Online-Bewertungen: Was tun bei negativer Kritik?

Online-Bewertungen sind ein wichtiges Kriterium für die Kaufentscheidung von Nutzern im Internet. Vermutlich kennst du das: Bevor du dir ein Produkt kaufst, siehst du dir zunächst einmal die Online-Rezensionen dafür an oder durchstöberst diverse Bewertungsportale nach entsprechenden Bewertungen. Kein Unternehmen ist davor gefeit, schlechtes Feedback zu erhalten. Wir geben eine Menge Tipps, wie du als Anbieter am besten damit umgehst.

Zuletzt aktualisiert am 10.02.2026
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Warum sind Online-Shop-Bewertungen so wichtig?

Gute Online-Bewertungen zählen mittlerweile zu den wichtigsten Instrumenten im Online-Marketing. Wer es schafft, viele positive Bewertungen von Kunden für die eigenen Produkte und Dienstleistungen zu generieren, schafft damit Vertrauen bei Interessenten.

Viele Unternehmer konzentrieren sich ausschließlich darauf, mit den eigenen Produkten und Angeboten in Suchmaschinen wie Google ganz oben zu stehen. Doch die vorderen Plätze sind nicht viel wert, wenn die Bewertung deiner Produkte in diversen Portalen negativ ist. Denn Benotungen und Kommentare liefern potenziellen Käufern die Bestätigung, die sie brauchen, damit sie ihre Kaufentscheidung für dich und dein Portfolio treffen können.

Info

Wichtig sind vorwiegend positive Rezensionen

Weisen die Online-Bewertungen zu deinem Unternehmen generell einen positiven Trend auf, spielen einzelne negative Kritikbeiträge keine große Rolle. Wenn sich die negativen Bewertungen jedoch häufen, kann das maßgeblichen Einfluss auf dein Business nehmen und Verbraucher davon abhalten, deine Produkte oder Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen.

Online-Bewertungen: Vor- und Nachteile

Generell liegt der große Vorteil von Online-Bewertungen darin, dass du diese mithilfe einer gezielten Strategie zu deinen Gunsten nutzen kannst. Zwei vorausschauende Maßnahmen sind dafür besonders wichtig:

  1. Bitte alle Käufer deines Online-Angebotes freundlich um eine Kundenbewertung. Denn Kunden neigen dazu, positive Bewertungen abzugeben. So erhöhst du problemlos die Anzahl an positiven Bewertungen und vereinzelte negative Kritik geht in der Masse unter.
  2. Biete deinen Käufern an, sich bei Problemen mit dir oder deinem Kundenservice in Verbindung zu setzen. So lassen sich eventuelle Faktoren für Unzufriedenheit rasch klären und bei einer guten Reklamationsbearbeitung werden aus enttäuschten Käufern Fans deines Unternehmens.

Positive Bewertungen entwickeln sich zahlenmäßig im Laufe der Zeit. Ihre wachsende Anzahl ist für dich ein Plus und für Nutzer stets ein wichtiges Kriterium für ihre Kaufentscheidung, denn die Erfahrungen anderer Käufer haben einen Einfluss auf die Meinungsbildung.

Ein Nachteil von Online-Bewertungen besteht darin, dass du möglicherweise auch negative Bewertungen erhältst, die du zunächst nicht beeinflussen kannst.

Tipp

Verzichte auf gefälschte Rezensionen

Wir raten dir davon ab, mit gefälschten Rezensionen (engl. Fakes) zu arbeiten. User haben ein gutes Gespür dafür, ob eine Bewertung authentisch ist oder nicht. Viele Bewertungsportale prüfen Rezensionen und reagieren empfindlich auf „Fakes“. Im schlimmsten Fall wird dein Unternehmen dann beim jeweiligen Portal gelöscht und du verlierst somit auch alle positiven Beurteilungen.

Was ist bei Online-Bewertungen erlaubt?

Du bist den Bewertungen deiner Kunden nicht hilflos ausgeliefert. Grundsätzlich dürfen sich diese zwar negativ äußern, allerdings darf es sich dabei um keine Schmähkritik handeln. Das ist dann der Fall, wenn die Bewertung unsachlich ist und das Unternehmen diffamiert wird. Ebenfalls verboten sind Behauptungen, die nicht den Tatsachen entsprechen. Wer in einer Online-Bewertung lügt, kann dafür sogar zivilrechtlich belangt werden. Beleidigungen und Bedrohungen gegen dein Unternehmen oder dich als Verantwortlichen können ebenfalls mit einer strafrechtlichen Verfolgung enden.

