktualisiert werden. Mit der Klärung Ihrer Finanzierung kommt als wichtige Komponente der Finanzierungs- oder Finanzplan hinzu. Der Finanzierungsplan begründet die notwendigen Verpflichtungen gegenüber Ihren Kapitalgebern (Bank, Beteiligung, Leasing), also die Zahlung von Zinsen und Tilgung oder die Rückgabe einer Beteiligung.

Der Finanzplan ist in Ihrem Businessplan der wesentliche Teil, wenn es um die Ermittlung des Kapitalbedarfs und der Liquiditätsplanung geht. In der Finanzierungsplanung bestimmen Mittelverwendung und Mittelherkunft den notwendigen Kapitaldienst. Anhand des Investitionsbedarfs müssen Sie Fremd- und Eigenkapital schlüssig berechnen. Der Businessplan soll Sie als Gründer nicht nur zur Selbstreflexion anregen, er soll Ihnen auch für externe Adressaten zur Unterstützung für Präsentationen, Bankgespräche etc. dienen. Zudem bietet er eine umfassende Grundlage für Erfolgskontrolle oder Evaluation. Warten Sie also nicht zu lange mit der Erstellung Ihres Business-Konzeptes, denn viele unterschätzen den Zeitaufwand.

Wichtig ist, dass alle Planzahlen – und natürlich die hierzu dargestellten Vorgehensweisen – aufeinander abgestimmt sind. Nur so behält der Businessplan gegenüber Kapitalgebern seine Glaubwürdigkeit und kann Ihnen zur Positionsbestimmung und als Planungsinstrument dienen. Der Finanzierungsplan sollte daher in das bestehende Zahlenwerk eingepflegt werden.

Organisation und Marketing

Erläutern Sie in diesem Teil des Businessplans das Management und die Schlüsselpositionen. 

  • Was ist ihr Einsatz im Unternehmen?
  • Welche Mitarbeiter werden benötigt?

Hier können Sie eventuelle Defizite auflisten und wie Sie diese durch Fachkompetenz ersetzen.
Auf das Marketing sollten Sie ebenfalls eingehen. Beschreiben Sie, wie die Werbung für Ihre neue Produktidee aussehen soll.

  • Wie machen Sie Ihre Produkte oder Dienstleistungen bekannt?
  • Welche Wege gehen Sie im Vertrieb?
  • Welche Werbemittel sollen eingesetzt werden?

Gehen Sie strategisch vor. Nutzen Sie vor allem bestehende Netzwerke.

Abschließend ist es potentiellen Investoren enorm wichtig, alles über die Chancen und Risiken Ihrer baldigen Investition zu erfahren. Stellen Sie daher sowohl die Risiken als auch die Stärken und Schwächen Ihrer Unternehmung dar. Dieser Punkt dreht sich primär um die Nachhaltigkeit Ihres Gründungsvorhabens. Verschiedene Szenarien innerhalb des Businessplans sollen jeden denkbaren Verlauf des Unternehmens wiedergeben und Chancen, aber auch Risiken aufzeigen. Gehen Sie gerade bei den Risiken ehrlich vor und entkräften Sie diese durch gezielte und strategische Entschärfung von eventuell auftretenden Herausforderungen. Betonen Sie stets die Chancen und überzeugen Sie mit Lösungen!

Info

Businessplan regelmäßig aktualisieren

Dynamische Unternehmen verändern und entwickeln sich permanent. Daher sollten Sie die Aktualisierung des Businessplans als Chance für eine regelmäßige Überprüfung der Entwicklung nutzen. Es hat sich bewährt, das Dokumentieren dieser Entwicklungen in einem festen Zeitraster vorzunehmen (z. B. immer zu Beginn eines neuen Quartals). Durch das Hinzuziehen von externen Beratern kann dieser Prozess noch zusätzlich institutionalisiert werden.

