Unternehmensziele: Richtlinien für unternehmerisches Handeln

Welche strategischen Unternehmensziele willst du in den nächsten 3 bis 5 Jahren mit deinem Betrieb erreichen? Diese Frage solltest du konkret beantworten können, denn das hilft dir, Entwicklungspotenziale zu erkennen, Vorhaben tatkräftig umzusetzen und damit zu einem langfristigen Erfolg. Dieser Beitrag zeigt, wie du sinnvolle Unternehmensziele und -strategien aufstellst, um deine Erträge zu steigern.

Zuletzt aktualisiert am 13.05.2026
© Corbis. All Rights Reserved.

Was sind Unternehmensziele? Eine Definition

Jede Firma will langfristig erfolgreich sein. Um dies zu erreichen, benötigst du Unternehmensziele, die du im Idealfall bereits in deinem Businessplan aufgenommen hast. Im Grunde genommen handelt es sich hierbei somit um Richtlinien, die du festlegst, um sowohl kurz- als auch langfristig die innerbetrieblichen Abläufe zu lenken.

Dabei geht es um Richtlinien, an denen sich das Handeln im Unternehmen orientiert. Ziele eines Unternehmens können variieren, aber sie beinhalten typischerweise Wachstumsziele, Rentabilität, Marktanteil und Kundenzufriedenheit. Ein klar definiertes Unternehmensziel hilft nicht nur, die Leistung zu messen. Die Zielsetzung dient unter anderem auch der Motivation der Mitarbeiter, da ein Ziel vor Augen die Leistung steigern kann.

Darüber hinaus erleichtern klare Ziele die Kommunikation intern und extern, indem sie Transparenz schaffen und Vertrauen bei Stakeholdern aufbauen. Kurz gesagt, Unternehmensziele sind unverzichtbar, um den Erfolg eines Unternehmens zu sichern und langfristig zu erhalten.
Die betrieblichen Ziele nehmen Einfluss auf die Arbeit im Unternehmen, aber auch die strategische Ausrichtung, schließlich sollte alles auf die Erreichung des Unternehmensziels ausgerichtet werden. Diese kannst du wiederum in Unterziele bzw. Teilziele untergliedern.

Welche Unternehmensziele gibt es?

Zunächst einmal kannst du Unternehmensziele auf dreierlei Art formulieren:

  • Kurzfristige Unternehmensziele
  • Mittelfristige Unternehmensziele
  • Langfristige Unternehmensziele

Entscheidend ist hier der festgelegte Zeitraum. Operative Unternehmensziele (kurz- und mittelfristig) bauen aufeinander auf und sollen letztendlich die strategischen Ziele (langfristig) herbeiführen. 

Die langfristigen Unternehmensziele sind übergeordnete Ziele, deren Erreichen abhängig vom Erreichen der mittel- und kurzfristigen Ziele ist. Die langfristigen Ziele sollten realistisch erreichbar sein und über einen langen Zeitraum relevant bleiben. Ein oftmals gesetztes langfristiges Ziel kann beispielsweise die Gewinnmaximierung des Unternehmens sein.

Die kurz- und mittelfristigen Ziele sind Teilziele, die sich auf unterschiedliche Faktoren beziehen können. Das können sowohl Marktziele als auch soziale Ziele oder Prestigeziele sein. In der Regel hat dein Unternehmen mehrere Teilziele, die alle Faktoren abdecken und alle Unternehmensbereiche einbeziehen, damit alle Abläufe dazu beitragen, das übergeordnete Unternehmensziel zu erreichen.

Zusätzlich erfolgt eine Unterteilung anhand verschiedener Faktoren: ökonomische, soziale und ökologische Ziele.

Ökonomische Unternehmensziele

Die ökonomischen Ziele sind meistens die Ziele, die den Teilzielen übergeordnet werden. Im Fokus wirtschaftlicher bzw. ökonomischer Unternehmensziele stehen meistens Profit, Gewinnmaximierung sowie Markt- und Leistungsziele, die möglichst auch eine Steigerung des Marktanteils erreichen sollen. Hinzu kommen Unternehmensziele, mit denen du definierst, wie viel Aufwand und Mittel du für die Durchführung aufwenden willst.