Portale geben oft Richtlinien vor

Neben den gesetzlichen Einschränkungen gibt es auch Vorgaben von den Betreibern der Portale. Bei Google verbietet der Richtlinienkatalog beispielsweise folgende Dinge:

  • Diskriminierende Aussagen
  • Illegale Inhalte
  • Negative Äußerungen über Arbeitgeber
  • Anzügliche Inhalte

Tipp

Prüfe deine Online-Bewertungen regelmäßig

Grundsätzlich bist du gut geschützt. Um gegen verbotene Bewertungen und Fehlinformationen vorzugehen, musst du allerdings auch wissen, wo du überall bewertet werden kannst. Zudem solltest du die Bewertungen hier regelmäßig prüfen. Vor allem negative Online-Bewertungen, die bereits mehrere Jahre zurückliegen, kannst du mit aktuellen Produkt-Informationen schnell außer Kraft setzen. 

Wo können Nutzer Online-Bewertungen abgeben?

Mittlerweile gibt es für nahezu jede Branche eine eigene passende Plattform, die Nutzern die Möglichkeit gibt, ihre Erfahrungen mitzuteilen. Hier sind einige populäre Bewertungsportale:

  • Wenn du deine Produkte bei Amazon verkaufst, sind in erster Linie Amazon-Bewertungen für dich relevant.
  • Betreibst du einen eigenen Online-Shop oder hast du einen stationären Laden, nutzen die meisten User eine Suchmaschine wie Google als erste Anlaufstelle für ihre Bewertungen. Auch eine eigene Webseite kann eine Bewertungssektion enthalten – hier hast du den Vorteil, dass du selbst entscheiden kannst, welche Bewertungen den Nutzern angezeigt werden sollen, und welche nicht.
  • In der Gastronomie und Hotellerie spielt auch Yelp als eine Art Online-Branchenbuch eine wichtige Rolle. Das Empfehlungsportal liefert nutzergenerierte Bewertungen, die dann auf deiner Website oder z. B. bei Google erscheinen.
  • In der Tourismus-Branche vertrauen Verbraucher zum Beispiel auf Rezensionen und individuelle Erfahrungsberichte der Touristikwebsite TripAdvisor.
  • Weitere populäre Portale, die potenzielle Kunden nutzen, sind beispielsweise „bewertet.de“, „golocal“ und Trusted Shops.
  • Beschäftigst du Mitarbeiter, können diese dein Unternehmen z. B. auf der Plattform kununu bewerten. Hier vergeben Mitarbeiter und Personen, die ehemals für dich gearbeitet haben, ihre Online-Bewertung in Form von Sternen und Kommentaren zu einzelnen Unterkategorien. 

Was kannst du gegen negative Bewertungen im Internet unternehmen?

Eine negative Online-Bewertung hat nicht nur das Potenzial, dir kurzfristig den Tag zu vermiesen, sondern kann sich langfristig negativ auf dein gesamtes Geschäftsmodell auswirken. Dennoch solltest du bei negativer Kritik nicht überstürzt reagieren. Lass zunächst einmal Ruhe bei deinen Emotionen einkehren, bevor du aktiv wirst. Negative Bewertungen solltest du nämlich keinesfalls ignorieren, sondern aktives Beschwerdemanagement betreiben. Deine Reaktion darauf ist für Nutzer nachvollziehbar, sie können 1 zu 1 mitlesen, wie du reagierst. Dadurch ändert sich zwar die negative Bewertung nicht, aber du beeinflusst mit deiner Antwort die Meinung von Interessenten.

So schreibst du eine professionelle Antwort auf eine negative Bewertung

Grundsätzlich besteht eine professionelle Antwort aus drei Teilen:

  1. Wertschätzung: Kunden, die eine negative Bewertung abgeben, haben sich zumindest Zeit dafür genommen. Im besten Fall haben sie dich sogar auf ein Problem aufmerksam gemacht, das dir bisher nicht aufgefallen ist. Deshalb solltest du dich dafür zunächst einmal bei ihnen bedanken.
  2. Entschuldigung: Außerdem ist es wichtig, dass du dein Bedauern für die Unannehmlichkeiten bzw. Fehler ausdrückst. Falls dir der Grund dafür nicht klar ist, kläre vorher den Sachverhalt per E-Mail oder telefonisch. Die meisten Bewertungsplattformen bieten einen direkten Weg der Kommunikation per Kommentarfunktion.
  3. Problemlösung: Wenn sich der Fehler beheben lässt, kannst du das an dieser Stelle tun. Andernfalls kannst du den Kunden mit einem kleinen Geschenk oder einem Gutschein positiv überraschen. Bei einigen Portalen, darunter z. B. Amazon oder auch Facebook, ist es für Kunden noch möglich, ihre ursprüngliche Bewertung zu überarbeiten. Ist das der Fall, solltest du sie zumindest darum bitten.

Tipp

Lösche Fake-Bewertungen

Diese Vorgehensweise ist dann geeignet, wenn es sich dabei um eine sachlich fundierte Kritik handelt. Geht es hingegen um eine Fake-Bewertung oder unsachliche Pöbelei, solltest du versuchen, die Rezension löschen zu lassen, bevor zum Beispiel dein Amazon-Ranking darunter leidet.

Wie kannst du Online-Bewertungen löschen (lassen)?

