Zusammenfassung
Electronic Cash und girocard im Überblick
- Das Electronic-Cash-System (EC-Cash) wird von der Deutschen Kreditwirtschaft seit 1991 bereitgestellt.
- Seit 2007 lautet der offizielle Name für Electronic Cash bzw. EC-Cash girocard. Die ursprüngliche Bezeichnung wird aber umgangssprachlich auch heute noch häufig verwendet.
- Zahlungen erfolgen in der Regel über PIN-Eingabe oder kontaktlos.
- Debitkarten mit Electronic-Cash-Funktion sind häufig mit
- internationalen Bezahlstandards kombiniert.
- Die Nutzung mobiler EC-Terminals erleichtert bargeldlose Transaktionen, auch unterwegs.
- Mobile Payment wird durch Apps und Smartphones als Alternative zum klassischen Terminal mit girocard
- unterstützt.
Definition
Was ist die girocard?
Die girocard ist das nationale Debitkartensystem der deutschen Kreditwirtschaft und bildet die Grundlage für einen Großteil der bargeldlosen Kartenzahlungen im deutschen Handel. Sie ging aus dem früheren Electronic-Cash-System (EC-Cash) hervor, das seit 2007 offiziell unter dem Namen girocard geführt wird. Der Begriff „EC-Karte“ wird im Alltag jedoch weiterhin häufig verwendet. Zahlungen erfolgen dabei über EC-Kartenlesegeräte und belasten das Konto des Karteninhabers sofort und unwiderruflich. Es gilt als sicher und zuverlässig für Händler und Kunden.
Was ist der Unterschied zwischen einer EC-Karte und einer girocard?
Die girocard ist heute die offizielle deutsche Bankkarte für das Bezahlen im Handel und für Bargeldabhebungen am Geldautomaten. Der Begriff EC-Karte wird dagegen überwiegend umgangssprachlich verwendet. Viele Verbraucher sprechen weiterhin von der EC-Karte, meinen jedoch tatsächlich ihre Giro-Karte – also die girocard, die sie von ihrer Bank zu ihrem Girokonto erhalten. Banken geben keine EC-Karten im eigentlichen Sinne mehr aus.
Wenn also die Frage aufkommt „Ist meine girocard eine EC-Karte?“ kann gesagt werden: Wenn von einer EC-Karte gesprochen wird, ist in den meisten Fällen eine girocard gemeint. Die Begriffe girocard oder EC-Karte bezeichnen somit in der Regel dasselbe Produkt.
Historisch geht die Bezeichnung auf das frühere Electronic-Cash-Verfahren zurück. Obwohl das Kartensystem seit 2007 offiziell girocard heißt, hat sich der Begriff EC im Alltag gehalten. In der Praxis handelt es sich bei der sogenannten EC-Karte daher meist um eine girocard.
Wesentlich ist: Die girocard ist eine Form der Debitkarte. Das bedeutet, dass bei einer Kartenzahlung das Geld unmittelbar oder zeitnah vom Girokonto abgebucht wird. Deshalb findet sich häufig auch die Bezeichnung Girocard (Debitkarte). Auch Produkte von Visa oder Mastercard können Debitkarten sein. Die girocard ist die nationale deutsche Ausprägung dieses Debit-Prinzips.
Zu beachten ist jedoch, dass einige Banken inzwischen statt einer girocard ausschließlich internationale Debitkarten ausgeben. Umgangssprachlich wird auch eine solche Karte gelegentlich als EC-Karte bezeichnet, technisch handelt es sich jedoch um eine internationale Debitkarte innerhalb eines anderen Kartensystems.
Warum Debitkarte statt girocard?
Die Diskussion „Debitkarte vs. Girokarte“ ist vor allem durch Veränderungen im Angebot vieler Banken entstanden. Einige Kreditinstitute setzen verstärkt auf internationale Debitkarten anstelle oder ergänzend zur girocard. Dafür gibt es mehrere Gründe.
- Nutzung im Ausland: Die girocard ist im deutschen Handel sehr weit verbreitet. Beim Einsatz im Ausland kommt es jedoch auf die Ausstattung der Karte an. Früher verfügten viele Karten über eine zusätzliche Maestro-Funktion, wodurch Zahlungen außerhalb Deutschlands möglich waren. Daher stammt auch die Bezeichnung Maestro-Girocard. Mit dem Rückgang dieser Funktion stellen manche Banken auf internationale Debitkarten um. Diese bieten häufig eine breitere Akzeptanz und ermöglichen eine unkomplizierte Nutzung der girocard im Ausland beziehungsweise entsprechender Debitkarten.
