Welche Angaben muss das Impressum meiner Homepage beinhalten?

Die wichtigsten rechtlichen Vorgaben für die eigene Website
Aktualisiert am: 10.08.2015

Natürlich muss Ihre Homepage "schön" aussehen und Ihre Produkte oder Dienstleistungen ins Rampenlicht stellen. Aber auch die rechtlichen Vorgaben für Ihre Website sollten Sie nicht vergessen, vor allem in Bezug auf das Impressum. Welche Anforderungen es gibt und wie Sie diese am besten erfüllen, lesen Sie in diesem Beitrag.

Welche Website braucht ein Impressum?

Grundsätzlich benötigen alle "geschäftsmäßigen Online-Dienste" ein Impressum. Das betrifft also jeden Unternehmer, der Waren oder Dienstleistungen auf einer Website üblicherweise gegen Bezahlung anbietet. Nur rein privat betriebene Websites, die keinerlei Auswirkungen auf den Markt haben, benötigen kein Impressum.

Sinn und Zweck ist die Möglichkeit für Verbraucher und Wettbewerber, mit dem Betreiber der Seite in Kontakt treten und, im Zweifel, rechtlich gegen diesen vorgehen zu können. Wer vorsätzlich oder fahrlässig die Regelungen zum Impressum des Telemediengesetzes (TMG) missachtet, begeht gemäß § 16 TMG eine Ordnungswidrigkeit, die den Betreiber der Webseite bis zu 50.000 Euro kosten kann.

Achtung: Auch eine Unternehmenshomepage, die nicht als Verkaufsportal (Online-Shop) dient, braucht ein Impressum. Ihr Zweck ist die Außendarstellung eines Unternehmens, das ein wirtschaftliches Interesse verfolgt. Das genügt dem Gesetzgeber, um ein Impressum zu verlangen.

Sollten Sie sich nicht sicher sein, ob Sie der Impressumspflicht unterliegen, ist es ratsam, sicherheitshalber eines zu erstellen. Beachten Sie die einschlägigen Vorschriften oder lassen Sie sich ein Impressum von einem externen Anbieter im Internet erstellen, sind Sie auf der sicheren Seite.

Pflichtangaben für ein Webseiten-Impressum

  • Vor- und Nachnamen des Diensteanbieters
  • Bei juristischen Personen (z. B. GmbH, AG) und Personengesellschaften (z. B. GbR, OHG): FirmierungFirmenbezeichnung, Rechtsformbezeichnung sowie mindestens ein ausgeschriebener Vorname sowie der Name des Vertretungsberechtigten
  • Adresse (Straße, Hausnummer, Postleitzahl und Ort); bei Gesellschaften der Sitz. Die Angabe eines Postfachs genügt nicht!
  • E-Mail-Adresse und ein weiteres Kommunikationsmittel, das eine schnelle elektronische Kontaktaufnahme und unmittelbare Kommunikation mit dem Diensteanbieter ermöglichet, z. B. Telefon- oder Faxnummer
  • Register und Registernummer, falls ein Eintrag z. B. in ein Handelsregister, Vereinsregister, Partnerschaftsregister oder Genossenschaftsregister besteht.
  • Umsatzsteueridentifikationsnummer und Wirtschafts-Identifikationsnummer, falls Sie eine solche besitzen. Die Steuernummer muss nicht angegeben werden.

Branchenspezifische Pflichtangaben:

  • Bei Freiberuflern, deren Berufsausübung und Berufsbezeichnung besonders geregelt ist: Angaben über die Kammer, der sie angehören (z. B. bei Rechtsanwälten, Ärzten), die gesetzliche Berufsbezeichnung und der Staat, in dem die Berufsbezeichnung verliehen worden ist, sowie die Bezeichnung der berufsrechtlichen Regelungen und wie diese zugänglich sind.
  • Angaben zur zuständigen Aufsichtsbehörde, soweit der Dienst im Rahmen einer Tätigkeit angeboten oder erbracht wird, die der behördlichen Zulassung bedarf.

Achtung: Es können weitere Informationspflichten aus anderen Rechtsvorschriften bestehen. z. B. handelsrechtliche oder bürgerlich-rechtliche Informationspflichten oder Informationspflichten von Dienstleistern nach der Dienstleistungs-Informationspflichten-Verordnung.

Grundsätzlich gilt: Geben Sie lieber zu viel an, als zu wenig. Ihre Daten sind ohnehin von jedem bei der zentralen Registrierungsstelle DENIC eG abrufbar; insofern können Sie diese auch auf Ihrer Homepage veröffentlichen.

Tipp: Ein gut gelungenes Beispiel für einen rechtssicheren und individuell anpassbaren Impressumsgenerator finden Sie hier.

