Entgeltfortzahlung: Krankheit innerhalb 4 Wochen nach Eintritt/Wiedereintritt

In den ersten 4 Wochen hat der Mitarbeiter keinen gesetzlichen Anspruch auf Entgeltfortzahlung. Was ist zu beachten, wenn Sie z.B. aufgrund einer tarifvertraglichen Regelung vor der Wartefrist Entgeltfortzahlung leisten?

Hintergrund: 

Der Mitarbeiter hat gem. § 3 Abs. 3 Entgeltfortzahlungsgesetz erst nach Ablauf einer vierwöchigen Wartefrist Anspruch auf Entgeltfortzahlung.
Wird er in dieser Zeit krank, erhält er Krankengeld. Die Wartefrist beginnt mit dem vereinbarten ersten Arbeitstag. 
 

Vorgehen:

Die zu buchende Fehlzeit ist davon abhängig, ob der Mitarbeiter seine Arbeitstätigkeit zum vereinbarten Eintrittsdatum antreten konnte.  

Fall 1: Der Mitarbeiter ist bereits am ersten vereinbarten Arbeitstag krank:

  1. Buchen Sie die Fehlzeit 'Krankheit bei Eintritt ohne Entgeltfortzahlung'.
    Ergebnis: Lexware lohn+gehalt erstellt, wie gesetzlich vorgeschrieben, die Sozialversicherungsmeldung mit Meldegrund 10 nach Ablauf der Fehlzeit. An dem Tag, an dem der neue Mitarbeiter seine Tätigkeit aufnimmt.
  2. Versenden Sie die Anmeldung.

Fall 2: Der Mitarbeiter erkrankt innerhalb der ersten 4 Wochen ab Eintrittsdatum aber nicht ab dem ersten Arbeitstag.

  1. Versenden Sie die, wie gewohnt von Lexware lohn+gehalt zum Eintrittsdatum erstellte Anmeldung mit dem Sendeassistenten.
  2. Buchen Sie die Fehlzeit 'Krankheit mit Krankengeld'. 
    Hinweise:
    - Die normalerweise vorangehende Fehlzeit 'Krankheit mit Entgeltfortzahlung' ist wegen mangelnden Anspruchs auf Entgeltfortzahlung nicht zu buchen.
    - Senden Sie die zu erstellende Entgeltbescheinigung mit sv.net.
      Weil kein abgerechneter Monat seit dem Eintritt vorliegt, darf gemäß den Vorgaben der Krankenkasse keine elektronische Entgeltbescheinigung von Lexware lohn+gehalt erstellt werden. 

Wenn die Erkrankung des Mitarbeiters über das Ende der Wartezeit hinausgeht, hat er vom ersten Tag der fünften Woche Anspruch auf Entgeltfortzahlung. Buchen Sie zu diesem Datum die gleichnamige Fehlzeit.

Sonderfall: verkürzte Wartezeit durch Tarifvertrag / Satzung der Krankenkasse: 

Die beschriebene Vorgehensweise richtet sich nach den Bestimmungen des Entgeltfortzahlungsgesetzes.

Wichtig zu beachten

 Wichtig:  Wenn im Tarifvertrag kürzereWartezeitengeregeltsind, kann dieserfrühere Anspruch auf Entgeltfortzahlungnicht in Lexwarelohn+gehaltabgerechnetwerden (kein Erstattungsantrag).

Dies gilt auch für die Fälle, in denen die Krankenkasse in ihrer Satzung eine vom Entgeltfortzahlungsgesetz abweichende kürzere Wartefrist vorsieht.   

Wenn Sie vor Ablauf der Wartefrist eine Fehlzeit mit Entgeltfortzahlung erfassen, erhalten Sie im Lexware scout die Meldung:

 

Abhilfe:

  1. Löschen Sie die Fehlzeit mit Entgeltfortzahlung.  
  2. Erfassen Sie die vor Ablauf der gesetzlichen Wartefrist bezahlten Bezüge über die gewohnte Gehaltslohnart (ohne Fehlzeitbuchung).
  3. Wenn die Krankenkasse diese Entgeltfortzahlung erstattet, müssen Sie den Erstattungsantrag über sv.net senden.