Corona-Ausbildungsprämie: Das müssen Sie wissen

Die Corona-Krise stellt auch ausbildende Unternehmen vor neue Herausforderungen. Um das gewohnte Ausbildungsniveau möglichst zu halten und ausbildende Unternehmen finanziell zu unterstützen, hat die Bundesregierung das Programm „Ausbildungsplätze sichern“ aufgelegt. Im März 2021 wurden höhere Prämien und ein erleichterter Zugang beschlossen. Welche Unternehmen Ausbildungsprämien erhalten und wie hoch diese ausfallen, lesen Sie hier.

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In welchen Fällen gibt es Prämien?

Um den Fachkräftenachwuchs für die kommenden Jahre zu sichern, sollen Ausbildungsplätze auch in Pandemiezeiten in gewohntem Umfang angeboten und erhalten werden können.

Schon bisher galt:  Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit bis zu 249 Mitarbeitern bekommen Ausbildungsprämien, wenn sie

  • das bisherige Ausbildungsangebot erhalten (Prämie zum Erhalt des Ausbildungsangebots).
  • die Ausbildungsleistung erhöhen (Prämie zur Erhöhung des Ausbildungsangebots).
  • die Ausbildung trotz Kurzarbeit weiterführen (Prämie zur Vermeidung von Kurzarbeit).
  • Auszubildende anderer, insolventer KMU fertig ausbilden (Übernahmeprämie – unabhängig von der Unternehmensgröße).
  • die Ausbildung für andere Betriebe zeitweise fortsetzen (Prämie für Auftrags- und Verbundausbildung).

Und das ist neu:

  • Ausbildungsangebot erhalten und erhöhen: Diese Leistungen werden rückwirkend zum 16. Februar 2021 zunächst in bisheriger Höhe verlängert. Für das Ausbildungsjahr 2021/2022 (zum 1. Juni 2021) werden die Prämien verdoppelt.
  • Prämie zur Vermeidung von Kurzarbeit: Bisher wurde nur ein Zuschuss zur Ausbildungsvergütung gezahlt. Dazu kommt ein Zuschuss zur Vergütung des Ausbilders.
  • Die Beschränkung der Unternehmensgröße (bis zu 249 Mitarbeiter) für den Bezug der Leistungen wird zum 1. Juni 2021 ausgedehnt. Berechtigt sind künftig Unternehmen mit bis zu 499 Mitarbeitern.
  • Übernahmeprämie: Die Förderung wurde bis Ende 2021 verlängert und ausgedehnt. Gefördert wird künftig auch die Übernahme von Auszubildenden, deren Ausbildungsvertrag pandemiebedingt beendet oder aufgelöst wird.
  • Prämie für Auftrags- und Verbundausbildung: Die Mindestlaufzeit wird auf 4 Wochen verkürzt. Die Höhe der Förderung orientiert sich an der Laufzeit und kann bis zu 8.100 EUR betragen.
  • Erstmals Förderung externer Prüfungsvorbereitungskurse: Gezahlt wird ein Kostenzuschuss von 50 Prozent, maximal 500 EUR.
  • Lockdown-II-Sonderzuschuss für Kleinstunternehmen: Danach können Betriebe mit bis zu 4 Mitarbeitern, die ihren Betrieb aufgrund der Pandemie seit November 2020 völlig oder weitgehend einstellen mussten, einen einmaligen Zuschuss von 1.000 EUR erhalten, wenn sie die Ausbildungstätigkeit für mindestens 30 Tage fortgesetzt haben.

Alle Förderungsarten setzen voraus, dass das KMU in anerkannten Ausbildungsberufen ausbildet oder bundes- oder landesrechtlich geregelte praxisintegrierte Ausbildungen im Gesundheits- und Sozialwesen durchführt.  

Unter diesen Voraussetzungen erhalten KMU die Ausbildungsprämien

Prämie zum Erhalt des Ausbildungsangebots

Antragsberechtigt sind KMU, die im Vergleich mit den drei Vorjahren gleich viele Ausbildungsverträge abschließen. Das KMU muss in erheblichem Umfang von der Corona-Krise betroffen sein.

