Digitale Geschäftsmodelle als Chance in der Digitalisierung

Netflix, Spotify, Amazon und Co. – in unserer stark digitalisierten Welt ist alles nur noch einen Klick entfernt. Digitale Geschäftsmodelle sind keine Ausnahmeerscheinungen mehr, sondern mittlerweile selbstverständlich. Wie sie funktionieren, welche Arten es gibt und welche Erfolgsfaktoren du als Unternehmer kennen musst, liest du in diesem Beitrag.

Zuletzt aktualisiert am 09.12.2025
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Was sind digitale Geschäftsmodelle und wie funktionieren sie?

Tipp

Digitale Businessmodelle in der Praxis

Digitale Businessmodelle können ihr Angebot entweder online vermarkten oder es auch gleichzeitig auf diese Weise bereitstellen. Praxisbeispiele finden sich bei Streaming-Diensten wie Spotify und Netflix oder Online-Plattformen wie Amazon und Etsy: Bei Letzteren wird die Leistung in Form der Paketzustellung physisch erbracht.

Achtung: Wenn du im stationären Einzelhandel unterwegs bist, ist eine reine Erweiterung deines Portfolios durch eine digitale Komponente kein digitales Geschäftsmodell – ebenso wenig wie ein automatisierter Erfolgsfaktor. Die Nutzung digitaler Technologien ist nur ein Merkmal digitaler Business-Modelle. Wie du die Digitalisierung deiner Geschäftsmodelle weiter vorantreibst, erfährst du, indem du dich zunächst mit den Grundlagen beschäftigst. 

Merkmale digitaler Geschäftsprozesse

Digitale Geschäftsmodelle gibt es inzwischen in fast allen Branchen: Ganz gleich, ob im Immobilien- oder Versicherungssektor – die meisten digitalen Geschäftsprozesse verfolgen ein bestimmtes Muster mit drei zentralen Merkmalen, welche die Erfolgsfaktoren unterstützen:

  • Digitale Innovationen mit hohem Kundennutzen: Bei neuen Geschäftsmodellen, die durch Digitalisierung entstehen, spielt nicht nur der Umsatz eines Unternehmens, sondern auch der Mehrwert für Kunden eine elementare Rolle: Apps wie die von Amazon geben Nutzern die Möglichkeit, flexibel und unkompliziert einzukaufen. Dabei erhalten sie personalisierte Vorschläge, die auf ihrem Kaufverhalten basieren.
  • Nutzung digitaler Technologien für die Kundenansprache: Alle digitalen Geschäftsmodelle haben gemeinsam, dass sie ihre potenziellen Kunden auf ihr Marktangebot über digitale Kanäle aufmerksam machen: Dafür nutzen sie unter anderem Social-Media-Anzeigen auf Plattformen wie Facebook und Instagram oder ihre eigenen Apps, um die Bekanntheit ihrer digitalen Geschäftsmodelle zu steigern.
  • Digitaler Wertschöpfungsprozess: Schließlich ist die Wertschöpfung, die auf digitalen Technologien basiert, charakteristisch: Künstliche Intelligenz und virtuelle Realität sind nur zwei Beispiele aus der Technologiewelt.

Info

Gut zu wissen: Digitale Geschäftsmodelle verändern die Gesellschaft

Instant-Messaging-Dienste wie WhatsApp zeigen, wie digitale Geschäftsmodelle die Gesellschaft verändern. Durch das Senden von Nachrichten in Echtzeit verlangen Menschen auch von ihrer Umgebung eine ständige Erreichbarkeit. Zum einen ermöglicht diese Form der Digitalisierung von Geschäftsmodellen einen schnellen und effizienten Austausch, beeinflusst zum anderen aber auch die zwischenmenschliche Erwartungshaltung und psychische Belastung.

Diese digitalen Geschäftsprozesse gibt es

Beispiele für neue Geschäftsprozesse durch Digitalisierung gibt es zahlreiche: Airbnb, PayPal und Uber sind die bekanntesten. Zudem lassen sie sich in verschiedene Arten kategorisieren, die sich in ihrer Vorgehensweise vorrangig in der Monetarisierung unterscheiden. Für ein besseres Verständnis haben wir dir eine Übersicht von digitalen Geschäftsmodellen zusammengestellt. Es gibt noch viele weitere Modelle, die folgenden sind aber die gängigsten:

  • Free-Modell: Beim Free-Modell nutzen Kunden Produkte oder Dienstleistungen kostenlos – Beispiele dafür sind Google, Facebook oder andere soziale Netzwerke. Hier werden die Kunden selbst zum Produkt, indem der Anbieter wertvolle Daten sammelt. Meist generieren diese Unternehmen darüber Einnahmen, dass andere Firmen ihre Anzeigen auf dieser Plattform schalten.
  • Freemium-Modell: Die Idee hinter digitalen Geschäftsmodellen im Freemium-Bereich ist, dass Nutzer einen kostenlosen Zugang zu einer Spieleapp oder anderen Software erhalten. Für die Freischaltung weiterer Funktionen ist die kostenpflichtige Premiumversion oder das gezielte kostenpflichtige Hinzubuchen nötig. Bekannte Beispiele sind Spotify (kostenlose Version mit Werbung, Premiumversion ohne Werbung) oder ChatGPT (kostenlose eingeschränkte Version, kostenpflichtige Plus- und Pro-Versionen). .
  • Pay per Use / On-Demand-Modell: Bei On-Demand-Modellen besitzen die Kunden kein Produkt, sondern können ein digitales Angebot nach Bedarf abrufen und zahlen nur für die tatsächliche Nutzung der Dienstleistung oder des Produkts. Beispiele sind die Nutzung von Cloud- oder Carsharing-Diensten.
  • Abonnement-Modell: Kunden zahlen eine regelmäßige Gebühr für den Zugang zu einer Dienstleistung oder einem Produkt. Dieses Modell findest du beispielsweise bei Netflix und Amazon Prime Video, Spotify oder Microsoft 365.
  • E-Commerce-Modell: Das E-Commerce-Modell hat sein Erfolgspotenzial bereits bei bekannten Onlineshops wie Amazon, Otto oder Zalando bewiesen. Start-ups, mittelständische Unternehmen sowie Konzerne nutzen dieses einseitige Verkaufsmodell gerne, um einen Warenbestand an bestimmte Zielgruppen zu verkaufen.
  • Marktplatz-Modell: Marktplatz-Modelle wie Kleinanzeigen oder Hood.de, bei denen die Nutzer sowohl Käufer als auch Verkäufer sein können, sind sehr beliebt. Dieses Modell ist ein gutes Beispiel für die digitale Transformation von Geschäftsmodellen wie dem klassischen Flohmarkt.

Welches digitale Geschäftsmodell eignet sich für dein Unternehmen?

Du fragst dich, wie du aus deiner Selbstständigkeit neue digitale Geschäftsmodelle entwickeln kannst? Entscheidend ist, welches Kundenproblem du adressieren möchtest.

  • Du willst den Fachkräftemangel in einem bestimmten Industriesektor beheben? In diesem Fall könnte die Etablierung einer Onlineschule helfen.
  • Dein Ziel ist es, die Umweltbelastung zu reduzieren? Versuche es mit einer Plattform, die Produkte zum Mieten anbietet.
  • Du findest, dass mobile Fortbewegungsmittel zu teuer im Unterhalt sind? Lass dich von erfolgreichen Carsharing-Projekten inspirieren.

Um herauszufinden, welches digitale Geschäftsmodell sich für dein Unternehmen eignet, musst du dich mit zentralen Problemfragen deiner Zielgruppe auseinandersetzen und Lösungen dafür finden. Das bildet die Ausgangslage für ein digitales Geschäftskonzept mit einem umfassenden Wertversprechen.

Tipp

Digitale Geschäftsmodelle können mehrere Varianten vereinen

Besonders innovative Geschäftsmodelle schaffen es, mehrere Varianten miteinander zu kombinieren: Beispielsweise ist Instagram längst nicht mehr nur ein Free-Modell mit kostenlosem Zugang und kostenpflichtigen Anzeigen für Unternehmen. Inzwischen hat es sich auch zu einem E-Commerce-Modell etabliert, auf dem Firmen ihre Produkte verkaufen. Hilfreiche Tipps, wie du digitale Produkte erfolgreiche verkaufen, liest du in unserem weiterführenden Artikel.

Digitale Geschäftsmodelle: Das sind die wichtigsten Erfolgsfaktoren

Angesichts des massiven Erfolgs von digitalen Giganten wie Amazon und Apple möchten immer mehr Unternehmen ihre eigenen Digitalisierungsprojekte umsetzen. Damit das erfolgreich funktioniert, hilft ein Blick auf die wichtigsten Erfolgsfaktoren der digitalen Transformation von Unternehmen:

Skalierbarkeit

 

Typisch für skalierbare Geschäftsmodelle ist ein hoher Automatisierungsgrad sowie die Fähigkeit, den Umsatz ohne beachtlich größere Fixkosten zu steigern. Das funktioniert insbesondere bei Software gut: Wurde das Programm und die Vermarktungsstrategie erarbeitet, sind dem Absatz keine Grenzen gesetzt.

