AfA-Tabelle: Wirtschaftsgüter einfach abschreiben

Wirtschaftsgüter einfach abschreiben mit AfA-Tabelle
Aktualisiert am: 27.04.2017

Wirtschaftsgüter, die zum Besitz Ihres Unternehmens gehören, nutzen sich im Laufe der Zeit ab. Sie altern, verschleißen und der Wiederverkaufspreis sinkt. Diesen Wertverlust dürfen Sie abschreiben – was gewinnmindernd wirkt und Ihre steuerliche Belastung senkt. Wie Sie die Nutzungsdauer für Ihre Wirtschaftsgüter per AfA-Tabelle ermitteln, die Abschreibungsdaten schnell ermitteln und Ihren steuerlichen Vorteil maximieren, zeigen wir Ihnen in diesem Beitrag.

Worum geht es bei der Abschreibung (AfA)?

Gebäude, Fahrzeuge oder andere Wirtschaftsgüter, die Sie für Ihren Betrieb anschaffen, verlieren mit den Jahren an Wert. Da Ihr Rechnungswesen laut Handelsgesetzbuch immer die tatsächlichen Wertverhältnisse Ihres Unternehmens widerspiegeln muss, haben Sie die Pflicht, diesen Wertverlust zu erfassen. Betriebswirtschaftlich nennt man diesen Vorgang „Abschreibung“. Steuerrechtlich wird dafür korrekterweise der Begriff „Absetzung für Abnutzung“ – kurz AfA – verwendet. Dabei werden die Anschaffungskosten des Wirtschaftsgutes auf die Jahre verteilt, in denen es genutzt wird.

Für Sie hat das einen großen Vorteil: Denn den jährlichen Abschreibungswert können Sie von Ihrem Betriebsergebnis abziehen. So wirken sich die Abschreibungen über die gesamte Nutzungsdauer hinweg gewinnmindernd aus und reduzieren damit die Steuern, die Sie an das Finanzamt abführen müssen. Vergleichbar ist das in etwa mit der Angabe von Werbungskosten oder Kosten für die Anschaffung von Büromöbeln im Rahmen Ihrer Einkommensteuer. In beiden Fällen sparen Sie Geld.

Die wichtigsten handels- und steuerrechtlichen Abschreibungsregelungen, informative Rechtsquellen und aktuelle Urteile rund um das Thema Abschreibungen und Afa-Tabellen finden Sie im Lexware gmbh wissen – der Online-Datenbank für GmbH-Geschäftsführer und -Gesellschafter. Hier erfahren Sie auch, in welchen Fällen es Ausnahmen von der „normalen“ Abschreibung gibt und wie Sie bei Geringwertigen Wirtschaftsgütern richtig vorgehen.

Nutzungsdauer eines Wirtschaftsgutes

Die Höhe der jährlichen Abschreibung eines Wirtschaftsgutes hängt von seinem Wert und von seiner Nutzungsdauer ab. Deshalb kommt deren Ermittlung eine wichtige Bedeutung zu. Im Steuerrecht zählt hier die „betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer“. Unter diesem Begriff ist der Zeitraum zu verstehen, in dem das Wirtschaftsgut erfahrungsgemäß in Ihrem Betrieb verwendet oder genutzt werden kann. Die Nutzungsdauer ist für jedes Wirtschaftsgut gesondert zu ermitteln. Dabei wird jedes Wirtschaftsgut als eine Einheit bewertet. Ob einzelne Teile eventuell eine kürzere oder längere Nutzungsdauer haben, spielt dabei keine Rolle.

In der Regel steht die Nutzungsdauer eines Wirtschaftsgutes nicht fest. Stattdessen müssen Sie diese anhand der konkreten Gegebenheiten Ihres Betriebes schätzen. Diese Schätzung ist zwangsläufig mit einer gewissen Unsicherheit verbunden, da sich nie alle Faktoren genau vorausberechnen lassen, die sich darauf auswirken. Aus diesem Grund wird Ihnen hierbei auch ein Ermessensspielraum zugestanden. Das Prinzip kaufmännischer Vorsicht gebietet es, üblicherweise eher eine zu kurze als eine zu lange Nutzungsdauer anzunehmen. Die Schätzung muss allerdings nachvollziehbar sein. Eine willkürlich angesetzte kurze Schätzung – z. B. weil man möglichst schnell von der geringeren Steuerlast profitieren möchte – ist nicht zulässig.

Abschreiben leicht gemacht

Mit dem AfA-Rechner und den AfA-Tabellen im Lexware gmbh wissen ermitteln Sie im Handumdrehen die Daten für Ihre Abschreibungen.

Bei Wirtschaftsgütern, die Sie in gebrauchtem Zustand erworben haben, hängt die Restnutzungsdauer vom Zustand des Wirtschaftsgutes zum Zeitpunkt des Erwerbs ab und davon, wie Sie es in Ihrem Betrieb einsetzen möchten. So ist beispielsweise beim Kauf eines gebrauchten Pkw dessen Restnutzungsdauer unter Berücksichtigung des Alters und des voraussichtlichen Gebrauchs zu schätzen. In Fällen, in denen gesetzlich bereits Abschreibungszeiträume vorgegeben sind – wie z. B. bei Gebäuden – müssen diese bei der Restnutzungsdauer berücksichtigt werden.

Wann die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer keine Rolle spielt und wie Sie in diesen Fällen vorgehen, erfahren Sie im Lexware gmbh wissen.

AfA-Tabelle zur Ermittlung der Nutzungsdauer eines Wirtschaftsgutes

Damit Sie sich nicht bei jeder einzelnen Anschaffung Gedanken über die Nutzungsdauer machen müssen, hat das Bundesministerium für Finanzen (BMF) unter Beteiligung der Fachverbände der Wirtschaft ein praktisches Hilfsmittel entwickelt: die AfA-Tabelle für allgemein verwendbare Anlagegüter.