Welches wirtschaftliche Ziel als übergeordnetes Unternehmensziel angesetzt wird, ist aber vom Zeitraum abhängig. In der Gründungsphase ist die Gewinnmaximierung kein sinnvolles Ziel. Da kann dann eher die Kostendeckung angesetzt werden.

Die ökonomischen Ziele teilen sich auf in Kategorien:

Die Ertragsziele sind in absoluten Zahlen messbar. Sie hängen mit dem Umsatz , dem Gewinn oder dem Kapital zusammen. Ein Beispiel für ein Ertragsziel wäre die Steigerung des Umsatzes um 5 Prozent im nächsten Geschäftsjahr.

Die Marktziele beziehen sich auf die Branche, in der das Unternehmen tätig ist. Ein Beispiel für ein Marktziel wäre die Steigerung des Marktanteils um 5 Prozent im nächsten Geschäftsjahr.

Die Leistungsziele beziehen sich auf leistungsbezogene Faktoren. Das kann zum Beispiel sein, die Qualitätsstandard einzuhalten oder zu erhöhen. Leistungsziele definieren in erster Linie, wie gut das Unternehmen in bestimmten Bereichen performen soll.

Die Wirtschaftswissenschaft benennt zwei Prinzipien, die für die Erreichung der ökonomischen Ziele angewendet werden können:

Beim Minimalprinzip soll das Ziel mit so wenigen Mitteln wie möglich erreicht werden. Das Unternehmensziel ist dabei also klar definiert, während die eingesetzten Mittel offenbleiben.

Das Maximalprinzip verfolgt den genau umgekehrten Weg. Der Einsatz der Mittel ist bereits in Form von Kapital, Personal, Maschinen, Werkzeugen, Hilfsmitteln und allem weiteren, das benötigt wird, festgelegt und es soll das Maximalziel, also das bestmögliche Ergebnis erreicht werden.

Soziale Unternehmensziele

Die sozialen Ziele im Unternehmen beschäftigen sich unter anderem mit dem internen und externen Umgang mit Beschäftigten, Kunden und Kundinnen oder externen Dienstleistern. Dabei geht es darum, ein angenehmes Betriebsklima zu erschaffen, die Sicherheit am Arbeitsplatz zu gewährleisten oder auch das Image des Unternehmens zu verbessern.
Die Faktoren bei den sozialen Zielen lassen sich nur selten direkt messen. Sie dienen aber dazu, die Werte und Ausrichtung eines Unternehmens zu definieren.
Es gibt eine Unterart der sozialen Ziele, die sich Prestigeziele nennen. Bei den Prestigezielen steht immer die Außendarstellung im Vordergrund, also das Firmenimage und die Reputation. Das Ziel ist dabei, ein möglichst positives Bild vom Unternehmen nach außen zu tragen, um dadurch neue Kunden und Geschäftspartnern zu gewinnen.

Ökologische Unternehmensziele

Die ökologischen Ziele sind im modernen Unternehmen wichtiger denn je. Legst du Wert auf Nachhaltigkeit oder Umweltschutz, solltest du auch ökologische Aspekte festlegen. Vor allem mit Blick auf die EU-Taxonomie und die Nachhaltigkeitsberichterstattung sowie das Lieferkettengesetz, werden die Nachhaltigkeit und somit der Umweltschutz immer relevanter.

In jungen Start-Ups sind die Themen Umwelt und Recycling schon seit vielen Jahren ein wichtiger Bestandteil des Businessplans. In mittelständischen Unternehmen gewinnen diese Themen zunehmend an Bedeutung. Die Unternehmensziele in diesen Bereichen sind aber ebenfalls wichtig, um übergeordnete Ziele zu erreichen.

Junge Zielgruppen legen großen Wert auf Nachhaltigkeit und so werden diese Ziele notwendig, wenn ein Unternehmen seine Kundschaft nicht nach und nach verlieren will und keine neuen Kunden und Kundinnen mehr erreichen kann.

Ökologische Ziele sind häufig mit recht hohen Kosten verbunden, was einen negativen Einfluss auf die ökonomischen Ziele haben kann. Das kann sich aber auch zu einem Vorteil wenden, wenn durch das nachhaltige Wirtschaften neue Käuferschichten angezogen werden und dadurch der Umsatz steigt.

