Welche Steuern muss ich mit einem Kleingewerbe zahlen?
Mit einem Kleingewerbe zahlst du die Steuern, die zu deinem Gewinn, Umsatz und deiner Rechtsform passen. Für viele Kleingewerbetreibende sind vor allem Einkommensteuer, Gewerbesteuer und Umsatzsteuer wichtig.
- Einkommensteuer: Du zahlst Einkommensteuer auf den Gewinn aus deinem Kleingewerbe – also auf das, was nach Abzug deiner betrieblichen Ausgaben von deinen erzielten Betriebseinnahmen übrigbleibt. Hast du noch anderweitige Einkünfte, betrifft die Einkommensteuer diese ebenfalls.
- Gewerbesteuer: Als Gewerbebetrieb zahlst du Gewerbesteuer, sobald dein Gewerbeertrag den Freibetrag von 24.500 Euro pro Jahr übersteigt.
- Umsatzsteuer: Du führst Umsatzsteuer ans Finanzamt ab, wenn du nicht die Kleinunternehmerregelung nutzt oder wenn du aus ihr herausfällst.
- Umsatzsteuer bei Kleinunternehmerregelung: Als Kleinunternehmer bleibt dein Umsatz nach § 19 UStG umsatzsteuerfrei, solange dein Gesamtumsatz im Vorjahr höchstens 25.000 Euro betrug und im laufenden Jahr 100.000 Euro nicht überschreitet.
- Lohnsteuer: Falls du Mitarbeiter beschäftigst, behältst du die Lohnsteuer vom Arbeitslohn ein und gibst sie ans Finanzamt weiter.
- Kirchensteuer: Kirchensteuer fällt an, wenn du kirchensteuerpflichtig bist und über deine Einkommensteuer eine entsprechende Steuer entsteht.
- Solidaritätszuschlag: Auch der Solidaritätszuschlag kann zusätzlich zur Einkommensteuer anfallen. Dieser betrifft dich aber nur bei einem höheren Einkommen.
Wie viel Steuern muss ich bei einem Kleingewerbe zahlen?
Eine feste Pauschale für die Steuern deines Kleingewerbes gibt es nicht. Stattdessen hängt deine Steuerlast von verschiedenen Faktoren ab.
- Du zahlst Einkommensteuer auf deinen Gewinn, wobei ein Grundfreibetrag von 12.348 Euro (Stand: Juli 2026) gilt.
- Je höher dein Gesamteinkommen, desto höher dein persönlicher Steuersatz zwischen 14 und 45 Prozent.
- Für Einzelunternehmer und Personengesellschaften gilt bei der Gewerbesteuer ein Freibetrag von 24.500 Euro.
- Den Restbetrag multiplizierst du mit 3,5 Prozent sowie dem individuellen Prozentsatz deiner Gemeinde (dem sogenannten Hebesatz).
- Nutzt du die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG, berechnet dein Kleingewerbe keine Umsatzsteuer und muss diese auch nicht abführen.
Wie viel darf man bei einem Kleingewerbe steuerfrei verdienen?
Bei einem Kleingewerbe darfst du nicht unbegrenzt steuerfrei verdienen: Für die Einkommensteuer zählt dein gesamtes zu versteuerndes Einkommen, nicht nur dein Gewinn aus dem Gewerbe. Im Jahr 2026 liegt der Grundfreibetrag bei 12.348 Euro. Bis zu dieser Grenze zahlst du keine Einkommensteuer.
Bei der Gewerbesteuer gilt für Einzelunternehmen und Personengesellschaften ein eigener Freibetrag von 24.500 Euro Gewerbeertrag pro Jahr. Nutzt du die Kleinunternehmerregelung, beachte außerdem: Die Regelung macht deinen Umsatz nicht einkommensteuerfrei, sondern betrifft nur die Umsatzsteuer deines Kleingewerbes.
Info
Wie viel Geld darf ich mit einem Kleingewerbe verdienen?
Mit einem Kleingewerbe darfst du grundsätzlich so viel Geld verdienen, wie dein Geschäft hergibt. Wichtig ist aber, dass dein Gewinn und dein Umsatz steuerliche Folgen haben.
Wie teuer ist ein Kleingewerbe im Monat?
Ein Kleingewerbe hat keinen festen Monatspreis. Sehr individuelle Aspekte wie deine Branche, Versicherungen, Betriebsausgaben, Investitionen und nicht zuletzt deine Buchhaltung beeinflussen die Kosten stark. Typische monatliche Kosten können sein:
- Gewerbeanmeldung: meist nur einmalig, oft etwa 20 bis 60 Euro
- Buchhaltung: kostenlos in Eigenregie oder monatliche Kosten für Software oder Steuerberatung
- IHK oder HWK: oft geringe Beiträge, bei wenig Gewinn teils beitragsfrei
- Versicherungen: je nach Risiko, zum Beispiel Betriebshaftpflicht oder Rechtsschutz
- Steuern: keine fixe Pauschale und abhängig von Gewinn, Freibetrag und Kleinunternehmerregelung
- Laufende Betriebskosten: zum Beispiel Website, Telefon, Waren, Miete, Tools oder Fahrtkosten
Kurz gesagt: Ein sehr kleines Nebengewerbe kann im Monat fast nichts kosten. Sobald du investierst, Mitarbeiter einstellst oder Hilfe fürs Finanzamt brauchst, steigen die Kosten schnell.
