Mobile Kartenzahlung: EC-Karte mobil
Gerade Handwerker, die Wartungs- und Reparaturarbeiten bei Privatkunden durchführen, wünschen sich häufig Möglichkeiten, direkt beim Kunden abkassieren zu können. Hier bietet sich mobile Kartenzahlung über ein EC-Kartenterminal mit GPRS-Funk an. Dieses kann überall betrieben werden, wo ein Mobilfunknetz verfügbar ist und im Falle der Zahlung mit Geldkarte sogar ohne permanente Verbindung.
Info
Wie funktioniert ein mobiles EC-Gerät?
Mobile Kartenlesegeräte funktionieren über die WLAN-Verbindung, durch eine integrierte SIM-Karte im Kartenleser, mit Verbindung zum Mobilfunknetz oder über Bluetooth. Für eine reibungslose Funktionsweise bei der Zahlung muss daher mindestens einer der drei Aspekte oder ein bestimmter gegeben sein. Entscheiden Sie sich also für die passende Variante der mobilen Kartenzahlung, indem Sie klären, ob in Ihrem Fall permanent eine stabile Verbindung zu einem WLAN oder Mobilfunknetz vorhanden ist.
Ein Knackpunkt sind die Kosten: Mobile Kartenterminals sind inzwischen deutlich günstiger als früher. Geräte für Smartphones oder Tablets kosten einmalig meist zwischen 20 und 350 EUR, alternativ gibt es Mietmodelle ab rund 10 bis 25 EUR pro Monat, oft inklusive SIM‑Karte und Netzbetreibergebühren. Hinzu kommen die Transaktionskosten, die bei EC‑/Girocard oder Maestro-Karten typischerweise zwischen 0,3 % und 1,39 % des Umsatzes plus wenige Cent pro Buchung liegen. Bei einem monatlichen Umsatz von etwa 1.000 EUR summieren sich die Gesamtkosten für Terminal und Transaktionen auf rund 3 % des Umsatzes, je nach Anbieter und Tarif.
Mobile Kartenzahlung passend zu Ihrem Unternehmen
- Wer als Sanitärmeister - wie Robert S. - zwei oder drei mobile Mitarbeiter mit Montagefahrzeug beschäftigt, die teils auf Baustellen arbeiten und teils bei Privatleuten Reparaturen durchführen, steht vor einem Dilemma: Mehrere Terminals lohnen sich oft nicht, da der Umsatz pro Terminal zu gering ist, während ein einzelnes Terminal wiederum eine logistische Herausforderung darstellt, weil jeweils geklärt werden muss, welcher Mitarbeiter es mitnimmt.
- Anders sieht es bei Michael E., einem Fahrradhändler in einer süddeutschen Großstadt aus:
Er hat sich bewusst schon vor Jahren für das teurere GPRS-Terminal entschieden - und nutzt es auch im Laden. Denn häufig liefert er nach Feierabend reparierte oder auf Kundenwunsch zusammengestellte Fahrräder persönlich aus. In vielen Fällen kann er dabei mit dem mobilen Terminal direkt vor Ort kassieren und spart sich so viel Aufwand bei der Buchhaltung. Gerade bei mehreren hundert Euro für die Nachrüstung einer hochwertigen Federgabel ist es ein großer Vorteil, den Betrag dank mobiler Kartenzahlung sofort auf dem Konto zu haben.
Mobile Kartenzahlung: Kartenterminal abgespeckt
Marion B. lebt in Leipzig und näht seit der Elternzeit mit ihrem ersten Kind liebevoll Baby- und Kinderkleidung. Aus dem Hobby wurde schnell ein Geschäft: Bereits während ihrer zweiten Schwangerschaft begann sie mit dem Online-Verkauf und erzielt heute mit ihrer Selbstständigkeit das gleiche Einkommen wie zuvor als Zahnarzthelferin. Am Wochenende verkauft sie zudem auf Straßenfesten und Kreativmärkten. Gerade dort scheitern Käufe jedoch oft daran, dass Kunden nicht genug Bargeld dabeihaben – und das Interesse an ihren Produkten später im Online-Shop häufig im Sande verläuft.
Vor- und Nachteile günstiger Kartenlesesysteme
Da es bei Marion B. maximal um ein paar Hundert Euro Umsatz monatlich geht und diese auch nur in den Sommermonaten als Kartenzahlung anfallen würden, sucht sie ein System für mobile, kontaktlose Kartenzahlung, das ohne Grundgebühren funktioniert und mit Anschaffungskosten (inkl. Gerät) unter der 100-EUR-Schwelle die meisten gängigen Karten akzeptiert. Schließlich möchte sie die Option, an Touristen zu verkaufen, nicht missen. Im Gegenzug ist sie bereit, Transaktionskosten der mobilen Kartenzahlung zu akzeptieren.
