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Sozialversicherung und Lohnsteuer 2020: Das ist neu

Von Britta Schwalm
Aktualisiert am: 18.10.2019

Zum Jahreswechsel 2020 ändern sich die Rechengrößen in der Sozialversicherung. Außerdem bringen das Jahressteuergesetz 2019 und das Bürokratieentlastungsgesetz sozialversicherungsrechtliche und lohnsteuerliche Neuerungen mit sich. Mit den Neuregelungen sollten Sie sich rechtzeitig vertraut machen, um in Sachen Personalkosten keine unliebsamen Überraschungen zu erleben. Wir haben die wichtigsten Änderungen im Bereich Lohnsteuer und Sozialversicherung 2020 für Sie zusammengefasst.

Neue Rechengrößen in der Sozialversicherung 2020: Die Beitragsbemessungsgrenzen steigen

Die Beitragsbemessungsgrenzen sind Einkommensobergrenzen. Bis zu diesen Grenzen müssen Arbeitgeber das Bruttoarbeitsentgelt ihrer Mitarbeiter in den einzelnen Versicherungszweigen zur Berechnung der Beiträge heranziehen. Auch für ihre eigenen Bezüge gelten die Beitragsbemessungsgrenzen. Der Teil des Entgelts, der die Beitragsbemessungsgrenze übersteigt, ist nicht mehr beitragspflichtig.

Für die Krankenversicherung und Pflegeversicherung gilt für das gesamte Bundesgebiet eine einheitliche Beitragsbemessungsgrenze (BBG). Sie entspricht der besonderen Jahresarbeitsentgeltgrenze. Die Beitragsbemessungsgrenze für die Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung (einheitlich) unterscheidet sich in den alten und den neuen Bundesländern.

Zum 1.1.2020 steigen sämtliche Beitragsbemessungsgrenzen, das heißt:

  • die einheitliche Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung und Pflegeversicherung
  • die Beitragsbemessungsgrenze West und Ost in der Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung

Das bedeutet für Sie: eine höhere Beitragsbelastung für Sie als Arbeitgeber - und natürlich für die betroffenen Beschäftigten.

Beitragsbemessungsgrenzen in der Sozialversicherung 2020

Voraussichtliche Rechengrößen für 2020 (Werte für 2019 in Klammer)

Versicherungszweig und Zeitraum
Versicherungszweig und Zeitraum West Ost
Kranken- und Pflegeversicherung, jährl. 56.250 € (54.450 €) 56.250 € (54.450 €)
Kranken- und Pflegeversicherung, monatl. 4.687,50 € (4.537,50€) 4.687,50 € (4.537,50€)
Renten- und Arbeitslosenversicherung, jährl. 82.800 € (80.400 €) 77.400 € (73.800 €)
Renten- und Arbeitslosenversicherung, monatl. 6.900 € (6.700 €) 6.450 € (6.150 €)

Beispiel: Hier steigen die Sozialversicherungsbeiträge 2020

Ein Mitarbeiter (alte Bundesländer) hat im Jahr 2019 monatlich 6.900 € brutto verdient, im Jahr 2020 wird er dasselbe erhalten. Die Beitragsbelastung für Sie und den Beschäftigten steigt 2020 deutlich, denn:

  • Im Jahr 2019 haben Sie die Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge zur Krankenversicherung und Pflegeversicherung aus einem Entgelt von maximal 4.537,50 € monatlich (BBG 2019) berechnet und in der Rentenversicherung sowie Arbeitslosenversicherung aus einem Entgelt von maximal 6.700 € (BBG 2019).
  • Im Jahr 2020 berechnen Sie die die Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge zur Krankenversicherung und Pflegeversicherung aus einem Entgelt von maximal 4.687,50 € (BBG 2020) und in der Rentenversicherung sowie Arbeitslosenversicherung aus dem gesamten Entgelt von 6.900 € (BBG 2020).

Gut zu wissen: Die Beitragssätze ändern sich in den unterschiedlichen Zweigen der Sozialversicherung 2020 nicht.

Die Nichtbeachtung der ansteigenden Beitragsbemessungsgrenzen kann teuer werden

Übersehen Arbeitgeber das Ansteigen der Beitragsbemessungsgrenzen bzw. wird das entsprechende Update nicht rechtzeitig eingespielt, werden für Besserverdienende zu geringe Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge abgeführt. Spätestens nach der nächsten Betriebsprüfung kann es zu erheblichen Nachzahlungen kommen.