Du selbst kannst nur auf deiner eigenen Website unsachliche, negative Rezensionen löschen. Fremde Bewerter bzw. Betreiber von Plattformen kannst du nur darum bitten. So gehst du dabei vor:

  • Amazon: Melde dich im Verkäuferportal an und klicke im Menü „Bestellungen“ auf „Bestellungen verwalten“. Suche dir die entsprechende Bestellung heraus und klicke bei „Bestelldetails“ auf „Käufer kontaktieren“. Nun kannst du den Grund für die Kontaktaufnahme auswählen und eine entsprechende Nachricht verfassen.
  • Google: Rufe deinen Brancheneintrag über die Google-Suche oder über Google Maps auf. Wähle die entsprechende Bewertung aus und klicke auf das Fähnchen, um es bei Google zu melden. Darüber hinaus gibt es digitale Tools wie die Google Unternehmensprofil-Hilfe, mit der du die Rezensionen verwalten kannst.
  • Yelp: Wähle die entsprechende Bewertung aus und drücke unter „Weitere Optionen“ auf den Button „Bewertung melden“. Die Moderatoren entscheiden daraufhin über die Löschung.
  • TripAdvisor: Bei TripAdvisor gibt es keinen automatisierten Prozess, mit dem du die Löschung beantragen kannst. Du kannst aber über das Feedback-Portal eine Löschung mit einer entsprechenden Begründung beantragen.
  • Trusted Shops: Logge dich bei „My Trusted Shops“ ein, gehe auf „Bewertungen“ und danach auf „Bewertungen managen“. Wähle die Bewertung aus, die du löschen möchtest. Klicke auf „Bewertung melden“.
  • kununu: Eine negative Bewertung zu deinem Unternehmen kannst du über das Support-Formular melden. Das kununu-Team prüft den Sachverhalt und stellt dem Nutzer, der die Bewertung geschrieben hat, u. a. Fragen, die nur ein „echter“ Mitarbeiter deines Unternehmens beantworten kann.

Wenn Portale trotz ausreichender Begründung nicht dazu bereit sind, falsche Bewertungen zu löschen, kannst du die Angelegenheit einem Anwaltsbüro übergeben. Mittlerweile haben sich einige Kanzleien genau auf diesen Sachverhalt spezialisiert. Die Erfolgsquote ist oftmals höher als im Eigenversuch.

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Wer trägt die Kosten für den Rechtsbeistand?

Schaltest du einen Rechtsbeistand ein, kommen Honorar-Kosten auf dich zu. Eine Chance zur Rückzahlung besteht, wenn du entweder eine Rechtsschutzversicherung besitzt oder eine Schadenersatzklage erfolgreich gegen den Verfasser der negativen Bewertung führst. Denn bei einem gerichtlichen Verfahren muss die Gegenseite die Kosten erstatten, wenn du den Prozess gewinnst.

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Online-Bewertungen und künstliche Intelligenz

KI-gestützte Tools können Bewertungen automatisch analysieren, Trends erkennen und Muster in großen Datenmengen herausfiltern – das hilft, schneller auf wiederkehrende Kritikpunkte oder Lob zu reagieren und daraus strategische Schlüsse für Produkt- oder Serviceoptimierungen zu ziehen. Gleichzeitig werden KI-Algorithmen von vielen Plattformen eingesetzt, um gefälschte oder manipulierte Rezensionen zu identifizieren und auszufiltern, was zur Glaubwürdigkeit des gesamten Bewertungssystems beiträgt.

Automatisierte KI-Analysen können etwa die Stimmung in Nutzerkommentaren erkennen (positiv, neutral, negativ) und aggregierte Auswertungen in Echtzeit liefern. Sie können außerdem thematische Schwerpunkte rausfiltern. Dadurch lässt sich ein tieferes Verständnis für die Wahrnehmung der Marke gewinnen und Unternehmen können gezielter auf Kundenbedürfnisse eingehen. Allerdings muss dabei beachtet werden, dass KI-Modelle nicht immer fehlerfrei sind und eine menschliche Überprüfung ergänzend nötig bleibt, um Fehlinterpretationen zu vermeiden.

Zusammenfassung

Online-Bewertungen: Alles Wichtige für dich zusammengefasst

  • Online-Bewertungen sind ein wichtiges Kriterium für die Kaufentscheidung potenzieller Kunden.
  • Wichtig ist der Gesamteindruck der Bewertungen. Einzelne negative Rezensionen spielen keine große Rolle.
  • Betreibe ein aktives Bewertungsmanagement, um möglichst viele positive Rezensionen zu erhalten.
  • Verzichte auf Fake-Rezensionen, denn deine Kunden bzw. Betreiber von Bewertungsportalen durchschauen das.
  • Negative Äußerungen sind erlaubt, Schmähkritik und persönliche Verunglimpfungen sind verboten und können sogar strafrechtlich verfolgt werden.
  • Populäre Bewertungsportale sind zum Beispiel Amazon, Google, Yelp, TripAdvisor, Trusted Shops und kununu.