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So finden Sie den richtigen Käufer für die GmbH

Anleitung zum externen Verkauf einer GmbH
Von Lothar Volkelt
Aktualisiert am: 23.02.2016

Wenn für die Nachfolge in der GmbH kein Kandidat aus dem Familienkreis zur Verfügung steht, müssen vor dem Verkauf einige wichtige Punkte beachtet werden. Regional tätige Unternehmen sind in dieser Situation unter Umständen gut beraten, die Kooperations- und Nachfolgebörse der IHK (www.nexxt-change.org) zu nutzen.

Wer als Gesellschafter-Geschäftsführer über einige Jahre die Geschäfte einer GmbH erfolgreich geführt hat, ist gut beraten, rechtzeitig die Nachfolge zu organisieren. Erfreulich ist, wenn der/die Nachfolger/in aus der Familie stammt. Dann entfällt eine aufwendige und u.U. risikobehaftete Suche nach einem Käufer. Das gilt auch für den Fall, wenn ein geeigneter Mitarbeiter die Firma übernehmen will und dazu auch finanziell in der Lage ist.

  • Schwieriger und langwierige ist es, einen externen Käufer zu finden. Wichtig ist dann:Der Verkauf muss so organisiert werden, dass Ihre Risiken möglichst gut eingegrenzt werden (Letter of Intent, Vertragsgestaltung, Verschwiegenheitsvereinbarung, Sicherung des Kaufpreises usw.) und
  • dass Sie sich für die Suche und Auswahl eines Nachfolgers ausreichend Zeit nehmen und frühzeitig mit der Planung der Nachfolge-Regelung beginnen. Rechnen Sie mit 2 und mehr Jahren bis Sie den Verkauf Ihrer GmbH unter Dach und Fach gebracht haben.

Zunächst muss bis zur rechtsverbindlichen Abtretung der GmbH-Anteile ein geeigneter und zahlungsfähiger Käufer gefunden werden. Häufiger Fehler in dieser Phase: Ein Verkauf „dauert“ – in der Regel sind es 2 bis 3 Jahre. Aus Ungeduld werden oft Zugeständnisse gemacht, die nicht sein müssen. Dem nicht entgegensteht, dass gelegentlich auch ein Blitz-Verkauf zustande kommt. Allerdings macht auch der ein oder andere Verkäufer die Erfahrung, dass es mehrere Anläufe braucht, bis der Verkauf tatsächlich unter Dach und Fach gebracht ist.

Praxis-Tipp: Setzen Sie ausschließlich auf seriöse Vermittler

Regional tätige Unternehmen sind gut beraten, die Kooperations- und Nachfolge­börse der IHK (www.nexxt-change.org) zu nutzen. Die einzelnen Datenbanken sind gut vernetzt und es hat sich bundesweit herumgesprochen, dass expansionswillige Unternehmen auf diese Art gut eingeführte Unternehmen zur Erweiterung eines Filialnetzes, zum Aufbau regionaler Präsenzen oder zum Einstieg in den Regionalmarkt erwerben. Achtung: Unter ähnlichen Bezeichnungen wie nexxtchange tummeln sich im Internet einige Anbieter, die nichts mit der offiziellen IHK-Börse zu tun haben und nicht wirklich zu empfehlen sind.

Seriöse Begleitung und Beratung auf dem Weg zum Nachfolger bieten auch die Rationalisierungs- und Innovationszentren (RKW) der Deutschen Wirtschaft (z.B. http://www.rkw-bw.de/rde/unternehmensberatung/nachfolge-verkauf). 

 

Gut überlegt sein muss dagegen die Kontaktaufnahme zur Konkurrenz. Um die als potenziellen Käufer aufzutun, sollte auf jeden Fall der Anwalt eingeschaltet werden. Zum einen, um die Ernsthaftigkeit der Kaufabsicht zu belegen, aber auch, um eine professionelle Verkaufsanbahnung zu gewährleisten.

Keine guten Erfahrungen machen viele Unternehmensverkäufer bei der Suche nach potenziellen Nachfolgern mit den diversen Internet-Portalen. Abgesehen davon, dass die Verkaufsabsicht schnell und unkontrolliert öffentlich werden kann, tummeln sich hier auch schwarze Schafe, denen es mehr um einen Umsatz bringenden Auftrag geht und potenzielle Käufer gar nicht aufbieten können.

Praxis-Tipp: Vorsicht vor schwarze Schafen

Einige dieser Anbieter wurden unterdessen wegen irreführender Werbung („Jemand interessiert sich für Ihre GmbH“) oder Schlechtleistung verklagt oder sind wieder vom Markt verschwunden. Auch hier gilt: Ohne anwaltliche Beratung bleiben unkalkulierbare Risiken – eben so wie bei der gerichtsfesten Formulierung des Vorvertrages inkl. einer pragmatischen Verschwiegenheitsklausel mit einer durchsetzbaren Vertragsstrafe und der rechstsicheren Formulierung des Schadensersatzanspruchs bei missbräuchlicher Verwendung des beim Verkauf erlangten Firmenwissens. 

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