Pitch-Deck: Vorlage, Tipps & typische Fehler

Ein Pitch-Deck kann über Erfolg und Misserfolg deines Unternehmens entscheiden. Wie du ein gutes Pitch-Deck aufbaust und welche Fehler du vermeiden solltest, erfährst du in diesem Artikel.

Zuletzt aktualisiert am 23.01.2026

Zusammenfassung

Das Wichtigste zum Pitch-Deck in Kürze

  • Ein Pitch-Deck ist der visuelle Kurz-Businessplan, mit dem du Investoren in maximal 20 Minuten für deine Idee gewinnst.
  • Von der Teamvorstellung bis zum Call-to-Action benötigst du einen strukturierten Aufbau.
  • Textwüsten, fehlende KPIs oder schlechtes Foliendesign brechen vielen Pitch-Decks das Genick.

Info

Was ist eigentlich ein Pitch-Deck?

Ein Pitch-Deck ist eine Präsentation, mit der du die wichtigsten Punkte deiner Geschäftsidee zusammentragen. Der Begriff kommt aus dem Englischen und kann als Tonhöhe oder Tonlage, aber auch als Stimmlage übersetzt werden. Damit passt der englische Begriff wie die Faust aufs Auge. Eine deutsche Übersetzung für ein Pitch-Deck gibt es nicht direkt – passend wäre der Begriff Präsentationsdeck. Dies hat sich insbesondere in der Start-up-Szene durchgesetzt und soll potenzielle Partner und Investoren von einer Geschäftsidee überzeugen. Im Grunde genommen ist es also die kleinere, visuell dargestellte Version eines Businessplans und ein wichtiger Teil der Finanzplanung. Ein Pitch-Deck ist dabei meist Teil eines Start-up Pitches, der in der Regel zwischen 3 und 7 Minuten dauert. Dabei rundet eine Präsentation diesen mündlichen Vortrag, in dessen Anschluss das Publikum offene Fragen stellen kann.

Unterschiedliche Pitch-Formen für Start-ups

In der Regel werden drei Pitch-Arten unterschieden.

  1. Elevator-Pitch: Der wohl kürzeste Pitch ist genauso lang wie eine Aufzugfahrt. Beim Elevator-Pitch hast du rund 30 Sekunden Zeit, deinem Gegenüber deine Geschäftsidee in wenigen Worten vorzustellen. Je knackiger, desto besser – hier bleibt also auch keine Zeit für eine ausführliche, visuell aufbereitete Präsentation. Unser Tipp: Nutze bei deinem kurzen Start-up Pitch folgenden Satz „Wir sind das X für Y“, also zum Beispiel „Wir sind Idein Dinner für die ganze Familie – aber ohne Kochstress und direkt nach Hause geliefert“.
  2. Start-up Pitch oder Investoren Pitch: Dies ist wohl die häufigste Pitch-Form. Beim klassischen Start-up Pitch hast du zwischen 3 und 7 Minuten Zeit, deine Idee zu präsentieren. Wichtig sind eine visuell aufgearbeitete Präsentation und weitere Unterlagen für Interessierte. Halte deine Idee hier dennoch möglichst kurz. Oft werden Start-up Pitches als richtige Events angeboten, auf denen Investoren und Interessierten mehrere Geschäftsideen an einem Tag präsentiert werden.
  3. Speed-Pitching-Sessions: Diese Art findet meistens im Rahmen von Veranstaltungen statt – Messen, Branchenevents o.ä. Sie sind im Stil von Speed Datings angelegt und geben dir 3 bis 5 Minuten Zeit, das Publikum zu überzeugen. Der Knackpunkt: Dein Publikum besteht aus einem Investor. Ist die Zeit um, geht es zum nächsten. In diesem intimeren Rahmen werden oftmals sehr genaue und detaillierte Fragen zu deiner Geschäftsidee gestellt – sei also gut vorbereitet!

