Faktura & Warenwirtschaft

Rechnung: Rechtliche Vorgaben, Aufbau und Pflichtangaben im Überblick

Eine Rechnung zeigt, welche Leistung du erbracht hast, und muss strenge gesetzliche Vorgaben erfüllen. Hier erfährst du, welche Pflichtangaben hineingehören, wie du sie richtig aufbaust, was in Sonderfällen gilt und wie du Fehler korrigierst. Wichtig: Seit 2025 musst du im B2B-Bereich E-Rechnungen empfangen können. Ab dem 1. Januar 2027 müssen Unternehmen mit mehr als 800.000 € Vorjahresumsatz sie auch ausstellen, ab 2028 gilt das für alle. Schreibst du deine Rechnungen noch in Word oder Excel, lohnt es sich, jetzt umzustellen.

Zuletzt aktualisiert am 08.10.2026
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Definition

Was ist eine Rechnung?

Eine Rechnung ist ein offizielles Dokument. Es dokumentiert, dass jemand eine Ware oder Dienstleistung gegen Entgelt ausgetauscht hat. Auf ihrer Basis rechnen Leistender und Leistungsempfänger miteinander ab. Gleichzeitig dient sie als steuerlicher Beleg und ist somit ein wichtiger Bestandteil deiner Buchhaltung.

Die Paragraphen 14 bis 14c im Umsatzsteuergesetz (§ 14 UStG) legen fest, wie du eine Rechnung aufbauen musst – sonst riskiert der Empfänger den Vorsteuerabzug.

Worauf muss ich als Unternehmer bei der Erstellung einer Rechnung achten?

Das Finanzamt erkennt deine Rechnung nur an, wenn du diese Regeln befolgst:

  • Erstellung: Du hast in der Regel sechs Monate Zeit, die Rechnung zu schreiben.
  • Aufbewahrung: Rechnungen an andere Unternehmer musst du acht Jahre lang aufheben.
  • Davon zu unterscheiden ist die Zahlungsfrist. Sie legt fest, bis wann dein Kunde die Rechnung begleichen muss.

Für bestimmte Rechnungsarten musst du zusätzliche Anforderungen beachten, zum Beispiel für:

Rechnungen kannst du in Papierform oder elektronisch übermitteln, zum Beispiel als PDF aus Word oder Excel. Für B2B-Geschäft im Inland gilt das allerdings nur noch für eine Übergangszeit: 

Achtung

Fristen für die Umstellung auf E-Rechnung

  • Ab dem 1. Januar 2027 müssen Unternehmen mit einem Vorjahresumsatz von mehr als 800.000 Euro ihre Rechnungen für B2B-Umsätze im Inland grundsätzlich als E-Rechnung ausstellen.
  • Ab dem 1. Januar 2028 gilt die Pflicht für alle übrigen Unternehmen im B2B-Bereich.

Als Formate für die E-Rechnung kommen  XRechnung oder ZUGFeRD in Betracht. Für Rechnungen an Privatkunden und für viele Kleinunternehmer bleiben Papier und PDF weiterhin zulässig.

Welche gesetzlichen Vorschriften gelten für Rechnungen?

Die wichtigsten Regelungen zur Rechnungserstellung findest du im Umsatzsteuergesetz:

  • § 14 UStG: Bestimmt, wie du Rechnungen ausstellst und welche Angaben Pflicht sind
  • § 14a UStG: Regelt, was du bei Sonderfällen zusätzlich beachten musst – zum Beispiel bei Lieferungen in andere EU-Länder
  • § 14b UStG: Regelt die Aufbewahrungspflicht und gibt vor, wie lange du Rechnungen aufbewahren musst
  • § 14c UStG: Regelt Konsequenzen, wenn du auf der Rechnung falsche oder unberechtigte Steuerbeträge angibst

Wer muss wann eine Rechnung ausstellen?

Als Unternehmer darfst du grundsätzlich für jede Leistung eine Rechnung ausstellen. Verpflichtet bist du, wenn du für ein anderes Unternehmen arbeitest. Dafür hast du sechs Monate ab Ausführung der Leistung Zeit. Bei Geschäften mit Unternehmen in anderen EU-Ländern ist die Frist kürzer. Bei innergemeinschaftlichen Lieferungen und bei Dienstleistungen im Reverse-Charge-Verfahren muss die Rechnung bis zum 15. des Folgemonats ausgestellt sein.