Profi-Tipp: Die wichtigsten Kernpunkte zuerst nennen

Als Erstes sollte der Leser eine straffe Zusammenfassung des Inhalts vorfinden. Hier stellen Sie auf einer, maximal eineinhalb Seiten die Kernpunkte des Businessplans vor:

  • Ihr unternehmerisches Gesamtkonzept
  • wirtschaftliches Umfeld
  • gesetzte Ziele
  • eingesetzte Mittel

Damit der Businessplan nicht zu umfangreich wird, sollten Sie ergänzende Informationen als Anlagen beifügen, wie beispielsweise:

  • Unternehmensplanung für die nächsten 3 bis 5 Jahre
  • Liquiditäts-, Finanz- und Investitionsplan
  • Angaben zu Forderungen, Verbindlichkeiten, Beteiligungen, Patenten, Personal, Produkten oder Dienstleistungen
  • Ergänzende Daten zu Marktanalysen
  • Lebensläufe der beteiligten Schlüsselpersonen

Je nach Anlass kann der Umfang des Businessplans variieren. Als Unternehmensgründer ist Ihr Businessplan nicht so umfangreich wie bei alteingesessenen Firmen. Die Grenze liegt bei ca. 30 - 35 Seiten. Entscheidend ist in erster Linie die Qualität und nicht der Umfang.

Achtung

Fehlende Angaben im Businessplan!

Fehlen Angaben in Ihrem Businessplan oder sind diese (beispielsweise wegen fehlender Quellenangaben) nicht nachvollziehbar, führt dies meist nicht zu Rückfragen, sondern zur Ablehnung Ihres Plans und damit Ihres Finanzierungswunsches. Denn die Bank wird sich nur selten die Mühe machen und so lange bei Ihnen nachhaken, bis alle relevanten Daten zusammen sind.

Äußere Form: Wie muss ein Businessplan aussehen?

Der Businessplan repräsentiert Ihr Unternehmen. Wenn die Inhalte (z. B.  viele Rechtschreibfehler oder fehlende Inhalte) und die Darstellung nicht professionell sind, dann wirft das kein gutes Bild auf Ihren Betrieb. Die Folge kann sein, dass die Empfänger Ihnen auch mangelnde Professionalität bei Ihrem Vorhaben unterstellen und aus diesem Grund den Antrag ablehnen. Ihr Businessplan sollte dem Anlass und dem Finanzierungsvolumen entsprechend gestaltet sein – nicht zu schlicht, aber auch nicht zu protzig.

Sachliche Formulierungen wählen

Den Adressaten für den Businessplan soll ein guter Einblick ermöglicht werden. Deshalb achten Sie bei der Erstellung auf folgende Faktoren:

  • sachliche Formulierung
  • keine gefühlsbetonten Äußerungen
  • keine Übertreibungen
  • realistisch bleiben
  • objektive Einschätzung
  • Zahlen & Aussagen belegen

Auf Verständlichkeit achten

Sie wollen die Leser von Ihrer Geschäftsidee überzeugen, deshalb überzeugen Sie durch gute Argumente. Eine klare Gliederung unterstützt Sie bei der Argumentation und ist deshalb sehr wichtig. Beginnen Sie daher Ihren Businessplan mit einem Inhaltsverzeichnis. Dadurch wird dem Leser klar, welcher Punkt sich auf welcher Seite befindet und wie groß der Umfang ist.

Vermeiden Sie Fachchinesisch in Ihrem Businessplan. Nicht jeder Banker kennt sich beispielsweise mit technischen Details aus. Lassen Sie daher den Businessplan vorab von anderen Personen gegenlesen, um auszuschließen, dass die Kapitalgeber wegen Unverständnis den Kreditantrag ablehnen. Achten Sie darauf, dass Ihr Businessplan auch von Laien verstanden wird.

Schriftbild und professionelle Optik

Üblicherweise müssen Sie den Businessplan zu dem Termin mit den Kapitalgebern mitbringen. Daher sollte das Exemplar dem Interessenten ausgedruckt und ordentlich gebunden überreicht werden. Achten Sie auch auf folgende Faktoren:

  • einheitliches Schriftbild
  • Einbindung von Grafiken
  • gute Inhaltsstruktur
  • Einbindung des Firmenlogossofern vorhanden
  • ansprechendes Deckblatt

Tipp

Vertrauenswürdige Partner als sichere Basis

Bevor Sie den Businessplan aushändigen, vereinbaren Sie mit den Empfängern die vertrauliche Behandlung des Inhalts und Ihrer Ideen. Bedenken Sie immer, dass Sie Ihre gesamte Geschäftsidee und einen Teil Ihres Know-hows aus der Hand geben – das geht nur mit vertrauenswürdigen Partnern.