Jahresarbeitsentgeltgrenze steigt: Höhere Hürde für Wechsel in private Krankenversicherung

Die aktuellen Jahresarbeitsentgeltgrenzen (JAE) sind notwendig, um die Versicherungspflicht der Beschäftigten (sowie der Arbeitgeber, falls Versicherungspflicht besteht) zu prüfen. Sie spielen vor allem in 2 Fällen eine Rolle:

  • Wenn neue Mitarbeiter eingestellt werden. Vereinbaren Sie ein Entgelt mit Beschäftigten, müssen Sie beurteilen können, ob der Mitarbeiter versicherungsfrei oder versicherungspflichtig sein wird. Zudem erwarten vor allem Berufsanfänger hier unter Umständen eine kurze Beratung von Ihnen.
  • Wenn der Jahreswechsel bevorsteht. Mitarbeiter sind ab dem 1.1.2020 in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherungsfrei, wenn ihr regelmäßiges Jahresentgelt in 2019 die Jahresarbeitsentgeltgrenze 2019 überstieg und ihr voraussichtliches, vom Arbeitgeber gewissenhaft geschätztes Jahresarbeitsentgelt 2020 die erhöhte Jahresarbeitsentgeltgrenze 2020 überschreitet.

Achtung: Befreiung von der Versicherungspflicht auf Antrag

Mitarbeiter sind automatisch wieder versicherungspflichtig, wenn sie mit ihrem regelmäßigen Jahresverdienst die für das Jahr 2020 geltende allgemeine oder besondere Jahresarbeitsentgeltgrenze nicht mehr überschreiten. In diesen Fällen ist aber eine Befreiung von der Versicherungspflicht auf Antrag des Mitarbeiters möglich.

Versicherungsfreie Arbeitnehmer haben die Möglichkeit, sich in der gesetzlichen Krankenversicherung freiwillig zu versichern oder eine private Krankenversicherung zu wählen. Darauf sollten Sie Ihre Mitarbeiter hinweisen und sie bei der korrekten Berechnung des Jahresarbeitsentgelts unterstützen. Weisen Sie Ihre Beschäftigten aber auch auf das erhöhte finanzielle Risiko hin, das mit einer Mitgliedschaft in der privaten Krankenversicherung verbunden sein kann.

Wann gilt welche Grenze?

Es gibt 2 Jahresarbeitsentgeltgrenzen:

  1. Die allgemeine Jahresarbeitsentgeltgrenze für alle gesetzlich Krankenversicherten (GKV-Mitglieder): Pflichtmitglieder und freiwillige Mitglieder.
  2. Die besondere Jahresarbeitsentgeltgrenze gilt für alle Arbeitnehmer, die am Stichtag 31.12.2002 wegen Überschreitens der Jahresarbeitsentgeltgrenze privat krankenversichert waren.

Das entscheidende Entgelt

Bei der Prüfung der Versicherungspflicht ist das regelmäßige Jahresarbeitsentgelt entscheidend. Hierzu zählen alle Arbeitgeberzuwendungen, die zum beitragspflichtigen Arbeitsentgelt gehören. Das sind in der Regel alle Bezüge, die mindestens einmal pro Jahr gezahlt werden. Dazu gehören beispielsweise:

  • das laufende Arbeitsentgelt
  • regelmäßige Einmalzahlungen wie Weihnachtsgeld, mit denen der Mitarbeiter rechnen kann
  • fest vereinbarte und pauschal gewährte Zahlungen für Überstunden

Nicht mitgerechnet werden dürfen dagegen:

  • Mehrarbeitsvergütungen, die nicht pauschal gezahlt werden
  • einmalige Zuwendungen, die nicht regelmäßig anfallen (z. B. Jubiläumszuwendungen)
  • Zuschläge, die mit Rücksicht auf den Familienstand gewährt werden

Behalten Sie die Jahresentgeltgrenzen im Auge

Beschäftigte können wegen Überschreitens der Jahresarbeitsentgeltgrenze versicherungsfrei in der Krankenversicherung werden. Sie werden sofort wieder versicherungspflichtig, wenn ihr Arbeitsentgelt die aktuelle Jahresarbeitsentgeltgrenze erneut unterschreitet. Das geschieht regelmäßig dann, wenn - wie zum 1.1.2020 - die Jahresarbeitsentgeltgrenze steigt. Von zahlreichen Arbeitgebern und Lohnabrechnern wird dies nicht registriert oder nicht korrekt gehandhabt (z. B. keine neue Anmeldung). Die Folge: Spätestens im Rahmen einer Betriebsprüfung fällt der Fehler auf, und es werden hohe Beitragsnachzahlungen fällig.