An Privatpersonen musst du grundsätzlich keine Rechnung schreiben. Verlangt dein Kunde trotzdem eine, stellst du sie am besten direkt nach der Leistung aus. Eine Ausnahme sind Leistungen im Zusammenhang mit einem Grundstück. Hier musst du auch Privatkunden innerhalb von sechs Monaten eine Rechnung ausstellen. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Renovierungsarbeiten
  • Verlegen von Anschlüssen
  • Wartungsarbeiten
  • Makler- oder Notarleistungen
  • Bereitstellung von Baugeräten

Achtung

Verstöße können zu Bußgeldern führen

Wenn du Rechnungen nicht oder verspätet ausstellst, begehst du eine Ordnungswidrigkeit nach § 26a Abs. 2 UStG. Das Finanzamt kann dann ein Bußgeld von bis zu 5.000 Euro verhängen.

Welche Bestandteile einer Rechnung sind Pflicht?

Das Umsatzsteuergesetz legt genau fest, was auf eine Rechnung gehört. Zu diesen Pflichtangaben gehören folgende Informationen: 

  • vollständiger Name und Adresse von dir (Verkäufer) und deinem Kunden (Käufer)
  • deine Steuernummer oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer
  • eine fortlaufende Rechnungsnummer (jede Nummer darf nur einmal vorkommen)
  • das Ausstellungsdatum der Rechnung
  • Leistungsbeschreibung (Menge und Art der Leistung oder der gelieferten Ware)
  • das Datum, an dem du die Leistung erbracht oder das Geld erhalten hast
  • Nettoentgelt, aufgeschlüsselt nach Steuersätzen
  • Umsatzsteuerbetrag oder Hinweis auf Steuerbefreiung
  • im Voraus vereinbarte Minderungen des Entgelts, etwa Skonto oder Rabatt

Grundsätzlich kannst du deine Rechnung individuell aufbauen. Aber diese Pflichtangaben müssen immer enthalten sein, damit der Rechnungsempfänger alle wichtigen Informationen direkt nachvollziehen kann.

Achtung

Reicht eine Rechnung aus Word oder Excel?

Das Gesetz schreibt kein Programm vor. Eine Rechnung aus Word oder Excel ist gültig, wenn alle Pflichtangaben enthalten sind. Unsere Rechnungsvorlage enthält sie bereits. Bei jeder Rechnung bleibt aber einiges an dir hängen:

  • Rechnungsnummer selbst fortführen und darauf achten, dass keine doppelt vorkommt
  • Kundendaten und Leistungen jedes Mal neu eintragen oder aus alten Rechnungen kopieren
  • Netto, Umsatzsteuer und Brutto prüfen
  • Zahlungseingänge auf dem Konto mit einer eigenen Liste abgleichen und nachhaken, wenn nichts kommt
  • Rechnungen ablegen und für die Buchhaltung oder Steuerberatung zusammensuchen

Für Geschäftskunden reicht eine Vorlage nur noch übergangsweise: Ab 2027 bzw. 2028 brauchst du dort E-Rechnungen, und die kann eine Vorlage nicht erzeugen.

Rechnung mit Word oder Excel: Wann das reicht und wann nicht

Info

Was zählt als Rechnung?

Du musst eine Rechnung nicht ausdrücklich als solche bezeichnen. Auch Verträge, Quittungen oder Kassenbons zählen als Rechnung – wenn sie alle Pflichtangaben enthalten.

Ist eine Rechnung auch ohne Unterschrift gültig?

Eine Rechnung ist auch ohne Unterschrift gültig, sofern sie die vorgeschriebenen Pflichtangaben enthält. Du musst also eine Rechnung nicht erst unterschreiben, bevor du sie an deine Kunden schickst.

Was musst du bei den einzelnen Pflichtangaben beachten?

Bei einigen Pflichtangaben gibt es Details, die in der Praxis oft zu Rückfragen führen. Hier erfährst du, worauf du jeweils achten musst.

Vollständiger Name und Anschrift

Der Europäische Gerichtshof hat entschieden: Auch eine reine Postadresse reicht aus, selbst wenn dort kein Büro ist. Wichtig ist, dass du den Leistungsempfänger eindeutig identifizieren kannst.

