Eigene Marke gründen: Leitfaden, Tipps & Kosten im Überblick

Du bist Gründer und möchtest eine eigene Marke gründen? Verständlich. Die Marke definiert ein Unternehmen, sie schafft eine Art Wiedererkennungswert. Mit ihr hebst du dich von Konkurrenten derselben Branche ab. Ein gutes Beispiel? Apple. Ohne den abgebissenen Apfel wäre das MacBook wohl nur ein Produkt unter vielen – die Marke hebt es hervor. In diesem Artikel erklären wir dir, wie sich eine Marke zusammensetzt, warum der Markenaufbau so wichtig ist und wie du Schritt für Schritt vorgehst.

Zuletzt aktualisiert am 13.11.2025
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Wie setzt sich eine Marke zusammen?

Eine Marke? Das ist doch nur ein Logo, ein Slogan und eine passende Schriftart, oder? Nein, wenn du eine erfolgreiche Marke erstellen möchtest, bist du zuerst mit der richtigen Vorarbeit, Planung und dem Inhalt eines Businessplans beschäftigt. Erst danach wählst du ein Design, erstellst eine Website und kümmerst dich um das Marketing.

Nachfolgend listen wir dir die Grundsteine auf, die du unbedingt mit in das Markenkonzept aufnehmen solltest:

  • Zielgruppe: Die Zielgruppe ist dein Grundgerüst und eigentlich baut (fast) alles auf ihr auf.
  • Markenidentität: Die Markenidentität spiegelt dein Unternehmen nach außen wider. Sie umfasst den Unternehmensnamen, das Logo, die Brandingfarben, die Markengeschichte und sogar die auf Social-Media geteilten Bilder.
  • Markenstimme: Sie ist auch als Tone of Voice bekannt. Die Markenstimme sagt aus, wie dein Unternehmen spricht. Bevorzugst du eher einen lässigeren Ton, musst du ihn überall konsequent umsetzen. Du sprichst also beispielsweise auf Social-Media, genauso wie in Blogartikeln und umgekehrt.
  • Mission und Markenwerte: Die Mission gilt sozusagen als Leitfaden für dein Unternehmen. Sie zeigt an, wo für dich in Zukunft die Reise hingehen soll. Während die Markenwerte zeigen, wofür deine Marke steht. Beides geht Hand in Hand, wenn du eine Marke gründest bzw. aufbaust.
  • Styleguide: Der Marken-Styleguide spiegelt den Markenauftritt wider. Er zeigt also ganz klar, wie deine Marke auf allen Kanälen – ob Website, Social-Media-Plattform oder Print – aussehen und klingen soll. Dazu gehören Regeln für den Einsatz des Logos, passende Schriftarten, die Tonalität der Texte und der visuelle Stil.

Warum ist der Markenaufbau für Gründer so wichtig?

Wenn du eine Marke gründest, schaffst du Vertrauen, hebst dich von der Konkurrenz ab, stärkst die Kundenloyalität und steigerst den Unternehmenswert. Du schaffst es mit einer Marke, aus einer Vielzahl an Konkurrenten hervorzustechen. Ein wichtiger Punkt, schließlich werden potenzielle Kunden täglich mit Informationen überflutet. Schaffst du es, in dieser Flut hervorzustechen, sicherst du dir langfristig Umsatz und Wachstum.

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Du solltest eine Marke so schnell wie möglich erstellen

Viele Gründer fragen sich: Zu welchem Zeitpunkt lohnt es sich eigentlich, eine Marke zu erstellen? Kurz und knapp: Sobald die Idee sitzt. Du solltest eine Marke so schnell wie möglich gründen, also noch bevor du die Tore für deine Kunden öffnest.

10 Schritte: So gründest du eine eigene Marke

Du möchtest eine Marke gründen, weißt aber nicht, wie du am besten den Anfang machst? Nachfolgend erklären wir dir, wie du vorgehen solltest.