Häufige Fehler im Businessplan vermeiden

Wie bereits erwähnt, gibt es sowohl inhaltliche als auch optische Fehler, die Sie bei der Erstellung Ihres Businessplans dringend vermeiden sollten.

  1. Sie gehen nicht ins Detail, sondern behandeln alle Punkte nur oberflächlich. Dieses Vorgehen erweckt einen unprofessionellen Eindruck und kann potentielle Geldgeber leicht abschrecken.
  2. Sie vergessen Ihre Alleinstellungsmerkmale. Jedes Unternehmen, jedes Produkt und jede Dienstleistung hat etwas Besonderes. Heben Sie diese Alleinstellungsmerkmale unbedingt hervor!
  3. DieWettbewerbs- und Marktanalyse ist mangelhaft. Sie müssen sich ausführlich mit Ihrer Konkurrenz, Ihrer Zielgruppe und dem aktuellen Markt beschäftigen, um so viele Eventualitäten wie möglich berücksichtigen zu können.
  4. Sie sind zu optimistisch. Wenn Sie Ihren Finanzplan erstellen, sollten Sie den Inhalt nicht zu sehr beschönigen, aber auch nicht nur auf Sparflamme fahren. 

Vorlagen, Beispiele und Tools

Wenn Sie einen Businessplan erstellen wollen, gibt es mittlerweile eine Vielzahl an Unterstützung: Ratgeber, Tools oder auch Vorlagen. Doch helfen diese wirklich? Wir haben uns für Sie tiefergehend mit der Materie beschäftigt.

Businessplan selbst erstellen oder erstellen lassen?

Viele Gründer stehen am Beginn ihrer Karriere vor der Frage, ob sie den Businessplan selber erstellen oder ihn doch lieber von einem Profi schreiben lassen sollen. Prinzipiell gilt, dass Sie Ihren Businessplan niemals gänzlich aus der Handgeben sollten. Es spricht allerdings nichts dagegen, sich Unterstützung durch einen Experten zu holen. 

Einen fertigen Businessplan von extern sollten Sie immer kritisch betrachten. Der Grund: Selbst wenn Sie dem Ersteller alle relevanten Informationen zu Ihrem Konzept durchgeben, wird dieser niemals mit demselben Herzblut bei der Sache sein wie Sie. Denn schließlich ist es Ihre Geschäftsidee, für die Sie brennen. Hinzu kommt die Frage: Was kostet eigentlich ein Businessplan? Wenn Sie sich einen qualifizierten Experten suchen, bei dem Sie den Businessplan erstellen lassen, können die Kosten gut und gerne mehrere tausend Euro betragen. Denn der Profi hat einen Stunden- oder Tagessatz und ein Businessplan ist nicht schnell aus dem Ärmel geschüttelt, wenn er gut werden soll.

Vorlagen und Muster

Als grobe Orientierung finden Sie im Internet diverse fertige Businessplan-Beispiele, deren Aufbau und Struktur sehr gut als Grundlage geeignet sind. Achten Sie jedoch auf den Inhalt, bevor Sie wahllos ein Businessplan-Muster auswählen. Jedes Unternehmen, jede Branche und jeder Gründer hat andere Anforderungen, denen der Geschäftsplan gerecht werden muss. Sie sollten sich daher immer davon überzeugen, wenn Sie für Ihren Businessplan eine Vorlage für Word oder Excel benutzen, welche Bestandteile für Sie relevant sind. Übernehmen Sie zudem nicht gutgläubig Formulierungsvorschläge, ohne diese zu prüfen. 