Das gilt auch, wenn du die Rechnung über einen Dritten schickst (zum Beispiel mit „c/o“ – also „wohnhaft bei“). Dann musst du aber trotzdem die vollständige Adresse deines Kunden auf die Rechnung schreiben. Du kannst auch Künstlernamen, geeignete Pseudonyme, Firmen- oder Geschäftsnamen bei Handwerkern oder die Firmenbezeichnung eines früheren Betriebsinhabers verwenden, solange der Kunde trotzdem eindeutig erkennbar ist.

Steuernummer oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer

Muss die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-IdNr.) zwingend auf die Rechnung? Grundsätzlich gilt: Hat der leistende Unternehmer keine USt-IdNr., muss er die erteilte Steuernummer angeben. Das Gleiche gilt, wenn du eine neue Steuernummer bekommen hast, weil du umgezogen bist.

Es ist nicht erforderlich, dass du den Namen oder die Anschrift des Finanzamts angibst. Ebenso wenig musst du die Finanzamtsnummer oder einen Länderschlüssel anführen. Schreibst du eine Gutschrift, gibst du die Steuernummer oder Umsatzsteuer-ID des Verkäufers an – nicht deine eigene.

Bei Dauerleistungen – zum Beispiel Miete, Leasing oder Steuerberatung – reicht es, wenn die Steuernummer im Vertrag steht. Auf jeder einzelnen Rechnung musst du sie nicht wiederholen. Ändert sich die Steuernummer, musst du den Vertragspartner unverzüglich informieren.
Sonderfälle wie Vermittlungsgeschäfte oder Organschaften bespricht am besten dein Steuerberater.
Ausnahmen: Bei Kleinbetragsrechnungen und Fahrscheinen brauchst du keine Steuernummer anzugeben. Das Gleiche gilt für Kleinunternehmer, für komplett steuerfreie Leistungen oder beim Reverse-Charge-Verfahren (dann zahlt der Käufer die Steuer direkt ans Finanzamt). Hast du in diesen Fällen keine extra Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, gibst du einfach deine normale Steuernummer an.

Fortlaufende Rechnungsnummer

Mit einer fortlaufenden Rechnungsnummer kennzeichnest du jede Rechnung eindeutig und stellst sicher, dass sie einmalig ist. Die Rechnungsnummern müssen dabei nicht lückenlos aufeinanderfolgen.
Nutzt du Kontoauszüge statt Rechnungen, reichen Kontonummer, Auszugsnummer und Datum. Im Vergleich zu einer manuellen Nummerierung in Word oder Excel, bei der schnell mal Fehler passieren, vergibt das Rechnungsprogramm von Lexware Office die Nummern automatisch und einmalig. So vermeidest du doppelte Nummern und erfüllst die gesetzlichen Anforderungen ohne Aufwand.

Leistungsbeschreibung

Beschreibe die Leistung so genau, dass jeder sofort versteht, was du geliefert oder geleistet hast. Du darfst alle gängigen Bezeichnungen verwenden, die in deiner Branche üblich sind. Dazu zählen auch Markenartikelbezeichnungen, solange klar ist, welches Produkt gemeint ist.

Handelsübliche Sammelbegriffe reichen ebenfalls aus, aber nur, wenn der Steuersatz dadurch klar ist.

Beispiele hierfür sind:

  • Baubeschläge
  • Büromöbel
  • Kurzwaren
  • Schnittblumen
  • Spirituosen
  • Tabakwaren
  • Waschmittel

Zu allgemeine Begriffe wie „Geschenkartikel“ sind nicht erlaubt. Darunter fallen zu viele verschiedene Produkte. Mit solchen Sammelbegriffen kannst du die Leistung steuerlich nicht eindeutig zuordnen – daher reichen sie nicht aus.

Um die Leistung zu identifizieren, die du abgerechnet hast, kannst du ergänzend auch andere Geschäftsunterlagen wie Lieferscheine heranziehen. Voraussetzung ist jedoch, dass du im Rechnungsdokument ausdrücklich auf diese Unterlagen verweist und sie genau bezeichnest. Du musst die entsprechenden Belege der Rechnung nicht zwingend beifügen. Der Hinweis in der Rechnung muss aber so klar sein, dass man ihn leicht finden kann.

