Liquidität verbessern: So bleiben Sie zahlungsfähig

Durch Corona und die Energiekrise ist die finanzielle Situation bei vielen Unternehmen angespannt. Einige sind sogar in ihrer Existenz bedroht. Wenn irgendwann kein Geld mehr für die Bezahlung offener Rechnung da ist, muss laut Gesetz die Insolvenz beantragt werden. Damit es erst gar nicht soweit kommt, sollten Sie immer auf Ihre Liquidität achten. Wie das gelingt und mit welchen Maßnahmen Sie Ihre Liquidität steigern, erfahren Sie hier.

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Liquide Mittel freisetzen und Zahlungsschwirigkeiten vermeiden
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Einnahmen und Ausgaben mit der Liquiditätsformel berechnen

Um Ihre Liquidität zu erhöhen, müssen Sie zunächst Ihre finanzielle Situation evaluieren. Wenn Sie sich sicher sind, dass Sie Ihre Liquidität verbessern müssen, um langfristig im Geschäft bleiben zu können, gilt stark vereinfacht folgende Formel:

Einnahmen: mehr + früher = gesteigerte Liquidität

Ausgaben: weniger + später = gesteigerte Liquidität

In anderen Worten:

Je mehr Sie zeitnah einnehmen, umso höher ist der Betrag auf dem Konto und umso schneller können Sie Ihre Liquidität verbessern.

Wichtig ist daher – außer dem reinen Betrag der Zahlung – vor allem der Zeitpunkt des Zahlungseinganges. Manchmal kann ein kleiner Betrag, der heute bei Ihnen eingeht, mehr wert sein als ein großer zu einem undefinierten Zeitpunkt.

Je weniger und je später Sie Geld ausgeben müssen, umso mehr bleibt im Töpfchen. Darum sollten Sie darauf achten, dass Sie möglichst wenig Geld möglichst spät ausgeben.

Beides zusammen erhöht die Liquidität und sichert Ihr Unternehmen.

Kurzfristige Maßnahmen zur Verbesserung der Liquidität in der Energiekrise

1. Nutzen Sie staatliche Hilfen

Um Unternehmen in Zahlungsschwierigkeiten zu unterstützen, hat der Staat ein umfangreiches Energie-Entlastungspaket geschnürt. Dieses enthält verschiedene Maßnahmen, die die Zahlungsfähigkeit der betroffenen Unternehmen fördern sollen. 

  • So gibt es ein KfW-Programm mit Kredithilfen für energieintensive Unternehmen, die in finanzielle Schwierigkeiten geraten.
  • Zudem gibt es Bürgschaftsprogramme der Bundesregierung, u.a. auch für kleine und mittlere Unternehmen mit einem Bürgschaftsbedarf bis zu 2,5 Mio Euro.
  • Um die Kosten für Energie zu begrenzen, gibt es außerdem eine Dezember-Energiehilfe sowie eine Gaspreis- und Strompreisbremse. Informationen dazu erhalten Sie im Artikel "Gaspreisbremse, Dezember-Soforthilfe und Strompreisbremse: Das müssen Sie wissen".

Weitere Informationen zum KfW-Sonderprogramm UBR 2022, zum Bund-Länder-Bürgschaftsprogramm und zu weiteren Fördermaßnahmen des Bundes finden Sie in diesem Artikel:

2. Beantragen Sie bei Bedarf Kurzarbeit

In den meisten Betrieben sind die Personalkosten mit Abstand der größte Kostenblock. Dies kann vor allem dann zum Problem werden, wenn Aufträge wegfallen oder die Produktion stillsteht, weil die Lieferkette unterbrochen ist.

Um Ihre Liquidität zu verbessern, können Sie diesen Kostenblock aber relativ kurzfristig deutlich reduzieren, indem Sie Kurzarbeit beantragen und so die Arbeitszeit Ihrer Mitarbeiter verkürzen. Der damit verbundene Lohnausfall für Ihre Mitarbeiter wird von der Agentur für Arbeit zum Teil mit dem Kurzarbeitergeld kompensiert. Auf diese Weise können Sie Kündigungen vermeiden.

