Definition
Was ist ein Elevator Pitch?
Eine Fahrstuhlfahrt dauert meist nur wenige Sekunden – genau so viel Zeit hast du, um deine Business-Idee überzeugend zu präsentieren. Der Elevator Pitch – auch Elevator Speech oder Elevator Statement genannt – fasst eine Geschäftsidee so prägnant zusammen, dass sie während einer einzigen Fahrstuhlfahrt potenzielle Investoren oder Geschäftspartner überzeugt. Er ist im Grunde ein kurzes Vorstellungsgespräch für dich und dein Konzept. Auch wenn die Begegnung im Aufzug selten realistisch ist, gilt das Prinzip weiterhin: Die meisten Investoren haben wenig Zeit – dein Pitch muss also kurz, klar und überzeugend sein, um sofort Interesse zu wecken.
Der Aufbau eines Elevator Pitches
Grundlegend sollte der Aufbau einer Elevator Speech so konzipiert sein, dass der Vortrag nicht länger als zwei Minuten dauert und mit einer klaren Handlungsaufforderung abschließt. Je kürzer du deine Präsentation fasst, desto besser. Gelingt es dir, deine Publikum in wenigen Sekunden mit deinem Pitch zu überzeugen, bleibt noch Zeit für Details übrig.
Verzichte beim Elevator Pitch auf alle unnötigen Details und konzentriere dich auf das Wesentliche. Das sind in der Regel nicht mehr als vier oder fünf Aspekte, die du so kurz wie möglich auf den Punkt bringst.
Die Struktur eines Elevator Pitches kann beispielsweise so aussehen:
- Ein Problem liegt vor und du definierst es
- Du präsentierst eine Lösung für das Problem
- Du beantwortest die Frage, warum du für die Umsetzung dieser Idee am besten geeignet bist
- Du stellst das Alleinstellungsmerkmal deiner Idee heraus
- Du erklärst, was du zur Umsetzung der Idee benötigst
Gehen wir von der 2-Minuten-Regel aus, hast du für jeden Aspekt ungefähr 24 Sekunden Zeit. Das ist nicht viel. Noch besser wäre es, wenn du weniger Zeit benötigst, um deine Botschaft auf den Punkt zu bringen.
Einen Startup Pitch erstellen
Pitching ist vor allem für Startups wichtig, weil diese in der Gründungsphase meistens auf finanzielle Unterstützung angewiesen sind. Es gibt zahlreiche unterschiedliche Ansätze, einen Elevator Pitch zu erstellen. Grundsätzlich solltest du dabei aber Folgendes beachten:
- Zielgruppe – du lernst zuerst deine Zielgruppe kennen (Investoren, Kunden etc.) und legst fest, wen du mit deinem Elevator Pitch erreichen möchtest.
- AIDA – die AIDA-Formel steht für Attention, Interest, Desire und Action, also Aufmerksamkeit, Interesse, Verlangen und Aktion. Das fasst sehr gut zusammen, was dein Elevator Pitch erreichen muss. Stich aus der Masse heraus, um die Aufmerksamkeit deiner Gesprächspartner zu erwecken. Binde ihr Interesse durch wichtige Fakten und erzeuge das Verlangen, in dein Start-up zu investieren. Das schaffst du, indem du zeigst, wo die Attraktivität für deine Kunden liegt, und klarstellst, dass du bereit bist, sofort in Aktion zu treten und mit der Arbeit zu beginnen.
- Vorbereitung – es klingt abgedroschen, aber ein Elevator Pitch ist eine Rede, die du zu Hause vor dem Spiegel auswendig lernst. Üben, üben, üben ist hier die Devise. Aber nicht nur der Text muss sitzen, sondern auch deine Mimik. Vergiss nicht: Du hast häufig nur eine Gelegenheit, um potenzielle Investoren von deinem Konzept zu überzeugen. Zeig deine Begeisterung und reiß so deine Zuhörer mit. Ein guter Ansatz ist dabei Storytelling. Verzichte auf Fachjargon und erzähl lieber eine Geschichte, die auch jemand nachvollziehen kann, der keine Ahnung hat, wovon du da eigentlich redest.
- Medien – ein Elevator Pitch besteht nicht zwingend nur aus der freien Rede. Es gibt zahlreiche Pitching-Events, die dir eine ganze Bühne bieten, um deine Idee zu präsentieren. Teste bei deiner Präsentation also gerne verschiedene Medien aus. Es muss nicht immer nur Reden oder eine PowerPoint-Präsentation sein. Nutze die Möglichkeiten und erstelle ein Video oder reise in der Zeit zurück. Wenn es zu deiner Idee und deinem Ziel passt, schiebe eine alte Schultafel mit bröseliger Kreide auf die Bühne. Alles, was anders ist, lässt dich herausstechen. Das bringt dir wiederum erstmal Aufmerksamkeit, wodurch du näher an dein Ziel heranrückst.
