Kurzfristige Beschäftigung: Lohnsteuer und Beschäftigungszeiten

Kurzfristig beschäftigte Servicekräfte in einem Café
Aktualisiert am: 26.09.2018

Viele Unternehmen überbrücken Ausfälle von Mitarbeitern, Ferien-Vertre­tungen oder auftragsbedingte Überkapazitäten mit der Einstellung von kurzfristig Beschäftigten. Dazu gelten folgende Vorgaben: Sie dürfen kurzfristig Beschäftigte bis zu 3 Monate und bis zu 70 Arbeitstage im Jahr beschäftigen. Lesen Sie hier, was Sie alles beachten sollten - auch hinsichtlich der Lohnsteuer bei kurzfristiger Beschäftigung.

Lohnsteuer bei kurzfristiger Beschäftigung

Bei kurzfristiger Beschäftigung gibt es zwei Möglichkeiten, wie mit der Lohnsteuer verfahren wird:

  • Versteuerung des Einkommens auf ELStAM-Basis: Der kurzfristig Beschäftigte kann dem Arbeitgeber - wie jeder andere Arbeitnehmer auch - seine Steuer-Identifikationsnummer vorlegen, mit der der Arbeitgeber die entsprechenden Elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM) beim Finanzamt abruft. Der Arbeitgeber muss dann für die kurzfristige Beschäftigung die Lohnsteuer gemäß den dort hinterlegten ELStAM-Angaben abführen.

  • Pauschalversteuerung: Es kann auch auf das ELStAM-Verfahren verzichtet und eine pauschale Lohnsteuer in Höhe von 25 % abgerechnet werden, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind (vgl. § 40a EStG):

    • Der durchschnittliche tägliche Arbeitslohn darf 72 Euro nicht übersteigen,
    • der Stundenlohn darf höchstens 12 Euro betragen und
    • die Beschäftigung darf nicht über 18 zusammenhängende Arbeitstage hinausgehen.

Tipp: Mehr Möglichkeiten für Saison-Aushilfen
Ob Ferien-Aushilfe oder Saison-Gewerbe: Kleinere Firmen, die vorübergehend Schüler und Studenten einstellen, rechnen folgendermaßen: Geht man monatlich von durchschnittlich 22 Arbeitstagen aus, haben Sie mit der neuen Regelung die Möglichkeit, Aushilfskräfte für 3 Monate und mehr (Urlaub, freie Tage) einzusetzen. Das lohnt sich. Stimmen Sie sich aber auf jeden Fall vorher mit Ihrem Steuerberater ab, damit Sie auch die steuerlichen Vorgaben für die Beschäftigungszeiten (hier: Unterbrechung nach 18 Arbeitstagen) einhalten.

Achtung: Es darf sich nicht um eine „berufsmäßige“ Beschäftigung handeln (z. B. aber Schüler, im Nebenjob, Rentner). Als Arbeitgeber haben Sie Rechtssicherheit, wenn sie im Einzelfall vor Arbeitsantritt die Befristung schriftlich mit dem Mitarbeiter vereinbaren. Damit vermeiden Sie auch, dass nur wegen eines Formfehlers aus einem kurzen Aushilfsjob eine Daueranstellung wird.

Kurzfristige Beschäftigung: Geänderte Vorgaben seit 2015

Seit 1.1.2015 haben Sie mehr Möglichkeiten bei kurzfristigen - und damit sozialversicherungsfreien - Beschäftigungen. Denn kurzfristig Beschäftigte können seither im Jahr bis zu 3 Monaten und bis zu 70 Arbeitstagen beschäftigt werden. Diese Regelung sollte eigentlich nur bis zum 31.12.2018 gelten und dann wieder auf 50 Tage beschränkt werden. Da sich die längere Zeitspanne aber in der Praxis bewährt hat, wurde die 70-Tage-Regelung unbefristet verlängert.

Beispiel: Sie beschäftigen eine Schülerin in befristeter und kurzfristiger Beschäftigung als Serviererin in einem Biergarten vom 1.6. bis 31.8. Monatliches Entgelt: 450 EUR. Die Beschäftigung bleibt versicherungsfrei, weil sie von vornherein auf nicht mehr als 3 Monate befristet ist und nicht berufsmäßig ausgeübt wird.

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