Die Auszahlung von Kurzarbeitergeld ist allerdings an bestimmte Voraussetzungen gebunden. Welche das sind und wie Sie Schritt für Schritt bei der Beantragung von Kurzarbeit vorgehen, erfahren Sie in unserem Ratgeber rund um das Thema Kurzarbeit.

3. Nutzen Sie die aktuellen Steuererleichterungen

Auch die Finanzämter sind in Zeiten der Energiekrise dazu angehalten, den Unternehmen entgegenzukommen. Aus diesem Grund gibt es aktuell zahlreiche Möglichkeiten, die Steuerlast zu senken bzw. zu stunden. Dank der Steuererleichterungen zu Corona können Sie versuchen, Ihre Liquidität wieder zu verbessern.

Kurzfristig Liquidität erhöhen mit diesen betrieblichen Maßnahmen

Auch durch eigene Maßnahmen in Ihrem Betrieb können Sie die Zahlungsfähigkeit und somit die Liquidität Ihres Unternehmens verbessern. Manchmal lassen sich schon innerhalb von rund 14 Tagen in erheblichem Umfang liquide Mittel freisetzen und maßgebliche Kennzahlen nachhaltig verbessern. Die folgenden Tipps helfen Ihnen dabei:

1. Rechnungen zeitnah und richtig stellen

Voraussetzung für einen kontinuierlichen Zahlungsmittelzufluss ist, dass Sie Rechnungen zeitnah stellen, in der Regel möglichst einen Tag nach Leistungserbringung. Tun Sie dies auch, wenn es sich um vermeintlich kleine Beträge von 20, 30 oder 50 EUR handelt – das summiert sich. Achten Sie auf die korrekten Rechnungsangaben und den richtigen Empfänger, um Verzögerungen bei der Bearbeitung zu vermeiden. Korrekte Rechnungen erhöhen die Chance auf prompte Bezahlung. Klingt simpel, aber es gibt immer wieder Unternehmer, die an dieser Stelle scheitern.

Die häufigsten Fehlerquellen bei der Rechnungsstellung

Wenn Sie Ihre Liquidität verbessern und hierfür schneller Rechnungen ausstellen wollen, dann müssen Sie akkurat arbeiten. Versuchen Sie, die folgenden Fehler zu vermeiden, damit Sie schneller auf Ihre Zahlungen hoffen können:

  • Falsche Rechnungsadresse
  • Falsche Firmierung
  • Falsche oder ungenaue Angaben zur Leistung
  • Die Summen stimmen nicht
  • Der Rabatt ist nur in Prozent angegeben
  • Anlagen/Nachweise sind zusammengeheftet

Denken Sie im Eifer des Gefechts auch daran, ein vernünftiges Rechnungsdatum zu wählen. Machen Sie hier Fehler, werden Sie Ihre Liquidität weder verbessern noch steigern. Beim Datum der Rechnungsstellung sollten Sie an die Umsatzsteuer denken, wenn man keine Einnahmen-Überschuss-Rechnung macht. Die Rechnung am Ende des Monats zu stellen, hat zur Folge, dass die enthaltene Umsatzsteuer auch für diesen Monat fällig wird – das wirkt sich schlecht auf die Liquidität aus. Also vielleicht besser die Rechnung erst am 1. des kommenden Monats stellen, dann haben Sie gute Chancen, dass das Geld da ist, bevor die Umsatzsteuerzahlung an das Finanzamt fällig wird.

Eine andere Möglichkeit, warum Ihre Rechnung lange nicht beglichen wurde: Sie haben leider den Zahlungslauf des Kunden verpasst. Das ist zwar eigentlich kein Argument, sich nicht an die vereinbarten Zahlungsfristen zu halten, doch wenn man weiß, dass der Kunde immer nur am 15. des Monats Überweisungen schreibt, dann ist es ratsam darauf zu achten, die Rechnung nicht am 16. zu schicken.