Leistungszeitpunkt

Auf jeder Rechnung muss stehen, wann du die Leistung erbracht hast. Stimmen Leistungsdatum und Rechnungsdatum überein, genügt der Zusatz: „Das Rechnungsdatum entspricht dem Leistungsdatum.“ Alternativ reicht es auch, wenn du den Monat angibst, in dem du die Leistung erbracht hast.

Du kannst auch auf einen Lieferschein verweisen, wenn du dort die Umsatzsteuer ausgewiesen hast. Wichtig ist, dass dort der Zeitpunkt der Leistung eindeutig erkennbar ist. Falls du im Lieferschein zusätzlich zum Ausstellungsdatum auch das Leistungsdatum nennen musst, genügt bei Übereinstimmung folgender Hinweis: „Lieferscheindatum entspricht dem Leistungsdatum.“

Für unterschiedliche Arten von Leistungen gelten folgende Grundsätze:

  • Bei normalen Lieferungen: Es zählt der Tag, an dem du die Ware losschickst.
  • Bei nicht bewegten Lieferungen (z. B. beim Verkauf von Ware an den bisherigen Mieter): Es zählt der Tag, an dem der Käufer die Ware übernimmt.
  • Bei sonstigen Leistungen: Es zählt der Tag, an dem du die Arbeit vollständig erbracht hast.

Bei Dauerleistungen wie Miet- oder Pachtverträgen, Wartungsverträgen oder pauschalen Steuerberatervereinbarungen ergibt sich der Leistungszeitraum in der Regel aus dem zugrunde liegenden Vertrag. Ist das nicht der Fall, kannst du ihn auch aus anderen Dokumenten entnehmen – zum Beispiel aus dem Kontoauszug oder der Nebenkostenabrechnung. Bei Kleinbetragsrechnungen (bis 250 Euro) und bei Fahrscheinen musst du das Leistungsdatum nicht angeben.

Hast du eine Anzahlung erhalten, bevor du die Leistung erbracht hast? Dann gibst du das Datum der Anzahlung nur an, wenn es vom Rechnungsdatum abweicht. Auch hier reicht es, wenn du den Monat angibst, in dem das Geld eingegangen ist. Schreibst du eine Rechnung für eine noch ausstehende Leistung, musst du das klar auf der Rechnung vermerken.

Nettoentgelt und Entgeltsminderungen

Das Nettoentgelt musst du nach Steuersätzen aufgeschlüsselt angeben. Auch Rabatte, Skonti oder Boni musst du vermerken.

Tipp

Hinweise zu Entgeltsminderungen

Ein Hinweis wie „Es gelten Rabatt- oder Bonusvereinbarungen“ reicht aus, wenn du diese Vereinbarung schriftlich getroffen hast.

Steuersatz und Steuerbetrag

In Rechnungen über steuerpflichtige Leistungen musst du zwingend den anzuwendenden Steuersatz und den darauf entfallenden Umsatzsteuerbetrag angeben. Es genügt nicht, nur den Bruttobetrag anzugeben und darauf hinzuweisen, dass darin die Umsatzsteuer enthalten ist. . Denn der Rechnungsbetrag setzt sich aus dem Nettoentgelt zuzüglich der darauf entfallenden Umsatzsteuer zusammen.

Weist du in einer Rechnung mehrere Leistungen mit unterschiedlichen Steuersätzen aus, kannst du den Umsatzsteuerbetrag auch maschinell berechnen und in einer Gesamtsumme angeben. Voraussetzung dafür ist, dass du für jede einzelne Position den jeweils zutreffenden Steuersatz klar erkennbar aufführst. Im Vergleich zur normalen Rechnung brauchst du bei Kleinbetragsrechnungenweniger Pflichtangaben – zum Beispiel keine Steuernummer und keine fortlaufende Rechnungsnummer. Es reicht aus, wenn du den Bruttobetrag und den Steuersatz angibst.

Ein Beispiel aus der Praxis: Im Mietvertrag steht die monatliche Miete mit Umsatzsteuer. Der Vertrag allein gilt aber noch nicht als vollständige Rechnung im Sinne des § 14 UStG. Erst zusammen mit Zahlungsbelegen – wie Kontoauszügen – wird daraus eine gültige Rechnung.

