Investitionen richtig planen

Mit dieser Investitionsrechnung planen Sie richtig
Aktualisiert am: 02.09.2015

Jedes Unternehmen will wachsen und profitabler werden. Doch wann lohnt sich eine Investition für Sie? Die Antwort darauf gibt Ihnen eine knallharte Investitionsrechnung. Damit berechnen Sie die Rendite Ihrer Anschaffung und bekommen einen Überblick über die zu erwartenden Erlöse und Kosten.

Ist die Anschaffung notwendig und sinnvoll?

Ob sich die Anschaffung für Sie tatsächlich lohnt, hängt von zahlreichen Faktoren und Bedingungen ab. Dabei sollten Sie 2 grundsätzlich unterschiedliche Fälle berücksichtigen:

  • notwendige (Ersatz-)Investitionen
  • Investitionen, die Sie tätigen, um Ihre Geschäftstätigkeit auszuweiten.

Notwendige Ersatzinvestitionen

Von notwendigen Ersatzinvestitionen spricht man, wenn Sie Anlagegüter kaufen müssen, die Sie unbedingt benötigen, um den Geschäftsbetrieb in der aktuellen Form aufrechtzuerhalten. Hier einige Beispiele:

  • Sie müssen einen PKW wegen Verschleiß, zu hohen Alters oder aufgrund eines Unfalls ersetzen.
  • Sie tauschen einen Computer aus, damit Sie oder Ihre Mitarbeiter weiter arbeitsfähig bleiben.
  • Sie brauchen Büromöbel für neue Mitarbeiter.

Diese Investitionen müssen Sie tätigen, um den Arbeitsbetrieb weiter aufrechtzuerhalten. Sie können dann nur noch das günstigste Angebot wählen.

Investitionen zur Erweiterung der Geschäftstätigkeit

Etwas anders sieht der Fall aus, wenn Sie sich entscheiden können, die Investition vorzunehmen oder sie zu unterlassen. In solchen Fällen handelt es sich meist um Erweiterungsinvestitionen. Hier einige Beispiele:

  • Sie kaufen neue Produktionsmaschinen, um mehr Produkte herstellen und absetzen zu können.
  • Sie wollen einen neuen Standort eröffnen, um neue Märkte zu erschließen.

Hier müssen Sie sich fragen, ob Sie eine solche Ausgabe überhaupt tätigen möchten und ob diese grundsätzlich sinnvoll ist. Dazu sollten Sie möglichst konkret beschreiben, welches Gut Sie aus welchem Grund anschaffen möchten und was Sie sich im Einzelnen hiervon für Vorteile versprechen.

Lohnt sich die Anschaffung wirklich?

Eine detaillierte Berechnung und Bewertung Ihrer Anschaffung erfolgt dann, wenn Sie zu dem Schluss kommen, dass Sie die Investition grundsätzlich vornehmen wollen. Je nach Bedeutung eines Vorhabens und dem Volumen, das eine Investition umfasst, kommen unterschiedliche Investitionsverfahren zum Tragen. In der Praxis unterscheidet man 2 grundlegende Methoden: 

  • statische Verfahren
  • dynamische Verfahren

Bei statischen Verfahren werden lediglich einfache Vergleichsrechnungen vorgenommen, etwa der Kosten oder des Gewinns. Dabei wird immer nur ein Geschäftsjahr betrachtet, eine Berechnung über mehrere Jahre findet nicht statt.

Vorteile der statischen Verfahren: Sie sind relativ einfach zu berechnen und es erfordert wenig Zeitaufwand, alle notwendigen Daten zusammenzustellen.

Nachteil: Sie sind vergleichsweise ungenau.

Statische Investitionsrechnungsverfahren werden daher vor allem bei kleineren Investitionsvorhaben eingesetzt oder in Fällen, bei denen eine Investition unbedingt getätigt werden und man lediglich die für Ihr Unternehmen günstigste Variante errechnen muss, etwa im beschriebenen Fall, wenn es um die Beschaffung eines Ersatzes für ein notwendiges Fahrzeug geht.

Bei dynamischen Verfahren wird nicht nur ein Geschäftsjahr betrachtet, sondern Sie müssen Daten z. B. zu Umsätzen, Kosten und Gewinnen, über einen Zeitraum von bis zu 10 Jahren planen. Aus den jährlichen Gewinnen (oder auch Verlusten) ermitteln Sie so für ein Vorhaben, ob es sich für Sie wirklich lohnt, es umzusetzen.

Vorteil der dynamischen Verfahren: Sie können wesentlich besser beurteilen, ob sich das Vorhaben für Sie lohnt.