2. Zahlungseingang beschleunigen

Jeder Tag Zahlungsziel, den Sie einem Kunden gewähren, kostet Ihren Betrieb bares Geld. Wenn Sie auf Rechnung verkaufen, gewähren Sie Ihren Kunden kostenlose Kredite. Dieses Geld fehlt in der Kasse. Sie müssen es bis zum Zahlungseingang entweder mit eigenen Mitteln oder durch Ausnutzung der Kreditlinie vorfinanzieren. Das belastet Ihre Liquidität. Um diese allerdings zu verbessern, sollten Sie folgende Punkte berücksichtigen:

  • Versuchen Sie, den Anteil an Bar- oder Kartenzahlungen zu erhöhen.
  • Falls Sie auf Rechnung verkaufen, senken Sie zumindest bei Neukunden das Zahlungsziel, etwa von 30 Tagen auf 20 Tage.
  • Verhandeln Sie mit Ihren Kunden über höhere An- und Teilzahlungen.
  • Ihre Kunden brauchen oft lange, bis sie bezahlen? Dann rechnen Sie doch mal aus, ob Sie im Gegenzug für eine schnelle Begleichung der Rechnungen auf ein paar Euro verzichten können. Ein paar Prozent Skonto motivieren die meisten Kunden, sich auch wirklich an die damit verbundenen kurzen Zahlungsfristen zu halten! Berücksichtigen Sie das Skonto aber in Ihrer Preiskalkulation!

3. Forderungen konsequent eintreiben

Machen Sie sich klar, dass jeder Zahlungsverzug eines Kunden bei Ihnen zu Problemen führen kann. Zumindest kostet er Geld und hilft Ihnen nicht dabei, Ihre Liquidität zu verbessern. Aus diesem Grund benötigen Sie ein Forderungsmanagement.

Daher ist es einmal ratsam, das Gespräch zu suchen. Oft reicht schon ein kleiner freundlicher Hinweis und die Rechnung wird beglichen. Es kann schließlich jedem passieren, dass es mal etwas drunter und drüber geht und eine Rechnung nicht bei der Buchhaltung landet.

Hilft das nicht, kommen Sie manchmal um eine Mahnung oder sogar ein gerichtliches Mahnverfahren nicht herum. Auch das können Sie zunächst freundlich formulieren, deutlich werden sollten Sie aber auf jeden Fall. Mahnen Sie konsequent und zögern Sie nicht, weil Ihnen das unangenehm ist oder Sie der Ansicht sind, dass ein paar Tage Verzug nicht viel ausmachen.

Auf jeden Fall sollten Sie immer im Blick haben, welche Rechnungen noch offen sind, damit Sie auf offene Rechnungen adäquat reagieren können.

Tipp: Schon auf die Rechnung einen eindeutigen Zahlungstermin setzen, am besten gibt man ein konkretes Datum an. Dann kann nachher kein Kunde sagen, er hätte es anders verstanden.

Seien Sie sich aber dessen bewusst, dass es anderen Unternehmen in dieser schwierigen Phase der Corona-Krise genauso gehen kann wie Ihnen. Alle versuchen, ihre Liquidität zu verbessern, um die schwere Zeit zu überbrücken. Gehen Sie deshalb mit dem nötigen Augenmaß vor.

4. Zahlungsziele mit Lieferanten neu verhandeln

Was auf der Forderungsseite für Sie ein Problem darstellt, ist beim Einkauf von Vorteil: Schaffen Sie es, sich mit Ihren Lieferanten auf längere Zahlungsziele zu einigen, schonen Sie Ihre eigene Liquidität und verbessern, weil Sie später zahlen müssen. Daher sollten Sie mit wichtigen Lieferanten über diese Option verhandeln.