Tipp: Kosten sparen

Gleichen Sie die (geplanten) Entgelte Ihrer Mitarbeiter mit den neuen Grenzen ab und sorgen Sie dafür, dass diese gegebenenfalls rechtzeitig und richtig abgemeldet werden. Mit Lexware lohn+gehalt sind Sie immer auf dem neuesten Stand - ganz automatisch!

Alle Bezugsgrößen steigen

Die Bezugsgrößen sind beispielsweise für bestimmte Auszubildende (Praktikanten) notwendig, die kein Arbeitsentgelt erhalten. Diese Beschäftigten sind auch ohne Bezug von Arbeitsentgelt in allen Zweigen der Sozialversicherung versicherungspflichtig. Die Beiträge zur Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung errechnen sich aus einer Mindestbeitragsbemessungsgrundlage, die 1 Prozent der aktuellen Bezugsgröße beträgt.

Bezugsgrößen für 2020 (Werte für 2019 in Klammer)

Versicherung
Versicherung Zeitraum Ost West
Krankenversicherung/Pflegeversicherung jährlich 38.220 € (37.380€) 38.220 € (37.380€)
monatlich 3.185 € (3.115 €) 3.185 € (3.115 €)
Rentenversicherung/ Arbeitslosenversicherung jährlich 36.120 € (34.440€) 38.220 € (37.380€)
monatlich 3.010 € (2.870 €) 3.185 € (3.115 €)

Der Mindestlohn steigt auf 9,35 €

Bisher erfolgte eine Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns im Zweijahresrhythmus. Zum 1.1.2020 gibt es hier aber eine Ausnahme: Nachdem der Mindestlohn bereits zum 1.1.2019 anstieg, wird er zum 1.1.2020 erneut angehoben – von derzeit 9,19 € pro Arbeitsstunde auf 9,35 €.

Lohnsteuer und Sozialversicherung 2020: Die Sachbezugswerte für Verpflegung steigen

Die amtlichen Sachbezugswerte für Unterkünfte und Verpflegung steigen 2020 an. Sie müssen die neuen Sachbezugswerte ab 1.1.2020 zwingend anwenden. Rechnet Ihr Unternehmen mit alten oder falschen Werten, ist das ermittelte steuer- und beitragspflichtige Entgelt der betreffenden Mitarbeiter nicht korrekt. Das kann weitreichende Folgen haben, z. B.:

  • Gesamtsozialversicherungsbeiträge werden falsch berechnet und abgeführt.
  • Die Lohnsteuer wird nicht korrekt ermittelt.
  • Teilzeitkräfte werden fälschlicherweise als versicherungsfreie, geringfügig entlohnte Minijobber geführt.
  • Eigentlich versicherungsfreie, geringfügig entlohnte Minijobber werden als versicherungspflichtige Mitarbeiter abgerechnet.

Sorgen Sie also dafür, dass die Stellen Ihres Unternehmens, die mit der Abrechnung betraut sind, rechtzeitig die neuen Sachbezugswerte 2020 erhalten.

Vor allem die kostengünstige oder -freie Verpflegung von Mitarbeitern ist eine in Unternehmen weitverbreitete Praxis. Aufgrund der aktuellen Wohnraumknappheit stellen immer mehr Unternehmen ihren Mitarbeitern auch Unterkünfte zur Verfügung. Arbeitgeber, die entsprechende Zusatzleistungen für Mitarbeiter planen, müssen die Sachbezugswerte sowohl für die Ermittlung der Lohnsteuer als auch für die Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge ansetzen.

Selbst wenn im Arbeitsvertrag eines Mitarbeiters oder in einer Betriebsvereinbarung andere Werte festgelegt wurden oder ein Tarifvertrag abweichende Größen vorsieht, ist mit den amtlichen Sachbezugswerten zu rechnen.

Achtung: Erhält der Mitarbeiter für seine Verpflegung/Unterkunft nicht den jeweiligen Sachbezug, sondern eine Barvergütung, setzen Sie diesen Betrag als Arbeitsentgelt an. Das gilt allerdings nur, wenn der entsprechende Betrag höher als der jeweilige Sachbezugswert ausfällt. Ist die Barvergütung dagegen geringer oder tritt sie nur vorübergehend an die Stelle des Sachbezugs, müssen Sie weiter mit den amtlichen Werten rechnen.