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Diese drei Fragen solltest du beim Pitchen beantworten

Ein Pitch geht schnell über die Bühne und dauert nur wenige Minuten. Deswegen solltest du dich dabei immer auf das Wesentliche konzentrieren. Diese drei Fragen stehen im Zentrum:

Warum diese Lösung? Deine Lösung ist sicherlich nicht die erste auf dem Markt – wenn doch, umso besser! Zeige, warum deine Lösung mit ihren Alleinstellungsmerkmalen den Wettbewerb aussticht.

Warum jetzt? Innovationen, die Monate oder Jahre zu früh oder zu spät kommen, sind leider wirtschaftlich ein Desaster. Zeige daher, warum deine Lösung gerade jetzt etwas verändern kann.

Warum du? Zeige, wer du bist – denn deine Persönlichkeit entscheidet darüber, ob Investoren dir schlussendlich Geld geben. Existenzgründerseminare können dir unter anderem dabei helfen, herauszufinden, was dich ausmacht.

Wie ist ein gutes Pitch-Deck aufgebaut?

Wenn du ein Pitch-Deck erstellen möchtest, solltest du wissen: Es gibt keine starre Struktur für den Aufbau. Niemand sagt also, dass ein Pitch-Deck 11 Folien haben muss und mit dem Deckblatt anfängt und mit einem Call-to-Action endet. In den vergangenen Jahren hat sich jedoch genau diese Reihenfolge als besonders wirkungsvoll herausgestellt. Sie ist eigentlich in allen erfolgreichen Pitch-Deck-Beispielen zu finden.

Diese Reihenfolge möchten wir dir als Orientierung mit auf den Weg geben. Du kannst den Aufbau je nach Geschäftsmodell, Branche, Zielgruppe oder Pitch-Situation anpassen.

FolieErklärung
Deckblatt Erkläre kurz und prägnant, wer hinter dem Pitch-Deck steht und warum du es erstellt hast. Hier sollten unter anderem auch der Standort des Unternehmens und der Ansprechpartner zu finden sein. Außerdem kannst du hier in maximal ein bis zwei Sätzen die Vision deines Start-ups formulieren.
Team/Gründer Stelle kurz die wichtigsten Teammitglieder vor. Beantworte in diesem Teil des Pitch-Decks folgende Fragen: Welches Fachwissen bringen die Teammitglieder mit? Welche Erfahrungen haben die Teammitglieder bislang gesammelt? Welche Rolle nehmen die Teammitglieder im Unternehmen ein?
Problem Beleuchte die konkreten Probleme deiner Zielgruppe
Lösung Stelle dein Produkt oder deine Dienstleitung als Lösung für die Zielgruppe vor und erkläre, warum und wie es dir helfen kann. Erkläre es so einfach wie möglich, mit wenig Fachjargon.
Produkt/Dienstleistung Erkläre detailliert, wie dein Produkt oder deine Dienstleitung funktioniert
Markt & Marketing Auf dieser Folie beantwortest du diese Fragen: Wer ist deine Zielgruppe? Über welche Kanäle (Social Meida, Blogs etc.) möchtest du deine Zielgruppe erreichen? Wie groß ist der Markt, gibt es Konkurrenten? Ist der Markt vielleicht sogar schon gesättigt? Idealerweise kannst du diese Fragen durch eine eigene Marktstudie beantworten
Alleinstellungsmerkmal (USP) Was macht dein Produkt oder deine Dienstleistung einzigartig? Wie unterscheidet sich dein Angebot von denen der Konkurrenz am Markt? Beantworte diese Frage auf Folie 7 deines Pitch-Decks. Du kannst beispielsweise das Nutzungsversprechen mit einem Value Proposition Canvas ausarbeiten. Es hilft dir dabei, das Produkt oder die Dienstleistung noch besser auf die Bedürfnisse der Kunden abzustimmen.
Wettbewerb Liste alle potenziellen Konkurrenten auf und erkläre, warum dein Produkt besser ist. Lasse hier keinesfalls den Satz „Es gibt keinen Wettbewerb“ aufblitzen. Das schreckt potenzielle Investoren ab. Stelle deine Wettbewerber und deine Positionierung übersichtlich mit einem Positionierungskreuz dar. So erhalten potenzielle Investoren einen besseren Überblick.
Geschäftsmodell & Prognose Auf dieser Folie zeigen wir, wie und wann du mit Umsätzen rechnest. Rechne mit mehreren Einkommensquellen, du solltest dich in der Folie auf die Hauptquelle konzentrieren.
Roadmap Jede gute Idee braucht einen klaren Umsetzungsplan. Zeige deinen Investoren, wo du dein Produkt in fünf Jahren siehst und führe sie vom aktuellen Stand über den Prototypen bis in die Zukunft. Groß denken ist ausdrücklich erlaubt.
Proof of Concept Der Proof of Concept zeigt, dass sich das Produkt auch wirklich umsetzen lässt. Du kannst diesen Machbarkeitsnachweis am besten mit erfolgreichen Verkäufen und/oder Testimonials belegen.
Call-to-Action (CTA) Im letzten Schritt sagst du deinen potenziellen Investoren ganz genau, wie viel Geld du benötigst, wofür du dieses einsetzt und was du damit erreichen möchten.