Ökologische und ökonomische Ziele gehen auf den ersten Blick also nicht unbedingt Hand in Hand, können sich letztlich aber doch gut ergänzen.

Arten von Unternehmenszielen

Essenziell ist eine fundierte Strategie, wenn du erfolgreich die Ziele eines Unternehmens festlegst. Diese beinhaltet meist die Unterteilung in qualitative und quantitative Unternehmensziele. Die quantitativen Aspekte haben den Vorteil, dass es messbare Unternehmensziele sind, für die es entsprechende Kennzahlen gibt, also beispielsweise konkrete Ertragsziele oder Sprachziele. Somit hast du hier die Möglichkeit, detaillierte Skalierungen vorzunehmen. Zu dem qualitativen Bereich zählt unter anderem das Image deiner Firma. Dieser Punkt ist selbstverständlich nicht messbar.

Ziele und Strategien Schritt für Schritt definieren

Beim Festlegen langfristiger Ziele planst du, was du mit deinem Betrieb in 3 bis 5 Jahren erreichen willst. Anders als bei der operativen Planung mit konkreten Zahlen zu Umsätzen oder Kosten machst du dir bei der strategischen Planung vor allem Gedanken über die grundlegenden Bedingungen: Wie kannst du langfristig erfolgreich sein und dich positiv von deinen Wettbewerbern abheben?

Mithilfe langfristiger Unternehmensziele formulierst du, wofür dein Unternehmen steht und wie Kunden, Lieferanten oder andere Geschäftspartner dich wahrnehmen sollen. Zudem beschreibst du, wohin sich dein Unternehmen entwickeln soll und wie du dies erreichen willst. Gleichzeitig kannst du feststellen, was dich am meisten daran hindert, deine Erfolgsziele zu erreichen, und daran arbeiten, diese Hindernisse zu beseitigen.

Die Strategie beschreibt den Weg, um ein langfristiges Ziel zu erreichen. Am besten gehst du in 3 Schritten vor, um konkrete langfristige Zielsetzungen und Strategien zu formulieren.

1. Unternehmensziele analysieren

Sicher hast du zumindest eine ungefähre Vorstellung von den Zielen, die du mit deinem Unternehmen erreichen willst und wofür es gegenüber Dritten stehen soll. Nun geht es aber um ganz konkrete und realistische Unternehmensziele.

Bevor du dich auf ein strategisches Ziel festlegst, benötigst du einen Überblick über den momentanen Zustand sowie die aktuellen Stärken und Schwächen deines Betriebs. Letzteres kannst du problemlos mit einer SWOT-Analyse feststellen.

2. Langfristige Unternehmensziele und Strategien festlegen

Nach einer SWOT-Analyse kennst du die wichtigsten Stärken und Schwachstellen deines Betriebs. Sind nun die Voraussetzungen gegeben, um dein langfristiges Ziel zu verfolgen? Wenn nicht, musst du abschätzen, ob du die Voraussetzungen in 6 bis 12 Monaten schaffen kannst oder ob es günstiger ist, sich auf ein anderes Ziel zu konzentrieren.

Beispiele: Mögliche Unternehmensziele

  1. Qualitätsanbieter/-führer in deiner Region bei deinen Produkten: Angebot hochwertiger Produkte zu hohen Preisen, Bedienung eines exklusiven, oft kleinen Kundenstamms.
  2. Preis-/Kostenführerschaft: alle Produkte zu günstigeren Preisen als der Wettbewerb in „ausreichender“ Qualität anbieten, Bedienung möglichst vieler Kunden, Massenmarkt.
  3. Nischenanbieter für deine Region mit deinen Produkten: nur bestimmte Produkte anbieten, die für andere Unternehmen wenig interessant sind, weil ihnen z. B. das Wissen für die Herstellung fehlt oder das Marktsegment zu klein für mehrere Unternehmen ist.
  4. Innovationsführer in deiner Region oder bei bestimmten Produkten: ständig mehr und bessere neue Produkte anbieten als der Wettbewerb.
  5. Unternehmen mit dem besten Service in deiner Region/Branche (vor allem in Kombination mit dem ersten Ziel): Verkauf hochwertiger Produkte plus besserem und/oder umfassenderem Serviceangebot als deine Wettbewerber.