- Mobilen Kartenzahlungsgeräte kosten zwischen 0 EUR und 80 EUR. Die günstigen Modelle für 20 EUR werden meist über die Kopfhörerbuchse ans Smartphone angeschlossen.
- Die etwa 80 € teuren hochwertigeren Kartenleser verfügen über Bluetooth, ein eigenes Display und eine eigene Tastatur. So sind auch Kreditkartenzahlungen und PIN-Eingaben möglich, während die günstigen Geräte meist nur das elektronische Lastschriftverfahren unterstützen.
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Kostenunterschiede: Smartphone-Lösung vs. Standalone Terminal
Da bei den Smartphone-Lösungen der Aufwand aufseiten des Zahlungsanbieters größer ist, sind die Kosten geringfügig höher als beim Standalone Terminal, typisch ist etwa 1 Prozent bei EC- oder Maestro-Karten und ca. 3 Prozent bei Kreditkarten – teils ohne, teils mit Sockelbetrag von bis zu 15 Cent pro Transaktion.
Welches günstige Kartenlesegerät ist am besten?
Eine eindeutige Empfehlung für ein System der mobilen, kontaktlose Kartenzahlung kann bei der gegenwärtigen Dynamik des Marktes nicht ausgesprochen werden.
- Das erste K.-o.-Kriterium bei der Suche nach einem günstigen System für mobile Kartenzahlung dürfte daher die Geräteunterstützung sein: Wird das eigene Smartphone nicht unterstützt, entfällt der Nutzen und damit der betreffende Anbieter als Option.
- Der nächste Punkt dürfte der bereitgestellte Kartenleser sein: Reicht mir die Zahlung per Lastschriftverfahren (Unterschrift auf dem Display) oder benötige ich das sichere PIN-Verfahren? Unterstützt der Kartenleser die sicherere Authentifizierung der PIN gegen den Chip? Ist es mir wichtig, mit meinem Kartenlesegerät auch Kreditkarten annehmen zu können?
- Und schließlich: Wie gut ist die Software? Kann ich beispielsweise Rechnungsnummern und Kundennummern hinterlegen? In welchen Formaten kann ich Umsatzstatistiken herunterladen oder besteht gar die Möglichkeit, einer direkten Integration in meine Buchhaltungssoftware, beispielsweise indem am Tablet erstellte Rechnungen direkt als Warenausgang und Rechnungsstellung gebucht werden können?
Übrigens fehlen auf dem deutschen Markt noch zwei amerikanische Schwergewichte: In den USA bieten sowohl PayPal als auch Amazon eigene passende Lösungen aus Hardware, Software und Services an. Wenigstens PayPal unterwirft sich seit einigen Jahren der luxemburgischen Bankenaufsicht, bei Amazon steht dieser Schritt noch aus. PayPal ist bereits im Vereinigten Königreich präsent, dürfte aber von dort eher in Märkte wie Skandinavien vordringen, die traditionell stärker auf Kredit- als EC-Karten setzen.
Offline-Alternativen zur mobilen Kartenzahlung
Vielen Händlern und Handwerkern ist nicht bewusst, dass das gute alte Lastschriftverfahren auch in modernen Zeiten noch funktioniert und über entscheidende Vorteile, gegenüber der mobilen Kartenzahlung verfügt. Gerade Unternehmen mit großem Stammkundenanteil können sich mit diesem Verfahren die Kosten für Terminal-Miete und -betrieb ersparen. Der Kunde füllt dafür ein Lastschriftformular aus, kreuzt dort einmalige oder wiederholende Zahlung an und unterschreibt dieses. Das mag anachronistisch wirken, aber kleine Einzelhändler mit vielen Stammkunden können von dieser Methode durchaus profitieren: Kunden, die häufig kleinere Einkäufe tätigen, werden abgerechnet, wenn eine bestimmte Zeit (z. B. 2 Wochen) oder ein bestimmter Betrag überschritten ist. Das klassische Lastschriftverfahren hält lediglich 2 Stolpersteine bereit.
- Da ist zunächst die Gebühr für die Einrichtung des Mandats: Einige Banken berechnen auch bei der erstmaligen Einrichtung einer SEPA-Basislastschrift mehrere Euro Gebühren.
- Und schließlich besteht wie bei dem elektronischen Lastschriftverfahren mit Unterschrift ein gewisses Risiko einer Nichteinlösung, welches mit Kosten von bis zu 10 EUR verbunden sein kann. Für Heiko H., Betreiber des kleinen Bioladens „an der Ecke“ mit einem fast 100%igen Stammkundenanteil sind alle Kriterien erfüllt, für ihn ist daher die klassische SEPA-Lastschrift die günstigste Lösung.