Die amtlichen Werte für Verpflegung für 2020 (in Klammer für 2019)

Frühstück Mittagessen Abendessen Gesamt
Arbeitnehmer einschließlich Jugendlichen und Azubis monatl. 54 € (53€) 102 € (99€) 102 € (99 €) 258 € (251 €)
kalendertägl. 1,80 € (1,77 €) 3,40 € (3,30€) 3,40 € (3,30€) 8,60 € (8,37 €)

Der Sachbezugswert für Unterkünfte ändert sich im Jahr 2020 und steigt auf 235 € monatlich (von 231 € im Jahr 2019).

Die Werte für Unterkünfte in 2020 (keine Veränderung zu 2019)

Personen
Personen Unterkunft belegt mit ... Unterkunft allgemein Aufnahme im Arbeitgeberhaushalt/ Gemeinschaftsunterkunft
Erwachsene Mitarbeiter 1 Beschäftigten 235 € 199,75 €
2 Beschäftigten 141 € 105,75 €
3 Beschäftigten 117,50 € 82,25 €
mehr als 3 Beschäftigten 94 € 58,75 €
Jugendliche und Auszubildende 1 Beschäftigten 199,75 € 164,50 €
2 Beschäftigten 105,75 € 70,50 €
3 Beschäftigten 82,25 € 47 €
mehr als 3 Beschäftigten 58,75 € 23,50 €

Geplante Änderungen durch das Bürokratieentlastungsgesetz

Um die Bürokratie in Deutschland weiter abzubauen, hat die Bundesregierung ein drittes Bürokratieentlastungsgesetz (BEG III) auf den Weg gebracht. Dieses Gesetz sieht zahlreiche Änderungen im Bereich Lohnsteuer/Sozialversicherung vor, die 2020 bzw. 2021 in Kraft treten sollen:

Lohnsteuerpauschalierung für Teilzeitkräfte und geringfügig Beschäftigte

Bei Teilzeitkräften und geringfügig Beschäftigten soll die Lohnsteuer künftig pauschal mit 25 Prozent besteuert werden dürfen, wenn der durchschnittliche Arbeitslohn pro Arbeitstag 120 € nicht übersteigt. Bislang liegt diese Arbeitslohnschwelle bei 72 €. Außerdem soll der pauschalierungsfähige durchschnittliche Stundenlohn von 12 € auf 15 € steigen.

Gruppenunfallversicherung

Arbeitgeber können ihre Mitarbeiter im Rahmen einer freiwilligen Gruppenunfallversicherung versichern. Von einer Gruppenunfallversicherung spricht man immer dann, wenn mindestens zwei Arbeitnehmer gemeinsam in einem Unfallversicherungsvertrag gegen private und/oder berufliche Unfälle versichert sind. Die Beiträge sind lohnsteuerpflichtig, wenn die Mitarbeiter eigene Ansprüche aus dem Versicherungsvertrag haben. Der Arbeitgeber kann aber die steuerpflichtigen Beiträge pauschal versteuern, wenn der durchschnittliche Beitragsaufwand je Arbeitnehmer 62 € jährlich ohne Versicherungssteuer nicht übersteigt. Das Bürokratieentlastungsgesetz sieht eine Anhebung dieser Grenze auf 100 € jährlich vor.

Anhebung des Freibetrags für die betriebliche Gesundheitsförderung

Arbeitgeberleistungen (als Geldzahlung oder als Sachleistung), die der berufsbedingten Gesundheitsbeeinträchtigung von Mitarbeitern vorbeugen oder entgegenwirken, sind aktuell bis zu einer Grenze von 500 € pro Jahr und Mitarbeiter lohnsteuer- und beitragsfrei. Dieser Betrag soll auf 600 € je Arbeitnehmer im Kalenderjahr angehoben werden.

Einführung einer elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung 

Im Bürokratieentlastungsgesetz ist geplant, dass der gelbe Papierkrankenschein durch eine elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ersetzt werden soll. Künftig sollen die Krankenkassen den Arbeitgeber auf Abruf elektronisch über Beginn und Dauer der Arbeitsunfähigkeit seines gesetzlich versicherten Arbeitnehmers sowie über den Zeitpunkt des Auslaufens der Entgeltfortzahlung informieren.

Wichtig: Das Bürokratieentlastungsgesetz ist noch nicht final von Bundestag und Bundesrat beschlossen. Deshalb sind Änderungen noch möglich.

