E-Mail-Marketing für Ihr Unternehmen – Leitfaden für erfolgreiche Kampagnen

Kaum ein Unternehmen verzichtet heute noch auf Online-Marketing. Denn mit der richtigen E-Mail-Marketing Strategie beispielsweise ist es auch kleinen Unternehmen möglich, neue Kundenbeziehungen zu schließen und die Kundenbindung zu stärken. Erfahren Sie in diesem Artikel, wie Sie E-Mail-Marketing erfolgreich für Ihr Unternehmen einsetzen, welche Tools es gibt und was Sie rechtlich beachten müssen.

Hinweis: Gendergerechte Sprache ist uns wichtig. Daher verwenden wir auf diesem Portal, wann immer möglich, genderneutrale Bezeichnungen. Daneben weichen wir auf das generische Maskulinum aus. Hiermit sind ausdrücklich alle Geschlechter (m/w/d) mitgemeint. Diese Vorgehensweise hat lediglich redaktionelle Gründe und beinhaltet keinerlei Wertung.

Welche Vorteile bietet E-Mail-Marketing kleinen und mittleren Unternehmen?

Angenommen, Sie haben ein kleines Restaurant eröffnet und möchten mit Hilfe von E-Mail-Marketing die Kommunikation mit Ihren Gästen in Schwung bringen. Dann liefert Ihnen ein Newsletter diese Vorteile:

  • Sie können sich in regelmäßigen Abständen bei Ihren Gästen in Erinnerung rufen und sie beispielsweise mit Gutscheinen in Ihr Lokal einladen.
  • Da der Newsletter personalisiert werden kann, können Sie die Empfänger mit ihrem Namen ansprechen, was für mehr Nähe sorgt.
  • Mit dem Newsletter bekommen Sie Zugang zu allen Alters- und Zielgruppen. Dadurch können Sie auch die Bekanntheit Ihres Restaurants steigern.
  • Die E-Mail-Adressen aus Ihrer Mailingliste sind ein wertvoller Leadfaktor. Durch attraktive Aktionen können Sie immer wieder neue Gäste in Ihr Lokal locken.
  • Mithilfe eines E-Mail-Marketing Tools können Sie Ihre Mailings einfach selbst erstellen. Es entstehen keine zusätzlichen Kosten für eine Agentur.
  • Viele Anbieter verlangen für ihre Newsletter-Tools zwar eine monatliche Gebühr. Im Vergleich zu herkömmlichem Direktmarketing sind die Kosten jedoch wesentlich geringer und der Return-on-Invest (ROI) deutlich höher.

Welche Arten von E-Mail-Marketing Tools gibt es?

Die meisten E-Mail-Marketing Tools sind dazu geeignet, informationale E-Mails zu versenden. Laut Definition des E-Mail-Marketings handelt es sich dabei um Werbemails mit identischem Inhalt, die an eine bestimmte Empfängerliste geschickt werden. Bei einigen Anbietern können Sie sogar mehrere Verteiler einrichten und so unterschiedliche Zielgruppen verwalten.

Info

Transaktionale Mails im E-Mail-Marketing

Im Gegensatz zu informationalen E-Mails stehen die sogenannten transaktionalen Mails. Diese werden anlassbezogen durch ein vorher definiertes Ereignis versendet. Sie gehen nicht an mehrere Empfänger gleichzeitig, sondern nur an einen einzigen Adressaten mit Informationen, die für ihn relevant sind. Beispiele für den Versand von Transaktions-Mails sind unter anderem Willkommens-Mails, Kontobenachrichtigungen sowie Bestell- und Versandbestätigungen. Bei Onlineshops sind sie meistens direkt im Leistungsumfang der Software integriert und erfordern kein externes E-Mail-Marketing Programm.

Einige Unternehmen bieten eine kostenlose Basisversion ihrer Software an. Das ist vor allem für das E-Mail-Marketing kleiner Unternehmen mit geringem Werbebudget interessant. Zu den bekanntesten Anbietern gehören:

  • Rapidmail
  • Mailchimp
  • CleverReach
  • Benchmark
  • SendinBlue

Die Basisversion ist zumeist auf eine bestimmte Anzahl an Abonnenten in der Empfängerliste eingeschränkt. Oftmals ist auch das Tagesvolumen an möglichen E-Mails begrenzt. Ist die kostenlose Version ausgereizt, haben Sie beim Anbieter die Möglichkeit, auf ein kostenpflichtiges umzusteigen.