Online-Alternativen zur mobilen Kartenzahlung
Möchte man ganz auf Kartenleser verzichten, ist PayPal derzeit der einzige weit verbreitete Dienst, der die Zahlung von App zu App zulässt. Für Marion B. ist es nicht praktikabel, einen Spontankunden dazu zu nötigen, schnell mal die PayPal App zu installieren und zu konfigurieren. Für die Mitarbeiter von Robert S. wäre es dagegen durchaus denkbar, die Frage zu stellen, ob der Kunde, dessen undichter Wasserhahn getauscht wird, bar oder sofort per PayPal zahlen möchte. Die hier anfallenden Kosten sind mit 1,9 % plus 0,35 EUR übrigens nicht gerade billig, aber bei Einzelbeträgen unter einhundert Euro noch zu verschmerzen.
Mobile Kartenzahlung vs. Bargeld der Deutschen
In Deutschland bezahlen die Menschen immer häufiger ohne Bargeld. Eine Studie des Kölner Handelsforschungsinstituts EHI zeigt, dass 2024 rund 63,5 Prozent des Einzelhandelsumsatzes mit Karten abgewickelt wurden, während Bargeld nur noch in 33,8 Prozentder Fälle genutzt wurde. Auch mobiles Bezahlen mit Smartphone oder Smartwatch wird immer beliebter.
Die Zahlungsmittel werden vielfältiger, nicht weniger
„Die Lösung für Schwarzarbeit, Drogenmärkte und die Verpuffung von Notenbankmaßnahmen liegt in der Abschaffung des Bargeldes." Eine These von Peter Bofinger, ehemaliger Wirtschaftsweise der Bundesregierung, die eine breite Diskussion über die Zahlungsmittel der Zukunft ausgelöst hat. Unterstützt wird Bofinger von renommierten Wirtschaftswissenschaftlern wie Kenneth Rogoff, Harvard-Professor sowie ehemaliger Chefökonom des Internationalen Währungsfonds.
Die Diskussion scheint bisweilen etwas weltfremd – sind es doch die Händler und Endverbraucher, die am Ende über das Fortbestehen von Zahlungsmethoden entscheiden. Damit hat sich die Heidelberger Gesellschaft für Innovative Marktforschung (GIM) im Auftrag von Lexware beschäftigt. In Interviews wurde deutlich, dass Händler Bargeld immer noch präferieren: Es bietet vor allem sofortige Liquidität ohne Fremdkosten. Da die Verbraucher jedoch immer weniger Bargeld mit sich führen, findet ein branchenübergreifendes Umdenken statt (bei dem die mobile Kartenzahlung nur ein Aspekt ist).
Um den Kundenservice zu verbessern, kommen Alternativen wie EC-Karten oder NFC-fähige Smartphones immer öfter in Ergänzung zur Barzahlung zum Einsatz. „Das eine Zahlungsmittel der Zukunft gibt es nicht. Die Angebote werden vielfältiger vom Bargeld, über Kartenzahlung sowie mobile Wallet-Angebote bis hin zu digitalen Währungen“, so Patrick Nassall, Experte für Mobile Payment bei der Haufe-Lexware GmbH & Co KG. So zeigt die GIM-Studie, dass gerade Kleinunternehmen und Selbstständige aufgrund der günstigen Kostenstruktur verstärkt auf mobile Kartenzahlungssysteme wie z. B. die EC Kartenzahlung zurückgreifen. Dabei nimmt der Händler mit Hilfe seines Smartphone Kartenzahlungen entgegen. Vielleicht sind es somit eher die mobilen Innovationen, die alternative Zahlungsmittel für die breite Mehrheit erst attraktiv machen – und keine radikalen Abschaffungsforderungen an Regierungen.
Info
Berührungloses, mobiles, bargeldloses Bezahlen (NFC)
NFC – die Abkürzung steht für „Near Field Communication“ – macht ein Bezahlen per Smartphones mit NFC an allen Terminals mit NFC-Lesefunktion möglich. Mehr Informationen zum Thema kontaktloses Bezahlen im digitalen Alltag via NFC sowie sicheren Authentifizierungsverfahren stellt das BSI bereit.
Zusammenfassung
Gewerbetreibende und Freiberufler in Ländern, in denen das EC-System bargeldlose Zahlungen dominiert, befinden sich in einer recht günstigen Situation hinsichtlich der Transaktionskosten. Selbst kleine Beträge lassen sich bei der mobilen Kartenzahlung mit deutlich geringeren Kosten als bei Kreditkartenzahlungen entgegennehmen.
Entsprechend preissensibel reagieren wir Deutschen und Österreicher auf Kostenniveaus im Bereich von ca. 2 Prozent – selbst wenn diese noch deutlich unter dem Niveau von Kreditkartenzahlungen liegen. Vor diesem Hintergrund ist die breiter werdende Auswahl der mobilen Kartenleser gerade für kleine Unternehmer, die im direkten Kontakt zum Endkunden stehen, eine echte Innovation für mehr Liquidität. Eine immer größere Rolle spielt das mobile Bezahlen per Nahfeldfunk – sei es mit der EC-Karte oder dem Handy. Denn diese Zahlungsmethode hält mehrere interessante Aspekte bereit.