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Gesellschafterdarlehen: Fehlerhafte Rangrücktrittsvereinbarung kostet Steuern

Steuern sparen durch korrekt vereinbarte Rangrücktrittsvereinbarung beim Gesellschafter-Darlehen
Von Lothar Volkelt
Aktualisiert am: 17.08.2015

Gerade kleinere GmbHs nutzen zur Finanzierung oft Gesellschafterdarlehen. Das Risiko: Gerät die GmbH in die wirtschaftliche Krise, wird diese Verbindlichkeit wie haftendes Kapital behandelt. Andererseits kann mit einer sog. Rangrücktrittsvereinbarung eine bilanzielle Überschuldung beseitigt werden. Wird diese nicht korrekt vereinbart, bringt das Nachteile bei der Besteuerung.

Auf die richtige Formulierung kommt es an

In der Regel wird der Steuerberater den Rangrücktritt vornehmen und die entsprechende Umbuchung durchführen. Wichtig: Als Geschäftsführer sollten Sie dabei unbedingt darauf achten, dass das Vereinbarte eingehalten wird, damit es nicht zu unerwünschten Steuerfolgen kommt. Es kommt auf die genaue Formulierung im Vertragstext an. Die Verbindlichkeit stellt nur dann weiterhin eine wirtschaftliche Belastung für die GmbH dar, wenn der Rangrücktritt entsprechend vereinbart ist. Und zwar so, dass die Passivierungspflicht im Jahresabschluss bestehen bleibt. Das ist bei einem Rückzahlungsanspruch „aus dem freien Vermögen“ der GmbH gegeben.

Praxisbeispiel

Im Rangrücktritt wird vereinbart, „dass eine Rückzahlung des Darlehens aus zukünftigen Jahresüberschüssen oder dem Liquidationserlös erfolgt“. Die Folge: Das Finanzamt verlangt jetzt, dass das Darlehen ausgebucht wird. Das führt unter Umständen zu einer Erhöhung des steuerlichen Bilanzgewinns und zu unerwünschten Mehrsteuern. Da das Liquidationsverfahren nicht eröffnet ist, gibt es keine wirtschaftliche Belastung der GmbH. Die Folge:  Die Verbindlichkeit muss ausgebucht werden. Das Finanzamt hat hier keinen Ermessensspielraum (BFH, Urteil vom 30.11.2011, I R 100/10).

Musterformulierung

Um sicherzustellen, dass die Verbindlichkeit als Belastung für die GmbH und damit als Passiva im Jahresabschluss erhalten bleibt, müsste die Formulierung in diesem Fall lauten:

Die Rückzahlung der Darlehensverbindlichkeit erfolgt aus zukünftigen Überschüssen, aus einem Liquidationserlös und aus dem freiem Vermögen der GmbH.


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