- Akzeptanz im Handel und bei Anbietern: Internationale Debitkarten werden in vielen Ländern und bei zahlreichen Anbietern akzeptiert. Für Banken kann es daher wirtschaftlich sinnvoll sein, statt zweier paralleler Systeme eine einheitliche Debitkarte auszugeben. Für Verbraucher bedeutet das eine möglicherweise größere Flexibilität bei der Kartenzahlung.
- Zugang zu Bargeld im Alltag: Sowohl girocard als auch internationale Debitkarten ermöglichen Bargeldabhebungen am Geldautomaten. Die konkreten Konditionen – zum Beispiel Gebühren oder Automaten-Netze – hängen vom jeweiligen Kontomodell und von der Bank ab. Für den Alltag ist daher weniger die Bezeichnung entscheidend als vielmehr die praktische Einsetzbarkeit im Handel, bei Anbietern und im Ausland.
Visa Card vs. girocard – worin liegt der Unterschied?
Der Vergleich einer Visa Card mit einer girocard ist nicht eindeutig, da der Begriff „Visa Card“ sowohl eine Kreditkarte als auch eine Debitkarte bezeichnen kann. Entscheidend ist daher die jeweilige Kartenart.
Grundsätzlich gilt:
- girocard: nationales deutsches Debitkartensystem mit sehr hoher Akzeptanz im deutschen stationären Handel.
- Visa Debit: internationale Debitkarte, die ebenfalls direkt das Girokonto belastet.
- Visa Kreditkarte: Kreditkarte mit monatlicher Sammelabrechnung oder Kreditrahmen.
Funktionsweise der girocard
Die zwei Bezahlmöglichkeiten
Das EC-Cash-System bzw. girocard-System bietet seit 2019 zwei grundlegende Möglichkeiten:
- Die Karte ins Terminal stecken: Der Kunde gibt seine PIN ein.
- Kontaktloses Bezahlen: Die Karte wird ans Terminal gehalten.
Für Beträge bis etwa 40 Euro kann die Zahlung kontaktlos ohne PIN-Eingabe erfolgen.
Eine beliebte Option für sicheres und praktisches kontaktloses Bezahlen ist die Kreditkarte VISA Electron, die weltweit akzeptiert wird und einfach zu nutzen ist.
Vorteile der Sicherheit
Das EC-Verfahren bzw. girocard-Verfahren ist sowohl für Händler als auch für Kunden sicher:
- Keine Rücklastschriften oder Zahlungsausfälle bei gedecktem Konto.
- Automatischer Abbruch bei unzureichender Deckung.
Nach Abschluss der Zahlung erhält der Kunde einen Beleg als Nachweis.
Die hohe Akzeptanz der girocard im stationären Handel trägt wesentlich dazu bei, dass Händler ihren Umsatz steigern können. Verbraucher zahlen heute selbstverständlich mit Karte. Das liegt auch daran, dass die Nutzung der girocard für Kunden in der Regel keine weiteren Kosten verursacht.
Mobile EC-Terminals und Mobile Payment
Warum mobile EC- bzw. girocard-Terminals unverzichtbar sind
Mobile EC- bzw. girocard-Terminals ermöglichen es Händlern, Zahlungen flexibel und unabhängig von einem festen Standort anzubieten. Besonders geeignet sind sie für:
- Dienstleistungen vor Ort beim Kunden
- Außeneinsätze, wie auf Märkten oder Messen
- Branchen mit hohem Bedarf an Mobilität
Alternative: Mobile Payment und die digitale girocard
Neben klassischen EC- bzw. girocard-Terminals gewinnt das Bezahlen per Smartphone zunehmend an Bedeutung. Auch die girocard ist mittlerweile in digitale Wallet-Lösungen integriert. In diesem Zusammenhang wird häufig von der digitalen girocard gesprochen.
Bei der digitalen Variante wird die physische girocard oder Debitkarte in einer Smartphone-App hinterlegt. Die Zahlung erfolgt dann kontaktlos über NFC-Technologie („Near Field Communication“), indem das Smartphone an das Terminal gehalten wird. Funktional entspricht die Online-Girocard einer klassischen Kartenzahlung mit gesteckter oder kontaktloser Girokarte.
girocard auf dem Handy – wie funktioniert das?
Die girocard auf dem Handy funktioniert über mobile Bezahldienste der Banken oder über Anbieter wie Apple Pay oder Google Wallet, sofern die jeweilige Bank diese unterstützt. Für Händler und Verbraucher unterscheidet sich die Abwicklung kaum von einer klassischen Kartenzahlung.