Du kannst mehrere Unternehmensziele kombinieren. Beispielsweise kannst du dich als Qualitätsanbieter für regionale Produkte mit besonderem Service am Markt positionieren und dich damit vom Wettbewerb absetzen.

Hast du bisher vor allem preiswerte Produkte verkauft, fehlen dir wahrscheinlich wichtige Voraussetzungen, um kurzfristig hochwertige und teure Artikel anzubieten. Neben der Umstellung von Produktion und Organisation ist meist auch ein langer Atem erforderlich, um dir bei Kunden und Geschäftspartnern ein neues Image aufzubauen. Hier ist es häufig besser, beim bisherigen Ziel zu bleiben.

Halte dein langfristiges Ziel schriftlich fest und beschreibe 1 oder 2 Strategien für deine Unternehmensziele, mit denen du dein Ziel voraussichtlich am besten erreichen wirst.

Mögliche Strategien sind:

  • Kauf/Herstellung qualitativ hochwertiger Produkte (Ziel: Qualitätsanbieter),
  • Kauf/Herstellung preiswerter Produkte (Ziel: Preis-/Kostenführerschaft),
  • Kauf/Herstellung von Produkten für bestimmte Zielgruppen (Ziel: Nischenanbieter),
  • permanente Entwicklung neuer und Verbesserung vorhandener Produkte (Ziel: Innovationsführerschaft),
  • Entwicklung und Angebot von Serviceleistungen (für mehrere Ziele nutzbar).

3. Ergreife konkrete Maßnahmen

Um den Kreis zu schließen und deine langfristigen Unternehmensziele zu erreichen, solltest du dir konkrete Maßnahmen zur Umsetzung überlegen und diese detailliert mit Budgets für Kosten und auch Umsätze planen.

Beispiel: Operative Maßnahmen planen

Eine Schreinerei will langfristig in der Region als hochpreisiger Qualitätsanbieter für Esszimmermöbel mit speziellem Service für die Kunden auftreten.

Um diese typischen Unternehmensziele zu erreichen, entscheidet sich der Geschäftsführer für zwei Strategien:

  1. Zum einen sollen nur besonders hochwertige Produkte aus echtem Holz (keine Spanplatten o. Ä.) hergestellt werden.
  2. Zum anderen sollen die Kunden stets besonders gut beraten und betreut werden. Dazu gehören umfassende Informationen zu Hölzern und zur Einrichtung, eine Liefertermingarantie sowie eine vollständig saubere Montage vor Ort.

Für die erste Strategie muss der Schreiner stets auf geeignete Lieferanten zurückgreifen können und die Produktion auf modernstem Stand halten. Dazu gehören folgende Maßnahmen: 

Für die zweite Strategie müssen die Mitarbeiter ständig qualifiziert werden, nicht nur fachlich, sondern auch bei der Einrichtungsgestaltung. Auch hier sollten detaillierte Budgets und Termine geplant werden.

Welche Unternehmensziele gewinnen heutzutage an Bedeutung?

Welche Unternehmensziele für dich am bedeutendsten sind, hängt sowohl von ihren Unternehmenswerten als auch vom obersten Ziel deines Unternehmens ab.  

In der heutigen Geschäftswelt gewinnen daher verschiedene Unternehmensziele zunehmend an Bedeutung. Technologische Innovation steht dabei oft im Vordergrund, um wettbewerbsfähig zu bleiben und Prozesse zu optimieren. Auch soziale Verantwortung wird wichtiger, wobei der Fokus auf fairen Arbeitsbedingungen und gesellschaftlichem Engagement liegt. Nachhaltigkeit spielt ebenfalls eine zentrale Rolle, da Unternehmen verstärkt auf umweltfreundliche Praktiken setzen. Zudem legen Unternehmen vermehrt Wert auf eine starke Kundenorientierung, um langfristige Kundenbeziehungen aufzubauen. Finanzielle Stabilität bleibt weiterhin ein Kernziel, jedoch wird es oft mit einer ausgewogenen Risikomanagementstrategie kombiniert. Diese Ziele bilden zusammen Richtlinien für ein verantwortungsvolles und zukunftsfähiges unternehmerisches Handeln. Unternehmensziele können sich aber auch ändern, je nachdem, welche Entwicklung eine Firma nimmt.