Tipp
Nutze Elevator Pitch Vorlagen
Dir fehlt ein wenig die Idee, wie der Aufbau eines Elevator Pitches aussieht? Kein Grund zur Sorge. Du musst nicht aus einem weißen Blatt Papier eine saubere Präsentation vorbereiten. Mittlerweile gibt es im Internet unzählige Vorlagen für einen Elevator Pitch, die du schrittweise an dein Projekt anpassen kannst. Ein gutes Beispiel hierfür bietet dir die webbasierte Plattform Canva. Dort kannst du Präsentationsvorlagen nutzen und sie an deine Idee anpassen.
Ein Beispiel für einen Startup Pitch
Schauen wir uns als Nächstes anhand eines Beispiels an, wie der Aufbau eines Elevator Pitches in der Praxis aussehen kann. Nehmen wir einmal an, du willst eine Buchhaltungssoftware wie Lexware Office pitchen und dabei die oben genannten Aspekte kurz und knapp unterbringen. Das könnte sich in einem Grundkonzept so anhören:
- Das Problem: „Buchhaltung kostet Gründern und Unternehmen sehr viel Zeit.“
- Die Lösung: „Eine Buchhaltungssoftware ordnet automatisch alle Belege, Einnahmen und Ausgaben und schafft so eine Übersicht, die sehr viel Zeit spart.“
- Das Team: „Mein Team und ich kommen aus den Bereichen der Buchhaltung und der Software-Entwicklung und vereinen so die wichtigsten Aspekte, um eine Buchhaltungssoftware zu entwickeln.“
- Alleinstellungsmerkmal: „Unsere Buchhaltungssoftware vereint alle wichtigen Funktionen für die Buchhaltung in einem Programm - von Angeboten bis zur Steuererklärung.“
- Umsetzung: „Sobald wir die nötigen finanziellen Mittel haben, um uns mit Computern und Software auszurüsten, legen wir los.“
Nicht perfekt, aber kurz und knapp. In 30 Sekunden, kann dieser Elevator Pitch vorgetragen werden. Natürlich müsste er ausgeschmückt und gehaltvoller präsentiert werden, damit er aus der Masse heraussticht. Aber es ist ein Fundament, mit dem man arbeiten könnte. Deine Gesprächspartner würden sozusagen einen ersten Eindruck von deiner Idee bekommen.
Welche Fehler sollte ich bei einem Elevator Pitch vermeiden?
In der Praxis scheitert ein Elevator Pitch häufig daran, dass einigen Gründern immer wieder dieselben Fehler unterlaufen. Das sollte dir natürlich nicht passieren. Deshalb haben wir für dich die häufigsten Fehler beim Erstellen eines Elevator Pitches zusammengefasst:
- Informationsflut: Potenzielle Investoren sollen wissen, was du vorhast. Aber du solltest sie im Elevator Pitch keinesfalls mit Informationen überfluten. Konzentriere dich bei deiner Präsentation auf den Kern deiner Idee. Wecke damit das Interesse der Zuhörer und beantworte evtl. Fragen in einem kurzen Gespräch.
- Strukturfehler: Der Elevator Pitch soll gut strukturiert sein – beispielsweise mithilfe der AIDA-Formel. Fehlt deinem Pitch die Struktur, verliert der Zuhörer vielleicht den Faden. Die Konsequenz? Er springt ab.
- Unternehmensvorstellung: In einem Elevator Pitch möchte dein Publikum wissen, wie du beispielsweise mit deinem Produkt oder deiner Idee ein Problem löst. Verschwende also nicht zu viel Zeit damit, dein Unternehmen oder Produkt bis ins kleinste Detail vorzustellen. Sprich mehr darüber, wie du damit ein konkretes Problem lösen kannst.
- Einstieg: Der Einstieg muss sitzen, andernfalls verlierst du deine Zuhörer bereits nach wenigen Sekunden. Zu Beginn solltest du mit einer provokanten Frage, einer persönlichen Anekdote oder einer interessanten Studie starten. So fesselst du die Zuhörer.
- Call-to-Action: Beende deinen Elevator Pitch mit einer klaren Handlungsaufforderung. Welchen Schritt sollen die Zuhörer als Nächstes gehen? Nimm sie sprichwörtlich an die Hand und gib ihnen den nachfolgenden Schritt vor. Vermeide bitte unbedingt Standardfloskeln, wie „Schön, dass Sie sich die Zeit genommen haben“.
Wenn du diese fünf Fehler beim Elevator Pitch vermeidest, kommst du deinem Ziel schon einen großen Schritt näher. Und vergiss nicht: Jeder Elevator Pitch beginnt mit einem Fundament. Auch deiner.