  1. Zielgruppe definieren: Das hilft dir, ihre Bedürfnisse zu verstehen und zu schauen, wie deine Marke ihr helfen kann.
  2. Analysiere deine Konkurrenten: Führe eine Markt- und Wettbewerbsanalyse deiner Nische und Branche durch. Idealerweise erstellst du eine SWOT-Analyse, in der du deine Stärken, Schwächen, Chancen und Hindernisse mit denen deiner Konkurrenten vergleichst.
  3. Markenpersönlichkeit definieren: Deine Marke kann nicht jeden ansprechen! Definiere den Charakter deiner Marke und überlege, welche Geschichte sie erzählen soll.
  4. Markennamen erstellen: Möchtest du eine Marke erstellen, brauchst du einen kurzen, einprägsamen und leicht auszusprechenden Namen. Überprüfe anschließend in Suchmaschinen und Social-Media-Plattformen, ob bereits jemand diesen Namen nutzt.
  5. Slogan entwickeln: Entwickle einen kurzen, einprägsamen Werbeslogan. Den Slogan kannst du fast überall nutzen, auf Rechnungen, in Social Media oder auf Visitenkarten. Idealerweise sollte er den Geist und Wert deiner Marke einfangen.
  6. Wähle Markenfarbe und Schriftart: Als Nächstes wählst du die passende Markenfarbe und die dazugehörige Schriftart. Blickt die Zielgruppe auf deine Markenfarbe, soll sie deine Marke mit einem bestimmten Gefühl assoziieren. Setz dich also bei diesem Schritt auch ein wenig mit der Farbpsychologie auseinander.
  7. Logo erstellen: Das Logo ist sozusagen das Aushängeschild deiner Marke. Erstelle ein Logo, das zu deiner Marke passt (Farbe, Schriftart etc.). Du kannst die Aufgabe in professionelle Hände geben oder beispielsweise auf Canva ein eigenes Logo erstellen.
  8. Tone of Voice wählen: Bestimme, wie deine Marke spricht. Möchtest du eher locker oder professionell klingen? Wie sprichst du deine Kunden an (duzen, siezen)?
  9. Markenschutz: Schütze deine Marke (Logo, Slogan etc.), indem du sie beim DPMA anmeldest.
  10. Wähle deine Rechtsform: Im zehnten Schritt wählst du die passende Rechtsform. Zu den gängigsten Rechtsformen gehören: Einzelunternehmen, GbR, GmbH und UG. Jede Rechtsform hat ihre eigenen Vor- und Nachteile, die du gegeneinander abwägen solltest. Hast du nur wenig Startkapital und gründest eine kleine Marke? Dann könnte ein Einzelunternehmen die richtige Wahl sein.

Tipp

Social-Media-Handles und Domain frühzeitig sichern

Sobald du dich für einen Markennamen entschieden hast, solltest du sofort eine passende Domain (.de oder .com-Endung) und einen Social-Media-Account registrieren. So schnappt ihn dir nicht jemand anderes weg und du hast die perfekte Ausgangsposition, um deine Marke bekannt zu machen.

Was kostet es, eine eigene Marke zu gründen

Möchtest du eine eigene Marke gründen, kommen unterschiedliche Kosten auf dich zu. Dazu gehören neben Markenregistrierung, Firma gründenund Marketing auch das Design. Die Kosten selbst variieren stark. Sie hängen von der Art der Marke, dem Umfang der Markenidentität und der gewählten Rechtsform (UG, GmbH, Einzelunternehmen) ab.

Ein Kostenpunkt ist jedoch fest: Du zahlst mindestens 290 € (elektronische Anmeldung) für die Markenregistrierung beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA). Als einzelner Solo-Gründer könntest du bereits ab 300 Euro deine eigene Marke gründen. Gründest du hingegen ein großes Modelabel, liegt der Preis schnell im fünfstelligen Bereich.

Welche Fehler sollte ich beim Markenaufbau vermeiden?

Fehler können deiner Idee schnell den bekannten Strich durch die Rechnung machen. Wenn du also eine Marke gründest, solltest du die folgenden Fehler unbedingt vermeiden:

  • Fehlende Positionierung
  • Die Zielgruppe ignorieren
  • Keine klare Marketingstrategie
  • Von der Konkurrenz stehlen
  • Kein konsequentes Erscheinungsbild
  • Fehlende Markenrichtlinien
  • Falsche Zeit- und Budgetplanung

Eine starke Marke ist also mehr als nur ein hübsches Logo. Ihr Zweck ist es, im Kopf zu bleiben, wenn alles andere schon vergessen ist. Wenn du die genannten Schritte konsequent angehst und die genannten Fehler vermeidest, schaffst du es, eine erfolgreiche Marke zu gründen. Also: Ärmel hochkrempeln, Konzept ausarbeiten – und los geht’s.