Gewerbesteuer der GmbH: Stolperfallen bei der Hinzurechnung/fileadmin/_processed_/3/6/csm_iStock_000006001673XSmall_7df25bc8a6.jpg 2015-08-20 Lexware

Gewerbesteuer der GmbH: Stolperfallen bei der Hinzurechnung

Steuerliche Hinzurechnungen bei der Ermittlung des Gewerbeertrags zur Gewerbesteuer
Von Bernhard Köstler
Aktualisiert am: 20.08.2015

Bei der Prüfung einer GmbH wirft der Prüfer des Finanzamts meist einen kritischen Blick auf die Ermittlung des Gewerbeertrags zur Gewerbesteuer. Bei der Gewerbesteuer sollten Gesellschafter-Geschäftsführer insbesondere bei den steuerlichen Hinzurechnungen nach § 8 Nr. 1 GewStG einige Besonderheiten beachten.

Bei der Ermittlung des Gewerbeertrags als Grundlage für die Gewerbesteuer müssen nach § 8 Nr. 1 GewStG anteilige Hinzurechnungen für Zinsen, Mieten und Pachten für bewegliche und unbewegliche Gegenstände und Lizenzen vorgenommen werden. Nur wenn der Freibetrag von 100.000 EUR überschritten wird, wirken sich die Hinzurechnungen erhöhend auf die Gewerbesteuer aus.

Die Stolperfallen

Dabei ist Folgendes zu beachten:

  • Saldierung verboten:Mietet die A-GmbH ein Grundstück für 100.000 EUR Miete im Jahr an und vermietet es teilweise an die Tochtergesellschaft B-GmbH für 40.000 EUR im Jahr, verneint die Finanzverwaltung eine Saldierung. Das führt dazu, dass bei der A-GmbH eine Zurechnung von 50.000 EUR (100.000 EUR x 50%) und bei der B-GmbH von 20.000 EUR (40.000 EUR x 50%) vorzunehmen ist.

    Tipp: Hiergegen lohnt sich jedoch Gegenwehr wegen eine anhängigen Verfahrens beim Bundesfinanzhof  (Vorinstanz: FG Münster, Urteil v. 22.8.2012 – 10 K 4664/10 G).

  • Rückstellungen: Bildet eine GmbH eine Rückstellung der Höhe nach ungewisse Mietzahlungen im Rahmen der Aufbewahrungsfristen, ist der auf die Miete entfallende Betrag anteilig bei der Ermittlung des Gewerbeertrags zur Gewerbesteuer hinzuzurechnen.
  • Abschreibung: Zahlt die GmbH Lizenzen und aktivieren diese, sind in Höhe der jährlichen Abschreibungen Hinzurechnungen zum Gewerbeertrag vorzunehmen.
  • Aktive Rechnungsabgrenzung: Ein bei Mietvorauszahlungen gebildeter aktiver Rechnungsabgrenzungsposten führt bei erfolgswirksamer Auflösung zu einer anteiligen Hinzurechnung und somit zu einer Erhöhung der Gewerbesteuer.

Achtung: Im Visier des Prüfers sind bei der korrekten Festsetzung der Gewerbesteuer auch die Mieten für Messen oder Fremdlager. Handelt es sich hierbei um reine Mietkosten, erfolgt eine Hinzurechnung zum Gewerbeertrag und somit bei Überschreitung des Freibetrags von 100.000 EUR zur Erhöhung der Gewerbesteuer der GmbHhttps://shop.lexware.de/gmbh-wissen?chorid=03909036.

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