In dieser AfA-Tabelle sind die Nutzungsdauern für Anlagegüter aufgelistet, die nicht branchenspezifisch genutzt werden. Hierzu gehören z. B. Drehbänke, Industriestaubsauger, Kehrmaschinen oder Registrierkassen. Die aktuelle AfA-Tabelle ist auf Anlagegüter anzuwenden, die nach dem 31.12.2000 angeschafft wurde. Hier ein kleiner Ausschnitt der AfA-Tabelle, wie sie im Online-Nachschlagewerk Lexware gmbh wissen enthalten ist:

allgemeine AfA-Tabelle
Die AfA-Tabelle für allgemein verwendbare Anlagegüter im Lexware gmbh wissen

Neben dieser branchenunabhängigen AfA-Tabelle hat das BMF auch AfA-Tabellen für die einzelnen Wirtschaftszweige herausgegeben. In diesen Branchentabellen ist die jeweilige Nutzungsdauer der branchenspezifischen Wirtschaftsgüter aufgelistet. Bei Abschreibungen in dem jeweiligen Wirtschaftszweig haben sie Vorrang gegenüber der allgemeinen AfA-Tabelle. Hier sehen Sie beispielhaft die Branchentabelle für die Maschinenbaubranche:

AfA-Tabelle Maschinenbau
Die AfA-Tabelle für die Maschinenbaubranche im Lexware gmbh wissen

Die AfA-Tabellen sind zwar rechtlich nicht verbindlich, da die Nutzungsdauer eines Wirtschaftsgutes immer von den besonderen betrieblichen Verhältnisse abhängt. Allerdings werden die amtlichen Abschreibungstabellen in der Praxis von den meisten Betrieben angewandt, da sie die Schätzung der Nutzungsdauer für die Abschreibung deutlich vereinfachen. Außerdem kann man Diskussionen mit dem Finanzamt so von Anfang an vermeiden.

Durch die Anwendung dieses Hilfsmittels sind Sie in der Regel auf der sicheren Seite. Während die AfA-Tabelle für Sie als Unternehmer lediglich ein Angebot darstellt, das Sie annehmen können, aber nicht müssen, hat sie für das Finanzamt den Charakter einer Dienstanweisung. Die in der AfA-Tabelle aufgeführten Daten werden in der Regel auch von den Finanzgerichten als verbindlich angesehen. Die Bestimmung der Nutzungsdauer eines Wirtschaftsgutes anhand einer AfA-Tabelle ist lediglich dann problematisch, wenn die Anwendung der AfA-Tabelle zu einer offensichtlich unzutreffenden Besteuerung führen würde.

Möchten Sie von den Vorgaben der AfA-Tabelle abweichen, müssen Sie hierfür besondere Gründe angeben, die eine schnellere Abschreibung rechtfertigen. Ein Beispiel hierfür wäre, wenn Sie eine kürzere Abschreibungsdauer für ein spezielles Fahrzeug ansetzen möchten, weil dieses zu Schulungszwecken genutzt wird und dadurch einen höheren Verschleiß hat.

Um Ihnen die Berechnung der Abschreibung zu erleichtern, finden Sie im Lexware gmbh wissen einen AfA-Rechner. Er ermittelt im Handumdrehen alle wichtigen Abschreibungsdaten Ihrer Wirtschaftsgüter. Dadurch, dass sowohl die AfA-Tabelle für allgemein verwendbare Anlagegüter als auch die Branchentabellen in den Rechner integriert sind, lässt sich die korrekte Nutzungsdauer schnell ermitteln und per Knopfdruck in die Berechnung übernehmen.

Praxisbeispiel: Abschreibung mit Afa-Tabelle

Ein kleines Architekturbüro benötigt für einen neuen Mitarbeiter einen PC. Die Kosten dafür belaufen sich auf 1.200 Euro. Laut AfA-Tabelle für allgemein verwendbare Anlagegüter beträgt die Nutzungsdauer für Workstations, Personalcomputer, Notebooks und deren Peripheriegeräte 3 Jahre. Unter Verwendung der linearen Abschreibungsmethode sieht die Abschreibung in diesem Fall wie folgt aus:

im 1. Jahr (Jahr der Anschaffung)

  • Abschreibungsbetrag = Anschaffungswert / Nutzungsdauer =1.200 EUR / 3 Jahre = 400 EUR/Jahr
  • Restwert nach dem 1. Jahr: 800 EUR (1.200 EUR – 400 EUR)

im 2. Jahr

  • Abschreibungsbetrag: 1.200EUR /3= 400 Eur/Jahr
  • Restwert: 400 EUR (800 EUR - 400 EUR)

im 3. Jahr

  • Abschreibungsbetrag:1.200 EUR /3 = 400 EUR
  • Restwert: 0 EUR (400 EUR – 400 EUR)

Damit ist der PC aus steuerrechtlicher Sicht nach 3 Jahren nichts mehr wert und gilt als vollständig abgeschrieben. Er kann aber natürlich weiter genutzt werden.

Grundsätzlich ist ein Wirtschaftsgut solange in der Bilanz abzuschreiben, bis es durch Verkauf, Verlust oder Verschrottung aus dem Betrieb ausscheidet oder die Abschreibungsfrist abgelaufen ist. Ist das Wirtschaftsgut vollständig abgeschrieben und wird es weiter im Betrieb genutzt, kann es mit einem sogenannten „Erinnerungswert“ von 1 EUR in der Bilanz stehen bleiben.

Weiterführende Informationen zum Thema AfA finden Sie im Lexware gmbh wissen.

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