Können Sie keine Verlängerung der Zahlungsfristen erreichen, versuchen Sie, ein Skonto zu vereinbaren oder die Skontokonditionen zu verbessern, etwa von 2 auf 3 % oder eine Verlängerung von 7 auf 10 Tage, wenn ein Lieferant Skonto anbietet.

Beispiel: Wenn Sie 3 % Skonto ziehen dürfen, sparen Sie bei einem Bestellvolumen von 100.000 EUR im Jahr immerhin 3.000 EUR.

Etwas weniger schön, aber durchaus effizient, um die eigene Liquidität zu verbessern, ist es, die Zahlungsfristen zu nutzen. Je länger das Geld bei Ihnen auf dem Konto bleibt, umso besser für die Liquidität. Daher lohnt es sich, gewährte Zahlungsziele von Lieferanten auch wirklich auszunutzen. Außerdem sollten Sie im Gespräch mit den Lieferanten versuchen, deren Zahlungsziele an die Ihrer eigenen Kunden anzupassen, so ist immer Geld da, wenn es benötigt wird.

Ein einfacher Trick, damit die Rechnung dann punktgenau überwiesen wird: Eine Terminüberweisung einrichten. So können Sie das Zahlungsziel optimal nutzen und trotzdem die Rechnung direkt fertig bearbeiten und ablegen. Außerdem müssen Sie nicht in 30 Tagen an die Überweisung denken.

5. Vorschusszahlungen vereinbaren

Gerade bei großen und langfristigen Projekten kann ein kleines Unternehmen es sich oft nicht leisten, die komplette Arbeit zu erbringen und erst im Nachhinein bezahlt zu werden. Die Abrechnung in Teilen (z. B. 30 % Anzahlung, 30 % in der Mitte des Zeitraums und 40 % nach Fertigstellung) oder nach bereits erbrachtem Aufwand (z. B. nach monatlich geleisteten Stunden) hilft in dieser Situation. Vor allem dabei, die eigene Liquidität zu verbessern.

Möglichkeiten, um mittel- und langfristig Ihre Liquidität zu verbessern

Zusätzlich zu den kurzfristigen Maßnahmen können Sie jetzt auch schon überlegen, wie Sie Ihre Liquidität mittel- und langfristig verbessern können. Dafür ist eine mittelfristige Liquiditätsplanung unverzichtbar. Zusätzlich helfen Ihnen die folgenden Tipps:

1. Zahlungsausfällen und -verzögerungen vorbeugen

Am besten ist es natürlich, wenn es Ihnen gelingt, das Risiko von Zahlungsproblemen mit Ihren Kunden zu verringern. Prüfen Sie jeden neuen Kunden auf seine Bonität. Auch Ihren größeren Stammkunden sollten Sie jährlich „auf den Zahn fühlen“. Dazu haben Sie mehrere Möglichkeiten:

  • Sie können sich eine Bankauskunft einholen oder bei Auskunfteien wie Creditreform, CRIF Bürgel, Hoppenstedt oder Schufa nachfragen. Nachteil: Diese Auskünfte kosten Geld, je Auskunft 5 bis 10 EUR.
  • Günstiger ist es, wenn Sie den Kunden um eine Selbstauskunft bitten. Dann muss er sich selbst bei der Bank oder einer Auskunftei aktuelle Informationen besorgen und kann sie Ihnen vorlegen.

Achtung

Keine Garantie für die Zukunft

Auch eine günstige Auskunft bedeutet nicht automatisch, dass der Kunde weiterhin pünktlich und vollständig zahlen wird. Die Auskünfte zeigen im Kern vor allem, wie sich der Kunde bisher verhalten hat. Daraus wird auf die Zukunft geschlossen, aber es besteht immer die Möglichkeit, dass auch ein bisher gut bewertetes Unternehmen Zahlungsprobleme bekommt und sein Verhalten ändert.