Bei umsatzsteuerfreien Leistungen musst du in die Rechnung einen entsprechenden Hinweis aufnehmen. Mit diesem Hinweis erkennt der Rechnungsempfänger sofort, auf welcher Steuerbefreiung die Rechnung basiert. Hierzu genügt ein allgemein verständlicher Hinweis in Alltagssprache, ohne dass du die gesetzliche Vorschrift nennen musst. Zulässige Formulierungen sind zum Beispiel:

  • „Ausfuhr“
  • „innergemeinschaftliche Lieferung“
  • „steuerfreie Vermietung“
  • „Krankentransport“

Fehlt dieser Hinweis, hat das keine Auswirkungen auf die Steuerfreiheit der Umsätze des Rechnungsstellers. Die Steuerfreiheit selbst hängt nicht davon ab, ob du den Hinweis angibst.

Welche besonderen Anforderungen gibt es bei Sonderfällen?

Bei Geschäften mit anderen EU-Ländern oder beim Reverse-Charge-Verfahren – die Steuerschuld geht hier auf den Käufer über – musst du zusätzliche Angaben machen. Zum Beispiel Hinweise auf besondere Steuerregeln wie die Margen- oder Differenzbesteuerung.

Was ist zu tun, wenn ich eine Rechnung falsch ausstelle?

 Normalerweise muss derjenige die Rechnung korrigieren, der sie geschrieben hat. Hat jemand anders die Rechnung im Auftrag geschrieben, darf auch diese Person sie korrigieren. Bei Gutschriften korrigiert derjenige, der die Gutschrift ausgestellt hat. Schickst du die Korrektur per E-Mail oder digital, gelten die Regeln für elektronische Rechnungen.

Auch bei notariellen Kaufverträgen mit Umsatzsteuer reicht eine einfache schriftliche Korrektur. Entscheidend ist, dass die berichtigte Rechnung klar erkennen lässt, wer sie korrigiert hat, und dass der Aussteller sie ausdrücklich berichtigen wollte.

Tipp

Es reicht aus, eine fehlerhafte Rechnung zu ergänzen oder zu korrigieren

Um eine Rechnung zu berichtigen, genügt es, wenn du die fehlenden oder fehlerhaften Angaben ergänzt oder korrigierst. Wichtig ist, dass du in der Korrektur klar auf die ursprüngliche Rechnung verweist – zum Beispiel mit der Rechnungsnummer. Eine neue Rechnungsnummer für das Berichtigungsdokument ist nicht erforderlich.

Wichtig: BFH-Urteil zur rückwirkenden Rechnungsberichtigung

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat sich der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs  angeschlossen und seine bisherige Auffassung aufgegeben. Korrigierst du eine Rechnung nach § 31 Abs. 5 UStDV, gilt die Korrektur rückwirkend – ab dem Tag, an dem du die Rechnung ursprünglich geschrieben hast.
Du kannst eine Rechnung bereits dann berichtigen, wenn sie folgende Angaben enthält:

  • zum Leistungsempfänger,
  • zur Leistungsbeschreibung,
  • zum Entgelt und
  • zur gesondert ausgewiesenen Umsatzsteuer.

Damit du die Rechnung berichtigen kannst, genügt dabei auch eine allgemeine Leistungsbeschreibung, wie etwa „betriebswirtschaftliche Beratung“. Um die Vorsteuer abzuziehen, brauchst du allerdings eine genauere Leistungsbeschreibung. Diese kannst du bei der Korrektur rückwirkend ergänzen. Du hast Zeit bis zur letzten mündlichen Verhandlung vor dem Finanzgericht.

Info

Ein Rechnungsprogramm verschafft dir bei Rechnungen Sicherheit

Mit einem Rechnungsprogramm wie Lexware Office passieren dir seltener Fehler, als wenn du nur mit Word- oder Excel-Vorlagen arbeitest. Die Software prüft automatisch, ob alle Pflichtangaben enthalten sind, bevor du die Rechnung versendest. Falls doch eine Korrektur nötig ist, erstellst du das Berichtigungsdokument mit wenigen Klicks – inklusive Verweis auf die ursprüngliche Rechnung.

Wo muss ich die Rechnungen aufbewahren?

