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Kontenplan – alle Grundlagen für Unternehmer

Das Verzeichnis aller Konten eines Unternehmen: Die wichtigsten Grundlagen für Unternehmer
Von Peter Schmitz
Aktualisiert am: 02.07.2019

Der Kontenplan ist das Verzeichnis aller Konten eines Unternehmens und fester Bestandteil der doppelten Buchführung. Mit Einrichtung der Buchführung muss der Kontenplan so erstellt werden, dass die unternehmerische Situation des Betriebs sinnvoll abgebildet ist. Der Kontenplan wird einmalig für das jeweilige Unternehmen festgelegt. Durch diese Zuordnung werden die einzelnen Konten für alle laufenden Buchungen von Geschäftsvorfällen festgelegt.

Kontenplan: die Basis der Buchhaltung

Im Regelfall werden bei kleinen und mittleren Unternehmen die Standardkontenrahmen SKR 03 und SKR 04 vom Anbieter DATEV verwendet. In unserem Artikel Kontenrahmen finden Sie alle wichtigen Informationen zusammengefasst. Kontenpläne werden aus den Standardkontenrahmen entwickelt und sollten bei Bedarf  in Zusammenarbeit mit dem Steuerberater oder der Geschäftsführung möglichst schnell angepasst werden. Für die Übergangszeit kann der zuständige Mitarbeiter unter Umständen „Auffangpositionen“ verwenden. Diese Notfalllösung eignet sich für Konten, die nicht zugeordnet werden können.

Der Unterschied zwischen Kontenrahmen und Kontenplan: Ein Kontenrahmen ist umfassender als ein Kontenplan und besteht aus sehr viel mehr Kontenklassen, als ein Unternehmen normalerweise verwendet. Bekannte Kontenrahmen sind beispielsweise SKR 03 und SKR 04 von DATEV. Aus dem Kontorahmen werden die jeweils relevanten Kontenklassen genommen und ein Kontenplan erstellt. Ein Kontenplan ist somit ein "kleinerer", auf die Bedürfnisse eines Unternehmens zugeschnittener Kontenrahmen.

 

Kontenplan - was ist Kontieren?

Unter Kontieren versteht man das Festlegen des Buchungssatzes für die spätere Verbuchung des Geschäftsvorfalls. Hierbei werden auf dem Buchungsbeleg die Konten vermerkt, die durch diesen Geschäftsvorfall angesprochen sind. Zudem kann auch der zu buchenden Betrag notiert oder kenntlich gemacht werden.

Beim Kontieren haben Sie keinen eigenen Entscheidungsspielraum, Sie müssen sich an das Konzept des Kontenplans halten. Dieser ist bereits im Vorfeld durch die spezifische Auswahl von Kontenklassen an die Bedürfnisse Ihres Unternehmens angepasst. Dann werden die Geschäftsvorfälle einem Konto zugeordnet.

Kontenplan – besser buchen mit Buchhaltungskenntnissen

Für das richtige Kontieren der laufenden Geschäftsvorfälle sind Kenntnisse der Buchhaltung hilfreich. Denn bei der Bildung der Buchungssätze werden keine individuellen rechtlichen Wertungen vorgenommen. Buchungsbelege werden Geschäftsvorfällen nach festen Buchhaltungsregeln zugeordnet und diese in dem Kontenplan zugeteilt. Die Kontierung von Belegen ist ein schematisierter Abgleich des Kontos mit dem Belegsachverhalt bei Geschäftsvorfällen - unter Beachtung des betrieblichen Kontenplans. Der zuständige Mitarbeiter prüft zum Beispiel nicht, ob Aufwendungen für Geschenke zu den Betriebsausgaben gehören oder nicht. Er sucht aus dem Kontenplan des Betriebs das dem Vorgang entsprechende Konto und Gegenkonto heraus.  

Der Kontenplan kann weder die Kontierung ersetzen, noch als sonstige Buchungsanweisung gelten. Er ordnet den einzelnen Geschäftsvorfall nicht zwingend und eindeutig einem Konto zu, sondern lässt dem Kontierer einen Entscheidungsspielraum, welches Konto er auswählt.