2. Vorräte und Lagerbestände abbauen

Bei vielen Unternehmen steigen die Bestände an Fertigwaren, Komponenten oder Materialien stetig. Oft lassen sich die Lagerteile nicht mehr in der Produktion verwenden oder zu regulären Preisen an den Märkten verkaufen. Diese Bestände binden Kapital und erhöhen das Risiko von Schwund, Verderb und Diebstahl. Halten Sie die Lagerbestände so gering wie möglich, ohne die Produktion oder den Verkauf zu gefährden. Dadurch verbessern Sie automatisch Ihre Liquidität, da Sie ungenutztes Kapital einsetzen.

3. Stille Reserven aufdecken und heben

Stille Reserven entstehen, wenn Sie zum Beispiel Anlagegüter vor einiger Zeit preiswert erworben haben und deren Wert nun gestiegen ist. Oder bei Maschinen, die abgeschrieben sind, mit denen sich am Markt aber noch ein guter Preis erzielen lässt. Sie sollten prüfen, wie Sie hieraus Vorteile erzielen können. Beispielsweise können Sie nicht mehr benötigte Anlagegüter verkaufen.

4. Anlagevermögen vermieten

Wenn Sie nicht alle Vermögensgegenstände immer oder vollständig selbst benötigen, prüfen Sie eine Vermietung. Nutzen Sie zum Beispiel nicht alle Räume oder Lager, können Sie einen Teil der Flächen an andere Gewerbetreibende oder Gründer vermieten und somit Ihre Liquidität verbessern. Bei beweglichen Gütern können Sie prüfen, ob Sie sie zusammen mit anderen Firmen nutzen und so die Kosten teilen und die Liquidität schonen. Um Interessenten zu finden, schalten Sie Anzeigen oder sprechen mit der Gemeinde, der Wirtschaftsförderung, der Kammer oder Ihrem Verband.

5. Investitionen hinterfragen

Prüfen Sie bei jeder Anschaffung, ob die Investition oder der Kauf an sich bzw. in der vorgesehenen Höhe notwendig ist. Möglicherweise geht es eine Nummer kleiner, oder die Investition kann verschoben werden auf einen Zeitpunkt, zu dem Sie einen größeren Geldeingang erwarten. Um Ihre Liquidität sicherzustellen, sollten Sie Investitionen auch nie überstürzen.

Tipp

Hinweis

Führen Sie bei jedem Vorhaben, das einen bestimmten Betrag überschreitet, z. B. 5.000 oder 10.000 EUR, eine Wirtschaftlichkeitsrechnung durch. Damit stellen Sie fest, ob sich die Investition für Sie lohnt.

6. Umschuldung vornehmen

Finanzieren Sie auch längere Engpässe bisher überwiegend über den Kontokorrentkredit? Dann prüfen Sie, ob es möglich ist, einen Teil der Schulden über einen regulären, länger laufenden Kredit zu finanzieren, um Ihre Liquidität zu verbessern. Verhandeln Sie mit der Bank darüber, einen Teil der Kontokorrent- in Darlehensschulden umzuwandeln.

Vorteile:

  • niedrigere Zinsen,
  • daher mehr Liquidität und längere Planbarkeit.

Nachteile: 

  • Sie müssen mit längeren Bankverhandlungen rechnen.
  • Außerdem werden Sie der Bank umfangreiche Unterlagen bereitstellen müssen. Sprechen Sie Ihre Bank an und fragen Sie, was diese konkret verlangt.

7. Ausgaben senken

Der Basis-Tipp, um Ihre Liquidität zu verbessern: Möglichst wenig Kosten verursachen, das heißt, sparen Sie. Rechnen Sie in einer ruhigen Stunde einmal nach, was Sie wofür ausgeben und versuchen Sie, die Kosten zu senken.

  • Wie teuer muss der Handyvertrag sein und gibt es eine günstigere Alternative?
  • Was ist mit den Versicherungen, gibt es dieselbe Leistung auch günstiger und brauche ich sie überhaupt alle?
  • Bekomme ich die benötigte Ware vielleicht woanders günstiger?