Zu den beliebtesten Tools zählen Salesforce und HubSpot. Im Unterschied zu den oben genannten Tools ist bei diesen Anbietern allerdings bereits das Basispaket kostenpflichtig.

Welche E-Mail-Marketing Software ist die richtige?

Welche Software die richtige ist, hängt von Ihrer Newsletter-Marketing Strategie ab. Stellen Sie sich vor, Sie betreiben einen Blog zum Thema Strickware. In Ihren Blog-Artikeln verfassen Sie Anleitungen, wie sich unterschiedliche Kleidungsstücke anfertigen lassen. Im Onlineshop verkaufen Sie dann die passenden Materialien dazu. Nun möchten Sie mit Hilfe eines Newsletters E-Mail-Marketing betreiben. Bevor Sie die verschiedenen E-Mail-Marketing Tools vergleichen, sollten Sie sich folgende Fragen stellen:

  • Welchen Bestand an Kunden haben Sie bereits, die Sie anschreiben möchten?
  • Welches Volumen an neuen Anmeldungen erwarten Sie in der nächsten Zeit?
  • Welche genauen Anforderungen haben Sie an die Software? Eventuell möchten Sie Bilder und Videos in den Newsletter integrieren. Dann sollte das Tool dazu auch in der Lage sein.
  • Können Sie mit der Software auch A/B-Tests durchführen? Mit solchen Tests können Sie nachvollziehen, welche Betreffzeile beispielsweise eine höhere Klickrate bei Ihren Abonnenten erzielt.
  • Kann die Software bei bestimmten Ereignissen auch automatische Antworten versenden?
  • Lässt sich das Tool an Social-Media-Kanäle wie Facebook oder Instagram anbinden?

E-Mail-Marketing Kampagne erstellen: In wenigen Schritten qualifizierte Leads generieren

Angenommen, Ihr Unternehmen ist auf die Herstellung von Steh- und Tischlampen spezialisiert. Sie möchten die Lampen nicht ausschließlich an Endkunden verkaufen, sondern sich dafür ein entsprechendes Händlernetz aufbauen. Um die Händler laufend über Neuerungen im Sortiment und Aktionen zu informieren, möchten Sie ihnen regelmäßig einen Newsletter senden.

Befolgen Sie hierfür diese 3 Schritte:

1. Zielgruppe exakt definieren.
Da die Empfänger in diesem Beispiel ausschließlich Wiederverkäufer sind, sprechen Sie mit dem Newsletter Ihres E-Mail-Marketins B2B-Kunden an. Der Newsletter soll vor allem an kleinere Möbel-Fachhändler und Lampen-Shops versendet werden, die Sie zukünftig beliefern möchten. Um Abonnenten für Ihren Newsletter zu generieren und eine Mailingliste aufzubauen, sollten Sie neben einem Anmeldeformular auf Ihrer Website auch bestehende Händler anschreiben, um diese über den Newsletter zu informieren.

2. Messbares Ziel für den Newsletter festlegen.
Überlegen Sie sich, welches Ziel Sie mit Ihrem Newsletter erreichen wollen. Möchten Sie die Conversion steigern, also die Anzahl der Bestellungen der Händler? Dann sollten Sie für Ihren nächsten Newsletter dieses Ziel mit einer realistischen Zahl definieren.

3. Inhalt für den Newsletter erstellen.
Eine gute Möglichkeit bietet in diesem Fall eine zeitlich begrenzte Aktion: Bei Abnahme von mindestens fünf Tischlampen innerhalb der nächsten 7 Tage erhält der Händler einen Preisnachlass von 10 Prozent.