Neue Verpflegungspauschalen und weitere Änderungen durch das Jahressteuergesetz 2019 geplant

Neben dem Bürokratieentlastungsgesetz soll Ende des Jahres noch ein weiteres Gesetz verabschiedet werden, das ebenfalls Änderungen im Bereich Lohnsteuer und Sozialversicherung 2020 mit sich bringt: das „Gesetz zur weiteren steuerlichen Förderung der Elektromobilität und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften" – auch Jahressteuergesetz 2019 genannt.

Änderungen bei Verpflegungspauschalen

Verpflegungskosten, die Mitarbeitern während Auswärtstätigkeiten entstehen, kann der Arbeitgeber nur pauschal nach vorgegebenen Werten lohnsteuer- und beitragsfrei ersetzen. Nach dem Jahressteuergesetz 2019 sollen hier ab dem 1.1.2020 neue Werte gelten. Alternativ zur lohnsteuer- und beitragsfreien Erstattung durch Ihr Unternehmen kann der Mitarbeiter seine Verpflegungsmehraufwendungen in Höhe der Pauschalen auch als Werbungskosten im Rahmen seiner Einkommensteuererklärung geltend machen.

Die Werte für Verpflegungsmehraufwendungen

Die Pauschale für eintägige Auswärtstätigkeiten im Inland: 12 € (ab 2020: 14 €)

Für eintägige auswärtige Tätigkeiten ohne Übernachtung können Sie ab einer Abwesenheit von mehr als 8 Stunden von der Wohnung und der ersten Tätigkeitsstätte eine Pauschale von momentan noch 12 € berücksichtigen. Das gilt auch, wenn der Arbeitnehmer seine auswärtige berufliche Tätigkeit über Nacht (also an 2 Kalendertagen) ausübt – d. h. nicht übernachtet – und dadurch ebenfalls insgesamt mehr als 8 Stunden von der Wohnung und der ersten Tätigkeitsstätte abwesend ist. Diese Pauschale soll durch das Jahressteuergesetz ab 2020 auf 14 € angehoben werden.

Der „Zwischentag“ bei mehrtägigen Auswärtstätigkeiten im Inland: 24 € (ab 2020: 28 €)

Für die Kalendertage, an denen ein Mitarbeiter außerhalb seiner Wohnung und seiner ersten Tätigkeitsstätte beruflich tätig und aus diesem Grund 24 Stunden von seiner Wohnung abwesend ist, können Sie momentan 24 € lohnsteuerfrei ersetzen. Dieser Betrag soll ab 2020 auf 28 € steigen.

An- und Abreisetage bei mehrtätigen Auswärtstätigkeiten im Inland: 12 € (ab 2020: 14 €)

Bei einer mehrtägigen auswärtigen Tätigkeit mit Übernachtung außerhalb der Wohnung können Sie ohne Prüfung einer Mindestabwesenheitszeit momentan 12 € ansetzen. Dabei ist es unerheblich, ob der Arbeitnehmer die Reise von der Wohnung, der ersten oder einer anderen Tätigkeitsstätte aus antritt. Ab dem kommenden Jahr können Sie hier eine Pauschale von jeweils 14 € ansetzen.

Weitere Änderungen im Bereich der Lohnsteuer, die das Jahressteuergesetz vorsieht

  1. Bei Jobtickets soll künftig eine Pauschalbesteuerung von 25 Prozent gelten – ohne Anrechnung auf die Entfernungspauschale.
  2. Bei privater Nutzung eines E-Firmenwagens erfolgt die Besteuerung anhand der halben Bemessungsgrundlage. Diese Regelung soll verlängert werden. Ebenso soll die Steuerbefreiung für vom Arbeitgeber gewährte Vorteile für das elektrische Aufladen eines Elektrofahrzeugs oder Hybridelektrofahrzeugs im Betrieb des Arbeitgebers verlängert werden.
  3. Ab 1.1.2020 soll ein neuer Pauschbetrag für Berufskraftfahrer gelten.
  4. Der Ansatz eines Sachbezuges für vom Arbeitgeber überlassenen Wohnraum soll künftig unterbleiben, wenn der Arbeitnehmer mindestens 2/3 des ortsüblichen Mietpreises zahlt.

Wichtig: Das Jahressteuergesetz 2019 ist ebenfalls noch nicht final von Bundestag und Bundesrat beschlossen. Deshalb sind Änderungen auch hier noch möglich.


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