Vorsteuer: Das steckt dahinter

Alles Rund um die Vorsteuer
Aktualisiert am: 21.01.2016

Wenn ein Unternehmer eine Rechnung – beispielsweise von einem Lieferanten – erhält, wird die dort ausgewiesene Umsatzsteuer auch als Vorsteuer bezeichnet. Diese Vorsteuer können sich Unternehmer vom Finanzamt erstatten lassen, vorausgesetzt sie sind zum Vorsteuerabzug berechtigt und die Rechnung enthält alle erforderlichen Pflichtangaben. In diesem Artikel erfahren Sie mehr zu diesen beiden Aspekten, zu Sonderregeln und zur Vorsteuer im Allgemeinen.

Um eine Mehrfachbesteuerung durch die Umsatzsteuer beim Weiterverkauf von Waren und Dienstleistungen (Veredelung von Vorprodukten, Handel etc.) zu verhindern, soll in Deutschland nur der Endverbraucher mit der Umsatzsteuer belastet werden. Als Unternehmer können Sie sich deshalb die Umsatzsteuer in Zusammenhang mit Lieferungen oder Dienstleistungen für Ihr Unternehmen, die Sie zum Beispiel an einen Lieferanten bezahlen, als Vorsteuer vom Finanzamt erstatten lassen.

Die Vorsteuer ist also in der Regel eine direkte Forderung des Unternehmens gegenüber dem Finanzamt (Ausnahme: Wenn ein Unternehmer seinen Gewinn nach der Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) ermittelt, wird die Vorsteuer als Betriebsausgabe geführt und auf diesem Weg steuerlich angerechnet). Das Instrument, um diese Forderung gegenüber dem Finanzamt geltend zu machen, ist der Vorsteuerabzug. Der Vorsteuerabzug geschieht im Rahmen der Umsatzsteuervoranmeldung.

Wann ist ein Unternehmer zum Abzug der Vorsteuer berechtigt?

Grundsätzlich gilt: Als Unternehmer sind Sie zum Abzug der Vorsteuer aus Eingangsrechnungen berechtigt, wenn Sie beim Verkauf Ihrer Güter und Dienstleistungen selbst Umsatzsteuer ausweisen und erheben müssen. Ausgeschlossen ist der Abzug der Vorsteuer dagegen in folgenden Fällen:

  • Der Unternehmer kauft ein Produkt/eine Dienstleistung nicht für seinen Betrieb, sondern für den privaten Gebrauch (z. B. Renovierung der Terrasse im Wohnhaus).
  •  Der Unternehmer erbringt nur umsatzsteuerfreie Leistungen (z. B. Einnahmen aus Vermietung an Privatpersonen).
  •  Der Unternehmer wird als Kleinunternehmer geführt (Kleinunternehmerregelung; Umsatz Vorjahr max. 17.500 EUR).

Vorsteuerabzug: Bei fehlenden Rechnungsangaben kennt das Finanzamt kein Pardon

Der Vorsteuerabzug im Rahmen der Umsatzsteuervoranmeldung ist ein etabliertes Verfahren, das in der Regel reibungslos funktioniert. Allerdings gibt es gerade bei der Umsatzsteuer viele Betrugsfälle in den unterschiedlichsten Formen und Ausprägungen. Das Finanzamt ist bei dieser Steuerform daher besonders sensibel und bei Kontrollen (klassische Betriebsprüfung, Umsatzsteuer-Sonderprüfung, Umsatzsteuer-Nachschau) selten kompromissbereit, insbesondere bei fehlenden Rechnungsangaben. Um den Vorsteuerabzug nicht zu riskieren, sollten Sie Ihre Eingangsrechnungen daher sehr genau prüfen und sicherstellen, dass alle Pflichtangaben in der Rechnung enthalten sind.

Neben einer korrekt ausgefüllten Rechnung gibt es weitere Voraussetzungen, die ein Unternehmer erfüllen muss, damit er sich die Vorsteuer vom Finanzamt erstatten lassen kann. Dazu gehört, dass es sich sowohl beim Rechnungssteller als auch beim Rechnungsempfänger um ein Unternehmen handeln muss. Vom Vorsteuerabzug grundsätzlich ausgeschlossen sind außerdem Reisekosten, Übernachtungs- und Fahrtkosten sowie Umzugskosten, steuerfreie Umsätze oder Umsätze im Ausland, die im Inland steuerfrei sind.

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