Das Feinkonzept und die Umsetzung

Nachdem der Inhalt fixiert ist, geht es darum, das Feinkonzept auszuarbeiten. Dabei spielen vor allem die folgenden Faktoren eine wichtige Rolle:

  • Verfassen Sie den Text in der Sprache der Zielgruppe.
  • Personalisieren Sie die Kommunikation, indem Sie Ihre Geschäftspartner mit ihrem Namen ansprechen.
  • Suchen Sie zur Auflockerung passende Bild- und Videoinhalte für den Newsletter. Zeigen Sie, wie die Tischlampe in Aktion aussieht.
  • Bauen Sie einen Call-To-Action ein, also eine Handlungsaufforderung. In diesem Fall ist das ein Link zum Bestellformular für die Tischlampen aus der Aktion. Ein Countdown, der anzeigt, wie lange das Angebot noch verfügbar ist, verstärkt die Wirkung.
  • Erstellen Sie zusätzliche Premium-Inhalte, die ihren Abonnenten einen echten Mehrwert bieten. Sie können im Newsletter zum Beispiel Verkaufsargumente für die Tischlampen aus der Aktion aufführen.
  • Überlegen Sie, wann der richtige Zeitpunkt für den Versand ist. B2B-Newsletter werden in der Regel innerhalb der Arbeitszeit gelesen. Mit A/B-Tests können Sie den Versand zu unterschiedlichen Zeitpunkten testen.
  • Berücksichtigen Sie, dass viele Kunden den Newsletter auf ihrem Smartphone lesen. Das Motto lautet daher immer: Mobile First. Die Inhalte müssen auch auf kleinen Bildschirmen gut lesbar sein.
  • Um herauszufinden, welche Layouts und Formulierungen die Händler besonders präferieren, erstellen Sie unterschiedliche Varianten des Newsletters. So können Sie anhand von definierten KPIs, wie beispielsweise der Öffnungsrate, die Ergebnisse messen und den Newsletter laufend optimieren.

Wenn die E-Mail-Marketing Kampagne beendet ist, sollten Sie prüfen, ob das Ziel erreicht wurde. Versuchen Sie dabei auch herauszufinden, was dabei die entscheidenden Erfolgsfaktoren waren. Nutzen Sie dafür die Auswertungen aus Ihren A/B-Tests.

Tipp

Nutzen Sie Ihre Learnings bei der nächsten E-Mail-Marketing Kampagne

Versenden Sie bei Ihrer nächsten E-Mail-Marketing Kampagne 80 Prozent ihrer Mails mit jener Variante, die am besten funktioniert hat. Die restlichen 20 Prozent können Sie dafür nutzen, zwei neue Motive und Texte auszutesten.

DSGVO-konformes E-Mail-Marketing: Das müssen Sie beachten

Wer E-Mail-Marketing betreibt, muss sich seit dem Inkrafttreten der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) der EU strikt an einige Regeln halten. Das ist wichtig, um keine hohen Strafen zu riskieren.

Tipp

Checkliste zur Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben

Bevor Sie Ihren Newsletter versenden, sollten Sie sicherheitshalber anhand einer Checkliste die folgenden Fragen durchgehen:

  • Ist sichergestellt, dass sich alle Empfänger per Double-Opt-In für den Newsletter angemeldet haben? Das bedeutet, dass diese ihre Anmeldung in einer zusätzlichen Mail durch Klick auf einen Link bestätigt haben.
  • Enthält der Newsletter ein rechtssicheres Impressum? Auch bei Newslettern gibt es eine Impressumpflicht.
  • Haben alle Empfänger bei der Anmeldung ihre Einwilligung zur Datenschutzerklärung gegeben?
  • Gibt es einen Hinweis darauf, wie die Daten erhoben, verarbeitet und gespeichert werden?
  • Ist angeführt, wie man sich vom Newsletter abmelden kann?
  • Sind alle Preisangaben und Aktionen transparent dargestellt und korrekt im Sinne der Preisangabenverordnung?
  • Ist Ihre Absenderkennung korrekt?
  • Haben Sie alle Nutzungsrechte für die Bilder und ggf. Videos angeführt?

Wenn Sie die rechtlichen Aspekte beachten, verschafft Ihnen E-Mail-Marketing unkompliziert und schnell eine wertvolle Kontaktliste. Wie in allen Bereichen des Online-Marketings lautet auch im E-Mail-Marketing die Devise: Testen und optimieren.