Wie viele Folien hat ein gutes Pitch-Deck?

Mit der Frage beschäftigen sich viele Gründer. Apples früherer Markenbotschafter Guy Kawasaki hat deshalb die 10-20-30-Regel ins Leben gerufen. Das bedeutet:

  • 10 Folien: Jede einzelne Folie bringt einen konkreten Mehrwert für die Zuhörer – gemäß Aufbau aus der oben genannten Tabelle.
  • 20 Minuten: Du solltest max. 20 Minuten benötigen, um dein Pitch-Deck vorzutragen.
  • 30er Schriftgröße: Diese Schriftgröße sorgt dafür, dass die Folien nicht vom Text überladen werden. Zusätzlich können auch die Personen in der hinteren Reihe jeden Buchstaben lesen.

Ein überzeugender Pitch sollte also aus 10 bis 12 Folien bestehen. Wichtig ist: Jede Folie muss einen klaren Mehrwert liefern. Bei komplexeren Produkten darfst du in Ausnahmefällen auch bis zu 20 Folien nutzen.

Beispiele einiger erfolgreicher Pitch-Desks

Tinder hat gezeigt, wie Storytelling in einem Pitch-Deck funktioniert. Sie erklären ganz genau, wie die stressige Partnersuche mit ihrer Dating-App zum Kinderspiel wird. Sie erklären nicht nur, wie ihre App funktioniert, sondern bringen echte Nutzererfahrungen mit ein. Alles wurde gut im Storytelling-Stil verpackt, was das Ganze lebendig und nahbar macht.

Hier noch ein paar weitere erfolgreiche Pitch-Decks als Vorlage bzw. zur Inspiration:

  • AirBnB
  • Mint
  • Facebook
  • LinkedIn
  • YouTube
  • Uber

Was sind typische Fehler in Pitch-Decks?

Wenn du dein Pitch-Deck selbst erstellst, solltest du die folgenden Fehler unbedingt vermeiden:

  • Textwüsten: Bei einem Pitch-Deck ist es wichtig, dass deine Leser alle wichtigen Informationen innerhalb von wenigen Sekunden aufnehmen können. Du solltest den Text also nicht nur optisch gut aufbereiten, sondern auch eine passende, lesbare und nicht zu große Schrift auswählen. Verwende pro Folie max. 3 Bulletpoints und teile zu lange Absätze.
  • Schlechtes Foliendesign: Das Design deines Pitch-Decks muss deine potenziellen Investoren nicht an Pablo Picasso erinnern. Achte jedoch beispielsweise darauf, dass die Farben zueinanderpassen und nicht zu sehr ins Auge stechen. Wenn du ein gutes Gespür für Design mitbringst, kannst du das Pitch-Deck per PowerPoint erstellen. Andernfalls darfst du diese Aufgabe gerne einem Profi überlassen.
  • FehlendeCorporate Identity: Dein Unternehmen muss im Gedächtnis der Zuhörer verweilen. Schaffst du das nicht, ist dein Pitch-Deck wahrscheinlich nicht von Erfolg gekrönt. Das Logo deines Unternehmens muss auf jeder Folie zu finden sein. Zusätzlich müssen Schriftart, Farbe und Design zur Corporate Identity deines Unternehmens passen. Design-Tipp: Eine einzige Ausnahme beim einheitlichen Design solltest du machen – die Folie mit der Problemdarstellung. Nutze hier bewusst eine andere Farbe und lasse dein Logo weg, damit das Problem nicht unbewusst mit deinem Unternehmen verbunden wird.
  • Wilde Animationen: Bewegtbilder in Präsentationen waren Anfang der 2000er Jahre absolut im Trend. Aber heute? Bitte weglassen! Heute liegt der Fokus eines Designs nämlich hauptsächlich auf Klarheit. Lösche lustige PowerPoint-Animationen aus deinem Pitch-Deck oder andere Bewegtbilder.
  • Rechtschreib- und Grammatikfehler: Dein Pitch-Deck zeigt indirekt deine Arbeitseinstellung, also lasse es gezielt auf Grammatik- und Rechtschreibfehler überprüfen.
  • Keine Key Performance Indicators (KPI): Potenzielle Investoren wollen wissen, worin sie investieren sollen. Deshalb sollte dein Pitch-Deck alle messbaren und relevanten Kennzahlen beinhalten.
  • Technische Pannen: Die Zeit deines Publikums ist begrenzt. Es wird sicherlich einige geben, die ständig auf die Uhr schauen, weil der nächste Termin ansteht. Du solltest also unbedingt technische Pannen vermeiden. Ansonsten kann es sein, dass sich die potenziellen Investoren gegen deine Geschäftsidee entscheiden. Schlimmstenfalls investieren Sie in ein Start-up deiner Konkurrenz.
  • Fehlender Call-to-Action: Was willst du mit dem Pitch-Deck erreichen? Sage es deinen potenziellen Investoren am Ende des Pitch-Decks ganz konkret, was sie machen sollen.

Tipp

Starte im Vorfeld einen Testdurchlauf

Der Businessplan steht und du möchtest potenzielle Investoren für dich gewinnen? Bevor du deine Präsentation möglichen Investoren vorstellst, solltest du unbedingt einen Probedurchlauf starten. Zeige dein Pitch-Deck Freunden/Bekannten/Kollegen, die sich mit dem Thema und den Inhalten auskennen. Kritik ist herzlich willkommen! Dies hilft dir, dein Pitch-Deck zu verbessern und auch mögliche technische Probleme bei der Vorführung frühzeitig zu erkennen. Hier kannst du dich auch schon passende Antworten auf kritische Fragen bereitlegen.

Achte auf dein persönliches Auftreten

Auch der persönliche Eindruck spielt eine Rolle: Sei unbedingt pünktlich zu deinem Pitch, denn wer zu spät kommt, verliert sofort an Professionalität. Ebenso wichtig ist das äußere Erscheinungsbild – die ersten Sekunden entscheiden darüber, ob du ernst genommen wirst oder nicht.

Welche Tools helfen beim Erstellen eines professionellen Pitch-Decks?

Du kannst das Pitchdeck entweder selbst gestalten oder von einem Profi erstellen lassen. Früher war es gängig, sich für die letztgenannte Alternative zu entscheiden. Insbesondere das Design sorgte bei vielen für Sorgenfalten auf der Stirn. Mittlerweile gibt es allerdings zahlreiche Plattformen, die dir die Aufgabe so einfach wie möglich gestalten.

Dazu gehören:

  • Canva
  • Microsoft PowerPoint
  • Envato Elements
  • Prezi
  • Pitch
  • Apple Keynote
  • Google Slides

Vergiss nicht: Du hast – nach Guy Kawasaki – nur maximal 20 Minuten, um potenzielle Investoren von deiner Geschäftsidee zu überzeugen. Diese 20 Minuten können zu den wichtigsten Minuten deines Lebens werden. Mehr zum Thema Präsentation und Investoren-Pitch findst du in unserem Artikel Start-up-Pitch.