Effizienz

 

Ein Erfolgsfaktor digitaler Geschäftsmodelle ist die Effizienz. Digitale Transformation muss das Potenzial haben, einen Prozess für Unternehmen oder Kunden effizienter zu gestalten: Beispielsweise können Menschen durch Online-Shopping Zeit sparen und mithilfe von Aufgabenverwaltungstools produktiver arbeiten.

Kundenorientiertes Werteversprechen

 

In Zeiten des Überangebots und der ständigen Verfügbarkeit müssen digitale Geschäftsmodelle den Kundennutzen priorisieren: Produkte und Dienstleistungen sollten das Leben des Kunden vereinfachen und ihre individuellen Bedürfnisse stillen. Diese erfüllen beispielsweise Smart Home Systeme wie Alexa, die Tätigkeiten vom Schreiben einer Nachricht bis hin zum Online-Shopping mit einem Sprachbefehl ausführen.

Gute Wettbewerbsfähigkeit

 

Schätze zunächst die Überlebens- und Wachstumschancen deines digitalen Geschäftsmodells realistisch ein. Statt dich neben den Big Playern einzureihen, könntest du versuchen, eine bestimmte Nische zu bedienen: Attraktive Preise und eine rentable Kostenstruktur sind zwei wichtige Faktoren der Wettbewerbsfähigkeit.

Ausweitung des bisherigen Geschäftsfeldes auf die digitale Ebene

 

Nicht immer musst du für den Erfolg das Rad neu erfinden. Weite deine bereits erfolgreichen Geschäftsfelder schnell auf die digitale Ebene aus, um bestehende Kunden zu halten und neue dazuzugewinnen.

Info

Was bedeutet digitale Transformation?

Bei der digitalen Transformation von Geschäftsmodellen geht es um smarte und digitale Lösungen für Kundenprobleme – durch die Entstehung und Weiterentwicklung digitaler Technologien setzt ein Wandel in der Unternehmenswelt und Gesellschaft ein. Das Fundament der digitalen Transformation bildete die Digitalisierung von Geschäftsmodellen: Analoge Prozesse wurden erstmals digital abgewickelt, wie es unter anderem beim Schreiben von E-Mails anstellen von Briefen der Fall war.

Projekt Digitalisierung: Vier Schritte für die erfolgreiche Umsetzung

Damit auch du mit der Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle deine Erfolgsgeschichte schreibst, solltest du dich an diesen vier Schritten für die erfolgreiche Umsetzung eines Digitalisierungsprojekts orientieren:

  1. Problemlösung steht immer im Vordergrund: Zunächst führst du am besten eine interne Unternehmensanalyse durch. Digitalisiere nicht nur des Digitalisierens willen, sondern stelle dir die Frage, welches Problem du mit deiner digitalen Lösung angehen möchtest. Schließlich zahlen Kunden nicht für die großartigen Attribute eines Produktes oder einer Dienstleistung, sondern für den Mehrwert.
  2. Auf Einfachheit des Angebots setzen: Kunden springen schnell ab, sobald sie etwas nicht verstehen oder intuitiv bedienen können. Dein Angebot sollte für deine Zielgruppe einfach und unkompliziert sein.
  3. Technisches Know-how forcieren: Sofern es dir an technischem Know-how fehlt, hol dir für Entwicklung deiner App oder Plattform Fachleute an Bord. Ein technisch einwandfreies Produkt ist bei einem digitalen Geschäftsmodell Grundvoraussetzung.
  4. Kontinuierlich optimieren: Möchtest du nachhaltige Erfolge erzielen, musst du im ständigen Austausch mit deinen Kunden bleiben. Bringe in Erfahrung, wie du deine Anwendungen optimierst und welche neuen Funktionen einen wichtigen Mehrwert bieten könnten.

Wenn du dich an die oben genannten Erfolgsfaktoren digitaler Geschäftsmodelle orientierst, erzeugst du die Basis für ein potenziell erfolgreiches Geschäft.

Digitale Geschäftsmodelle bieten viel Potenzial für Unternehmen

Viele Firmen betrachten die Weiterentwicklung ihrer Geschäftsmodelle als notwendiges Übel, um konkurrenzfähig zu bleiben. Tatsächlich sind die Erfolgsfaktoren für digitale Geschäftsmodelle jedoch viel weitreichender. Sie ermöglichen es Unternehmen, ihr Portfolio zu erweitern und neue Einnahmequellen zu generieren. Dieses Potenzial ist nicht nur für große Konzerne interessant, sondern vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen, welche lokal verortet sind und dadurch ihre Produkte breitgefächerter verbreiten können. Hinzu kommt die Tatsache, dass du deine Zielgruppe problemlos erweitern kannst.