Professionelle Businessplan-Software

Neben Vorlagen und Mustern finden Sie im Internet spezielle Softwareprogramme, die Sie bei der Erstellung eines Businessplans unterstützen. Sowohl die Industrie- und Handelskammer als auch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie stellen auf Ihren Websites Hilfsmittel zur Verfügung, mit denen Sie online die ersten Schritte in Richtung professionellen Businessplan gehen können. Auch LEXROCKET - die Gründerinitiative von Lexware - stellt Tools für Gründer zur Verfügung, die den Start in die Selbstständigkeit erleichtern.

Wo erhalte ich Hilfe bei der Businessplanerstellung?

Nicht nur online finden Sie eine Vielzahl an Hilfsmöglichkeiten, die Sie bei der Erstellung eines Businessplans unterstützen. Hilfe können Sie sich aber ebenfalls durch eine professionelle Beratung holen. Qualifizierte Profis unterstützen Sie bei der Erstellung Step-by-Step oder gehen Ihren bereits erstellten Businessplan durch und geben wichtige Hilfestellungen.

Anlauf- und Beratungsstellen

Beratungstechnisch stehen Ihnen verschiedene Türen offen, um sich Hilfe bei der Gründung zu besorgen:

  • Gründer-Coaches: Kompetente Experten stehen Ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Sie beantworten Ihnen auftretende Fragen, stehen Ihnen mit Ihrer Kompetenz zur Seite und unterstützen Sie natürlich auch bei der Erstellung des Businessplans. Achtung: Suchen Sie sich einen Coach aus, der ein kostenloses Erstgespräch anbietet und sowohl zertifiziert als auch zugelassen ist.
  • Wettbewerbe: Es gibt spezielle Businessplanwettbewerbe. Hier stellen Sie Ihren Businessplan vor – jedoch in einzelnen Etappen, die Sie nach und nach durch die Erstellung Ihres Geschäftsplans führen.
  • Individualberatungen: Explizit für den Businessplan von Gründern bietet beispielsweise die Industrie- und Handelskammern individuelle Beratung an. Sie vereinbaren mit einem Berater einen persönlichen Termin und erhalten anschließend wichtige Informationen für Ihr weiteres Vorgehen. Neben Tipps zum Businessplan können Sie zudem eine Unternehmensberatung in Anspruch nehmen.

Fördermöglichkeiten

Dank diverser Fördermittelprogramme bleiben Sie nicht auf den kompletten Kosten einer Businessplan-Beratung oder -Erstellung sitzen. Sie haben jederzeit die Möglichkeit, einen Antrag zu stellen, um finanzielle Unterstützung zu bekommen.

  • Staatliche Unterstützung: Sowohl die alten als auch die neuen Bundesländer fördern kleine und mittlere Unternehmen. Sie als Existenzgründer können bis zu 80 Prozent Ihrer Businessplan-Kosten fördern lassen. Darunter fallen auch das Gründer-Coaching der Bafa (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) oder die Existenzgründerberatung der SAB (Sächsische AufbauBank). Dadurch erhalten Sie die Möglichkeit, auch mit geringen Eigenmitteln eine Beratung in Anspruch zu nehmen.
  • Gründungszuschuss bzw. Einstiegsgeld: Wenn Sie vor Ihrer Unternehmensgründung Bezieher von ALG 1 oder ALG 2 waren, können Sie bei der Agentur für Arbeit den Gründungszuschuss beantragen. Bis zu 20.425 Euro sind möglich.
  • Mikromezzaninfonds: Mit bis zu 50.000 Euro werden Sie unterstützt. Der Fond richtet sich in erster Linie an kleine Ausbildungsbetriebe, Unternehmer, die vorher arbeitslos waren, oder an Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund.

Tipp

Nutzen Sie den Fördermittel-Finder!

Um herauszufinden, welche Förderprogramme für Ihr persönliches Vorhaben in Frage kommen, können Sie dies mit dem Fördermittel-Finder von LEXROCKET in wenigen Schritten herausfinden. Sie beantworten lediglich ein paar Fragen und erhalten am Ende eine Übersicht mit den Förderprogrammen, die zu Ihnen passen.