Das klassische Sparen ist noch immer der beste Weg, für eine finanzielle Verbesserung und liquide Mittel zu sorgen.

Aber auch andere Methoden senken die Ausgaben und schonen so den Kontostand: Auch bei der Finanzierung von Autos oder Maschinen lassen sich oft viele Euro sparen. Kaufen oder Leasen, was ist besser? Lieber jetzt den ganzen (vielleicht vergünstigten) Betrag zahlen oder die Ausgaben über einen längeren Zeitraum strecken? Besser Sie rechnen noch einmal genau nach, ehe Sie den Vertrag abschließen.

8. Rücklagen bilden

Um zum Beispiel Skonto „zu ziehen“ müssen Sie schnell den geforderten Betrag zur Hand haben. Natürlich können Sie in so einem Fall einen Kredit aufnehmen und manchmal rechnet sich das sogar. Zinsen zahlen Sie dafür aber trotzdem und Sie können Ihre Liquidität nicht zwingend langfristig verbessern.

Auch die Nutzung des Dispokredits, um die Steuervorauszahlungen zu tätigen, ist keine gute Idee. Die Zinsen hierfür können Sie sich sparen, wenn Sie entsprechende Rücklagen bilden.

Daher ist es sinnvoll, sich einen Plan kommender Zahlungen zu erstellen und dann gezielt darauf hinzuarbeiten. Einkommen-, Gewerbe- und Körperschaftssteuervorauszahlungen werden zum Beispiel immer quartalsweise fällig, Versicherungen meist zu Beginn des Jahres. In dem Sie übers Jahr monatlich ein zwölftel des zu erwartenden Betrages auf die hohe Kante legen, kommen Sie nicht in Bedrängnis, wenn die Zahlung dann fällig wird und verbessern dauerhaft Ihre Liquidität. Gut eignen sich für die hohe Kante zum Beispiel Tagesgeldkonten.

9. Als Unternehmen Geld anlegen

Das gesparte Geld einfach auf dem Girokonto liegen zu lassen, ist eine Möglichkeit. Eine andere ist es, sich nach Anlageformen umzuschauen, mit denen Sie vielleicht noch den einen oder anderen Euro hinzuverdienen können. Natürlich sind die Zinsen aktuell nicht wirklich hoch, aber je nach Summe kommt da eben doch etwas zusammen.

Wichtig: Überprüfen Sie unbedingt, wann Sie das Geld wieder benötigen! Sonst müssen Sie am Ende einen Kredit aufnehmen, um eine Maschine zu ersetzen, weil Sie an das angelegte Geld noch nicht herankommen. Das verursacht sonst Kosten, die Sie mit einer guten Planung umgehen können.

Tipp

Wichtig bei mittelfristigen Maßnahmen zur Liquiditätssicherung

Lassen Sie sich für Vorbereitung und Umsetzung möglichst Zeit. Nur wenn Sie nicht unter Druck entscheiden müssen, können Sie die Vorteile erzielen, die Sie sich versprechen, etwa einen angemessenen Preis für die zu verkaufenden Güter. Deshalb sollten Sie mit der Umsetzung dieser Maßnahmen idealerweise warten, bis die Energiekrise vorbei ist.

Auch wenn Sie aktuell keinen Liquiditätsengpass haben, empfiehlt es sich jedoch, 2 bis 3 der angeführten Maßnahmen zeitnah umzusetzen, um Zahlungsproblemen für die Zukunft vorzubeugen und gleichzeitig eine Liquiditätsreserve für schlechte Zeiten aufzubauen. Versuchen Sie, sich im Laufe von 1 bis 2 Jahren einen Liquiditätsstock aufzubauen, der ausreicht, um den durchschnittlichen Zahlungsverpflichtungen von 2 Monaten nachzukommen, ohne dass Sie Einzahlungen erhalten. Versuchen Sie dazu, von jedem Verkauf ca. 2 % des Umsatzes oder des Gewinns auf ein Konto einzuzahlen, um Ihre Liquidität zu verbessern.