Diese KMU bekamen bisher für jeden abgeschlossenen Ausbildungsvertrag einmalig 2.000 EUR. Für Ausbildungen, die im Sommer 2021 beginnen, wird sie auf 4.000 EUR verdoppelt. Gezahlt wird erst nach erfolgreichem Abschluss der Probezeit. Die Probezeit beträgt im Ausbildungsverhältnis mindestens einen und höchstens vier Monate.

Prämie zur Erhöhung des Ausbildungsangebots

Diese Prämie erhalten KMU, die ihre Ausbildungsleistung im Vergleich zu den drei Vorjahren erhöhen. Auch diese KMU müssen in erheblichem Ausmaß von der Corona-Pandemie betroffen sein. Diese KMU können für jeden für das Ausbildungsjahr 2021/2022 zusätzlich geschlossenen Ausbildungsvertrag eine Einmal-Prämie von 6.000 EUR beantragen. Gezahlt wird ebenfalls erst nach erfolgreichem Abschluss der Probezeit.

Prämie zur Vermeidung von Kurzarbeit

Mit dieser Prämie soll die Ausbildung in KMU gefördert werden, in denen kurzgearbeitet wird. Antragsberechtigt sind KMU, wenn sie einen coronabedingten Arbeitsausfall von mindestens 50 Prozent im gesamten Betrieb haben und die Ausbilder und Auszubildenden trotzdem nicht in Kurzarbeit schicken.

Die Prämie beträgt 75 Prozent der Brutto-Ausbildungsvergütung für jeden Monat, in dem die Ausbildung trotz des erheblichen Arbeitsausfalls fortgeführt wird. Die Förderung wird bis zum 31. Dezember 2021 verlängert.

Voraussetzung für den Erhalt der Übernahmeprämie

Auch KMU, die Auszubildende aus einem insolventen Unternehmen fertig ausbilden, erhalten eine Prämie. Diese Übernahmeprämie wir dann ausgezahlt, wenn die Insolvenz des anderen Unternehmens durch die Corona-Krise ausgelöst wurde und der/die Auszubildende(n) für die restliche Ausbildungszeit übernommen wird. Die Förderung erfolgt jetzt auch, wenn das Ausbildungsverhältnis im bisherigen Betrieb pandemiebedingt beendet werden musste. Sie wird bis Ende 2021 verlängert und mit der neuen Regelung auf 6.000 EUR pro übernommenen Auszubildenden verdoppelt.

Die Auftrags- und Verbundausbildung

Mit der Förderung der Auftrags- und Verbundausbildung soll die Ausbildung in KMU gesichert werden, die aufgrund der Corona-Pandemie vollständig oder in wesentlichen Teilen von der Schließung bedroht sind. Gefördert werden KMU mit Ausbildereignung, überbetriebliche Ausbildungsstätten und etablierte Ausbildungsdienstleister, die Auszubildende solcher KMU im Rahmen einer „Auftrags- oder Verbundausbildung“ befristet, für mindestens vier Wochen übernehmen. Wie viele Mitarbeiter der Interim-Ausbildungsbetriebs hat, spielt keine Rolle mehr.

Die Antragstellung

Gefördert werden alle Ausbildungen, die frühestens am 1. August 2020 begannen. Wann der Ausbildungsvertrag geschlossen wurde, spielt keine Rolle. Für die Ausbildungsprämien, die Zuschüsse zur Verhinderung von Kurzarbeit, die Übernahmeprämie und den Lockdown-II-Sonderzuschuss ist die Bundesanstalt für Arbeit zuständig. Sie stellt auf ihrer Website Antrags- und Bestätigungsformulare, Erläuterungen der genauen Zugangsvoraussetzungen und viele hilfreiche Informationen zur Verfügung. Die Anträge sind bei der für den jeweiligen Ausbildungsbetrieb zuständigen Agentur für Arbeit zu stellen.

Die Förderung der Auftrags-und Verbundausbildung und die Kostenzuschüsse für externe Prüfungsvorbereitungskurse wird über die Knappschaft-Bahn-See durchgeführt. Antragsformulare, weitere Informationen und die Kontaktdaten finden Sie unter: https://www.kbs.de/DE/Bundesprogramm_Ausbildung/node.html