Papierrechnungen bewahrst du grundsätzlich in Deutschland auf. Dabei kannst du sie auch von deinem Steuerberater aufbewahren lassen. Elektronische Rechnungen darfst du auch in einem anderen EU-Staat speichern, solange das Finanzamt online darauf zugreifen kann.

Info

Wenn Rechnungen nicht mehr lesbar sind

Ein Onlinehändler bewahrt seine Rechnungen in Papierordnern auf. Nach einem Wasserschaden im Büro sind viele Belege unleserlich. Bei der nächsten Betriebsprüfung kann er mehrere Rechnungen nicht vorlegen. Das Finanzamt schätzt die Umsätze zu seinem Nachteil. Die cloudbasierte Rechnungssoftware von Lexware Office schützt dich vor solchen Problemen: Alle Belege liegen digital und sicher gespeichert in der Cloud.
So gehen deine Rechnungen nicht verloren und du hast sie jederzeit griffbereit. Gleichzeitig erfüllst du die gesetzlichen Vorgaben für elektronische Rechnungen, wie ZUGFeRD oder XRechnung.

Was du als Rechnungsempfänger beachten musst

Prüfe eingehende Rechnungen genauso sorgfältig wie deine eigenen. Das Finanzamt erkennt den Vorsteuerabzug nur an, wenn die Rechnung vollständig und korrekt ist (§§ 14 und 14a UStG).

Das solltest du prüfen:

  • Sind alle Pflichtangaben vorhanden?
  • Stimmen Preis, Steuersatz und Steuerbetrag?
  • Ist die Umsatzsteuer zu Recht ausgewiesen? Ein Kleinunternehmer darf zum Beispiel keine Umsatzsteuer berechnen.
  • Sind du, der Aussteller und die Leistung eindeutig erkennbar?
  • Stimmt das Format? Bis Ende 2027 sind Papier- und PDF-Rechnungen übergangsweise noch zulässig. Danach brauchst du von Geschäftspartnern eine E-Rechnung.

Welche Fehler den Vorsteuerabzug kosten

Kleine Ungenauigkeiten wie ein Tippfehler im Namen schaden in der Regel nicht, solange die Beteiligten und die Leistung eindeutig erkennbar bleiben. Falsche Beträge bei Preis, Steuersatz oder Steuerbetrag und eine zu Unrecht ausgewiesene Umsatzsteuer schließen den Vorsteuerabzug dagegen aus.

So gehst du bei einer fehlerhaften Rechnung deines Lieferanten vor

Fordere beim Aussteller eine Korrektur an. Den Umsatzsteueranteil zahlst du am besten erst, wenn die berichtigte Rechnung vorliegt. Weigert sich der Aussteller, kannst du dein Zurückbehaltungsrecht nach § 273 BGB geltend machen.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Thema Rechnung

Welche häufigen Fehler treten beim Schreiben einer Rechnung auf?

 

Beim Schreiben von Rechnungen passieren immer wieder die gleichen Fehler. Diese können dazu führen, dass das Finanzamt dem Empfänger den Vorsteuerabzug streicht:

  • Steuernummer oder Umsatzsteuer-ID fehlt oder ist falsch

  • Leistungsdatum fehlt oder stimmt nicht

  • Leistung ist zu ungenau beschrieben, zum Beispiel nur „Dienstleistung“ oder „Waren“

  • Rechnungsnummer wurde doppelt vergeben

  • Nettobetrag, Steuerbetrag oder Bruttosumme sind falsch berechnet

  • Angaben zu Rabatten, Skonti oder Boni fehlen

  • Kundenadresse ist falsch oder unvollständig

Prüfe jede Rechnung vor dem Versand sorgfältig – so vermeidest du Nachfragen und Korrekturen.

Wann wird eine Rechnung ohne Mehrwertsteuer ausgestellt?