Was ist besser, Kleingewerbe oder Kleinunternehmen?
Beim Vergleich von Kleingewerbe und Kleinunternehmen ist „besser“ nicht der richtige Maßstab. Denn beide Begriffe meinen verschiedene Dinge: Ein Kleingewerbe beschreibt ein kleines Gewerbe ohne kaufmännischen Geschäftsbetrieb, ein Kleinunternehmen bezieht sich hingegen auf die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG. Beides kann zusammenpassen: Du kannst also Kleingewerbetreibender und Kleinunternehmer zugleich sein.
| Kleingewerbe | Kleinunternehmen | |
|---|---|---|
| Bedeutung | beschreibt die Art deines Gewerbebetriebs | beschreibt deinen Status bei der Umsatzsteuer |
| Rechtsbereich | Gewerbe und Handelsrecht | Umsatzsteuerrecht nach § 19 UStG |
| Wichtigste Frage | Braucht dein Geschäft kaufmännische Buchführung? | Bleibst du unter den Umsatzgrenzen der Kleinunternehmerregelung? |
| Steuerlicher Effekt | Du zahlst trotzdem Einkommensteuer und bei höherem Gewinn Gewerbesteuer | Du weist keine Umsatzsteuer aus und gibst meist keine Umsatzsteuervoranmeldung ab |
| Umsatzgrenzen | keine feste Kleinunternehmergrenze | Vorjahr höchstens 25.000 Euro Gesamtumsatz, laufendes Jahr höchstens 100.000 Euro |
| Geeignet für | kleine gewerbliche Tätigkeiten, auch im Nebengewerbe | Unternehmer mit niedrigen Umsätzen und wenig Vorsteuer |
| Kurzfazit | gut, wenn dein Geschäft einfach starten soll | gut, wenn du die Umsatzsteuer einfach halten willst |
Wann lohnt es sich, Kleinunternehmer zu sein?
Für Kleingewerbe ist die Kleinunternehmerregelung vor allem vorteilhaft, wenn sie wenig Umsatz machen und ihre Kunden keinen Vorsteuerabzug nutzen können oder wollen. Die Regelung spart dir Aufwand in der Buchhaltung, passt aber nicht zu jedem Kleingewerbe.
Kleinunternehmer zu sein, lohnt sich, wenn …
… du vor allem Privatkunden hast und deine Preise ohne Umsatzsteuer attraktiver wirken.
… dein Gesamtumsatz klar unter den Grenzen der Kleinunternehmerregelung bleibt.
… du nur geringe Betriebsausgaben hast und kaum Vorsteuer aus Rechnungen ziehen könntest.
… du dein Nebengewerbe klein starten und die Buchführung einfach halten möchtest.
… du keine regelmäßige Umsatzsteuervoranmeldung abgeben willst.
… deine Kunden selbst keine Unternehmer sind und ihnen der Vorsteuerabzug egal ist.
Warum scheitern viele Kleinunternehmen in den ersten Jahren?
Viele Kleinunternehmen scheitern in den ersten Jahren, weil sie ihre Steuern zu spät einplanen und den Gewinn mit frei verfügbarem Geld verwechseln. Gerade beim Thema Steuer für Kleingewerbe unterschätzen viele, dass Einkommensteuer, mögliche Gewerbesteuer und bei Regelbesteuerung auch Umsatzsteuer ans Finanzamt gehen.
Ein häufiger Fehler liegt in der fehlenden Buchhaltung. Denn ohne saubere Zahlen fehlen Rücklagen für Nachzahlungen und Vorauszahlungen. Auch die Steuererklärung fürs Kleingewerbe fällt leichter, wenn du Einnahmen, Ausgaben und Belege von Anfang an ordentlich erfasst. Dazu kannst du zum Beispiel eine Buchhaltungssoftware nutzen: Diese unterstützt dich dabei, steuerliche Aufgaben und Buchhaltung übersichtlich zu organisieren und wichtige Fristen im Blick zu behalten.
In der Praxis kann es sinnvoll sein, kleine Einkommensteuervorauszahlungen ans Finanzamt zu leisten. Fällt der Gewinn geringer aus als erwartet, winkt eine Rückerstattung. Fällt der Gewinn höher aus als erwartet, trifft dich die vom Finanzamt festgesetzte Steuer wegen der geleisteten Vorauszahlungen nicht mehr so hart.
Fazit: Welche Steuerregeln du beim Kleingewerbe wirklich kennen solltest
Bei den Steuern für dein Kleingewerbe brauchst du eine klare Übersicht über deine Pflichten: Einkommensteuer richtet sich nach deinem Gewinn, Gewerbesteuer greift erst oberhalb des Freibetrags und die Umsatzsteuer hängt davon ab, ob du die Kleinunternehmerregelung nutzt oder zur Regelbesteuerung wechselst. Auch ein kleines Unternehmen profitiert von einer sauberen Buchhaltung, passenden Rücklagen und einem Bewusstsein für wichtige Fristen. So weißt du jederzeit, welche Beträge ans Finanzamt gehen und wie sich dein Geschäft wirklich entwickelt. Damit deine Buchhaltung einfach und zuverlässig läuft, kann dich eine passende Software wie Lexware dabei unterstützen, deine Einnahmen, Ausgaben und steuerlichen Aufgaben übersichtlich zu organisieren.