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Steuertipps zum Jahreswechsel: So schlagen Sie dem Finanzamt ein Schnippchen

Diese Tipps sind bares Geld wert: so sparen sie Steuern vor dem Jahreswechsel
Von Ottfried Weiss
Aktualisiert am: 21.08.2015

Zum Jahreswechsel entscheidet sich, wie viel Steuern Sie ans Finanzamt überweisen müssen. Bis zum 31.12. können Sie beispielsweise offene Rechnungen begleichen; das erhöht die Betriebsausgaben und mindert den Gewinn, den Sie gegenüber dem Finanzamt ausweisen müssen. Hier finden Sie weitere Steuertipps, die ebenfalls bares Geld wert sein können.

Geld sparen mit Sonderregeln

Mit Kleinunternehmerregelung und Vorsteuerpauschale sparen Sie Zeit und Geld, wenn Ihr Umsatz bestimmte Grenzen nicht überschreitet. Um diese Sonderregeln für das kommende Jahr in Anspruch nehmen zu können, sollten Sie rechtzeitig Bilanz ziehen. Falls Ihr Umsatz in diesem Jahr nicht über 17.500 EUR lag, können Sie sich beim Finanzamt als Kleinunternehmer registrieren lassen. Der Vorteil: Sie sind von der Umsatzsteuer befreit und müssen keine lästigen Umsatzsteuervoranmeldungen ans Finanzamt übermitteln.

Eine weitere Sonderregel ist die Vorsteuerpauschalierung: Falls Sie Ihren Gewinn nach der Einnahmen-Überschussrechnung ermitteln und Ihr Jahresumsatz nicht höher ist als 61.356 EUR,  müssen Sie die Vorsteuer aus Eingangsrechnungen nicht nachweisen. Stattdessen können Sie die Vorsteuerpauschalierung beantragen.

Der Vorteil: Das Finanzamt berechnet den Vorsteuerabzug pauschal mit einem bestimmten Prozentsatz des erzielten Umsatzes. Allerdings kommen nicht alle Berufsgruppen in den Genuss dieses Privilegs; auch der Prozentsatz ist von Berufsgruppe zu Berufsgruppe unterschiedlich. Während beispielsweise ein Schuhmacher 6,5 % Vorsteuer geltend machen kann, ohne Rechnungen vorzulegen, kommen Friseure nur in den Genuss von 4,5 % Vorsteuererstattung.

Kreditkartenrechnung als Betriebsausgabe

Selbstständige, die Ihren Gewinn nach der Einnahmen-Überschussrechnung ermitteln, sollten folgendes beachten: Wenn Sie kurz vor dem Jahresende Ausgaben mit der Kreditkarte begleichen und den Kassenbon beispielsweise noch bis zum 31. Dezember unterschreiben, dürfen Sie die Zahlung noch als gewinnmindernde Betriebsausgabe für dieses Jahr geltend machen. Das gilt auch dann, wenn das Konto der Kreditkarte erst im Januar des Folgejahres  ausgeglichen wird.

Gewinn mindern mit der USt-Voranmeldung

Wenn Sie als Einnahmen-Überschussrechner Ihre letzte Umsatzsteuer-Voranmeldung für das ablaufende Jahr bis spätestens 10. Januar des Folgejahres beim Finanzamt mit Einzugsermächtigung einreichen, dürfen Sie die Umsatzsteuerzahlung noch als Betriebsausgabe des ablaufenden Jahres verbuchen. Dieser Steuertipp lohnt sich vor allem dann, wenn Sie im ablaufenden Jahr einen ordentlichen Gewinn erzielt haben und die Steuerlast verringern wollen.

Gehalt rechtzeitig erhöhen

Wenn Sie sich als Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH im kommenden Jahr eine Gehaltserhöhung gönnen wollen, sollten Sie das unbedingt noch in diesem Jahr schriftlich fixieren. Der Grund: Bei einem „beherrschenden Gesellschafter“ (also bei einer Beteiligung an der GmbH von mehr als 50 Prozent) unterstellt das Finanzamt eine verdeckte Gewinnausschüttung, wenn die Vereinbarungen mit der GmbH nicht im Voraus schriftlich fixiert sind. Wenn Sie die Verträge noch in diesem Jahr anpassen, sind Sie im Falle einer Betriebsprüfung auf der sicheren Seite.

Privat versicherte Steuerzahler dürfen das 2,5-fache ihrer Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge vorauszahlen. Das führt zu einer stattlichen Steuerersparnis, sowohl für das laufende Jahr, als auch in den folgenden Jahren.
Ein Beispiel: Neben den Beitragszahlungen für das Jahr 2015 in Höhe von 4.000 EUR zahlen Sie 10.000 EUR voraus; dann können Sie in den nächsten 2,5 Jahren andere Sonderausgaben – beispielsweise Beiträge für eine Privathaftpflicht oder eine freiwillige Arbeitslosenversicherung – von bis zu 2.800 EUR pro Jahr zusätzlich Gewinn mindernd geltend machen. Diese Versicherungsbeiträge würden ohne Vorauszahlung steuerlich ungenutzt unter den Tisch fallen.


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