 

Du stellst eine Rechnung ohne Mehrwertsteuer aus, wenn einer dieser Fälle zutrifft:

  • Du nutzt die Kleinunternehmerregelung  nach § 19 UStG. Seit 2025 gilt dies, wenn dein Umsatz im Vorjahr 25.000 Euro nicht überstiegen hat und im laufenden Jahr 100.000 Euro nicht übersteigt. Bei der 100.000 Euro-Grenze handelt es sich um harte Grenze. Bei Überschreiten entsteht unmittelbar Umsatzsteuerpflicht.
  • Du erbringst steuerfreie Leistungen, zum Beispiel bestimmte Heilbehandlungen, Bildungsleistungen oder Versicherungsvermittlungen.
  • Du lieferst Waren an Unternehmer in anderen EU-Ländern (innergemeinschaftliche Lieferung).
  • Das Reverse-Charge-Verfahren greift – dann zahlt der Empfänger die Steuer direkt ans Finanzamt.

Wichtig: Du musst auf der Rechnung immer angeben, warum du keine Umsatzsteuer ausweist, z. B. durch einen Hinweis auf die Kleinunternehmerregelung oder die betreffende Steuerbefreiung.

Muss ich als Kleinunternehmer eine Rechnung schreiben?

 

Ja, auch als Kleinunternehmer musst du Rechnungen schreiben – zumindest wenn dein Kunde ein Unternehmer ist. Dafür hast du ebenfalls sechs Monate Zeit. Hältst du diese Frist nicht ein, kann das Finanzamt ein Bußgeld von bis zu 5.000 Euro verlangen.

Verkaufst du an Privatpersonen, besteht in der Regel keine Pflicht zur Rechnungsausstellung. Eine Ausnahme gilt bei Arbeiten an Grundstücken, zum Beispiel Renovierungen oder Handwerkerleistungen. Hier musst du auch gegenüber Privatkunden eine Rechnung ausstellen.

Deine Rechnung muss alle Pflichtangaben enthalten. Den Umsatzsteuerbetrag weist du nicht aus. Stattdessen fügst du einen Hinweis ein, zum Beispiel: „Kein Ausweis von Umsatzsteuer, da Kleinunternehmer gemäß § 19 UStG.“

Was muss ich bei einer Rechnung an eine Behörde beachten?

 

Wenn du an Bundesbehörden lieferst oder für sie arbeitest, musst du deine Rechnung elektronisch einreichen – eine einfache PDF per E-Mail reicht nicht. Das gilt seit November 2020. Viele Länder und Kommunen verlangen das inzwischen ebenfalls.

Diese Punkte musst du beachten:

  • Nutze das Format XRechnung oder ZUGFeRD.
  • Gib die Leitweg-ID an – diese Nummer erhältst du von der Behörde.
  • Reiche die Rechnung über ein offizielles Portal ein, zum Beispiel das Zentrale Rechnungseingangsportal (ZRE) oder das OZG-RE-Portal.

Tipp: Frage vorab bei der Behörde nach, welche Anforderungen genau gelten.

Wann verjährt eine Rechnung?

 

In Deutschland gilt für Rechnungen eine Verjährungsfrist von drei Jahren. Das gilt sowohl für Privatpersonen (B2C) als auch für Geschäftskunden (B2B). Die Dreijahresfrist beginnt immer am Ende des Kalenderjahres, in dem der Anspruch entstanden ist.
Beispiel: Eine Rechnung aus dem Jahr 2026 verjährt am 31.12.2029.

Wann müssen Rechnungsempfänger eine Rechnung ohne Zahlungsziel begleichen?

 

Gibt der Leistungserbringer im B2B-Geschäft auf der Rechnung kein Zahlungsziel an, ist die Rechnung sofort fällig, wie aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch (§ 286) hervorgeht. Zahlt der Rechnungsempfänger die Rechnung nicht, gerät er automatisch 30 Tage nach Zugang der Rechnung in Verzug.

Bei einer Rechnung an eine Privatperson gerät der Rechnungsempfänger – anders als im B2B-Sektor – nicht automatisch nach 30 Tagen in Verzug. Damit das geschieht, musst du den Käufer in der Online-Rechnung oder Mahnung ausdrücklich auf die Rechtsfolgen hinweisen.

Was ist eine Proforma-Rechnung?

 

Eine Proforma-Rechnung benötigst du häufig als Vorabinformation oder als Unterlage für Zollzwecke. Dort vermerkst du etwa Waren, Mengen und Werte. Sie rechnet aber noch keine tatsächlich erbrachte Leistung ab. Deshalb ersetzt sie keine reguläre Rechnung mit den gesetzlichen Pflichtangaben.