Journalistisch-redaktionelle Inhalte, Blogs

Bei Webseiten, die redaktionell gestaltet sind und mit ihren Inhalten auf die öffentliche Meinungsbildung einwirken, muss zusätzlich zu den Pflicht-Angaben ein Verantwortlicher mit Namen und der Anschrift (bei mehreren Personen Aufteilung in Verantwortungsbereiche) angegeben werden. Der Verantwortliche muss seinen ständigen Aufenthalt im Inland haben, darf nicht infolge eines Richterspruchs die Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Ämter verloren haben, muss voll geschäftsfähig sein und muss unbeschränkt strafrechtlich verfolgt werden können.Das gilt z. B. für Blogs, wenn dort Pressemitteilungen veröffentlicht werden und/oder eine Einwirkung auf die öffentliche Meinungsbildung gewollt ist. Das wird bei vielen Blogs der Fall sein.

Gestaltung und Platzierung des Impressums

Das Impressum muss stets „leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar“ platziert werden:

  • Wählen Sie eine Schriftgröße, die gut lesbar ist.
  • Wählen Sie eine Schrift- und Hintergrundfarbe, die gut lesbar ist.
  • Das Impressum sollte als „Impressum“ oder „Kontakt“ bezeichnet werden.
  • Das Impressum sollte nicht als reine Grafik hinterlegt werden.
  • Platzieren Sie das Impressum an gut wahrnehmbarer Stelle, sodass es ohne langes Suchen jederzeit auffindbar ist. Nicht ausreichend ist es, das Impressum nur in die AGB aufzunehmen. Weisen Sie dem Impressum am besten eine eigene Rubrik bzw. einen eigenen Reiter zu, sodass es durch maximal 2 Klicks erreichbar ist.
  • Ein Scrollen sollte zur Auffindung des Impressums nicht nötig sein.
  • Hilfreich ist es, wenn von jeder (Unter-)Seite aus ein Zugriff auf das Impressum gewährleistet wird.
  • Das Impressum sollte in der Sprache der Webseite abgefasst werden.

Tipp: Fragen Sie im Zweifel Freunde und Kollegen, wie nutzerfreundlich sie die Platzierung finden.

Achtung: Seit dem 01.02.2017 gilt eine neue Informationspflicht für Unternehmer. Schließen Sie über Ihre Webseite Verbraucherverträge (beispielsweise Kauf-, Miet- oder Dienstleistungsverträge) ab und beschäftigen Sie mehr als zehn Mitarbeiter, so fallen Sie in den Anwendungsbereich des § 36 Verbraucherstreitbeilegungsgesetz (VSBG). Im diesem Fall sind Sie dazu verpflichtet, Angaben darüber zu machen, ob Sie bereit sind, freiwillig an einem Schlichtungsverfahren vor einer Verbraucherschlichtungsstelle teilzunehmen. Diese Information sollte im Impressum eingebunden werden.

Praxisbeispiel: fehlende Pflichtangaben

Fall: Unternehmer Jan hat eine Webseite, auf der er bestimmte elektronische Produkte, wie Laptops, vertreibt. Zudem hat er einen Blog, in dem er Pressemitteilungen und gut recherchierte Informationen über seine Produkte bereitstellt. Er nutzt den Blog aber auch, um mit Käufern über Probleme und Vorteile seiner Produkte zu diskutieren. In seinem Impressum gibt er absichtlich keine Telefonnummer und keinen inhaltlich Verantwortlichen an.

Der Hintergrund: Jan befürchtet, per Telefon permanent mit Anfragen überschüttet zu werden. Außerdem uferte die Diskussion im Blog um Probleme mit seinen Produkten schon manches Mal aus, sodass er nicht dafür verantwortlich gemacht werden will.

Lösung: Jan hat in seinem Internetimpressum vorsätzlich 2 Informationen nicht, nicht richtig oder nicht vollständig verfügbar gemacht. Dieser Verstoß gegen die Impressumspflicht kann mit einer Geldbuße bis zu 50.000 EUR geahndet werden. Damit muss Jan rechnen.

Das Risiko einer Abmahnung wegen eines Wettbewerbsverstoßes besteht jedoch nicht, da eine Telefonnummer nicht zwingend im Impressum genannt werden muss, wenn ein elektronisches Kontaktformular existiert und sichergestellt ist, dass Anfragen von Nutzern innerhalb von 30 bis 60 Minuten beantwortet werden – so in Jans Fall. Auch das Weglassen des Verantwortlichen für den Inhalt hat nur eine medienrechtliche und keine verbraucherschützende Funktion und muss deshalb nicht abgemahnt werden.

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