Keine steuerlichen Entscheidungen ohne Steuerberater


Im Rahmen der Kontierungen werden keine steuerlichen Fragen entschieden. Soweit eine besondere steuerliche Beurteilung erforderlich ist, ist dies Aufgabe des Abschlussprüfers. Dies ist bei der Erstellung des Jahresabschlusses meistens ein Steuerberater. So wird beispielsweise bei Aufwendungen für Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens (Grundstücke und Gebäude) bei der Kontierung nicht entschieden, ob das Wirtschaftsgut abgeschrieben werden kann. Wird kein Steuerberater eingeschaltet, muss der Unternehmer diese Entscheidungen im Jahresabschluss selbst treffen. Lesen Sie in diesem Artikel, wie Sie die Kosten für Ihren Steuerberater senken können.

Beispiel eines Kontenplans  

Der Standardkontenrahmen 03 (SKR 03) enthält folgende Konten für Wirtschaftsgüter, die nicht sofort als Betriebsausgaben abzugsfähig sind, bei denen unter Umständen erst die Abschreibung zu Betriebsausgaben führt: 

Konto
Konto Bezeichnung
00080 Bauten auf eigenen Grundstücken u. grundstückgleichen Rechten Grundstücke
00085 Grundstückswerte eigener bebauter Grundstücke Grundstücke
00090 Geschäftsbauten Grundstücke
00100 Fabrikbauten Grundstücke
00110 Garagen Grundstücke
00111 Außenanlagen Grundstücke
00112 Hof- und Wegbefestigungen Grundstücke
00113 Einrichtungen für Geschäfts- u. Fabrikbauten Grundstücke
00115 Andere Bauten Grundstücke
00140 Wohnbauten Grundstücke
00145 Garagen Grundstücke

Da aber bestimmte Konten für den Betrieb nicht in Frage kommen, kann der Kontenplan entsprechend angepasst werden:

Konto
Konto Bezeichnung
00090 Geschäftsbauten Grundstücke
00110 Garagen Grundstücke
00113 Einrichtungen für Geschäfts- und Fabrikbauten Grundstücke

Das Gleiche gilt auch für Konten des SKR 03 für laufende Betriebseinnahmen. Der Standardkontenrahmen 03 (SKR 03) enthält folgende Konten:

Konto
Konto Bezeichnung
8195 Erlöse Kleinunternehmer § 19 UStG Umsatzerlöse Betriebseinnahmen
8196 Erlöse aus Geldspielautomaten 19 % USt Umsatzerlöse Betriebseinnahmen
8200 Erlöse Umsatzerlöse Betriebseinnahmen
8300 Erlöse 7 % Umsatzsteuer Umsatzerlöse Betriebseinnahmen
8310 Erlöse EG-Lieferungen 7 % USt Umsatzerlöse Betriebseinnahmen
8315 Erlöse EG-Lieferungen 19 % USt Umsatzerlöse Betriebseinnahmen
8320 Im anderen EG-Land steuerpflichtige Lieferungen Umsatzerlöse Betriebseinnahmen
8330 Erlöse - Inl. steuerpfl. EG-Lief. 16 % USt Umsatzerlöse Betriebseinnahmen
8335 Erlöse Lieferung Mobilfunkgeräte/Schaltkreise nach § 13b UStG Umsatzerlöse Betriebseinnahmen
8336 Erlöse sonst. Leistungen im and. EG-Land stpfl., 13b UStG Umsatzerlöse Betriebseinnahmen
8337 Erlöse aus Leistungen nach § 13b UStG Umsatzerlöse Betriebseinnahmen
8338 Nicht steuerbare Umsätze Drittland Umsatzerlöse Betriebseinnahmen
8339 Nicht steuerbare Umsätze EG-Land Umsatzerlöse Betriebseinnahmen
8340 Erlöse 16 % Umsatzsteuer Umsatzerlöse Betriebseinnahmen
8400 Erlöse 19 % Umsatzsteuer Umsatzerlöse Betriebseinnahmen

Da aber bestimmte Konten für den Betrieb nicht in Frage kommen, kann der Kontenplan entsprechend angepasst werden:

Konto
Konto Bezeichnung
8300 Erlöse 7 % Umsatzsteuer Umsatzerlöse Betriebseinnahmen
8320 Im anderen EG-Land steuerpflichtige Lieferungen Umsatzerlöse Betriebseinnahmen
8338 Nicht steuerbare Umsätze Drittland Umsatzerlöse Betriebseinnahmen
8339 Nicht steuerbare Umsätze EG-Land Umsatzerlöse Betriebseinnahmen
8400 Erlöse 19 % Umsatzsteuer Umsatzerlöse Betriebseinnahmen

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