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GmbH-Steuern: Verdeckte Einlage und deren Folgen

Steuerliche Konsequenzen bei verdeckten Einlagen durch GmbH-Gesellschafter
Von Bernhard Köstler
Aktualisiert am: 15.01.2018

Spricht man von einer verdeckten Einlage, ist in der Praxis oftmals nicht ganz klar, welche steuerlichen Folgen diese für die GmbH und ihren Gesellschafter hat. In dem folgenden Praxisbeitrag werden deshalb die steuerlichen Konsequenzen einer verdeckten Einlage näher beleuchtet.

Was ist eine verdeckte Einlage?

Im Körperschaftsteuergesetz sucht man vergeblich nach einer Definition zum Begriff „verdeckte Einlage“. Zumindest in den Körperschaftsteuerrichtlinien finden sich Anhaltspunkte, wann eine verdeckte Einlage vorliegt (R 8.9 KStR 2015). Diese ist zu bejahen, wenn ein

 

  • Gesellschafter oder eine ihm nahestehende Person
  • (s)einer GmbH
  • einen einlagefähigen Vermögensvorteil
  • ohne Gegenleistung zuwendet
  • und die Zuwendung ihre Ursache im Gesellschafterverhältnis hat.

Mit anderen Worten: Eine verdeckte Einlage liegt vor, wenn der Gesellschafter seiner GmbH Wirtschaftsgüter zuwendet, dafür nichts verlangt und ein fremder Gesellschafter keine solchen unentgeltlichen Zuwendungen tätigen würde.

Hinweis: Der umgekehrte Fall, wenn also eine Vorteilsgewährung der GmbH an einen Gesellschafter erfolgt, stellt eine verdeckte Gewinnausschüttung dar.

Was ist ein einlagefähiger Vermögensvorteil?

Eine verdeckte Einlage setzt voraus, dass der GmbH ein einlagefähiger Vermögensvorteil zugewandt wird. Einlagefähig bedeutet, dass das zugewendete Wirtschaftsgut bei der GmbH bilanzierungsfähig ist. Was einlagefähig ist und was nicht, verdeutlicht die folgende Übersicht:

Einlagefähige Vermögensvorteile
Einlagefähige Vermögensvorteile Nicht einlagefähige Vorteile
Bargeld Reine Nutzungsüberlassungen
Sachwerte (Pkw, Maschine, Grundstück etc.) Unentgeltliche Dienstleistungen
Forderungen Zinsloses Darlehen
Befreiung von einer Verbindlichkeit Zurverfügungstellung des privaten PKWs

Achtung: Eine Besonderheit besteht bei unentgeltlichen Zuwendungen an eine im Ausland ansässige Kapitalgesellschaft. Selbst wenn keine einlagefähigen Vermögensvorteile zugewendet werden, kann es nach § 1 Außensteuergesetz (AStG) zu einer Einkommenskorrektur kommen.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann auch aus einem Gehaltsverzicht eine verdeckte Einlage erwachsen. Alles wichtige hierzu erfahren Sie in der Online-Datenbank Lexware gmbh wissen.

Steuerliche Folgen der verdeckten Einlage

Bei der GmbH ist die verdeckte Einlage mit dem Teilwert anzusetzen. Die verdeckte Einlage führt bei der GmbH beim Gewinn laut Steuerbilanz zu außerordentlichen Erträgen – also zu einer Gewinnerhöhung. Da die verdeckte Einlage sich jedoch nicht auf das Einkommen der GmbH auswirken darf, wird diese außerbilanzmäßig wieder abgezogen.

Beispiel: Ein Gesellschafter überträgt seiner GmbH ein Grundstück im Wert von 50.000 EUR unentgeltlich. Das hat bezogen auf den Steuerbilanzgewinn und das Einkommen folgende steuerliche Konsequenzen:

+ Steuerbilanzgewinn + 50.000 EUR
- Einkommenskorrektur – 50.000 EUR
= Steuerliche Auswirkung der verdeckten Einlage = 0 EUR

Die verdeckte Einlage erhöht das steuerliche Einlagekonto des Gesellschafters der GmbH. Lesen Sie dazu folgenden Beitrag: Einlagekonto: Das müssen Sie beachten

Je nachdem, ob die Anteile an der GmbH zu einem Betriebsvermögen gehören oder vom Gesellschafter im Privatvermögen gehalten werden, ergeben sich folgende steuerliche Konsequenzen:

  • Betriebsvermögen: In Höhe der verdeckten Einlage ist eine Gewinnminderung beim Steuerbilanzgewinn des Betriebs zu verbuchen (Gewinnauswirkung -). Im Gegenzug erhöhen sich durch die verdeckte Einlage die Anschaffungskosten auf die Beteiligung an der GmbH (Gewinnauswirkung +).
  • Privatvermögen: Die verdeckte Einlage einer im Privatvermögen gehaltenen Beteiligung im Sinn des § 17 EStG führt steuerlich zur Annahme einer fiktiven Veräußerung und damit für die GmbH zu einem Anschaffungsgeschäft.

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Praxisbeispiele

Beispiel 1: Gesellschafter Huber überträgt seiner GmbH unentgeltlich einen Pkw im Wert von 20.000 EUR. Folge: Da der Steuerbilanzgewinn wegen der Aktivierung des Pkw um 20.000 EUR ansteigt, ist eine außerbilanzmäßige Korrektur (hier Abrechnung) nach §8 Abs. 3 Satz 3 KStG veranlasst. Bei Gesellschafter Huber erhöht diese verdeckte Einlage die Anschaffungskosten auf seine GmbH-Anteile.

Beispiel 2: Die Ehefrau eines GmbH-Gesellschafters (Ehefrau = nahestehende Person) überträgt der GmbH, an der ihr Ehemann zu 100 % beteiligt ist, ein Grundstück im Wert von 100.000 EUR unentgeltlich. Folge: Es liegt eine verdeckte Einlage vor, die das Einkommen der GmbH nicht erhöhen darf.

Hinweis: Wird die verdeckte Einlage durch eine nahestehende Person des Gesellschafters der GmbH erbracht, liegen beim Gesellschafter keine nachträglichen Anschaffungskosten auf die Beteiligung vor (BFH, Urteil v. 12.12.2000, Az. VIII R 52/93).

Beispiel 3: GmbH-Gesellschafterin Maier gewährt zugunsten der GmbH eine Bürgschaftsübernahme bei finanziellen Engpässen. Eine Tages wird sie tatsächlich zur Zahlung herangezogen. Folge: Die bloße Abgabe einer Bürgschaftserklärung ist keine verdeckte Einlage, weil insofern kein einlagefähiger Vermögensvorteil gegeben ist. Bei einer Inanspruchnahme aus der Bürgschaft wird nur eine verdeckte Einlage, wenn der Gesellschafter auf Regressansprüche gegen die GmbH verzichtet bzw. diese nicht geltend macht (BFH, Urteil v. 18.12.2001, Az. VIII R 27/00).

Beispiel 4: Der Gesellschafter A gewährt einer GmbH, an der er zu 100% beteiligt ist, ein zinsloses Darlehen. Folge: In dem Zinsvorteil liegt keine verdeckte Einlage vor, weil der Verzicht auf Zinsen keinen einlagefähigen Vermögensvorteil darstellt.

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