Interview: QR-Codes im Handwerk

Interview über die Verwendung von QR-Codes im Handwerk
Aktualisiert am: 20.05.2016

Matthias Schultze, Inhaber des Malerbetriebs Heyse in der Nähe von Hannover, setzt bei seinem Marketing beispielsweise in Anzeigen auf QR-Codes: „Die Kunden der klassischen Handwerksbetriebe sind es nicht gewohnt, das mit solchen Dingen gearbeitet wird. Und weil es selten verwendet wird, erhöht das die Aufmerksamkeit mehr als wenn wir eine ganzseitige Anzeige schalten", meint Schultze, der eine spezielle Webadresse so codiert. Wir haben mit ihm über QR-Codes und ihre Verwendung im Handwerk gesprochen.

QR-Code im Marketing - das Erfolgskonzept

Lexware-Redaktion: Sie setzen QR-Codes im Marketing ein. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht, wird das von Kunden überhaupt angenommen?

Matthias Schultze: Zur Zeit sehen wir es als Experiment. Wie ich finde, sind die Verwendungen der QR-Codes nachhaltig und sinnvoll. Wir nutzen es als auffälliges Werbeelement messbar in unserem Marketing und sehen auch schon die ersten Erfolge.

Lexware-Redaktion: Warum machen Sie das?

Matthias Schultze: Wichtig ist uns Effektivität und ein bezahlbares Medium. Kleinere Anzeigen mit wechselnden Inhalten sind zudem auch wirtschaftlicher. Schauen Sie, zudem gibt es keine Grenzen an Datenvolumen, was Sie hinter dem QR-Code verstecken. So bieten wir intelligent unsere Botschaft an. Das fällt auf, lädt ein und zeugt von Zeitgeist.

Lexware-Redaktion: Teilweise sind Ihre Kunden 50 plus oder gar 70 plus. Können die damit überhaupt umgehen?

Matthias Schultze: Sag‘ niemals nie! In meinem Alttag und dem täglichen Kundenkontakt sehe ich immer mehr Menschen, gerade Ältere, mit Tablet-PCs arbeiten. Bei einem Kundentermin im April diesen Jahres, zeigte mir ein 72-jähriger wie toll sein iPad funktioniert, was er vom Sohn geschenkt bekommen hatte, um die Enkelkinder via Skype öfters zu sehen. E-Banking, Internetrecherche, digitale Fotografie, alle kein Thema mehr in der Generation 50 Plus und das ist gut so! Es beeindruckte mich sehr und ganz klar, konnte er mir auch live zeigen, wie man auf Maler-Heyse aufmerksam wurde  Ich gehe sehr offen mit dem Thema Social Media und Internet um und integriere dabei gerade ältere Menschen im Umgang mit den neuen Medien.

Lexware-Redaktion: Wie messen Sie den Erfolg solcher Anzeigen mit QR-Codes? Starten Sie als Handwerksbetrieb etwa eigene Kampagnen?

Matthias Schultze: In diesem Fall ziehen wir unsere QR-Codes über sogenannte URL-Shortener wie zum Beispiel www.bit.ly. Im Backendbereich dieser Anwendungen gibt es zahlreiche Messinstrumente, so dass wir exakt erkennen können, wie oft ein QR-Code angeklickt wurde und woher der Anwender kommt. Kampagnen starten wir vorerst keine, dennoch haben wir viele Ideen, um mit QR-Codes zu arbeiten.

QR-Code mit der Social-Media-Welt vernetzen

Lexware-Redaktion: Wie vernetzten Sie QR-Codes mit anderen Kanälen in der Social-Media-Welt?

Matthias Schultze: Einen Quervernetzung ist dank der intelligenten Lösungen und Anwendungen im Netz denkbar einfach und auch sinnvoll. Denn Erfolg muss gemessen werden. Effektiv gestreut, nutzen wir hierfür unseren Blog, Kanäle wie Xing, Twitter und Facebook. Demnächst auch mit QR auf Youtube.

Lexware-Redaktion: Was empfehlen Sie – nach Ihren bisherigen Erfahrungen – anderen Handwerksbetrieben zum Einstieg in die Welt der Neuen Medien?

Matthias Schultze: Auf jeden Fall nichts überstürzen. Generell empfehle ich, sich ausreichend mit dem Thema zu beschäftigen, denn es wird die Zukunft von Dienstleistungsbetrieben sehr stark beeinflussen. Im zweiten Schritt bereits mit aktiven Handwerkerkollegen Kontakt aufnehmen und sich parallel an Workshops beteiligen, die das Thema Social Media, Twitter, Facebook und Co. intensiv vermitteln. Aber der springende Punkt ist: Dass diese Aktivitäten reine Chef-Sache sind und ein regelmäßiger, zeitlicher Aufwand neben der täglichen Arbeit bedeutet. Als Faustregel gilt hier: 2 Stunden täglich.

Lexware-Redaktion: Danke für das Gespräch!

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