Nachteil: Damit verbunden ist ein erheblich größerer Arbeitsaufwand. Deshalb werden diese Verfahren meist nur für Investitionen mit einer großen Bedeutung für ein Unternehmen bzw. mit einem großen Investitionsvolumen angewendet. Bei einigen Investitionen ist es außerdem eine gute Idee, zunächst eine Wettbewerbsanalyse durchzuführen, um die Stärken und Schwächen der Konkurrenz - und der eigenen Produkte oder geplanten Angebote - einschätzen zu können.

Finanzierung der Investition

Haben Sie sich entschieden zu investieren, müssen Sie klären, wie Sie an die notwendigen Finanzmittel kommen.

  • Einen Teil einer Investition sollten Sie möglichst mit eigenem Geld bezahlen. Faustregel: 20–30 % wären aus der Sicht möglicher anderer Kapitalgeber, etwa der Bank, wünschenswert. Wie hoch der Anteil tatsächlich ausfällt, hängt natürlich auch vom Geldbetrag ab, den Sie investieren möchten.
  • Das restliche für die Investition benötigte Kapital müssen Sie sich von Dritten beschaffen. Erster Ansprechpartner ist in der Regel Ihre Hausbank. Fragen Sie konkret danach, welche Informationen die Bank von Ihnen benötigt. Wenn Sie eine 2. Bankverbindung besitzen, sollten Sie auch hier nachfragen, um die Konditionen vergleichen und das günstigste Angebot auswählen zu können.

Achtung: Stellen Sie keine direkte Kredit-, sondern eine Konditionenanfrage. Eine Kreditanfrage meldet die Bank in der Regel an Schufa und Co., mit der Folge, dass Sie als Person oder Firma eingestuft werden, die dringenden Kapitalbedarf hat. Das führt zu negativen Einträgen und somit zu einer Verschlechterung der Bonität.

  • Oft besteht die Möglichkeit, sich aus weiteren Quellen Gelder zu besorgen, etwa über die KfW-Mittelstandsbank. Diese stellt für Investitionen Kredite oder Fördergelder speziell für kleine und mittelständische Betriebe bereit, und das fast immer zu günstigeren Konditionen als es eine Bank tut. Allerdings können Sie bei der KfW oder anderen Förderbanken keinen direkten Antrag stellen, sondern müssen Ihre Bank einbinden.

Tipp: Einige Institute weisen nicht von sich aus auf diese günstige Finanzierungsmöglichkeit hin, sodass Sie sich unbedingt selbst erkundigen müssen.

Steuervorteile nutzen

Zwar sollten Sie die Durchführung einer Investition nicht davon abhängig machen, ob Sie sich aus steuerlichen Aspekten lohnt; wichtiger ist das Gesamtergebnis. Allerdings kann es sich lohnen, ein paar Aspekte im Hinterkopf zu behalten:

Abschreibung

Ihre Investition wird über einen bestimmten Zeitraum abgeschrieben. Dazu wird der Investitionsbetrag durch die Zahl der Nutzungsjahre dividiert. Diesen Wert können Sie als Kosten ansetzen, die Ihren Gewinn verringern. Im Anschaffungsjahr kann der gesamte (Jahres-)Betrag aber nur angesetzt werden, wenn Sie die Investition im Januar tätigen. Für jeden Monat, der vergeht, dürfen Sie 1/12 des Betrags weniger berücksichtigen.

Beispiel: Sie kaufen eine Maschine für 120.000 EUR und eine Nutzungszeit von 10 Jahren. Die Maschine schaffen Sie im März an und nehmen sie in Betrieb. Damit dürfen Sie im Anschaffungsjahr nicht 12.000 EUR (120.000 EUR / 10 Jahre) als Abschreibung ansetzen, sondern nur 10.000 EUR, weil die Monate Januar und Februar schon vergangen sind.

Tipp: Sonderabschreibung nutzen

Als kleines Unternehmen können Sie im Anschaffungsjahr meist eine Sonderabschreibung in Höhe von 20 % des Anschaffungswertes als Kosten geltend machen.

Investitionsabzugsbetrag

Wenn Sie Ihre Investition erst in 1 oder 2 Jahren tätigen wollen, besteht die Möglichkeit, vorab einen sog. Investitionsabzugsbetrag von bis zu 40 % der geplanten Investition vorab geltend zu machen. Dazu müssen Sie aber gegenüber dem Finanzamt konkret beschreiben, welche Art von Investition Sie planen. Um hier keine Fehler zu machen, sollten Sie hierzu im Vorfeld unbedingt mit Ihrem Steuerberater sprechen.

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